Einbau eines Kachelofens in einer Mietwohnung?

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15 Antworten

Wir sind 2008 in eine große Mietwohnung gezogen und haben mit Erlaubnis des Vermieters einen teuren Kachelofen (14.000,00) einbauen lassen.

Aus Erfahrung weiß ich als Vermieter, dass es leider nicht immer möglich ist, ein gutes Verhältnis auf Dauer aufrecht zu erhalten. Somit wäre ich äußerst zurück haltend, was die Erlaubnis zu so einem Einbau anbelangt. Zoff ist vorprogrammiert und bei Euch nun eingetreten.

da werden wir uns schon einig

Ist nichts wert.

€ 10.000,00 Ablöse.

Daraufhin erklärte er uns das er den Kachelofen nicht übernehmen möchte

Völlig logisch. Versucht es doch mal mit einer deutlich geringeren Summe, denn Eure Preisvorstellung ist viel zu hoch. Wo sind denn die anderen 16000 € reininvestiert worden? Sicher nicht nur in den Teppich.

Diese Abstandssumme sollten dann die Nachmieter übernehmen.

wollten alle gerne diese Wohnung haben; auch den Kachelofen - aber keiner hat das Geld uns auszuzahlen.

Es wird keine Nachmieter geben, die einen Kachelofen ablösen.

Im Grunde gibt es drei Arten von Mietern:

Solche, die so ein Ding keinesfalls in der Wohnung haben wollen und sich höchstens angewidert abwenden.

Solche, die vorgeben, dass ihnen das völlig egal ist.

Solche, die es als "nice to have" sehen, aber sich niemals raushängen lassen würde, wie toll doch so ein Ofen ist und was man dabei an Heizkosten sparen kann usw. usw.

Das bedeutet, dass die Zahl der in Frage kommenden Mietinteressenten, die bereit wären, deswegen sogar etwas mehr Miete zu zahlen, relativ gering ist. Somit hat ein Vermieter praktisch nichts davon.

in Schutt und Asche hauen.

Folge: Klage auf Schadensersatz durch den Vermieter und spätestens dabei werdet ihr erfahren, wieviel der Ofen noch wert war, denn vermutlich wird das durch einen gerichtlich bestellten Gutachter ermittelt.

Wo liegt da eigentlich der Sinn und Verstand eines Hausbesitzers?

Darin, teure Einbauten, die der Mieter bezahlt hat, möglichst kostengünstig zu bekommen.

Weiß jemand was rechtlich vielleicht machbar wäre?

Wenn der Vermieter nichts zahlt für den Ofen und auch nicht dessen Beseitigung verlangt - gleiches gilt für den Teppichboden - , könnte man auch ungerechtfertigte Bereicherung unterstellen und den Vermieter auf Ersatz für Eure "Hinterlassenschaft" verklagen.

Ein Richter oder Richterin wird Euch dann vorschlagen, Euch gütlich zu einigen. Falls es zu keiner Einigung kommt, wird er/sie ein Urteil sprechen. Nach der Rechtslage ist sowohl der Kachelofen, wie der Teppich fest mit dem Haus verbunden und somit Eigentum des Vermieters.

Es gibt somit zwei Möglichkeiten:

1. Das Gericht bestellt einen Gutachter, der feststellt, wieviel die Einbauten wert sind (Zeitwert) und verurteilt den Vermieter zur Zahlung eines Großteils dieses Betrags.

2. Das Gericht geht streng nach dem Gesetz vor und weist die Klage ab. Es sieht keine ungerechtfertigte Bereicherung, weil es an Euch liegt, den Teppich und den Ofen wieder zu entfernen.

Demnach könntest Du zwar was versuchen, aber die Aussichten sind ziemlich schlecht. Genaueres könnte Dir eine Rechtsanwalt im Rahmen einer umfassenden Beratung mitteilen.

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Rechtlich ist da nix machbar, es fehlen Unterlagen, die Absprachen belegen. Ihr habt investiert ohne Dieses. Der Vermieter kann auch den Rückbau wie bei Einzug verlangen. 

wenn ich den Text richtig lese, Link; gehört der Ofen bereits dem Vermieter: 

Im deutschen Recht gehen alle mit dem Gebäude oder Grundstück fest verbundenen Sachen „automatisch“ in das Eigentum des Grundstückeigentümers über ( § 94 BGB)

Ein Kaminofen ist nicht fest mit dem Gebäude verbunden. 

Ofen Einbau 2008, der unterliegt auch einem gewissen Verschleiss - schraubt eure Erwartungen runter - mind. auf die Hälfte

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Wo liegt da eigentlich der Sinn und Verstand eines Hausbesitzers?

Hauseigentümers.

Ich frage mich wo der Verstand eines Mieters liegt?

Man investiert doch nicht zigtausend Euro in eine Mietwohnung wenn man weiß das man wieder auszieht.

Weiß jemand was rechtlich vielleicht machbar wäre?

Rechtlich machbar ist das der Vermieter den Rückbau verlangen kann. Auch das entfernen des Teppichbodens kann er verlangen.

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Kommentar von ChristianLE
02.03.2017, 17:40

Man investiert doch nicht zigtausend Euro in eine Mietwohnung wenn man weiß das man wieder auszieht.

 

Oder ausziehen muss.

Das erinnert mich an einen Fall, bei dem der Mieter fast 50.000 € in die Renovierung eines Hauses gesteckt hat und anschließend die Eigenbedarfskündigung erhielt.

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Wo liegt da eigentlich der Sinn und Verstand eines Hausbesitzers?

 

Durch den Kachelofen entstehen höhere, bzw. zusätzliche Instandhaltungskosten und das Teil muss sicher auch gewartet werden. Zumindest die Instandhaltungskosten trägt der Vermieter.

Was passiert, wenn der Vermieter diesen Ofen an einen Nachmieter vermietet und er kaputt geht?

Dann hat der Mieter einen Anspruch auf Ersatz und der Vermieter die Kosten.

Ganz ehrlich: Solche Öfen sind Geschmackssache. Ich will so etwas in meiner Wohnung nicht haben.

Weiß jemand was rechtlich vielleicht machbar wäre?

 

Das hättet Ihr vorher schriftlich fixieren müssen, d.h. eine Kostenbeteiligung oder Übernahme durch den Vermieter. Das habt Ihr aber nicht getan.

Auf die Frage, was ist wenn wir mal ausziehen sagte er damals, da werden wir uns schon einig.

 

Die Aussage ist gar nichts wert, bzw. sagt nichts aus.

Insgesamt jedoch haben wir mindestens 30.000,00 in das Mietobjekt invenstiert.

 

Gehört zwar nicht zur Frage, aber warum macht man so etwas? Ich würde keinen Cent in eine Mietwohnung investieren, sofern ich diese Investition nicht in eine neue Wohnung übernehmen kann.

Das wäre so, als würde man einen Mietwagen für viel Geld tunen lassen.

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Kommentar von Ellen231252
02.03.2017, 18:35

Es gibt Menschen, die machen es sich auch in einer Mietwohnung gemütlich, da längerfristiges Wohnen geplant war und auch sonst ist alles ok und stimmig - bis auf den Lärm von oben. Ja leider. Und einen modern gebauten Kachelofen wirft man eigentlich nicht weg, weil er die Wärme bis zu 14 Stunden speichert und man sonst keine Heizkosten hat. Eine Rückzahlung der Heizkosten ist eigentlich gewährleistet.

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Sinn und Zweck? Um die 10.000€ Ablöse in 10 Jahren rein zu holen müsste die Miete um ca. 100€ erhöht werden, damit wird die Wohnung sehr wahrscheinlich für viele unattraktiv. Und von den niedrigeren Heizkosten hat der Vermieter gar nichts.

Mündliche Absprachen sind nett, aber leider haben viele Beteiligte später Amnesie, wie in eurem Fall auch.

Aber andersherum gefragt, wo liegt der Sinn und Zweck, dass ihr den Kaminofen zerstört? Ihr habt ihn freiwillig eingebaut, ihr zieht auf eigenen Wunsch aus.

Mein Bruder hat in seiner Mietwohnung nach Rücksprache mit der Wohnungsgesellschaft das Badezimmer komplett renoviert und 1A gestaltet, auf seine Kosten. Nach Abschluss der Arbeiten erhielt er eine Mieterhöhung, mit dem Hinweis auf gestiegenen Wohnwert! Das ist krass.

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Hallo.

Wir hatten zu Hause das Gleiche, sondern war mein Haus, von meinem Vater geerbt.

Mein jüngster Sohn der jetzt mit mir und Familie  im Haupthaus.

Ich in einer Einliegerwohnung ,verbunden mit dem Haupthaus.

Die wollten den Kachelofen der damals 28.000.-- DM gekostet hat auch nicht behalten.

Die haben den komplett auseinandergebaut, und verkauft, für etwa 40% des Neuwertes.

Das währe ja auch für euch eine Lösung. es war nur einmal in der Zeitung und es haben sich wohl 10 Familien gemeldet.

Da mein Sohn Fliesenleger gelernt hatte hat er alle Steine und die Demontage mit Fotos und durchnummeriert.
Er hat den Ofen an der neuen Stelle wieder aufgebaut. So lag der "Erlös"

Quasi über den Kaufpreis, wenn man die Arbeitskosten nicht rechnet.

Ich konnte mich eigentlich nicht davon Trennen, das beim Notar nicht berücksichtigt war, sagte er mir später, da hättest du sowie so nichts machen können, da alles was im Hause fest verbaut ist zum Objekt gehört.

Wen ihr Handwerklich geschickt seit oder mit abbauen verkauft wäre das eine Lösung.
Last euch das aber vom Vermieter schriftlich geben, da durch den Einbau des Recht verwirkt habt.

Mit freundlichem  Gruß

Bley 1914

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Der Sinn und Verstand liegt in der Tatsache begründet, dass niemand Ihre horrenden Preisvorstellungen erfüllen kann oder will.

Sie wären folglich zur Vermeidung von Rückbaukosten und der Wiederherstellung des Ursprungszustandes der Wohnung gut beraten, kleine bis gar keine Preise auszuloben!

Letzlich sind ausschließlich Sie alleine  die Gekniffenen!

Das weiß Ihr Vermietercleverle ganz genau!

Ihr Verschulden am eigenen Dilemma liegt in der fehlenden vorherigen schriftlichen Vereinbarung über den Verbleib von Einbauten und den Konditionen für den Fall des Auszugs begründet.

Sie suchen nun die Schuld dafür beim falschen Ansprechpartner.

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Kommentar von Ellen231252
02.03.2017, 18:40

Ich suche keine Schuld - eher Verständnis. Wir wussten damals ja nicht das dieses Haus so hellhörig ist. Es ist eine Aufwertung für den Vermieter und nach uns könnte er schließlich mehr Miete einnehmen. So einen Kachelofen bekommt man nicht kaputt. 

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Wenn Ihr nicht dokumentieren könnt, dass etwas anderes vereinbart wurde, kann der Vermieter die Wiederherstellung des voherigen Zustands verlangen - bei Zerstörung des Kachelofens müsste dann wirklich rückgebaut werden.

Das wäre wahrscheinlich teurer, als ihn stehen zu lassen, auch wenn  man ihn nur ungern dem Vermieter "schenkt".

Deshalb empfiehlt sich, bei Festeinbauten und aufwendigen Renovierungen vorher und schriftlich zu vereinbaren, wie man diesen Mehrwert "abwohnen" kann und dass und wie die Kosten bei Auszug zu ersetzen sind.

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Ich kann Dir dazu nicht viel sagen, aber gebe mal den guten Rat -> wende Dich an den zuständigen Mieterschutzverein Deiner Region. Das kostet einen Beitrag im Jahr, glaube um die 40 Euro aber lohnt sich. 

Gerade bei so rechtlichen Sachen haben die da mehr Ahnung und kümmern sich auch. Ein Anwalt käme sehr viel teurer.

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Kommentar von ChristianLE
02.03.2017, 17:37

Für so eine lapidare Angelegenheit benötigt es keinen Mieterverein.

Gerade bei so rechtlichen Sachen haben die da mehr Ahnung

 

quod esset demonstrandum

Die fachliche Kompetenz einer Vielzahl dieser Vereine lässt stark zu wünschen übrig.

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nichts ist da rechtlich machbar

da ihr keine absprachen beweisen könnt, muss die wohnung wieder in den urzustand

also kachelofen nicht einfach kaputt machen, komplett entfernen und urzustand wieder herstellen

das ist die rechtslage

er will das nicht, weil 10.000€ eine verdammte menge holz sind, die du über die wohnwertsteigerung schwer wieder reinholst und es ist halt viel geld

bietet ihm vielleicht weniger an, vielleicht lässt er sich auf 1-3 T ein

besser als nix

so habt ihr auch noch kosten für die beseitigung

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Nun da ihr nichts schriftliches von Eurem Vermieter bezüglich des Ofens habt und selbst die mündliche Zusage "das man sich schon einigen würde" rein gar nichts aussagt werdet Ihr in diese Richtung gar nix machen können.

Man kann aber Kachelöfen zum Verkauf ausschreiben es ist durchaus Möglich diese rück zubauen und dann woanders einzusetzen.

Mein Vorschlag inseriert den Ofen und seht das Ihr noch etwas Geld raus schlagen könnt...

Und merkt Euch man investiert in ein Mietobjekt niemals so viel Geld, ohne die Sicherheit zumindest einen grossen Teil davon zurück zu bekommen!

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Kommentar von Ellen231252
02.03.2017, 18:50

Super Kommentar. Danke schön. Ich habe bei der Firma Biofire in Salzburg, die den Ofen vor Ort gebaut hat, angefragt, ob man den Kachelofen wieder abbauen und woanders neu aufbauen kann? Antwort - Nein, das geht leider nicht. Auch ein Gespräch mit dem Ofenbauer brachte nichts. 

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einen kachelofen kann man auch wieder abbauen........ !!!

bevor ihr den in stücke schagt, schaut lieber ob ihr ihn verkaufen könnt. ebay-kleinanzeigen, ebay. regionalzeitung usw. usw.

selbst wenn ihr ihn nur für "mau" verkauft .... spart ihr euch die arbeit des zerschlagens und schutt abtransportierens.....!

aber ich denke da wie dein mann....., der ofen bleibt garantiert nicht in der wohnung. verkaufen. wände verputzen, streichen, damit es aussieht wie vorher. teppich rausreissen, wenn keiner ablöse bezahlen will ....!

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Kommentar von peterobm
02.03.2017, 23:44



einen kachelofen kann man auch wieder abbauen........ !!!


klar, wenn man weiss wie - Beschädigungen sind recht schnell passiert, so mancher Kachelhersteller ist zwischenzeitlich den Bach runter, so dass es sein kann, keinen Ersatz zu bekommen.

Dann nämlich ist das Ding eh für die Tonne

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In eine Mietwohnung würde ich nie soviel investieren ohne was schriftliches zu haben. Ich glaub, die saure Zitrone liegt bei Euch...

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Den Sinn des Verstandes hättet Ihr Euch mal selbst stellen sollen.

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Kommentar von LouPing
02.03.2017, 17:34

Hey Ellen231252

Es ist verdammt riskant deratig in eine Mietwohnung zu investieren und das Risiko liegt hier ganz bei euch. 

Der Vermieter muss nichts! akzeptieten,will er die Wohnung im "Urzustand" ist es an euch eure Investitionen zu entsorgen. Ein Kachelofen kann abgebaut und verkauft werden,die Auslegware war eure Entscheidung-mit viel Glück möchte der Nachmieter die haben und zahlt einen Abstand. 

Genau das sage ich jedem unserer Mieter vor! der Unterschrift des Mietvertrages. Änderungen werden wenn besprochen und ich weise den Mieter auf evtl. Verluste bei Auszug hin. 

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