Eine Frage an die Gehörlosen =)

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2 Antworten

Hi

Meine Muttersprache ist ganz klar die Deutschschweizer Gebärdensprache (DSGS). Zwar spreche und verstehe ich auch gut Schweizerdeutsch, Deutsch und weitere Sprachen (bin Übersetzerin), aber meine "Herzenssprache" ist halt die DSGS. In meiner Linguistischen Arbeit habe ich untersucht, was die Muttersprache von gehörlosen Kindern in hörenden Familien ist. Es ist praktisch durchgehend auch die Gebärdensprache und nicht die Sprache der Eltern. Somit kann grob gesagt werden, dass für Gehörlose die Gebärdensprache die innere oder natürliche Muttersprache ist, unabhängig vom familiären Umfeld. Das ist bei hörenden Kindern anders.

Mich würde es interessieren, was euer Lehrer zum Ursprung der Gebärdensprache zu sagen hatte. Kennt er denn die histolinguistischen Hintergründe unserer reichen Sprache?

Die Gebärdensprache ist die"Grundsprache" der Gehörlosen. Früher band man den Kindern die Hände fest, um sie zu zwingen, zu reden. Aber versuch einmal zu reden, wenn Du nicht weiß, wie sich das anhört, ja, wie das überhaupt geht. Mit Hilfe von Logopäden können zwar auch Gehörlose die Lautsprache lernen, vielen können Lippenlesen, das heißt, sie müssen ihr Gegenüber sehen, damit sie verstehen, was gesagt wird. Dazu gehört, dass gut artikuliert wird. Nachlässiges Sprechen erschwert das Verstehen. Untereinander ist die Gebärdensprache am einfachsten. Gehörlose können in (fast) allen Berufen erfolgreich arbeiten. Sie können nicht telefonieren. Aber im Zeitalter von SMS und Email können auch wir uns gut verständigen. Bei der Gebärdensprache gibt es eine eigene Grammatik. Es gibt die Deutsche Gebärdensprache (DGS), die im Norden etwas anders gebärdet wird als im Süden, Engländer, Amerikaner, Schweden, Franzosen - Gebärdensprache gibt es überall.

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