Eine Frage zur Statistik?

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1 Antwort

Das kommt in der Tat auf die Aufgabenstellung und Auswertung an.

Befinden sich in der statistischen Auswertung lediglich Fälle, bei denen es ein Zwischenfall gab entsteht dieses, entgegen der Intuition, beschriebene Ergebnis.

Bsp:  20 Vorfälle in der dunklen Gasse, 80 in der bel. Straße.

Daraus folgt das von 100 Vorfällen gerade mal nur 20 in der dunklen Gasse geschehen.

Werden jedoch alle Leute gezählt bei denen auch nichts passiert ist, könnte folgendes passieren.

Bsp: ( Auf einen Monat z.B.)

30 Leute wählen insg. die dunkle Gasse, bei 20 Leuten geschieht ein Vorfall.

300 Leute wählen die bel. Straße, bei 80 Leuten passiert etwas.

Im ersten Fall sind es nun 66,67% bei denen ein Vorfall geschieht.

Im zweiten sind es es gerade mal 26,67%

Jetzt sieht das Ergebnis schon ganz anders aus, weil ebenfalls die Personen in die Auswertung mit einfließen, bei denen nichts passiert ist.
Und von Natur aus gehen Menschen eher einen bel. Weg als die dunkle Gasse, weswegen in meinem Beispiel der große Unterschied an Menschen vorkommt.

Sämtliche Studien zu neuen Medikamenten funktionieren so.
Oftmals(nicht immer) ist es so, das Probanden, bei denen etwas passiert (z.B Medikamenteneinnahme muss abgebrochen werden), fliegen bei der Auswertung aus der Studie, was die Endauswertung besser aussehen lassen als sie tatsächlich sind.

Daher sind solchen "Statisken" mit Vorsicht  zu genießen. Es wird an den Stellen nicht unbedingt gelogen, aber je nachdem WIE ausgewertet wird, kann das Ergbnis in die ein oder andere Richtung verschoben werden.

LG

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Kommentar von HWSteinberg
04.03.2017, 16:39

Nur eine Anmerkung zu klinischen Studien, damit die hier nicht in einem schiefen Licht erscheinen:

Das gibt es heute wohl kaum noch, dass aufgrund solcher Auswertungsmethoden neue Medikamente in einem zu guten Licht dastehen. Im Gegenteil werden alle Anstrengungen unternommen, fehlende Daten (z.B. wegen Abbruch der Studie) so zu ersetzen, dass möglichst ungünstige, noch vernünftige, 'imputierte' Daten entstehen. Und zwar nach Vorgaben der Zulassungsbehörden in USA und Europa, die auch schon mall einen von der Pharmafirma vorgelegten Studienplan entsprechend ändern lassen.

Ich gebe allerdings zu, in Publikationen in Medizinzeitschriften werden tendenziell die günstigeren Ergebnisse präsentiert, aber die sind nicht für die Zulassung relevant


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