eine Frage über die Schweiz :(((((

...komplette Frage anzeigen

2 Antworten

hei:) also ich versuche es mal

Also: Die Schweiz kennt wie Deutschland die Aufteilung in Exekutive, Legislative und Judikative. Die Schweiz ist eine direkte Demokratie. Das heisst, dass die Schweizer Staatsbürger (die Ausländer in der Schweiz leider nicht) viel mehr Einfluss haben als die Menschen in anderen Ländern. Wenn ein Artikel in der Verfassung geändert werden soll, dann muss oder darf das Volk zuerst darüber abstimmen, ob es das überhaupt will. Jeder Schweizer darf vorschlagen, etwas in der Verfassung oder ein Gesetz zu ändern, und wenn er dafür 100000 Unterschriften gesammelt hat, stimmen alle Schweizer darüber ab. Klar soweit?

Die Schweiz hat ein Parlament, das aus zwei Kammern besteht (wie Amerika): Der Ständerat und der Nationalrat. Beide haben die gleiche Macht. Der Ständerat ist kleiner als der Nationalrat und vertritt die Kantone (Bundesländer). Jeder Kanton darf genau zwei Abgeordnete stellen. Mit diesem System wird sichergestellt, dass auch Kantone mit kleiner Bevölkerung einen gewissen Einfluss haben. Einleuchtend, oder?

Der Nationalrat ist viel grösser und besteht aus 200 Abgeordneten. Jeder Kanton hat proportional zur Wohnbevölkerung entsprechend viele Nationalräte. Ein Beispiel: Zürich hat am meisten Einwohner und darf 34 Nationalräte stellen, Bern ist kleiner und hat "nur" 26 Nationalräte und der Kanton Uri hat beispielsweise nur einen, weil er so klein ist.

Wie gesagt: National- und Ständerat haben gleich viel Einfluss. Wenn ein neues Gesetz verabschiedet wird, dann müssen beide Kammern zustimmen. Wenn eine Kammer die Änderung ablehnt, dann müssen sie die Vorlage abändern und das ganze geht zurück in den Nationalrat. Das ist wie ein Pingpongspiel. Hin und Her. Wenn beide zugestimmt haben, dann ist das Gesetz beschlossen.

In der Schweiz darf das Parlament aber nur Gesetze ändern oder erschaffen, die Verfassung ist faktisch tabu. Darüber muss nämlich die Bevölkerung abstimmen.

Der Bundesrat ist die Regierung und besteht aus sieben Mitgliedern, die direkt vom Parlament und nicht vom Volk gewählt werden. So gibt es keinen teuren zeitraubenden Wahlkampf und die Parlamentarier wissen selbst am besten, wer von ihnen ein guter Bundesrat wäre. Jeder Bundesrat ist Chef eines Departementes und einer davon (es wechselt jährlich) ist Bundespräsident. Dieser hat aber nicht mehr Macht als die anderen Bundesräte, sondern leitet nur die wöchentlichen Sitzungen und repräsentiert den Staat im Ausland. In der Schweiz gibt es kein Koalitionssystem. D.h., dass alle grossen Parteien im Bundesrat vertreten sind und nicht nur die wählerstärkste. So sind alle Meinungen vertreten und es gibt keine Opposition, die wichtige Dinge blockieren kann. Kompromiss heisst die Devise.

In der Schweiz gibt es viele Parteien. Die stärkste Partei ist die rechtspolulistische Schweizerische Volkspartei SVP mit gut einem Viertel Wähleranteil, danach kommt die Sozialdemokratische Partei mit einem Fünftel, die liberale Freisinnig-Demokratische Partei FDP und die liberale Mittepartei Christlichdemokratische Volkspartei CVP. Danach gibt es noch die Grünen und die Grünliberalen.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen :)

Wie viel musst du denn sagen?

Ich würde sagen, dass die Schweiz wie Deutschland eine Demokratie ist, nur noch demokratischer. Da wird nämlich nicht im Parlament abgestimmt, sondern die Schweizer dürfen selber entscheiden. Eine direkte Demokratie ist zwar umständlich, aber so kann das Volk sehr deutlich sagen, was genau es will und was nicht.

Was möchtest Du wissen?