Eine Trauer mit Drogen und Alkohol Unterdrücken ist das Hilfreich?

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8 Antworten

Hallo Manuela1555,

leider schreibst du nichts zu deinem Verlust, der die Trauer ausgelöst hat. Ich gehe daher vom Tod eines nahen Verwandten aus.

Trauer ist die Reaktion der Seele auf einen Verlust, den man nicht, oder noch nicht akzeptieren kann. Manchmal fühlt man sich von der Person, die verstorben ist sogar regelrecht verraten. "Warum hast du mich jetzt hier alleine gelassen?"
Je grösser das Gefühl ist, dass die verstorbene Person dich einfach alleine gelassen hat, je grösser ist die Arbeit, mit diesen Gefühlen fertig zu werden.

Trauergefühle zu verarbeiten nennt man Trauerarbeit.
Arbeit deshalb, weil es wirklich harte Arbeit an einem selbst ist. Das Leben muss nun ohne die geliebte Person neu organiesiert werden. Vieles ändert sich, nichts scheint derzeit noch irgendwie leicht erreichbar zu sein.

Wie in jeder Therapie, kann man Trauerarbeit nicht mit Drogen oder Alkohol "unterstützend" bearbeiten. Eine erfolgsbringende Psychotherapie gelingt eigentlich erst, wenn der Betroffene frei von allen Beruhigungsmitteln/Psychopharmaka (Drogen/Alkohol) ist. Andernfalls kann man immer nur die Oberfläche des Problems ankratzen und kommt niemals in die Tiefe.

Noch mal zur Trauer ansich:
Früher dauerte die von der traditionellen Gesellschaft verordnete Trauerzeit bei Verwandten 6 Wochen bis 100 Tage. Man trug schwarze Trauerkleidung, oder besser: Frauen trugen in dieser Zeit als sichtbares Zeichen ihrer Trauer SCHWARZ. So war es für alle Leute ersichtlich, dass diese Person gerade in einem aussergewöhnlichem Gemütszustand lebte. In den Sozialen Gemeinschaften wurde diese Person dann auch besonders betreut. Das gehörte sich eben so. Noch heute gibt es eher ländlichen, traditionsverbundenen Gegenden den Brauch, dass Kinder nach dem Tod eines Elternteils nicht vor Ablauf des TRAUERJAHRES heiraten sollten. Man ging einfach davon aus, dass echte Trauer ein Jahr braucht, bis dass die Seele wieder offen für etwas Anderes ist.

Wenn ich mit Menschen Trauerarbeit mache, sehe ich eigentlich immer, dass die Trauer ein gutes Jahr braucht, bis sie halbwegs verarbeitet ist. Heute trägt niemand mehr so lange schwarze Kleidung/Kopfbedeckung (bei Frauen), schwarze Armbinde bei Männern.
So wird Melancholie und "seltsames Verhalten" von fremden Menschen oft als "odd" abgetan, obwohl Trauer der Grund für Konzentrationsschwäche, Launenhaftigkeit und abnormales Verhalten ist.

Wenn dir deine Trauer sehr zuschaffen macht, dann wende dich an deine Gemeinde/Stadt. Es gibt mittlerweile überall Trauergruppen, wo man in Gemeinschaft dieses schlimme Gefühl aufarbeiten kann und man ganz nebenbei Menschen trifft, die einem für den Rest des Lebens eine echte Hilfe sein können.

Wenn du gläubig bist, hilft dir auch deine Kirchengemeinde. Auch dort gibt es Leute, die in Einzelgesprächen dir bei der Bewältigung der Trauer helfen.

Im Zweifelsfall ist der Hausarzt der nächste Ansprechpartner. Er wird dir helfen, entweder einen Psychotherapeuten zu finden, oder er gibt dir Adressen, die die helen können. Z.B. Arbeiterwohlfahrt, Caritas...
Medikamente/Drogen/Alkohol sind der absolut schlechteste Partner bei der Überwindung von Trauer.

Alles Gute für Dich,
di Colonna

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Ich kann davon nur abraten. Meinen Persönlich schwersten verlust habe ich in der ersten woche mit Diazepam und Alkohol etwas kompensiert das klappte soweit auch ganz gut allerdings ist man einfach nur emotionslos und leer. Es macht es nicht besser oder ungeschehen.

Hier ein kleines zitat das meiner Schwester gut gefiel:

Erinnern, das ist vielleicht die qualvollste Art des Vergessens und vielleicht die freundlichste Art der Linderung dieser Qual.

Erich Fried (1921-1988)

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Für Verkäufer von Drogen und Alkohol sehr.

Für den Konsumenten überhaupt nicht, irgendwann kommt das ganz böse Erwachen.

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Nein ist kontraproduktiv, da die gefühle dadurch (vorallem nachdem mans. Genommen hat) nur verstärkt werden

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Sobald der rausch nachlässt wird es gefühlt 100 mal schlimmer also nein lass es bitte!!!

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kommt auf den Trauergrund an, bei einem Goldhamster würde ich verneinen, bei einem grausamen Mord der Freunde und oder Verwandte betrifft, ist wegbeamen oft die einzige Chance den Selbstmord zu vermeiden...Drogen helfen dann bei der notwendigen Verdrängung...


Manches ist einfach dauerhaft nicht ertragbar

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Kommentar von DiColonna
02.02.2017, 02:05

Geht's noch????
Trauer darf nicht verdrängt werden. Sie ist real, der Verlust fühlbar und sichtbar. Da gibt's nichts zu verdrängen. Das muss leider mit klarem Kopf durchlebt und verarbeitet werden. Und es dauert seine Zeit.

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Nein.

Drogen und Alkohol lösen keine Probleme. Unterdrücken sie auch nicht. Schaffen stattdessen neue.

Lass die Finger davon.

Selbst wenn du einen Vollrausch erlebst - wodurch auch immer - sind die Probleme anschließend noch größer.

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Unterdrücken ist nie hilfreich, denn irgendwann kommt all das Unterdrückte wieder hoch -

Bewältigen ist besser-

hol dir professionelle Hilfe dazu

( gibt es als Trauerbegleitung - Infos kannst du bei Bestattern bekommen)

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