Eine Frau will statt mit 65 erst mit 67 Jahren in Rente gehen, wie kann sie das durchsetzen?

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1 Antwort

Vorweg:

Mit den einzelnen Bestimmungen, die im Öffentlichen Dienst (ÖD) herrschen, kenne ich mich nur eingeschränkt aus, weshalb zu meinen Ausagen bitte die jeweils gültigen Rechtsgrundlagen des ÖD herangezogen werden müssen, die in bestimmten Bereichen zum Teil erheblich von denen der freien Wirtschaft abweichen können. Deshalb gibt es auch Fachanwälte, die sich auf Verwaltungsrecht / Recht im ÖD spezialisiert haben.

Zur Frage:

Grundsätzlich ist es so, dass eine Rente (hier: eine Altersrente / Regelaltersrente) nur auf Antrag gewährt wird. In den meisten Fällen wollen die Mitarbeiter ja so früh wie möglich in Rente, legen dem Arbeitgeber den Rentenbescheid vor, und das Arbeitsverhältnis wird zum Tag "Rentenbeginn -1" beendet, sei es durch Kündigung einer der beiden Vertragsparteien, oder durch einen Aufhebungsvertrag.

Und da sind wir genau beim "Knackpunkt". Erfolgt keine Beendigung des Arbeitsverhältnisses, besteht es fort - egal, ob Rentenbezug oder nicht, egal ob eine tatsächliche Arbeitsleistung vorliegt oder nicht.

Die Beantwortung der Frage, ob das Arbeitsverhältnis (hier: mit tatsächlicher Arbeitsleistung) über die Regelaltersgrenze hinaus erfolgen kann, liegt in den vertraglichen bzw. tarifvertraglichen Vereinbarungen. In den meisten der vorgenannten Vereinbarungen ist eine Grenze eingezogen, dergestalt, dass das Arbeitsverhältnis zum Zeitpunkt des Erreichens der Regelaltersgrenze automatisch endet. Daher müssen hier die einschlägigen Vereinbarungen genauestens angeschaut werden!

Existiert in den Vereinbarungen keine Beendigungsklausel, bestünde das (ja ungekündigte) Arbeitsverhältnis fort, und man könnte den Arbeitnehmer nicht zwingen, Rente zu beantragen.

Bei weiteren Fragen bitte hier wieder melden!

Gruß @Nightstick

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