Eine Frage zu Keyboards, Digitalpianos usw....

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2 Antworten

Keyboard (Tastenbrett) wird im Grunde für alle transportablen Geräte verwendet, deshalb wird das ständig verwechselt. Das äußert sich darin, dass Leute z.B. sagen: "Oh guck mal, da spielt auch einer Keyboard!", dabei steht dick "Yamaha Motif" dran und das ist eben eine Synthesizer-Workstation. Das normale Keyboard von zuhause mit Rythmen usw. nennt sich eigentlich Homekeyboard, die Steigerung wäre das Entertainment-Keyboard des professionellen Alleinunterhalters, z.B. das Yamaha Tyros. Du hast da 61 Tasten, das ist Standart beim Homekeyboard, leichtgewichtet, du hast diverse Rhythmen und Klänge zur Verfügung, alle abrufbar über bestimmte Zahlenkombinationen. Und nicht zu vergessen: 2 Lautsprecher.

Viele verwechseln Homekeyboard mit Synthesizer. Mit einem Synthi kannst du Klänge selbst programmieren, verändern usw. Das kann alles digital oder analog oder beides (siehe Roland Jupiter) geregelt werden. Im Unterschied zum Homekeyboard hast du keine Lautsprecher, man benötigt Verstärker. Und du hast keine Rhythmen zur Verfügung, mit einem Synthi wäre es also von Vorteil, auch eine Band zu haben. Du kannst natürlich auch alleine Musik machen - Jan Hammer war z.B. ein Vertreter der Synthi-Pop Generation, oder Harold Faltermeyer. Eine Workstation ist auch ein Synthesizer, nur dass du da noch zusätzlich Sequenzer, Recorder, Effekte, Sounds sämtlicher Instrumente inklusive Drums etc. mit dabei hast, also eine ganze Palette für die Musikproduktion. Synthesizer & Workstations gibts auch in Klaviergröße.

Masterkeyboards haben keinen eigenen Klangerzeuger, damit kannst du andere Instrumente wie MIDI-Expander oder Synthesizer "ansteuern", oder eben mit einer Musiksoftware am Computer aufnehmen. Da viele dabei nicht viele Tasten brauchen, gibts die auch in ganz winzig (25 Tasten). Es soll auch schon Leute gegeben haben, die ein Homekeyboard wollten, sich aber ein Masterkeyboard gekauft haben. Tja - ich würde sagen, failed.

Was ein normales Klavier ist, ist ja klar. Die elektrische Variante wäre das Digitalpiano, das gibts einmal in "Klavieroptik" oder eben tragbar (Stagepiano). Da hast du, wie beim Klavier auch, 88 Tasten. Meist auch 10-20 Klänge, je teurer sie werden, hast du noch ein Metronom oder eben nochmehr Klänge. Manchmal sind Lautsprecher dabei, manchmal braucht man wie beim Synthi auch Verstärker. Da es als Klavierersatz dient, ist der Klaviersound auch wesentlich besser als bei Homekeyboards, das ja der Unterhaltung dient.

Zu deinem Piano: Hände weg. Skurrile Marke, äußerst billiger Preis. Wenn es gut verarbeitet ist und die Klänge vernünftig aufgenommen, kostet es mindestens 500€. Lies dir mal die negativen Kritiken durch, die stammen meist von Leuten mit etwas Ahnung.

Nachdem das Gerät an die Stromzufuhr gesteckt wurde fing es sofort an kräftig zu brummen. Das Geräusch war so ätzend, das es einem permanent in den Ohren hallt. Nachdem ich die Tasten ausprobierte viel mir sofort auf, dass eine der Tasten keinen Ton von sich gibt! Dann probierte ich die angeblichen 99 Klangfarben. Sie sind nicht nur schlecht, schratzen und sind unklar. Qualität ist was anderes. Nach den ersten 10 Klängen fangen diese an sich zu wiederholen. Immer und immer wieder, besser werden sie nicht.

Das ist für den Preis keine Seltenheit. Ich würde, wenn ich zu diesen speziellen Maken greife, sie immer antesten, bevor ich sie kaufe. Gegen Yamaha, Korg, Kurzweil oder Roland hat dieses Teil absolut keine Chance irgendwie mitzuhalten. Ich würde dir das Korg SP-170 empfehlen, das wäre das billigste, was mir einfällt (500€).

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Kommentar von Rezo1
14.10.2012, 18:53

Danke schonmal, sehr gute und hilfreiche Antwort. Mich würde nur nochmal interessieren wo eigentlich der Unterschied zwischen einem Klavier und einem Flügel ist, also mir ist natürlich was ein Flügel ist und ein Klavier aber wo ist der Unterschied, vom Klang etc. ? Und deine Empfehlung sieht ja im Grunde auch ganz gut aus, nur möchte ich am Anfang nicht gleich so viel ausgeben, da ich wirklich erst anfange und bis jetzt nichts kann ... nichtmal Noten lesen... verstehst du ja bestimmt das man erstmal mit was günstigem anfangen und rumprobieren möchte.

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Kommentar von Rezo1
14.10.2012, 18:56

Danke schonmal, sehr gute und hilfreiche Antwort. Mich würde nur nochmal interessieren wo eigentlich der Unterschied zwischen einem Klavier und einem Flügel ist, also mir ist natürlich was ein Flügel ist und ein Klavier aber wo ist der Unterschied, vom Klang etc. ? Und deine Empfehlung sieht ja im Grunde auch ganz gut aus, nur möchte ich am Anfang nicht gleich so viel ausgeben, da ich wirklich erst anfange und bis jetzt nichts kann ... nichtmal Noten lesen... verstehst du ja bestimmt das man erstmal mit was günstigem anfangen und rumprobieren möchte.

Oh, hab ausversehen 2 mal drauf gedrückt.

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Hier ein paar grundsätzliche Infos. Ein normales richtiges Klavier, ist ein akkustisches Instrument, bei dem, durch den Anschlag von Tasten im Inneren kleine Hämmerchen auf die gespannten Saiten schlagen und über den Resonanzboden und die Holzverkleidung den Klang abgeben. Das ist ein Instrument, das regelmässig gestimmt werden muss und weil es ziemlich schwer ist, auch der Transport einiges kostet. .... aber wer richtig Klavierspielen lernen will, braucht schon ein Klavier.

Bist du nicht sicher, ist am Anfang ein Miet-Klavier praktisch, das kannst du bei Gefallen später kaufen oder auch gegen ein besseres umtauschen, wenn du eines mit schönerem Klang findest. Es gibt auch gute gebrauchte KLaviere in den Musikgeschäften. Nur bitte keine Billig-KLaviere aus dem Osten nehmen, da ist die Qualität nicht von Dauer, die verstimmen sehr schnell und haben keinen Wiederverkaufswert.

... oder ein elektrisches Piano (E-Piano, Stagepiano ....) Das funktioniert mit Strom, kann "gewichtete" Tasten wie beim richtigen Klavier haben, damit man in etwa den Anschlag wie beim Klavier üben kann. Je nach Produkt gibt es sehr viele Zusatzfunktionen, verschiedene Instrumental-Töne (Klavier, Harfe, Orgel, Flöten, Gitarre, Schlagzeug, Trommeln...). Man kann die Lautstärke einstellen, ein Rhythmusprogramm zum Lernen oder wie eine Begleitband einsetzen. Du kannst immer auch mit Kopfhörer üben, was die Nachbarn nie stört. Das E-Piano hat viel weniger Gewicht und deshalb von einer Person leicht zu tragen. Weil es keine Saiten hat, kann es nicht verstimmen, ist im Kauf viel billiger und auch hier gibt es Mietpianos oder gute gebrauchte. Achte vor allem auf eine gute lautlose Tastatur, manche machen ein nervendes "Plastikgeräusch".

Ein Keyboard ist für ein anderes Musik-Konzept ausgerichtet. Da "arbeitet" die linke Hand vornehmlich als "Toningenieur" und holt per Computer die nötigen Begleitakkorde und Rhythmen. Und mit der rechten Hand spielst du die Melodie mit deinen jeweils ausgewählten Instrumenten durch Tastendrücken. So bekommst du Töne vom Saxophon, Gitarre, Flöte, Harfe, Klavier, Geigen usw. Allerdings lernst du damit nicht mit den richtigen Instrumenten spielen und ohne Strom geht nichts mehr.

Frag in deiner Musikschule oder deine zukünftigen Musiklehrer, welches Instrument für dich geeignet wäre. Lass dir Zeit beim Auswählen und schau die Verträge der Musikschule und bei Mietinstrumenten genau an. Es gibt auch unseriöse und überteuerte Anbieter.

Geh in ein verschiedene Musikhäuser und lass dir verschiedene Instrumente zeigen und vorspielen. Es kommt sehr auf den schönen Klang an, wenn man sich entscheidet über Jahre ein richtiges Instrument mit ERfolg zu lernen. Viele billige Angebote haben klappernde Tasten! das nervt schnell. ...einfach ohne Ton ausprobieren ! dann lieber ein gutes, ev. gebrauchtes Teil oder in Miete nehmen. Es soll ja Spass machen, dann wird auch häufiger geübt.

mehr dazu z.B.: http://www.musikhaus-kupferschmid.ch/index.html

...und in meinen Klavier-Tipps und Ergänzungen >> autsch31<<

lieben Gruss mary

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