Eine frage zu praktische Philosophie

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1 Antwort

Die einzelnen Modelle umfassen unterschiedlich weite Bereiche der Natur in der Hinsicht, welche Dinge einen moralischen Status haben (eigenständige Träger moralischer Rechte und Pflichten sind) und denen damit ein Eigenwert zugesprochen wird. Welche Bereiche dies jeweils sind, wird im Grunde schon mit der Aussage deutlich, wer Schutz verdient. Nur können auch noch weitere Bereiche der Natur für schützenswert erklärt werden, aber nicht als Inhaber eines moralischen Status und nicht ethisch um ihrer selbst willen, sondern um anderer Wesen willen, denen ein moralischen Status zugesprochen wird. So können Tiere und Pflanzen oder eine Naturlandschaft unter Schutz gestellt werden, weil es ein Interesse von Menschen daran gibt und sie für diese wertvoll ist.

zu verwendeten Fremdwörtern (Fremdwörterbücher könne helfen):

zentrisch: Adjektivableitung von Zentrum; griechisch κέντρον = Stachel(stab), Spitze, Mittelpunkt; lateinisch: centrum = der eingehakte feste Schenkel des Zirkels, um den sich der andere herumdreht, Mittelpunkt, Kern

anthropo-: griechisch ἄνθρωπος = Mensch

patho-: griechisch πάθος = Leiden, Gemütsbewegung, Leidenschaft, Affekt

bio-: griechisch βίος = Leben

physio-: griechisch φύσις = Natur

hol(i)-: griechisch ὅλος = ganz

Es gibt verschiedene Typen von Umweltethiken, bei denen der Kreis von Dingen zunimmt, denen ein Eigenwert zugesprochen wird:

a) anthropozentrisches Modell (nur der Mensch steht im Mittelpunkt): Nur Menschen haben einen moralischen Status

b) pathozentrisches Modell (alle Lebewesen, die empfindungsfähig sind, leiden können, werden berücksichtigt): Nicht nur ausschließlich Menschen, sondern viele Tiere haben einen moralischen Status.

c) biozentrisches Modell (alles Lebendige wird berücksichtigt): Alle Lebewesen, sowohl Tiere als auch Pflanzen haben einen moralischen Status.

d) physiozentrisches Modell: Alle Wesen der Natur, sowohl der belebten als auch der unbelebten, haben einen moralistischen Status. In einer starken Spielart des physiozentrisches Modell, dem holistischen bzw. holizentrischen Modell (die ganze Natur wird berücksichtigt), haben nicht nur alle unterscheidbare Entitäten (Wesenheiten) der Natur einen moralischen Status, sondern die Natur als Ganzes.

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