Eine wissenschaftliche Theorie ist erst realistisch, wenn man auch das Gegenteil anfechtet. Ich habe die Aussage irgendwie so aufgefasst, UNTEN?

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3 Antworten

Ob Du die o.g. hirnakrobatische Aussage "richtig aufgefasst" hast, können wir ohne Quellenangabe nicht prüfen.

"Realistisch oder unrealistisch" ist eine Lage-Einschätzung, eine Prognose oder ein Handlungskonzept.

Eine Theorie dagegen ist richtig oder falsch! Ob eine Theorie richtig oder falsch ist, klärt man nur durch gedanklichen Nachvollzug, alles andere ist dumpfe oder auch höhere Spinnerei. Eine fehlerhafte Theorie enthält mindestens einen Fehler, den es nachzuweisen gilt. Das gelingt keineswegs durch so aberwitzige Vorschriften, denen zufolge der Fehler in einer Theorie irgendwo in der Welt aufzuspüren sei, nur nicht in der zu prüfenden Theorie selbst.

Wo hast Du nur diesen ("erkenntnistheoretischen") ideologischen Schmarren aufgelesen? Derartige Lehren taugen nur zur geistigen Verwirrung bis zur Hirnwäsche. Beispiel aus der jüngeren Geschichte: Auch nach der Lehre des Dialektischen Materialismus (DIAMAT) wurde die Richtigkeit einer Theorie außerhalb derselben geprüft, und zwar am Wahrheitskriterium geschichtliche Praxis. Damit war automatisch jede Theorie ungeachtet ihres Inhaltes falsch, die gerade nicht in die geschichtliche Praxis der Herrschenden im real existierten Sozialismus passte. Da hatte einer wieder einmal nicht den gewünschten "Klassenstandpunkt" getroffen!

Wer für die Erkenntnis allgemeinverbindliche Methoden vorschreibt wie z.B. die Wahrheitssuche in Gegenständen, die dem zu erkennenden Objekt äußerlich sind, der bemüht sich um die Verdeckung einer Wahrheit!

Und worin soll nun der Dienst an der Wahrheitsfindung liegen, wenn ich ausgerechnet die Umkehrung einer Aussage anfechte, anstatt die Aussage selbst auf den Prüfstand zu stellen?

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Lennartonken 26.03.2016, 18:13

Perfekt! Dankesehr für die Ausführliche Aufklärung! Ich bin dir echt dankbar! Kriegst den Stern :) Ich glaube, dass ich das in einer Dokumentation aufgeschnappt habe, ich bin mir aber nicht sicher. :)

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dompfeifer 27.03.2016, 15:14

Hallo Lennartonken, danke für den Stern. Eine kleine Ergänzung möchte ich mir trotzdem nicht verkneifen.

Was sollen wir mit der Denkvorschrift "Immer den Gegensatz widerlegen" z.B. anfangen bei der Aussage "Auf der Rückseite des Mondes steht keine Flugzeugfabrik"? Da müssten wir sehr aufwendig die Mondoberfläche untersuchen unter Ausschaltung des gesunden Menschenverstandes, und genau darauf kommt es an!

Bei der Aussage "Im pazifischen Mariannengraben liegt kein
großer Goldschatz"
liegen These wie Gegenthese immerhin im Rahmen des offensichtlich Möglichen. Aber was hilft uns hier die Widerlegung der logischen Umkehrung ohne entsprechende Tatsachen aus der Tiefseeforschung und dem Einsatz des Verstandes? 

Und worin liegt nun der eigentliche Sinn dieses Unsinns? Das wird an Ideologien und Religionen sichtbar. Nehmen wir z.B. die Aussage

"Der Text der 10 Gottesgebote auf des steinernen Tafeln von Moses entspringt den jahrtausende alten traditionellen Ordnungsvorstellungen orientalischer Völker und nicht dem spontanen Willen eines körperlosen allmächtigen Weltenschöpfers zwecks Einlösung einer Bündnisverpflichtung gegenüber dem auserwählten Volk."

Derartige nahe liegende Aussagen sind nach der Denkvorschrift "erst das Gegenteil widerlegen" zunächst einmal so lange anzuzweifeln, bis die allgegenwärtige Geschichtslenkung des allmächtigen Geistes widerlegt ist. Und so geht eben Religion, ob hierzulande als "religiös gebräuchlich" (wie z.B. George Bush II: "Den Irak-Krieg befahl mir Gott persönlich!" oder der röm.-kath. amerikanische Kardinal Spellman mit seinem Aufruf "Soldaten Gottes nach Vietnam!") oder (ganz im Stil der Kreuzritter oder des menschenverachtenden Feldherrn Moses, wie z.B. die Kämpfer des Islamischen Staates mit ihren "Allahu Akbar"-Rufen) als "religiös missbräuchlich" anerkannt.

Nach der Methode gilt natürlich auch die leibhaftige Auferstehung zur Sonnwende als wahr. Und so wünsche ich allen gläubigen und ungläubigen Usern hier ein frohes Osterfest, auch denen, die traditionsbewusst Ostereier anmalen, ohne selbst ehrlich an den Osterhasen zu glauben.

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Ich verstehe jetzt nicht ganz, was du mit dieser Frage meinst. Kann es sein, dass ein Teil deiner Frage hier fehlt?

In der Wissenschaft werden Theorien in der Regel so behandelt:

Wenn ein Forscher z.B. ein neues Medikament erforscht, dann geht er als Hypothese (Theorie) davon aus, dass das Medikament eine Krankheit oder ein Symptom verbessert. Gleichzeitig mit der eigentlichen Hypothese wird aber auch die sogenannte Nullhypothese gestellt, die besagt, dass das Medikament keine nachweisbare Wirkung hat.

Wird jetzt eine Studie zu diesem Medikament durchgeführt und es zeigt sich tatsächlich eine Wirkung, dann wird die Nullhypothese verworfen und die Hypothese wird als richtig angenommen.

Dabei ist wichtig, dass in der Wissenschaft eine Hypothese in der Regel nie direkt als bewiesen (validiert) gilt. Das bedeutet, dass eine Hypothese nur solange als wahr angenommen wird, bis die Nullhypothese bestätigt wird.

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Lennartonken 25.03.2016, 14:37

Ja so meinte ich das :D Danke :)

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Eine wissenschaftliche Behauptung ist zunächst eine Hypothese, sie wird durch weiteren Untersuchungen entweder verifiziert, für gültig befunden und wird damit zur Theorie oder sie wird durch Falsifikation als falsch verworfen. 

Schau unter den Stichwörtern, Verifizierung und Falsifikation bei Wiki nach.

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