Nach Wiedereingliedung (Brandverletzungen) in den Kochberuf habe ich große körperliche und geistige Beschwerden, was soll ich jetzt tun

... komplette Frage anzeigen

11 Antworten

Das klingt gar nicht gut...

Dass die Wiedereingliederung kein Kinderspiel ist, ist klar. Aber gleichzeitig darfst du dich nicht übernehmen, und bereits jetzt schon einen Vollzeitjob übernehmen zu müssen, nur weil die BG dich dazu drängt, gefährdet dein körperliches und seelisches Wohl ja offensichtlich.

Ich würde dir auch nur raten, zum Arzt zu gehen, ihm das zu erklären und fragen, ob er dir bescheinigen kann, dass du deinen Beruf nicht als Vollzeitkraft ausüben kannst. Dann kann die BG auch nicht mehr viel machen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was? Da stimmt was nicht! Wenn du 50 GdB auf Grund dieses Unfall hattest, dann hast du auch Anspruch auf 50 MdE!!!!!! Das sind die gleichen Tabellen. Außerdem hast du Anspruch auf Erwerbsminderungsrente ( Also wird natürlich überprüft aber Grundsätzlich schon). Den Antrag kannst du zusätzlich stelllen. Ich beziehe beides : halbe Erwerbsminderungsrente und 50% MdE Rente, somit habe ich eine ganze Menge Geld und brauche nur halbtags zu arbeiten!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo,

hast du Einspruch eingelegt, hilft dir ein Anwalt, der auf Patientenrecht spezialisiert ist ?

Laß dich vorübergehend krank schreiben. Wenn noch kein Gutachten gemacht worden ist, ist eines vonnöten, aber du müßtest ihn wahrscheinlich selber bezahlen, und dann könnte es vielleicht nicht mal annerkannt werden.

Auf jeden Fall müßte das Gutachten von einem vereidigten, bei Gericht zugelassenen Gutachter, erstellt werden...

Alles Gute, Emmy

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Headfire
10.11.2016, 14:39

ja habe widerspruch eingelegt und die bg darauf aufmerksam gemacht das es nicht nur körperliche schäden gibt sondern auch seelische und die sind nicht zu unterschätzen, die bg hatte sich gemeldet und stellt mir jetzt ein psychisches Gutachten in Aussicht aber das dauert alles ewig...und mein fall wird aktuell nochmal geprüft

0

Wie bitte? Da gehe mal ganz schnell zum Anwalt! 20 % MdE? Das bekommt man ja schon mit einen leichten Knieschaden zB. Denke da kannst du mindesten 80% bekommen ( dauerhaft) . Lass dir das blos nicht gefallen , insbesondere wenn es psychische Folgeschäden gibt, hast du echt echt gute Chancen!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Lange Rede kurzer Sinn:

eine Vollzeitwiedereingliederung gibt es nicht.

Bei einer Wiedereingliederung stellt der Arzt fest wie viele Stunden du evtl tgl arbeiten könntest.

Das beginnt bei 2 Stunden tgl. und wird entsprechend des Heilungsprozesses stufenweise erhöht.Kommst du nach 6 Monaten damit immer noch niocht klar, so werden von der Krankenkasse untersuchungen durch den MDK beauftragt, die feststellen in wie weit du tatsächlich Erwerbsgemindert bist.

Sollte eine Erwerbsminderung  zutreffen,  so bleibt dir nichts anders über als deinen Arbeitsvertrag dementsprechend ab zu ändern und Leistungen beim Sozialamt, bzw. Erwerbsminderungsrente zu beantragen.

Auch wäre für dich evtl. ein Schwerbehinderteausweis sinnvoll.

Lese dazu einmal diesen Link:

http://www.betanet.de/betanet/soziales\_recht/Stufenweise-Wiedereingliederung-465.html


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Headfire
10.11.2016, 14:28

Hallo, es klang in der Ü-Schrift etwas komisch von mir, sorry. Bei mir wurde die eingliederung ganz normal gesteigert und das ging auch relativ gut, dann habe ich ein halbes jahr als koch 20h/Woche gearbeitet und das war ok. Eine Ausweis vom Versorgungsamt habe ich. gibt es ja bei 50%. Die BG stellt noch ein Gutachten in Aussicht was sich ausschließlich mit der Psyche auseinandersetzt, aber die mühlen mahlen langsam und ich muss ja auch irgendwie um die runden kommen. aber es ist ja schlimm das man nach einem so schweren unfall vor solche entscheidungen gestellt wird. ätzend. fakt ist ich will ja arbeiten und würde die bg eine mde zahlen hätte ich meinen job weiter machen können zu 20 h/woche

0

Also zuerst mal: Hut ab!! Dass du nach so einem Vorfall immer noch so viel Energie hast, dich um alles zu kümmern, ist wirklich keine Selbstverständlichkeit. Ich bewundere dich total und du kannst stolz auf dich sein! 

Auch wenn es schwierig ist, aber spiel mit offenen Karten. Informiere deine Arbeitskollegen über deine Vergangenheit. Nur schon die Gewissheit, dass alle Bescheid wissen, wird dir das Leben sehr erleichtern.

Dir muss aber auch bewusst sein, dass du dich zu nichts zwingen musst. Klar haben wir alle unsere Pflichten im Leben, aber man muss sich deswegen nicht kaputt machen. Hast du dir mal überlegt, dich umschulen zu lassen? Kochen ist deine Leidenschaft, aber vielleicht könnte es auch ganz interessant sein, wenn du einen ähnlichen Beruf ausübst, der im Moment besser zu deiner Situation passt? Anbei mal ein Link von einer anderen Frage mit ein paar Ideen: https://www.gutefrage.net/frage/alternativen-zum-beruf-koch

Aber wie gesagt, weiter so! Sieh das nicht als Rückschlag, sondern als Wegweiser in eine andere Richtung.. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Headfire
10.11.2016, 14:46

hallo, danke für deinen kommentar....und ich bin koch aus leidenschaft und mache es auch immer noch sehr gern, nur muss ich mir gerade dieser tage eingestehen das das große und ganze einfach zu viel für mich ist....die verbrennungswunden erstrecken sich über beide arme, rechte hand...der rechte arm hat wegen der narbenbildung eine bewegungseinschränkung und massiv über beide beine, ich trage noch kompressionsbekleidung!!! ich kann quasi nicht lange sitzen, nicht lange stehen, nicht lange laufen, also der perfekte job ist definitiv kein koch, haha.

und natürlich habe ich über eine nachschulung nachgedacht aber ich wollte nicht kampflos meine liebe kochen aufgeben

0

was meinst du denn mit Wiedereingliederung? so wie du deinen Fall schilderst machst du aktuell keine Wiedereingliederung. und wenn, dann gäbe es die aus einer Arbeitsunfähigkeit heraus. aktuell bist du aber arbeitsfähig geschrieben.

inwieweit ist deine Erschöpfung denn auf deinen Unfall zurückzuführen? oder bist du einfach erschöpft, weil du es aufgrund der langen Krankheitszeit nicht mehr gewöhnt bist?

du solltest auf jeden Fall einen BG-Arzt aufsuchen. für eine Wiedereingliederung ist es aber meines Erachtens zu spät. das hättest du vor Aufnahme eine Beschäftigung einleiten müssen.

zudem kann ein Arbeitgeber eine Wiedereingliederung auch ablehnen. er ist nicht dazu verpflichtet, dass du akzeptieren.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Headfire
10.11.2016, 14:33

hallo, die frage ist etwas dumm geschrieben von mir, werde sie gleich nochmal anders formulieren, eine eingliedeung wurde erfolgreich gemacht und quasi bin ich gesund, nur bin ich jetzt an einem punkt wo ich mich körperlich nicht mehr zurecht finde.....die verletzte Narbengewebe spannt und schmerzt höllisch, dazu der geistrige druck dir nix anmerken zu lassen und stark zu wirken um keinen eine angriffsfläche zu geben...es ist die hölle und das hat nix mit der umstellung in den job zu tun....

0

Einem Sozialverband (SoVD oder VDK) beitreten. Antrag auf Erwerbsminderung einreichen, denn arbeiten geht so eigentlich nicht mehr.Der Sozialverband hilft auch bei Auseinandersetzungen mit der BG. Auch wenn Du arbeiten willst, ist es ratsam, eine Rente zu beziehen. Denn wollen und können sind zwei paar Schuhe ...

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Zur Minderung der Erwerbstätigkeit bei Verbrennungen ist der
Begutachtungsbogen Brandverletzter nach  Bruck heranzuziehen.

LSG Baden-Württemberg Urteil L9U 4063/12 vom 08 April 2014

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo Headfire,

Sie schreiben unter anderem:

Nach Wiedereingliedung (Brandverletzungen) in den Kochberuf habe ich große körperliche und geistige Beschwerden, was soll ich jetzt tun

Antwort:

Auseinandersetzungen mit der Berufsgenossenschaft ohne einen sehr versierten und sehr kompetenten Rechtsbeistand laufen in der Regel gegen die Wand!

Da die meisten Verfahren auf Basis vorhandener Akten beschieden und entschieden werden, kommen Sie ohne eine aktualisierte- und optimierte eigene Krankenakte auf keinen grünen Zweig!

Da bei Ihnen ein Arbeitsunfall vorliegt, geht es einerseits darum, einen möglichst hohen MDE gegenüber der BG herauszuholen und andererseits darum, eine volle Erwerbsminderungsrente bei der DRV durchzusetzen!

http://www.unfallrente.net/unfallrente-berufsgenossenschaft-bg.html

http://www.vdk.de/deutschland/pages/presse/vdk-zeitung/66272/so_hilft_der_vdk_vdk-mitglied_aus_nrw_setzt_unfallrente_durch

http://www.ra-buechner.de/fachbereiche/gesetzliche-unfallversicherung.html

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publicationFile/49858/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.pdf

http://www.vdk.de/deutschland/pages/themen/behinderung/9196/der_schwerbehindertenausweis

http://www.erwerbsminderungsrente.biz/ihre-hausaufgaben/fruehrente-beantragen-und-der-rote-faden/

https://www.youtube.com/user/hubkon

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Headfire
10.11.2016, 20:55

Danke für Ihren ausführlichen Kommentar, ich habe einen Widerspruch eingelgt bei der BG, dieser wird nun Geprüft und mir wurde ein psychisches Gutachten angeboten welches ich gefordet habe, da ich mich falsch verstanden fühle und falsch bewertet, ich bin immer meiner Bringpflicht nachgekommen und habe alles versucht in meinem alten beruf zurückzukehren aber ich muss dem wohl tribut zollen und kann so nicht weiter machen da mich der job kaputt macht. Die schmerzen sind zu stark und da ich noch über 30 jahre arbeiten muss und das narbengewebe nicht besser wird im gegenteil muss jetzt eine entscheidung her.

0

Kannst du keines anderes arbeiten, was weniger stressig wäre?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?