Einfluss der EU auf Alltag?

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Hi.

Also für mich war die EU vor ihrer übertriebenen Osterweiterung wirtschaftlich gesehen eine feine Sache. Großer gemeinsamer Wirtschaftsraum, gemeinsame Währung (ja, ich mag den Euro auch nicht. Mit der DM ginge es uns schlechter), so was. So, wie sie ursprünglich vorgesehen war.

Womit ich Magengrimmen habe ist der Anspruch, dass sie auch politische Entscheidungen fällt, die mit der Wirtschaft nix oder nur scheinbar was zu tun haben. Welches Recht hat z.B. die EU, die klassischen Glühbirnen zu verbieten. Und kommt mir jetzt nicht mit Mutter Erde, n dickes Auto darf man ja auch fahren. Kommt halt teurer. Wie ne Glühbirne. Klar, jetzt mit LED ist Alles wieder gut, aber die Übergangszeit mit den hochgiftigen Energiesparlampen war vom Ambiente her echt nicht schön.

Das ermöglicht es auch gewissen Landespolitikern, unbequeme Entscheidungen an die EU outzusourcen. An Politiker, die aus der zweiten Reihe sein müssen, weil sie sonst in ihrem Herkunftsland Karriere gemacht hätten. Oder nicht in die EU abgeschoben worden wären (ich will es mal so sagen: bei Zensursula von der Layen hat es anfangs für Landespolitik gereicht - wie schlecht muss man sein, dass man dann gleich in die EU geht..?), wenn sie untragbar werden. Und dass die EU-Politik unsere Art der Demokratie noch deutlich indirekter macht als sie so schon ist. Führe Dir mal Martin Sonneborn zu Gemüte, was der über Sinn und Unsinn im Europaparlament erzählt. Und der weiß es aus erster Hand.

Dann finde ich es schon schwer genug, die wirtschaftlichen Interessen unter einen Hut zu bringen. Wir haben die leistungsfähige industrialisierte Mitte, den agrarischen weniger leistungsaffinen Süden und Südwesten und den zu entwickelnden Osten. Und seit der Erweiterung auch den fernen Osten. Wie will man das kulturell schaffen. Bei aller Gleichwertigkeit, der Süditaliener tickt einfach anders als der Hanseat und anders als der Balkanbewohner. Auch politisch: uns ist der Russe n potentieller Verbündeter (z.B. gegen China und die allzu hegemonistischen USA), die Balten haben Himmelangst vor ihnen (deswegen ja auch der US-Druck, das Baltikum mit rein zu nehmen). Und die Polen können sie nicht ab (wobei Polen einfach in die EU gehört, wirtschaftlich wie kulturell).

Ich würde mir wünschen, dass die EU sich auf das beschränkt, was sie kann und was sie groß gemacht hat, die Wirtschaft. Die "Vereinigten Staaten von Europa", mit einem Föderalismus dessen Gleichschalterei deutlich krasser ist als der Föderalismus der USA (der mM doch sehr ausgeprägt ist) halte ich für langfristig nicht machbar. Und nicht wünschenswert!

danke für den Stern :)

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Als Schweizer, der seit einem Jahr in einem EU-Land lebt, muss ich sagen, spüre ich da keinen EU-spezifischen Einfluss/Unterschied zu früher. Vielleicht noch die Euro-Währung. Ansonsten sind eseher kleine Details, die auffallen, aber keinen Einfluss auf den Alltag haben, wie zum Beispiel Stempel, Nummernschilder, etc.

  • Die EU bestimmte, womit ich zahle (EUR)
  • Ich kann reisen ohne Passkontrolle
  • Ich kann Ware beziehen ohne Zollkosten
  • Die EU sagt Schmutzfinken wo es langgeht, in Umweltfragen
  • Die EU muss sich Richtung Vereinigte Staaten von Europa bewegen

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