Eine Frage über das Universum?

11 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Entfernungen können wir dank unserer Technik ziemlich genau berechnen. Dank unsere Teleskope können wir auch sehr weit schauen und geringstes Licht erkennen.
Bald kommen neue Modelle und dann können wir noch weiter schauen. Wir können tatsächlich so weit schauen, sehen die "Planeten" jedoch nur als kleine schwache Punkte.
Aufgrund der Ausdehnung kann man ebenfalls die Größe des Universums berechnen.

Na das nenn ich ne Antwort...Danke

0

React98,

Bald kommen neue Modelle und dann können wir noch weiter schauen.

Nein, die Größe des beobachtbaren Universums hat nur sehr wenig mit dem Stand der Technik zu tun.

Wir können tatsächlich so weit schauen, sehen die "Planeten" jedoch nur als kleine schwache Punkte.

Exoplaneten können wir im Moment gerade einmal in der milchstraße beobachten, in Milliarden von Lichtjahren entfernten Galaxien aber nicht.

Grüße

0

Wir können mit der neuen Technik noch weiter schauen und damit neue Sterne entdecken, somit das Beobachtbare zu erweitern.

0

Hallo bikersixtyone,

bei Infos, die man irgendwo aus dem Web zieht, muss man vorsichtig sein, richtig. In diesem Falle scheint mir aber, dass Deine Quelle der Blog von Florian Freistetter war?

http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2014/07/14/wie-gross-ist-das-universum/

Jedenfalls findet sich der von Dir zitierte Satz dort.

Florian ist Dr. der Astrophysik... und insofern für Fragen zum Universum immer eine gute Quelle.

Ganz ähnliche Angaben machen auch andere Physiker, z.B.

Fraser Caine

https://www.universetoday.com/119553/is-the-universe-finite-or-infinite/

oder minutephysics

https://youtube.com/watch?v=5NU2t5zlxQQ

Eigentlich erklärt das Florian im Text auch sehr schön:

Diese Größenangabe gilt nur für das beobachtbare Universum... also die Teile des Universums, aus denen und das Licht seit dem Urknall erreichen konnte. Der Urknall ist etwa 13,8 Milliarden Jahre her... intuitiv würde man also denken, dass das beobachtbare Universum 13,8 Milliarden Lichtjahre groß ist (also so was wie Alter mal pro Jahr zurückgelegter Entfernung).

Tatsächlich können wir aber sehr viel weiter entfernte Objekte sehen, weil sich diese Objekte seit dem Aussenden des Lichtes, das jetzt bei uns eintrifft, noch weiter von uns entfernt haben... Schuld daran, dass wir weiter als 13,8 Milliarden Lichtjahre blicken können, ist also die Ausdehnung des Universums.

Die Messwerte für Alter des Universums und die Ausdehnungsrate sind mittlerweile auch erfreulich genau bekannt. Wie jeder Messwert in der Physik aber natürlich auch nicht beliebig genau. Gewisse Fehlertoleranzen haben die Werte also, liegen aber sicher in der richtigen Größenordnung.

Die Aussage, dass das beobachtbare Universum endlich groß ist, sagt über das Universum als Ganzes aber GAR NICHTS aus... das sollte man sich klar machen. Wir wissen nicht, ob das Universum als Ganzes endlich oder unendlich groß ist, weil wir die Teile außerhalb des beobachtbaren Universums eben definitionsgemäß __nicht__ beobachten können. Anders als bei der Größe des beobachtbaren Teils des Universums, die recht gut bekannt ist, ist hier also keine Aussage möglich.

Grüße

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Diplom in Physik, Schwerpunkt Geo-/Astrophysik, FAU

Für das beobachtbare Universum stimmt das natürlich, aber niemand kann sicher sagen ob "dahinter" noch etwas kommt oder gar was das ggf wäre. Das ist jedenfalls das, was unsere Beobachtungen und Berechnungen aktuell besagen.

100%ig kann man das aber eben nicht sagen, theoretisch könnte es also durchaus noch weiter entfernte Galaxien etc geben (weil die Inflation stärker war als bisher angenommen oder so), die wir einfach noch nicht sehen können, weil das Licht noch nicht bei uns angekommen ist.

Könnte das sein das wir irgentwann was erfinden was noch schneller ist als Lichtgeschwindigkeit

0
@bikersixtyone

Nach aktuellem Stand der Physik nicht, nichts kann schneller als das Licht sein, auch die Lichtgeschwindigkeit selbst kann von keinem "Objekt" erreicht werden, das eine Masse hat.

Einzige Ausnahme wäre eben die kosmische Inflation des Universums an sich, die Raumzeit muss sich ganz am Anfang einmal sehr viel schneller ausgedehnt haben (sonst könnte es ja auch nicht zu so einem Durchmesser von 93 Milliarden Lichtjahren kommen, da das Universum ja erst ca 13,82 Milliarden Jahre alt ist).

0

Wie meine Kommentare zu deiner Bemerkung auf die Antwort https://www.gutefrage.net/frage/eine-frage-ueber-das-universum#answer-264704872 zeigen, gilt:

Die Grenze unseres Universums ist ein nur durch Menschen definierter Begriff. Genauer:

  • Philosophen sagen: (1) Unser Universum besteht aus allem, über das wir etwas wissen.
  • Physiker dagegen definieren: (2) Unser Universum besteht aus allem, dessen Bild uns eben jetzt erreichen kann.
  • Die sinnvollste Definition wäre: (3) Unser Universum besteht aus allem, über das wir etwas wissen oder wissen können.

Meist wird Definition (2) benutzt, und sie - zusammen mit unserem Wissen, dass der Urknall vor etwa 13,8 Milliarden Jahren stattfand - impliziert, dass die Grenze  unseres Universums aus all den Orten besteht, die derzeit 46,6 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt sind.

Im Prinzip durch Astronomen beobachtbar sind aber nur Objekte, die derzeit maximal 46,2 Mrd. Lichtjahre von uns entfernt sind. Das liegt daran, dass

  • alles, was wir sehen, sich uns grundsätzlich nur in einem schon vergangenen Zustand zeigt (weil Licht sich ja nur mit endlicher Geschwindigkeit ausbreitet)
  • und der Inhalt des Weltalls erst etwa 400 000 Jahre nach dem Urknall transparent wurde (erst ab da konnte Licht sich ungehindert ausbreiten).

Nach Definition (2) besteht unser Universum aus den Zuständen sämtlicher Objekte, deren Bild eben jetzt die Erde erreicht.

Der vielleicht interessanteste dieser Zustände ist der Zustand des Universums, wie es knapp 400 000 Jahre nach dem Urknall bestand. Ihn zeigt uns die 1965 durch Zufall entdeckte kosmische Hintergrundstrahlunghttps://www.weltderphysik.de/gebiet/astro/kosmologie/die-kosmische-hintergrundstrahlung/ .

Grenze unseres Universums im Sinne der Definition (2) ist genau dieser Zustand begrenzt auf die Lichtquellen, deren Strahlung die Erde eben jetzt erreicht, Welche dieser Lichtquellen heute noch existieren, können wir nicht wissen. Teil unseres Universums ist eben nur ihr Zustand vor etwa 46,2 Mrd. Jahren.

Von uns selbst abgesehen besteht unser Universum eben nur aus Wissen über einen schon vergangenen Zustand anderer Objekte. Wie alt er ist, hängt davon ab, wie weit die Stelle, an der er bestand, heute von uns entfernt ist.

Das derzeit wirklich beobachtbare Universum umfasst alles, dessen Bild moderne Instumente der Astronomen uns heute zugänglich machen können.

Noch vor 100 Jahren gehörte dazu nicht viel mehr als die Milchstraße und einige wenige Galaxien, die ihre Nachbarn sind.

Unser Beobachtungshorizont - die Grenze also, über die wir ganz prinzipiell nicht hinaus sehen können - dehnt sich mit Lichtgeschwindigkeit in alle Richtungen hin aus.

Die Erde nimmt in dieser Hinsicht aber keine Sonderstellung ein, denn jeder Punkt im All hat seinen eigenen kugelförmigen Horizont um sich herum. 

Bewohner einer Galaxie X etwa, die 8 Mrd. Lichtjahre von der Erde entfernt ist, können Teile des Weltalls einsehen, die wir nie werden beobachten können. Doch auch Objekte, die sie und wir sehen, werden sie und wir in unterschiedlichem Zustand sehen.

0

Unsere Milchstraße hat einen Durchmesser von etwa 150 Mio Lichtjahren. Wir Menschen (M) leben in einem ihrer äußeren Spiralarme. Nehmen wir jetzt also mal an, dass genau am anderen Ende der Milchstraße zeitgleich zu uns eine andere, ganz ähnliche Zivilisation (Z) intelligenter Lebewesen entstand, so gilt:

Obgleich ihr räumlicher Abstand von uns - ca. 140 Mio Lichtjahre - sehr klein ist verglichen mit dem Radius unseres Universums, ist es doch so, dass

  • weder unser Universum U(M) die Zivilisation Z enthält,
  • noch ihr Universum U(Z) uns enthält.

Das liegt einfach daran, dass U(Z) unsere Erde so enthält, wie sie vor 140 Mio Jahren war, und umgekehrt unser Universum den Planeten Z nur in einem Zustand enthält, wie er ebenfalls vor 140 Mio Jahren war.

Man sieht an diesem Beispiel sehr schön, dass Abstände im Weltraum nie einfach nur räumlicher Natur sind: Sie sind stets raumzeitlicher Natur. 

0

Das beobachtbare Universum ist nicht das Universum. Es ist ein Teil davon, der, von der Erde aus betrachtet, beobachtbar ist. Demnach würde diese Angabe wohl zutreffen. Zum Universum als großes Ganzes gibt es andere Theorien.

Was möchtest Du wissen?