Einen Angreifer mit Messer zu Boden geschlagen, Körperverletzung?

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17 Antworten

Sicher kann er dich wegen KV anzeigen, denn den TB der KV hast du erfüllst. Allerdings könnte dein Handeln wegen Notwehr gerechtfertigt sein. Für eine eindeutige Antwort müsste aber der Sachverhalt in allen Einzelheiten bekannt sein; es müsste feststehen, dass - von deiner Warte aus - ein Angriff des Messerträgers zumindest unmittelbar bevorstand.

An deiner Stelle solltest du die Polizei benachrichtigen, denn evtl. hat derjenige schon den TB eines Strafgesetzes erfüllt.

Termonfeckin 24.01.2013, 02:09

Vernünftige Antwort. DH!

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Ein Problem bei Personen die eine Kampfkunst, einen Kampfsport, oder wie im Fall von Krav Maga eine effektive Selbstverteidigungsmethode lernen, ist, dass sie im Fall ernsthafter Verletzungen beim Angreifer wegen der "Unverhältnismäßigkeit der Mittel" belangt werden können.

Wer sich als Normalbürger gegen einen versuchten Griff am Arm mit einem Brechen des Arms wehrt , muss sich eine Überschreitung der Notwehr vorwerfen lassen.

Das ist im Allgemeinen noch vergleichsweise unproblematisch und stößt auch vor Gericht durchaus auf Verständnis - man hat eben "rot gesehen" und musste sich schützen, konnte sich aber nicht anders helfen.

Das ist ähnlich, wenn jemand Fehler bei Erste-Hilfe-Maßnahmen macht - es hat zwar unabsichtlich geschadet, es bestand jedoch keine destruktive Absicht

Bei einem Kampfsportler wird jedoch erwartet, dass er aufgrund seiner Kenntnisse weiss, wie weit er gehen kann - und beispielsweise einen Griff zum Arm mit einem Schlag zum Kehlkopf zu kontern ist definitiv KEINE gute Idee. ;-)

Solange aber die Verhältnismäpigkeit gewahrt bleibt und die Person beispielsweise lediglich entwaffnet wurde, ist man zumindest theoretisch juristisch vergleichsweise auf der sicheren Seite.

Zumal, wie andere hier schon schrieben, es ziemlich unwahrscheinlich ist, dass ein Straßenräuber (der möglicherweise sogar vorbestraft ist), oder ein betrunkener Randalierer tatsächlich Strafanzeige erstattet - er hätte in der Tat so einiges zu erklären ;-)

PS: Ich bin kein Jurist und gebe die obigen Angaben lediglich aus meinem Gedächtnis wieder - also alle Angaben ohne Gewähr-

Irubis 23.01.2013, 16:13

Immer wieder die gleiche falsche Behauptung: Die Abwehr bei einer Notwehrlage muss nicht verhältnismäßig sein, sie muss erforderlich sein. Das ist ein himmelweiter Unterschied!

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Enzylexikon 23.01.2013, 16:21
@Irubis

Wie gesagt ich bin kein Jurist

Eine "nicht erforderliche Abwehr" gegen einen Angriff, klingt für mich nach typisch juristischer Haarspalterei - wenn ich mich nicht verteidigen muss, weil ich mich zB durch Weglaufen der Gefahr entziehen kann, dann wende ich auch keine Gewalt an.

Es kann natürlich auch eine Fehleinschätzung vorliegen - siehe das Beispiel mit der vermeintlichen Waffe, die sich als Zigarette entpuppt.

Wer natürlich "Notwehr" übt, um zu zeigen was für ein krasses Karate-Kid er ist...hat ganz sicher ein Problem, da stimme ich zu. ;-)

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Chrissiixy 23.01.2013, 16:23
@Enzylexikon

Wie oft noch, ich muss mich entschuldigen, ich habe das Messer ja schon gesehen, er hat es rausgeholt und hatte es danach in der Hand, ich kann mit Sicherheit sagen, das dass keine Zigarette war :)

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Enzylexikon 23.01.2013, 16:25
@Chrissiixy

Chrissiixy Es ging hier ja schon gar nicht mehr um den konkreten Fall, sondern eben um juristische Feinheiten, von denen ich aber wie gesagt auch keine detaillierte Kenntnis habe :-)

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Irubis 23.01.2013, 16:35
@Enzylexikon

kleines Beispiel zur Unterscheidung "Verhältnismäßig" und "Erforderlich"

Frau X wird vergewaltigt. In ihrer Not rudert sie mit den Armen umher und bekommt ein Messer zu fassen. Dieses rammt sie dem Angreifer in den Rücken - der Angreifer stirbt auf der Stelle. Das verteidigte Gut war die körperliche Integrität der X, das angegriffene Gut aber das Leben des Angreifers. Die Verteidigung war also in keiner Weise verhältnismäßig. Allerdings war die Verteidigung erforderlich, denn der Tod des Angreifers war das einzige Mittel für X, den Angriff auf ihre körperliche Integrität abzuwehren. Müsste die Notwehr verhältnismäßig sein, so hätte sie sich nicht mit diesem Mittel verteidigen dürfen.

Gegenbeispiel:

Der Preisboxer Y wird angegriffen, der Täter will ihn erwürgen. Es lag ein ernstgemeinter Angriff gegen das Leben des Y vor. Y hätte den Angreifer leicht erschlagen können - was verhältnismäßig gewesen wäre, denn er beantwort einen Angriff auf sein Leben mit einem Angriff auf das Leben des Angreifers. Allerdings wäre die Abwehr nicht erforderlich gewesen, denn Y war dem Angreifer körperlich überlegen, so dass z.B. ein kräftiger Fauststoß ausgereicht hätte, den Angriff entgültig abzuwehren.

Natürlich sind die Beispiele stark vereinfacht, aber ich denke, dass der Unterschied klar wird. Das deutsche Notwehrrecht ist sehr verteidigerfreundlich und fußt auf dem Rechtsgrundsatz, dass das Recht dem Unrecht nicht zu weichen braucht. Man nennt das deutsche Notwehrrecht nicht ohne Grund auch "schneidiges Notwehrrecht".

Aktuelles Beispiel für die Schneidigkeit der Notwehr ist der des Rentners (Jäger), der einen flüchtenden jugendlichen Räuber bei seiner Flucht erschießt. Er wurde vor Gericht freigesprochen, da er in rechtmäßiger Notwehrausübung gehandelt hat.

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Enzylexikon 23.01.2013, 16:38
@Irubis

Das ist doch mal schön anschaulich erklärt - in Ermangelung juristischer Kenntnisse kaufe ich dir das auch einfach mal ungeprüft ab - und es freut mich zu sehen, dass hier auch diskutiert werden kann, ohne sich verbal an die Gurgel zu gehen ;-)

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Chrissiixy 23.01.2013, 16:47
@Enzylexikon

Nettes Beispiel, nur so eine Frage am Rande, bist du ein Jurist, oder etwas ähnliches? :)

Danke :)

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Irubis 23.01.2013, 17:35
@Chrissiixy

sagen wir mal so... ich habe mit der Rechtsmaterie häufig beruflich zu tun.

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Zelphir 25.01.2013, 09:49
@Irubis

Das ist ja mal wieder ein Schwachsinnsgesetz :D

Woher soll der Preisboxer denn bitte wissen, dass der andere nicht irgendein sonsterwas Kampfkunst-Guru ist? Vielleicht haette der Angreifer ihn ja auch im naechsten Moment toeten koennen. Kann man ja nicht wissen. Also sagt mir das Gesetz deinem Beispiel nach (welches aber auch so klingt als wuerde es mit Fachkenntnis begruendet sein), dass ich im Zweifel lieber das Risiko eingehen soll mich umbringen zu lassen, indem ich den anderen eventuell unterschaetze - Suuuuper Gesetz!

Und auch was hier viele schreiben... Nicht jeder Kampfsportler hat sofort von Anfang des Trainings an detailiertes Wissen darueber was er mit dieser oder jener Technik anrichten kann. Somit ist diese Annahme des Gesetzgebers, "ein Kampfkuenstler muss das ja wissen" totaler Schwachsinn und zeugt mal wieder von purer Realitaetsferne des Gesetzgebers.

Ich wuerde jedenfalls nicht Milde walten lassen, wenn es mir so scheint als ob mich einer umbringen will, egal wie sehr ich ihn mit irgendeiner Technik oder sonst irgendwas Schaden zufuegen koennte. Nachher hat der neben seinem Messer noch irgendwo eine Waffe versteckt, die er dann zieht, wenn er merkt mit dem Messer kommt er nicht weiter oder so. Muesste ihn also mindestens in die Bewusstlosigkeit bringen und das kann ja mit unter dauern.

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Chrissiixy 23.01.2013, 16:15

Ich habe ihn nicht verletzt. ich hab ihn nur entwaffnet und 1 kleinen schlag in des Solar Plexus verpasst, das er nicht so schnell hoch kommt, und wir wegkommen.

Aber danke :)

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Komischer Weise fragen sich hier viele, ob das alles so stimmt... Also wenn sich das wirklich alles so zugetragen hat, hast du meiner Meinung nach richtig gehandelt und solltest einen Orden dafür bekommen! Mach dir kein Kopf wegen rechtlichen Folgen. Du hast eine Zeugin und er nicht. Außerdem so lange da nichts kommt, würde ich auch "keine schlafenden Hunde Wecken". Ihm würde ja genau so eine Strafe wegen versuchter- räuberischen Erpressung, Totschlag oder Mord drohen. Je nach dem, was er vor hatte. Vielleicht wollte er auch deine Begleiterin vergewaltigen und und und...

Man hätte Ihm gleich noch die Hand dazu abhacken sollen! Ich sage nur: "Gut gemacht!"

Chrissiixy 25.01.2013, 22:30

Vielen Dank für die Antwort, und für dein Lob :)

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Also objektiver und subjektiver Tatbestand der Körperverletzung hast Du meines Erachtens erfüllt, bist aber wegen Notwehr gerechtfertigt.

Er wird Dich wohl kaum anzeigen. Aber Du solltest Dich ernsthaft fragen, ob Du diesen Unbekannten nicht anzeigen solltest, und zwar um andere vor diesen Typen zu schützen. Möglicherweise ist der schon längst polizeilich bekannt.

Chrissiixy 25.01.2013, 10:40

Danke, ein guter Rat, ich werde demnächst nochmal mit einen Anwalt sprechen, wie das alles aussieht :)

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könnte er tun, wenn du zu grob angefasst hast. hofferntlich hast du ihn vorher vorgewarnt.

Chrissiixy 23.01.2013, 16:04

Ich hab mich nur gewehrt, also ich hab ihn nicht unnötigen Schaden hinzugefügt, und nein habe ich nicht

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Kann er zwar versuchen, aber es wird ihm nichts bringen. Denn er hatte seinerseits ja vor euch anzugreifen. Auch die von dir eingesetzten Mittel um den Angriff abzuwehren, waren nicht übertrieben, da er ja bewaffnet war und du nur deine Körperkraft benutzt hast um den bevorstehenden Angriff abzuwehren. Fällt eindeutig unter Notwehr.

Chrissiixy 23.01.2013, 16:05

Gut danke :)

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Irubis 23.01.2013, 17:39

Fällt eindeutig unter Notwehr.

sicher kann man einen Notwehrfall annehmen. Ich denke aber, dass der "Angreifer" damit argumentieren würde, dass er zwar ein Messer gezogen hat, dies aber nur benutzen wollte, um z.B. eine Blume abzuschneiden. Subjektiv könnte ein Angriff vorgelegen haben, der aber objektiv nicht vorlag. Eine Angriffsabsicht wird er mit Sicherheit verneinen. Von daher fehlen wirklich einige Fakten, um eine Notwehrlage eindeutig beurteilen zu können; insbesondere fehlt der Aspekt, ob ein neutraler Beobachter auch einen Angriff erkannt hätte.

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Ich würde es tun. Und zwar aus folgenden Grund: Dir kam ein Mann entgegen. Nach Deiner eigenen Aussage wollte er ein Messer aus seiner Jacken-Tasche holen. Da stellt sich schon die erste Frage: Woher wusstest Du, dass er ein Messer in der Tasche hat? Da er es ja erst angeblich rausholen wollte, hatte er also entweder die Hand noch aus der Tasche draussen oder steckte sie gerade in die Jacken-Tasche. Du konntest aber gar nicht wissen, warum er die Hand in die Tasche steckt. Vielleicht nur um sich eine Zigarette vorzuholen?

Die ganze Geschichte ist also völlig fragwürdig.

Chrissiixy 23.01.2013, 16:02

Ich hab mich verschrieben, er hat es gezückt, ich hab gesehen, wie er das Messer schon draußen hatte.

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Cowley39 23.01.2013, 16:08
@Chrissiixy

Ich bleibe dabei: Bei Deiner Erzählweise treten viel zu viele Fragen auf. So, wie Du es hier schreibst, würde ich diesem Mann auf jeden Fall zu einer Anzeige raten.

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Du hast einen Zeugen das er dich angreifen wollte oder euch.Das reicht das ihr fein rauseid und er hat da keine chance.Keine sorge ;)

Als ob dich jemand anzeigen würde, wenn er dich angreift. Man nennt es notwehr und ich hätte ihn am besten festgehalten und die Polizei gerufen. Der hätte euch umbringen können.

Glaube kaum dass er weiß wo du wohnst und wer du überhaupt bist. Außerdem müsste er dann erklären wieso er ein Messer gezückt hat. Ne, war gut so dem eine verpasst zu haben :)

Chrissiixy 23.01.2013, 15:59

Das ist ein Problem, ich wohne in einer kleinen Stadt, in der Oberpfalz, ich konnte ihn nicht erkennen, aber er muss mich kennen oder, oder gibt es auch solche leute, die wirrkürlich unbekannte Menschen angreifen?

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Chrissiixy 23.01.2013, 16:11
@xxchuckyxx

Aber was ist das für ein kranker der Irgendwelche Menschen angreift, oder auch töten will, ich weiß ja nicht was in ihn vorgeht.

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xxchuckyxx 23.01.2013, 16:13
@Chrissiixy

kann ich dir auch nicht sagen. Vielleicht wollte er Geld weil er knapp bei Kasse ist ?

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Wenn es so war, wie du geschildert hast, hätte er mit der anzeige keine Chance.

Kann er ja. Aber ob er damit durchkommt, ist ne andere Sache. Du hast in Notwehr gehandelt. Da wirst du straffrei davonkommen.

Er hat in seine Jackentasche gegriffen oder er hatte das Messer schon draußen ? Kannst ja nicht jemanden auf den Boden flatschen nur weil du glaubst er zieht ein Messer

Ausserdem weiß er doch garnicht wer du bist wie soll er das jemals rauskriegen...

Chrissiixy 23.01.2013, 16:01

Er hatte es schon draußen, dann hab ich ihn zu Boden geworfen und entwaffnet.

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StarScream1247 23.01.2013, 16:04
@Chrissiixy

Mal ganz davon abgesehen das das sehr dumm war brauchst du dir keine Sorgen zu machen ihr könnt ja die Geschichte zurechtlügen wie ihr wollt ihr seid zu zweit gewesen

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Chrissiixy 23.01.2013, 16:07
@StarScream1247

Wir haben überlegt auch zur Polizei zu gehen, aber wie schon gesagt, wenn ich die Aussage mache, und es kommt raus das das Körperverletzung war, bin ich quasi ''am A*sch''

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Chrissiixy 23.01.2013, 16:10
@StarScream1247

Ja, das hab ich mir auch schon durch den Kopf gehen lassen, aber was wenn das nochmal passiert?

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StarScream1247 24.01.2013, 02:05
@Chrissiixy

Nächstes mal kommt er vielleicht von hinten oder schießt auf dich du kannst nicht sagen was passieren wird , du kannst nur darauf reagieren

Das ist zumindest meine Lebenseinstellung

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Nein, das war Notwehr, weil du von einer Gefahr ausgingst. Das war ja auch richtig, wenn er wirklich ein Messer dabei hatte

Chrissiixy 23.01.2013, 15:58

Ich hatte sein Messer danach auch in der Hand :)

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kwiien 23.01.2013, 16:15
@Chrissiixy

Sobald du damit dann nicht noch 3x auf ihn eingestochen hast, dürft nichts passieren (;

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Chrissiixy 23.01.2013, 16:18
@kwiien

Ich hab ihn nur 1 mal mit einen leichten Schlag in den Solar Plexus geschlagen, damit wir Zeit haben :)

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selbstferteidigung war das also nein

Als ob man bei einem solchen Problem auf gutefrage.net um Rat fragen würde xD

Ich stimme meinem Vorredner zu: Hast du Minderwertigkeitskomplexe oder warum erzählst du solche Lügengeschichten?

Nein du hast in Notwehr gehandelt und du hast einen Zeugen deine Freundin.

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