Einfuhr von Gegenständen im Inland und Ortsbestimmtung, § 3 abs. 8 UStG

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4 Antworten

Wieso liegt der Ort einer Lieferung gem. § 3 Abs.8 UStG im Inland, wenn der ausländische Lieferant Schulder der EUSt ist?

Weil das in diesem Abschnitt so definiert ist.

und nun auch der Erweber aufgrund der Verlagerung des Ortes zahlen muss??

Wie kommst du darauf? Der Steuerschuldner der deutschen USt (hier EUSt) ist doch der Lieferer. Auf welcher Grundlage sollte der Erwerber jetzt nochmal USt abführen?

Warum sollte der Erwerber die Steuer bezahlen müssen?

Einfuhrumsatzsteuer zahlt in der Regel der, der das Ding über die Grenze bringt. Damit wird die Einfuhr aus einem Drittland besteuert.

Wenn CH von der Schweiz an D in Deutschland liefert. dann wäre der Ort nach § 3 Abs. 6 UStG in der Schweiz und der deutschen Umsatzsteuer nicht unterworfen.

Bei der Einfuhr nach Deutschland fällt aber Einfuhrumsatzsteuer auf die Lieferung an. Der Ort wird somit nach § 3 Abs. 8 UStG bestimmt und CH muss die Lieferung der deutschen Umsatzsteuer unterwerfen.

Eine Doppelbesteuerung mit "normaler" Umsatzsteuer gibt es nicht, denn in der Schweiz sind, genau wie in Deutschland, Ausfuhrlieferungen steuerfrei, so dass die Lieferung überhaupt keiner schweizer Umsatzsteuer unterliegt.

Tamaratralala 05.02.2013, 20:04

Hey, vielen Dank für eure Antworten. Ich lag völlig auf dem Schlauch und kann nun nichtmal mehr meine falsche Ansicht widergeben, weil sie absolut falsch war und keinen Sinn macht..

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Meandor 08.02.2013, 04:29
@Tamaratralala

Macht doch nix. Der § 3 Abs. 8 UStG kommt im Steuerstudium erst im 4. Semester. Das muss man nicht auf Anhieb können.

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Leider hab ich keine Antwort sondern eher nochmal eine Frage zu der letzten Antwort. Zunächst dachte ich als ich hier die ersten Antworten las ich hätte es jetzt verstanden aber die letzte hat mich jetzt wieder irritiert... Hier wird jetzt gesagt, dass letztlich immer der Erwerber die Eust zahlt? Aber ich dachte dass doch der Lieferer gem 3 abs 8 Schuldner der eust ist und somit der Erwerber nicht nochmal die Ust zahlen muss? Entschuldigt aber ich glaub ich stehe gerade auf dem Schlauch könnt ihr mir helfen?

Eine Lieferung gilt normalerweise dort bewirkt, wo sie beginnt, also im Drittland, also nicht steuerbar.

Durch Tätigung der Einfuhr - welche ein steuerbarer Umsatz ist - durch den Empfänger, wird der Empfänger mit der Einfuhrumsatzsteuer belastet.

Tätigt der Lieferer die Einfuhr, wird er mit der EUSt. belastet (die er sich als Vorsteuer ziehen könnte, wenn er eine deutsche USt-ID hat), der Empfänger aber nicht mehr (weil Lieferung im Drittland getätigt). Das Steueraufkommen wird gemindert. Das kann so nicht sein. Also wird die Aushändigung durch den Lieferer an den Empfänger als Inlandslieferung festgelegt. Sie ist steuerbar / steuerpflichtig, der Lieferant kann seine Vorsteuer gegenrechnen und der Empfänger wird mit der USt. belastet.

In beiden Fällen trägt (letztendlich) der Empfänger die USt.-Belastung für die bezogene Ware. Eine Doppelbesteuerung findet nicht statt.

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