Ein unabhängiges Kurdistan wieder in weiter Ferne?

4 Antworten

Es gibt immer einen ganzen Sack von Problemen mit solchen Unabhängigkeiten. Zum einen leben in den kurdischen Gebieten nicht nur Kurden. Was machst Du bei Erstellung eines kurdischen Staates mit den anderen Bewohnern? Die kurdischen Gebiete liegen in mehreren Staaten. Was passiert in den anderen Staaten, wenn in einem davon ein kurdischer Staat gegründet wird? Und letztlich gibt kein Staat gerne Fläche ab, was ja passieren müßte. Und es geht ja nicht nur um die Fläche, sondern auch um die Wirtschaftsleistung, die abwandert.

Eine Teilautonomie ist aus meiner Sicht realistischer als ein eigener Staat. Die Länder fürchten aber auch dabei ein Zerbrechen, weshalb selbst das nicht eingeführt wird. Letztlich spielt sicher auch eine Rolle, das in diesen Ländern derzeit solche "Allmachts-Herrscher" regieren, die sich persönlich angegriffen fühlen, wenn sie ein Teilchen dieser Macht abgeben sollen.

Mal abgesehen davon, dass sich kein Drittland in die irakischen Angelegenheiten einzumischen hat, ein eigener Staat ist m.E. absolut falsch. Allein schon aus dem Grund, dass Separierung nie eine gute Lösung ist; weder für die Kurden (Kurdistan gibt es nicht) noch für die Katalanen oder für die Bayern oder sonstwen, der sich isolieren möchte.

Die Welt ist in der Globalisierung, versucht sich immer mehr zu einigen (Beispiel EU) und irgendwelche wollen ständig eine Trennung.

Finde es schade, dass die westlichen Staaten die Kurden nicht unterstützen.

Die Kurden könnten sogar den Frieden in den Nahen Osten bringen... sie sind pro Demokratie, Frauen und Männer sind gleichgestellt (im Nahen Osten haben meist die Frauen ja nichts zu sagen, bei den Kurden sind sie unabhängig). Und ich könnte mir sogar vorstellen, dass Kurdistan Wohlstand in den Nahen Osten bringen könnte... siehe Irak. Dort wo die Kurden regieren (autonome Gebiet Kurdistan), ist die Wirtschaft ziemlich stark. Sie haben auch c.a 2mio Flüchtlinge aufgenommen.

Merkel sagte ein kurdischer staat würde die Region destabilisieren aber das sind nur ausreden in der Region naherOsten gab und wird es immer Konflikte geben die kurden wurden wieder einmal Spielball der Großmächte

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@Derbesondere

Man muss eben die Türkei und den Iran mit Sanktionen drohen, wenn sie einfach so die Kurden angreifen.

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@Derbesondere

im Vertrag von Sèvres wäre das Kurdengebiet zumindest vom osmanischen Reich herausgetrennt worden. Jedoch ist durch die Gründung der Türkei diesem Vertrag zuvorgekommen. Eine Durchsetzung wäre somit nur gegen das Interesse der Türkei durchsetzbar, und das will sich kein westlicher Politiker antun, Genau so wenig wie eine Einstaatenlösung in Palästina/Israel.

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@Jaridien

Ich weiss das historisch blöd gelaufen für die kurden das sie damals bei der Bildung der neuen Staaten nach dem 1 Weltkrieg leer ausgingen

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Warum sind Kommunisten und "Antifaschisten" für ein Kurdistan?

Hallo,

die Frage klingt jetzt vielleicht merkwürdig, doch ich habe mich schon öfters gefragt, warum Kommunisten und "Antifaschisten" pro-Kurdistan sind. Also gerne einen "Kurdischen Staat" auf der Karte sehen wollen, obwohl sie doch "No borders - No nations" unterstützen und Nationalstaaten ablehnen?

In der Vergangenheit habe ich auf einer Demonstration mal einen "Antifaschisten" gefragt, woher diese Doppelmoral kommt und der Jugendliche meinte mit einem amüsierten Grinsen "Is' nun halt mal so.".

Geht dieses "für ein Kurdistan" sein auf die PKK zurück, weil diese den Kommunisten wohlgesonnen ist und deshalb "Der Freund meines Freundes... ist mein Freund"?

Ein Bekannter von mir, der Mitglied bei der Partei "Die Linke" ist, meinte mal zu mir, dass die Kurden in Berlin ein nützlicher Bündnispartner für alternative und linke Politik sind und man daher zumindest verbal dieser Bevölkerungsgruppe ein wenig entgegenkommt.

Diese Aussagen befriedigen mich halt nicht wirklich und deshalb würde ich gerne historische oder politische und gesellschaftliche Bezüge zu dieser Einstellung in Erfahrung bringen.

Schönen Abend und bereits jetzt vielen Dank für hilfreiche Antworten. Ich würde an dieser Stelle auch neben der Antwort zur Frage... gerne wissen, ob ihr der Auffassung seid, dass es sich hierbei um einen Doppelstandard handelt oder nicht.

Ich setze "Antifaschisten" mal in Klammern, weil diese Gruppe Menschen aus verschiedensten Gruppen besteht.

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