Eine Frage zur Bibel: Hat Mose den Midianiten ihren Gott geraubt?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Wie kann es sein

daß du die Aufzeichnungen von Mythen, Erzählungen und überlieferte Legenden vieler Autoren des AT so hinterfragst, als wären dies Tatsachenberichte ?
Daß mit den Schriften des AT im Reli-Unterricht die Schüler gequält wurden und diese als für das Christentum relevant hingestellt wurden macht deine Hinterfragung nicht intelligenter.
Tatsache ist, daß kaum ein Christ diese Schriften braucht und daran glaubt.
Tatsache ist, daß diese Schriften nichts für Christen, die Botschaft Jesu leisten.
Tatsache ist auch , daß kein Christ daran glauben muß.

Es ist völlig daneben, die Figuren des AT nach unseren heutigen moralischen Maßstäben auch noch bewerten zu wollen.

Dein ganze Hinterfragung ist für die Katz.

Das ist es was ich hören wollte !! Endlich mal ein wahres Wort !!!

Ich sehe - von wenigen Ausnahmen abgesehen- im alten Testament nur Heuchelei/Morde/Menschenverachtung/Verbrechen/Lügen. Zumal die Botschaft der meisten Erzählungen völlig schleierhaft ist. Denn was sollen wir aus dem Völkermord an den Midianitern denn lernen?

Auch ich bin der Meinung dass nur und ausschließlich die Evangelien wichtig für uns Christen sind!

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@dasistnett
Auch ich bin der Meinung dass nur und ausschließlich die Evangelien wichtig für uns Christen sind!

und natürlich die Briefe der Apostel.

Das AT enthält natürlich auch Weisheiten und moralische Lehren denen wir Christen zustimmen können. Auch manche Vorstellungen von Gott können wir bejahen.
Aber - wir brauchen das AT nicht. Die Botschaft Jesu ist vollständig und kann durch diese Schriften nicht verbessert werden. Die Einbeziehung der Schriften des AT, wie sie leider teils im Christentum praktiziert wird, bringt nur Irritationen und unzählige unqualifizierte Angriffe gegen das Christentum und tausende sinnlose Hinterfragungen - wie du es ja selbst gebracht hast.

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@Viktor1

Ich stimme dem zu. Sinnvoll ist die Geschichte Hiobs weil die Geschichte den Sinn von Krankheit erklärt. Glaubhaft ist für mich die Geschichte Noahs weil die Sintflut auch Gegenstand anderer Religionen ist. Glaubhaft für mich auch die Schöpfungsgeschichte in beschriebener Reihenfolge denn Quantenphysiker fanden heraus dass Ursprung des Universums und Beginn der Zeit die Entstehung von Licht war (.."es werde Licht"). Das meiste andere ist sinnfrei und grausam und menschenverachtend. Beispiel die beiden Töchter die ihren eigenen alten Vater vergewaltigten weil sie schwanger werden wollten (1 Mose 19, 31-35). Kein Wort in der Bibel dass dies eine Sünde ist. Denn schließlich gebaren die Töchter prächtige Söhne... Was ist denn bitte die Botschaft dieser Inzestsauerei? Wenn Frau keinen Mann hat darf Frau ruhig mal den eigenen Vater vergewaltigen???

Da ist so viel Heuchelei und Lüge. Mose halte ich für einen genialen Lügner dem es irgendwie gelang, sich zum Diktator eines Millionenvolkes aufzuschwingen. Und die Geschichte von der Bundeslade passt hinten und vorne nicht zusammen....

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@dasistnett
Auch ich bin der Meinung dass nur und ausschließlich die Evangelien wichtig für uns Christen sind!

Da sind sogar die Evangelien anderer Meinung ;-)

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@dasistnett

"Das ist es was ich hören wollte"

So sollte man an Themen, zu denen man Fragen hat, niemals herangehen.

Sonst sucht man keine Antworten, sondern Bestätigung der eigenen Vorurteile.

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@Anastasia65

Anastasia65 Du hast ja Recht. Bitte verstehe dass ich irritiert bin seit ich mich intensiv mit dem AT beschäftige. Denn was da angeblich Gottes Anordnungen sind lässt sich mit humanitären Werten nicht vereinbaren. Was hat das für einen Sinn wenn tausende unschuldiger Kinder erschlagen und tausende junge Frauen vergewaltigt werden?

Vor allem: was sollen wir daraus lernen? Aus den Geschichten soll man doch lernen oder?

Auch bin ich wütend dass sich alle Befragten in Frömmelei flüchten anstatt nach einer Erklärung zu suchen.

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@dasistnett
Das meiste andere ist sinnfrei und grausam und menschenverachtend.

nur wenn du im Hintergrund noch das "Wort Gottes" siehst.
Nimmst du diese Erzählungen aus der Sicht dieser Zeit, wie sie so auch in anderer Literatur präsent waren und eben nicht als Tatsachenberichte, dann ordnen diese Texte sich ein, dort wo sie hingehören.

Glaubhaft ist für mich die Geschichte Noahs... Glaubhaft für mich auch die Schöpfungsgeschichte

Genau dies geht nicht. Woran willst du diese selektierten Texte fest machen ?
Deine "Begründungen" dazu sind sehr mager, wenn nicht unsinnig.

Auch deine als glaubhaft betrachteten Texte sind "menschenverachtend" - aus unserer Sicht. Andererseits sind sehr viele der Texte des AT nicht sinnfrei. Sie wurden von den Autoren gestaltet um die Adressaten zu dem einen Gott zu führen (zwingen) und sich von fremden "Göttern" und deren Kult dazu zu lösen.
Auch die moralischen Ansprüche in diesen Texten sind nicht sinnfrei.

Also nochmals zusammenfassend:
Die Texte des AT haben mit der christlichen Botschaft nur bedingt zu tun - sie sind prinzipiell entbehrlich. Sie beinhalten Lehraussagen und moralische verwerfliche Handlungen, welche mit dem Christentum nicht vereinbar sind und mit dem "Wort Gottes" schon garnicht.
Sie beinhalten aber auch viele Aussagen, welche Christen bejahen können.
Alle "Sachaussagen" sind nur bei einigen Nuancen Fakt, ansonsten Mythen und Legenden. Sie können so oder so nicht Glaubensinhalt von Christen sein.

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@Viktor1

Vielen Dank Viktor1 !!! Das bringt mich einen Schritt weiter. Übrigens sagt auch Eugen Drewermann dass das AT falsch verstanden wird wenn man es nicht wie ein Märchen liest. Dessen Video habe ich mir heute angesehen:

https://www.youtube.com/watch?v=eb1r3KOnV38

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@dasistnett

Drewermann ist herausragend, aber auch sehr eigen in seinen Interpretationen. Er war letztes Jahr auch bei Worthaus zu Gast, seine Vorträge dort waren so gehaltvoll, ich hab sie mehrmals angehort. Vielleicht wäre deren Mediathek auch für dich interessant, denn sie versuchen sich christlichen Themen und biblischen Texten ohne frommes Geschwurbel zu nähern. zB dieser Vortrag über das Ereignis am brennenden Dornbusch oder dieser Vortrag über die Entstehung des AT.

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@dasistnett
sagt auch Eugen Drewermann dass das AT falsch verstanden wird wenn man es nicht wie ein Märchen liest.

Nun - der macht gern eitle spektakuläre Sprüche.
Tatsache ist, daß viele Autoren im AT sich redlich bemüht haben, den Willen Gottes zu ergründen und ihre "Erkenntnisse" - egal ob immer zutreffend oder nicht - eben schriftlich festgehalten und Gott teilweise in den Mund gelegt haben.
Ich - der ich das AT für Christen für (fast) völlig unverbindlich ansehe und die "Sachaussagen" meist für Mythen, Legenden oder Erzählungen, teile diese Aussage von Drewermann nicht.

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@BillyShears
Da sind sogar die Evangelien anderer Meinung ;-)

Das interessiert mich. Kannst Du mir bitte die Fundstelle nennen? Danke

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@BillyShears
... denn sie versuchen sich christlichen Themen und biblischen Texten ohne frommes Geschwurbel zu nähern. zB  dieser Vortra g über das Ereignis am brennenden Dornbusch oder  dieser Vortrag  über die Entstehung des AT.

Danke !!! Werde ich mir jetzt ansehen.

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@dasistnett
Das interessiert mich. Kannst Du mir bitte die Fundstelle nennen? Danke

Da fallen mir grad ein Joh 10,35; Lk 24,44f; Mt 22,29; Mk 7,13. Insgesamt ist den Evangelienschreibern anzumerken, dass ihnen das AT wichtig war. Besonders immer dann, wenn sie Worte oder Taten Jesu als Erfüllung von AT-Prophetien deuten. Diese Wertschätzung des AT ist bis heute erhalten. Und grob gesagt gilt auch heute noch: Ohne Kenntnis des AT verstehen wir Jesus kein Stück.

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@BillyShears
Ohne Kenntnis des AT verstehen wir Jesus kein Stück.

Das mag für dich zutreffen, nicht für Christen. Sag mir nur eine einzige relevante Aussage der Botschaft Jesu, welche durch Texte des AT verbessert werden könnten.

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@Viktor1
Sie können so oder so nicht Glaubensinhalt von Christen sein.

@Viktor1, Ok, aber weshalb nahm dann Jesus Bezug auf das AT? (Joh 5:46 "wenn ihr Moses glaubtet würdet ihr mir glauben denn jener schrieb über mich")

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@dasistnett
Ok, aber weshalb nahm dann Jesus Bezug auf das AT?

 45 Meint nicht, dass ich euch vor dem Vater verklagen werde; der euch verklagt, ist Mose, auf den ihr hofft. 46 Wenn ihr Mose glaubtet, so glaubtet ihr auch mir; denn er hat von mir geschrieben. 47 Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?

Wieso willst du diesen Text als Teil der Botschaft Jesu (für uns !) betrachten ? Wieso sollte er diese verbessern ?
Es ist doch offensichtlich, daß er sich mit den Juden, ihrer "Hoffnung auf Moses" (das bedeutet, daß sie in der Erfüllung der Gesetze ihr Heil suchten worüber Paulus sich breit ausgelassen hat) auseinander setzt.
Die Juden hatten selbstverständlich "das Gesetz und die Propheten". Mit ihrer Hoffnung und ihren Glauben an die Schrift, in welche diese involviert waren, mußte er sich selbstverständlich auseinander setzen.
Jesus hat (lies den ganzen zugeörigen Text) dem den Glauben an seine Botschaft entgegen gesetzt. (Joh.5,39-40)
Wir Christen haben und hatten diesen Glauben und diese Schrift nicht, sie berührt uns nicht. Jesus brauchte für uns diese Schrift nicht bemühen.
Nur wenn "Gläubige" wie du meinen, das AT zu etablieren, müßten wir uns damit auseinander setzen - warum wäre aber auch dann nicht ersichtlich.

Also - dieser Satz von Bill"Ohne Kenntnis des AT verstehen wir Jesus kein Stück." ist doch grausiger Blödsinn. Denke mal genau und ganz redlich darüber nach.
Beschäftige dich einfach mal mit der Heilsbotschaft Jesu wenn du überhaupt weit was das ist.

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@Viktor1
Sag mir nur eine einzige relevante Aussage der Botschaft Jesu, welche durch Texte des AT verbessert werden könnten.

zB das Bekenntnis des Petrus in Mk 8,29: "Du bist der Christus."

Der Christusglaube ist Kernelement der christlichen Botschaft, die Gläubigen wurden sogar danach benannt. Was ein 'Christus' überhaupt ist und was dieses Bekenntnis für eine Bedeutung hat, wissen wir nur durch Kenntnis des AT.

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@BillyShears
Was ein 'Christus' überhaupt ist und was dieses Bekenntnis für eine Bedeutung hat, wissen wir nur durch Kenntnis des AT.

So ein Quatsch. Eine Benennung ist keine Botschaft.
Außerdem hatten die Juden eine Messiaserwartung, welche so nicht erfüllt wurde.
Das was Jesus als "Messias" erfüllte steht im NT.

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@Viktor1
So ein Quatsch. Eine Benennung ist keine Botschaft.

Dass Jesus der Christus ist, ist eine der frühesten christlichen Botschaften überhaupt. Sie sind unter anderem Anlass dafür, dass die Schriften des NT überhaupt verfasst wurden (zB Joh 20,31). Und das ist die Botschaft, für die er ans Kreuz genagelt wurde (Mk 14,61f).

Außerdem hatten die Juden eine Messiaserwartung, welche  so nicht erfüllt wurde. 

Und woran machst Du das fest? Am AT? Lol..

Das was Jesus als "Messias" erfüllte steht im NT.

Richtig. In lauter AT-Zitaten und -Anspielungen. Deswegen: Ohne Kenntnis des AT verstehen wir Jesus kein Stück.

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@BillyShears
Richtig. In lauter AT-Zitaten und -Anspielungen...Ohne Kenntnis des AT

Nein. Denjenigen, welchen die frohe Botschaft (durch die Apostel) verkündet wurde und welche nicht aus dem Judentum kamen wußten weder um das AT noch den Messias.
Deine Festlegung und Selbstbeschränkung ist einfach Unsinn.
Die Botschaft Jesu beinhaltet den Heilsweg zum Reich Gottes welcher für Jeden nachvollziehbar ist und das AT nicht im Geringsten berührt - höchstens in dem Sinne, daß er sich von dem Heilsweg des AT abgrenzt, wozu man das AT aber nicht kennen muß.

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@Viktor1
Denjenigen, welchen die frohe Botschaft (durch die Apostel) verkündet wurde und welche nicht aus dem Judentum kamen wußten weder um das AT noch den Messias.

Deswegen haben sie es ihnen ausgelegt und erklärt. So wie Philippus dem Kämmerer von Äthiopien in Apg 8,26ff. Oder Petrus, der sich beim Hauptmann Kornelius auf das Zeugnis der Propheten beruft (Apg 10,43). Oder Paulus, der in Antiochia mit einem Zitat aus Jes 49,6 die Heiden erfreut (Apg 13,47f). Also da geht deine Rechnung so gar nicht auf.

Deine Festlegung und Selbstbeschränkung ist einfach Unsinn.

Es sind die Schriften des NT die so sind wie sie sind. Nur Du scheinst da eine persönliche Abneigung gegen das AT zu haben, aber das ist halt dein Bier.

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@BillyShears
Es sind die Schriften des NT die so sind wie sie sind

Na und, was willst du mit diesen Texten belegen ? Die Angesprochenen Nichtjuden kannten doch das AT nicht und die Botschaft Jesu hat nix mit diesen Textschnipseln zu tun.Außerdem wurden hier vor allem Juden angesprochen. Hast du den Überblick verloren ?

Z.Bsp. AG 10,43 ff
  43 Als aber die Synagogenversammlung sich aufgelöst hatte, folgten viele der Juden und der anbetenden[11] Proselyten dem Paulus und Barnabas,44 Während Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die das Wort hörten. 45 Und die Gläubigen aus der Beschneidung,

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@Viktor1
Na und, was willst du mit diesen Texten belegen ?

Dass das NT deiner Sichtweise widerspricht. Und das ist jetzt für jeden nachvollziehbar. Bis dann 🍺

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Midian war einer der Söhne, die Abraham von seiner Nebenfrau Ketura geboren wurden (1. Mose 25:1, 2, 4).

Den Nachkommen Midians (Midianiter) war daher der Gott Abrahams (JHWH / JAHWE / JEHOVA) sehr wohl bekannt. JHWH war schon Adam und Eva im Paradies bekannt. Er unterhielt sich mit ihnen (1. Mose 3:8).

Nach der Vertreibung aus dem Paradies begann man, den Namen Gottes in verächtlicher Weise anzurufen (1. Mose 4:26).

Allerdings kannte man noch nicht die Bedeutung des Namens JHWH. Die Bedeutung machte Gott in 2. Mose 3: 14 klar: „Da sagte Gott zu Moses: „‚Ich werde, was ich werden möchte“.

Und dann im Vers 15 wiederholte Gott seinen Namen:

“„Und Gott sprach weiter zu Mose: Also sollst du zu den Kindern Israel sagen: Jehova, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name in Ewigkeit, und das ist mein Gedächtnis von Geschlecht zu Geschlecht.“ (2. Mose‬ ‭3:15‬; ELB71‬‬)

https://www.bible.com/bible/58/exo.3.15.elb71

Moses selbst verbrachte etwa 40 Jahre im Land Midian. Dort heiratete er Zippora, eine der sieben Töchter Jethros, des Priesters von Midian.

Die Handlungsweise Jethros verrät eine große Achtung vor dem Gott, den Moses und Israel anbeteten. Als Jethro von Jehovas großem Sieg über die Ägypter erfuhr, begab er sich zu Moses an den Horeb. Als Moses seinem Schwiegervater von den rettenden Machttaten Jehovas erzählte, segnete Jethro Gott und sprach: „Nun erkenne ich wirklich, daß Jehova größer ist als alle anderen Götter.“ Danach brachte er dem wahren Gott Opfer dar (2. Mose 18:1-12). 

Hier nochmal aus der ELB71:

„Und Jethro sprach: Gepriesen sei Jehova, der euch errettet hat aus der Hand der Ägypter und aus der Hand des Pharao, der das Volk errettet hat unter der Hand der Ägypter hinweg! Nun weiß ich, daß Jehova größer ist als alle Götter; denn in der Sache, worin sie in Übermut handelten, war er über ihnen. Und Jethro, der Schwiegervater Moses, nahm ein Brandopfer und Schlachtopfer für Gott; und Aaron und alle Ältesten Israels kamen, um mit dem Schwiegervater Moses zu essen vor dem Angesicht Gottes.“ (2. Mose‬ ‭18:10-12‬)

Danke OhNobody dies sei unbestritten.

Mir geht es aber um Antworten meiner Fragen.

Kannst Du mir meine Fragen beantworten die da sind:

Wie kann das sein dass Gott die Midianiter hasst obwohl die gottesfürchtig waren?

Wie kann es sein dass Gott sich von den Midianitern abwendete und die Israeliten nunmehr "sein Volk" waren?

Hat Mose die Midianiten ihres Gottes beraubt?

Wie kann es sein dass Gott die Tötung aller Männer, aller alten Frauen und aller Kinder und die Vergewaltigung aller jungen Frauen befiehlt ?

Ist dies Gott der Barmherzige?

Kann es sein dass Gott dieses abartige Verbrechen niemals befohlen hat?

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@dasistnett

Der Link funktioniert erst, wenn Du zu Anfang statt des Leerzeichens einen Punkt einsetzt.

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@OhNobody

OhNobody, ich habe keine PN bekommen ?????????

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@OhNobody

OhNobody, Jetzt hat es geklappt !!!

Vielen Dank für das Kompliment und den Link zu Midian!!!

Das ist lehrreich und interessant zu lesen !!

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Nein geklaut hat Mose diesen Gott nicht. JHWH wurde aber geklaut. Er war ursprünglich ein Berggott, Vulkangott, Wettergott, Wüstengott, Kriegsgott und hatte eine Frau Namens Aschera. JHWH wurde von den Kanaanitern verehrt. Die Bibel lügt über die Herkunft der Kanaaniter. Die Kanaaniter sind sogar mit den Israels verwandt. Das lässt sich heute in der DNA und Sprache der Kanaaniter nachweisen. Also ist Gott in der Bibel aufjedenfall nicht ohne Sünde. Denn Lügen ist eine Sünde und er hat gelogen. Also hat Mose JHWH geklaut und auch andere Mythen von den Sumerern, Babyloniern, Ägyptern, Hinduisten usw. Einige Beispiele für Mythen in der Bibel: 10 Gebote, Schöpfungsgeschichte, Sintflut, Abraham, Buch Hiob und viele weitere Mythen.

LG

Damit ich Dich richtig verstehe: JHWH hatte eine Frau namens Aschera? Was ist das denn für ein Quatsch?????

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@dasistnett

Kein Quatsch, das ist Fakt. Schau dir mal den Link an, den BillyShears verlinkt hat.

LG

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Danke schon mal für jede ernst gemeinte Antwort ...

Ich werde es mal versuchen.

Der gesamte Tenor deines Textes lässt sich mit dem Begriff "Wahnvorstellungen" verbinden, den du mehrfach verwendest und der in der Bibel kein einziges Mal vorkommt. Wenn man sich mit der altorientalischen Kultur eingehender befasst, wird man gewöhnlich allmählich in die Lage versetzt, diese Texte in ihrem kulturellen Kontext zu verstehen und zu interpretieren. Mir stellt sich vor allem die Frage, wer hier unter Wahnvorstellungen wirklich leidet. Diese Frage solltest du dir auch mal stellen. Dann kannst du deine weiteren Fragen selbst beantworten. Ist ganz einfach, wie bei einem alten Sprichwort: "Jeder kehre erst vor seiner eigenen Tür!"

Danke für die Antwort. Ich denke Du hast die Problematik nicht erfasst.

Kannst Du denn meine Frage beantworten?

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@dasistnett

Das Problem ist der kausale Zusammenhang, von dem du ausgehst: Es passiert etwas, Moses hat eine Erscheinung (oder meinetwegen ein Wahnvorstellung, wie du es meinst), ihm wird ein Auftrag mitgeteilt, der "Feind" muss dran glauben und die Israeliten gehen als Sieger hervor.

Dieses Muster begegnet uns oft in der Bibel. Nur die Entstehung war häufig in die andere Richtung. Mit den Erzählgeschichten hatte man damals retrospektiv die eigenen Erlebnisse erklärt und interpretiert. Das heißt nicht, dass die Visionen ("Wahnvorstellungen") nicht am Anfang standen. Sie wurden aber aufgrund der folgenden Ereignisse in die Geschichte des Volkes Israel eingearbeitet und interpretiert. Da spielen auch Gottesvorstellungen eine Rolle, die aufgrund der weiteren Entwicklung heute nicht mehr so gesehen werden. Oder einfacher gesagt: Viele und ich meine, die meisten alttestamentlicher Geschichten sind Interpretationsgeschichten dessen, was sie damals erlebt haben. Bestimmte Taten oder Entwicklungen bekamen halt eine religiöse Begründung. Das heißt also nicht, dass Moses unbedingt so war, wie er dargestellt wurde. Das ist ein Vorgang, der ganz normal in der Geschichtsschreibung ist, bis heute, nur dass es heutzutage etwas "geschickter" gemacht wird.

Moses war also nicht nur der "freundliche" Führer der Israeliten. Aber er war auch nicht nur der "rücksichtslose" Wahnsinnige, der die Tötung von wer weiß wem angeordnet hat. Er war ein religiöser Politiker mit einem charismatischen Auftreten, mit positiven wie negativen Seiten, zumindest wahrscheinlich war es so. Von daher ist deine Sicht aus deiner Schulzeit sicher nur die eine Seite der Medaille. Aber Moses aufgrund der geschilderten religiösen Erlebnisse "Wahnvorstellungen" zu unterstellen, ist schon sehr gewagt, zumindest aus medizinischer Sicht.

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@wolfruprecht
  Aber Moses aufgrund der geschilderten religiösen Erlebnisse "Wahnvorstellungen" zu unterstellen, ist schon sehr gewagt, zumindest aus medizinischer Sicht.

Ich denke nicht dass die Unterstellung von Wahnvorstellungen gewagt ist. Gerade aus heutiger, medizinischer Sicht ist dies naheliegend. Ich erkläre das wie folgt:

Was sind Wahnvorstellungen? Das sind optische (z.B. brennender Dornenbusch) und akustische (Stimmen) Wahrnehmungen, die nur in der Fantasie aber nicht in der Realität existieren, vom Betroffenen aber für Realität gehalten werden.

Aus Sicht der Psychiatrie nennt man "Wahnvorstellungen" Psychosen. Patienten hören Stimmen von verstorbenen Verwandten, von Engeln, von Satan und von Gott. Manche Patienten schrauben die elektrischen Steckdosen von der Wand um zu schauen ob sich "der Sprecher" dahinter verbirgt. Manche Patienten sind verzweifelt und nehmen sich das Leben. Oft haben Psychosen einen religiösen Bezug.

Manche Stimmen befehlen Harmloses: "zieh Deinen besten Anzug an und gehe zur Bushaltestelle und verkünde das Evangelium".

Manche Stimmen befehlen Tragisches: "Dein Nachbar ist ein Dämon und Du bist auserwählt die Welt von diesem Dämon zu befreien. Geh nun und erfülle Deinen Auftrag!"

Das typische an Wahnvorstellungen ist, dass diese sich jeglicher Überprüfung entziehen und deshalb andere Menschen mit der bloßen Behauptung einer "Vision" manipuliert werden können.

Hat ein Mensch der an Psychosen leidet genug Macht, Autorität und Ausstrahlung, dann ist es ihm möglich Menschenmassen davon zu überzeugen dass seine Wahrnehmungen Botschaften beinhalten die für alle das Beste seien und deshalb zu befolgen sind.

Die Glaubhaftmachung eingebildeter "Erscheinungen und Stimmen" ist ein hervorragendes Mittel um absurde Befehle zu legitimieren. Beispielsweise die Ausrottung ganzer Völker aufgrund einer Vision.

Moses war also nicht nur der "freundliche" Führer der Israeliten. Aber er war auch nicht nur der "rücksichtslose" Wahnsinnige, der die Tötung von wer weiß wem angeordnet hat. Er war ein religiöser Politiker mit einem charismatischen Auftreten

Ich stimme dem zu. Mose muss ein Mann mit überzeugender, sehr starker Ausstrahlung gewesen sein. Denn irgendwie ist es ihm gelungen sich zum Diktator eines großen Volkes aufzuschwingen, das ihm dann hörig wurde. (600.000 erwachsene Männer. Kinder u. Frauen sind hierbei nicht eingerechnet, Ex 12, 37).

Viele und ich meine, die meisten alttestamentlicher Geschichten sind Interpretationsgeschichten dessen, was sie damals erlebt haben. Bestimmte Taten oder Entwicklungen bekamen halt eine religiöse Begründung. Das heißt also nicht, dass Moses unbedingt so war, wie er dargestellt wurde.

Das ist lehrreich, vielen Dank !!!

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@dasistnett
600.000 erwachsene Männer. Kinder u. Frauen sind hierbei nicht eingerechnet

Na ja, 6000.000 waren das ziemlich sicher nicht. Das sind "orientalische" Zahlen. Da kann man für die Realität schon mal 2 oder vielleicht gar 3 Nullen hinten wegnehmen. Das wussten die damals auch, aber es war üblich, gehörig zu übertreiben. Hätten die wahrheitsgemäß 60.000 oder 6.000 geschrieben, die Zuhörer hätten in Gedanken auch ein paar Nullen entfernt und hätten nur komisch geschaut. Zum Teil sind diese Übertreibungen heute noch in diesem Kulturkreis üblich.

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@wolfruprecht

So ist es. Das ist eben die Sprache des Orients und die Sprache des Altertums.

Ein uraltes orientalisches Liebesgedicht lautet so:

"... wenn sie lächelt dann scheint die Sonne 7 mal heller als gewöhnlich. Wenn sie lächelt dann werden Olivenbäume zu purem Gold".

Die Leser wussten damals natürlich dass Olivenbäume nicht zu Gold werden wenn eine schöne Frau lächelt. Aber die Botschaft war, dass diese Frau ganz besonders anmutig und schön ist.

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Von diesem Priester - seinem Schwiegervater- erfuhr Mose erstmalig von Gott. Die Midianiten waren gläubig und beteten Gott an.

Das geht aus den Texten nicht hervor. Im Gegenteil, kannten die Midianiter den Gott Israels wohl nicht. Denn in Ex 18 kommt der Priester und Schwiegervater Jitro zu Mose an den Berg Gottes und sagt: „Nun habe ich erkannt, dass JHWH größer ist als alle Götter“ (Ex 18,11).

Wie kann der Sex von Kosbi mit einem Israelit der Grund für die Vernichtung der Medianiten sein

Sowas sind meistens Legenden, die die Feindschaft zwischen zwei Völkern „erklären“ sollen (vgl. Noahs Fluch über Kanaan in Gen 9,25). In diesem Fall spielt wohl noch eine (indirekte) Kritik an Mose selbst eine Rolle, der ebenfalls mit einer Midianiterin verheiratet war. Eine Ausländerin zu heiraten war bei den Israeliten ab dem babylonischen Exil streng verboten und eine schwere Schandtat (vgl. 1Kön 11,1f).

wenn doch Israeliten und Midianiten sich schon lange vorher vermischten und in einem dritten Volk lebten, aus dem später die Araber hervorgingen?

Weiß jetzt nicht wo das herkommen könnte, laut biblischer Ahnentafel stammen die Araber von Ismael ab und die Midianiter von Midian, einem weiteren Sohn Abrahams und einem Halbbruder von Ismael und Isaak.

Wie kann es sein dass Gott die Tötung aller Männer, aller alten Frauen und aller Kinder und die Vergewaltigung aller jungen Frauen befiehlt ?

Wir reden hier von der Bronzezeit. Im polytheistischen Umfeld Palästinas war diese Art von Ruhmesrede über den eigenen Gott üblich, wenn er sich im Krieg mit anderen Völkern als stärker erwiesen hat als der Gott des jeweils besiegten Volkes. Vergleiche dazu die Mescha-Stele in den Zeilen 11-17.

Ist dies Gott der Barmherzige?
Kann es sein dass Gott dieses abartige Verbrechen  niemals befohlen hat und Mose dies nur aufgrund einer seiner Wahnvorstellungen behauptet?

Gerade das was Du Moses „Wahnvorstellung“ nennst, ist eine der wenigen Stellen der Exoduserzählung, die eine Barmherzigkeit Gottes beschreibt: „Gesehen habe ich das Elend meines Volkes in Ägypten, und sein Geschrei wegen seiner Antreiber habe ich gehört; ja, ich kenne seine Schmerzen.“ (Ex 3,7).

Vielen Dank !!! Sehr gut, das bringt mich weiter !!! Übrigens das mit der Vermischung der beiden Völker, aus dem das drittes Volk der Araber entstand habe ich in WIKIPEDIA unter "Midian" gefunden:

".... der Midianiter, die sich mit den Ismaelitern vermischten. Daraus seien die Araber hervorgegangen. Der ägyptische Historiker Al-Maqrīzī (1364–1442) hat dies schon im Mittelalter betont".

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