Einfachheit in der Philosophie?

6 Antworten

Die Vorstellung eines einfachen Lebens war schon in der antiken Philosophie umstritten. Das hängt damit zusammen, dass "einfaches Leben" bereits neben einem bestimmten Welt- und Menschenbild davon abgeleitet auch Normen umfasst. Und obwohl das Leben in der Antike in der Tat nach heutigen Maßstäben sowieso schon "einfach", um nicht zu sagen, größtenteils arm war, und auch die Möglichkeiten der Lebensverwirklichung bei weitem nicht an unseren heutigen Stand heranreichten, gab es sehr unterschiedliche Vorstellungen dazu. Bei allen, wenn auch aus teils verschiedenen Motiven, steckte sowas wie Verweigerung drin mit dem Ziel, sich eine größtmögliche Unabhängigkeit zu bewahren. Dahinter steckte die Erfahrung, dass jedes Streben nach mehr als einfach zu erwerbendem Wohlstand in Abhängigkeiten führt. Gelassenheit war das Ziel der Epikureer. Die Stoiker gingen noch weiter und strebten nach Leidenschaftslosigkeit.

Bleiben wir bei Epikur, so gibt es von ihm Aussagen, die zeigen, dass die Entscheidungen, was für eine Person ein einfaches Leben bedeutet, von der Person selbst und ihren Ansprüchen, Erwartungen, Fähigkeiten, also von seiner Persönlichkeit abhängen. Freunde sollten in offener Aussprache selbstlos beratend zur Seite stehen. Denn ein einfaches Leben kann man nicht ein für allemal beschließen. Leben ist ein Auf und Ab, ein Prozess und stellt einen immer wieder vor neue Probleme. Immer wieder muss dann entschieden werden, wie der Weg eines möglichst unabhängigen, einfachen Lebens aussehen soll. Da ein einfaches Leben nach Epikur ein selbstbestimmtes Leben sein sollte, wäre der Eintritt in ein Kloster für ihn nie eine Lösung gewesen, weil man an der Pforte seine Selbstbestimmung abgibt. Für Stoiker sieht das schon anders aus.

Ein einfaches Leben bedeutet also keine Weltflucht, sondern eine Selbstverwirklichung, die sich an den eigenen Stärken und Fähigkeiten orientiert, diese entwickeln will ohne sich dazu vom Urteil anderer zu sehr abhängig zu machen. Jetzt gibt es Berufe, die einen, wenn man glänzenden Erfolg haben will, regelrecht auffressen. Nehmen wir einen Arzt. Wenn der sich unter heutigen Bedinungen ein prächtiges Auskommen mit Haus, Superauto und weiß der Kuckuck was leisten will, muss er nicht unbedingt seinem Anspruch, ein guter Arzt zu sein, folgen sondern dem, was Mode ist und Zusatzeinnahmen bringt. Orientiert er sich daran, nach besten Kräften, bestem Wissen und Gewissen für die Gesundheit seiner Patienten da zu sein und auf modischen Schnickschnack zu verzichten, dann hat er sicher ein ordentliches Auskommen, ist aber sicher nicht der reichste unter seinen Kollegen. Es gibt viele Berufe, in denen man sich mit seinen Fähigkeiten verwirklichen kann. Freude an der Sache und nicht Maximierung des Einkommens ist eine Orientierung. Ein Freund von mir ist Jazzmusiker und geht darin auf. Zum Leben reicht das nicht. Dazu macht er seinen Job als Fachmann, denn jeder Mensch hat mehrere Fähigkeiten, die ihm Spaß machen können. Beides zusammen reicht zu einem auskömmlichen Leben und in der Musik kann er aufgehen.

Flucht vor dem Leben ist ein Selbstbetrug. Das führt nie zu irgendeinem Grad der Selbsterfüllung - es sei denn, man ist Dr. Kimble.

Es gibt sogar einen Wikipedia-Artikel zum philosophisch-weltanschaulichen Konzept des "Simple living" bzw. des "einfachen Lebens"

https://de.wikipedia.org/wiki/Einfaches_Leben

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Schade das es keiner macht. 

Ich denke 99% sind zufrieden mit dem Konsumüberfluss

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Ich denke ein einfaches Leben bedeutet
Einen normalen Job mit Durchschnitts Einkommen und dann Vllt eine Frau bzw Mann. Eben das was man sich vorstellt wenn man über einfache Leute redet also nichts womit man besonders hervorsticht.

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