Eine Frage zum Zugewinn bei Scheidung: Wie wird eine geerbte Immobile bewertet, wenn sie während der Ehe verkauft wird?

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4 Antworten

Versucht es vorher friedlich zu lösen, welcher Zugewinn geteilt wird. Der Ehegatte kann bei der Scheidung verlangen, dass das während der Ehezeit !!neu!! hinzu erworbene Vermögen (der so genannte "Zugewinn") geteilt wird - es sei denn, die Eheleute hätten in einem Ehevertrag Gütertrennung vereinbart. Das Vermögen, welches mit eingebracht wird - z.B. aus dem Verkauf einer Immobilie wird nicht berücksichtigt. Das Prinzip des Zugewinnausgleichs ist eigentlich sehr einfach wenn man es so macht wie ich. Ich habe die ganze Immobilienfrage im Vorfeld der Scheidung von einem befreundeten Anwalt  ( http://ehe-scheidung-berlin.com ) in Form einer Mediation mit meiner Frau regeln lassen. Unsere gemeinsamen Häuser und der Zugewinn waren dadurch kein Streitthema - es fiel bei der Scheidung unter den Tisch - da im Vorfeld geklärt. Die Anwalts und Gerichtsgebühr bezog sich nur auf unser momentanes Einkommen.

Hallo, 

Die Erbschaften fallen in einer Zugewinngemeinschaft zu dem Anfangsvermögen und bleiben damit vom Zugewinn unberührt. Du hast anscheinend sowieso bereits vor Eheschließung geerbt. 

Bei der Zugewinngemeinschaft erwirbt der andere Ehegatte kein Miteigentum an den Dingen, die der andere Ehegatte mit in die Ehe einbringt. Es erfolgt aber ein Zugewinnausgleich.  Dazu wird bei beiden Ehegatten jeweils das Anfangs- und das Endvermögen berechnet. Das Anfangsvermögen ist das Vermögen, das jeder Ehegatte bei Eheschließung hat. Das Endvermögen ist das Vermögen, das jeder Ehegatte bei Zustellung des Scheidungsantrags hat. Der Ehegatte, der während der Ehe mehr Vermögen erlangt hat als der andere, muss 50 Prozent von dieser Differenz als Zugewinn zahlen muss.

Erbt ein Ehegatte eine Immobilie, veräußert diese  und erwirbt damit beispielsweise eine neue Immobilie, wird der Wert der "neuen" Immobilie wohl dem Endvermögen zugerechnet. Daraus kann dann gegebenenfalls eine Ausgleichspflicht erwachsen.

Hier findest du weiterführende Informationen zu dem Thema: https://www.online-scheidung-deutschland.de/scheidungsrecht/zugewinnausgleich

Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen. Viele Grüße

  

Das hängt von den Bestimmungen des Kaufvertages beim Verkauf der 1. Immobilie ab, bei der der Ehepartenr gemß § 1365 BGB seine Zustimmung zur darin getroffenen Regelung erteilt hat.

Der Zugewinn ist die Differenz zwischen Endvermögen und Anfangsvermögen. Welches Vermögen zwischendurch mal vorhanden war, spielt keine Rolle.

Jetzt ist die geerbte Immobilie nicht mehr vorhanden. D.h. sie wird beim Endvermögen nicht mitgerechnet. Zu Beginn der Ehe war sie aber bei dem einen Ehegatten vorhanden, d.h. sie wird bei diesem Ehegatten als Anfangsvermögen gewertet (mit dem damaligen Vermögenswert am Tag der Hochzeit). Per Saldo ist der Zugewinn bei diesem Ehegatten also entsprechend geringer.

Beispiel: hatte das ererbte Grundstück zum Tag der Hochzeit einen Wert von 150.000,- Euro und hat die halbe Immobilie, die der Ehegatte jetzt besitzt, einen Wert von 250.000,- Euro, so beträgt sein Zugewinn 100.000,- Euro. 

Hatte der andere Ehegatte kein Anfangsvermögen und ist auch jetzt ein weiteres Vermögen und keine weiteren Schulden vorhanden, so hat der andere Ehegatte einen Zugewinn von 250.000,- Euro (= Wert der halben Immobilie). Der andere Ehegatte muss dann also an den erste Ehegatten einen Zugewinnausgleich von 75.000,- Euro leisten. An den Eigentumsverhältnissen ändert sich dadurch nichts. 

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