Ein paar Fragen zum Beruf Mediengestalter in Bild und Ton

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1 Antwort

Bin selber gelernter Mediengestalter. Ich versuche mal alles halbwegs realistisch zu beantworten. Es gibt allerdings in diesem Bereich wirklich viel Nieschen und nicht alles läuft immer so, wie es ein "Lehrplan" vorsieht.

Zu 1.) Je nach Firma (oder auch Sender) bei der Du die Ausbildung machst, wirst Du verschiedene Ausführungen des Mediengestalters lernen. Es gibt Firmen, die sich eher auf Bild und Ton spezialisiert haben, oder auch nur auf Ton, oder nur auf Nachbearbeitung (sogenannte Post-Produktion, d.h. meistens Schneiden und Nachvertonen, etc) Und dann gibt es auch noch Firmen, die alles zusammen anbieten. Je nach Firma, lernst Du in der Ausbildung meist nur das, was auch die Firma letztendlich macht. Also in einer Post-Produktionsfirma wirst Du wenig über Kamera-Umgang lernen. Meistens sollte man sich in eine Richtung spezialisieren. z.B. in Richtung Kameramann oder Cutter. Es gibt aber auch Firmen wo eher verlangt wird, alles ein wenig zu können um möglichst vielseitig einsetzbar zu sein. Fortbildungsmöglichkeiten gibt es immer. Die Technik verändert sich ja auch ständig.

Zu 2.) Aufbau ist in jeder Firma anders. Kann man nicht verallgemeinern. Je größer die Firma (oder der Sender) ist, bei dem Du die Ausbildung machst, desto WENIGER wirst Du im Endeffekt machen dürfen. Klingt komisch, ist aber so :-) Meistens sind es die kleinen Produktionsfirmen, bei denen man schnell Verantwortung bekommst und viel ausprobieren kannst. Kann aber auch seine Nachteile haben, aber dazu mehr bei Punkt 4

Zu 3.) Körperlich ist die Ausbildung in Firmen natürlich anstrengender, in denen Du viel unterwegs bist und was mit Außenübertragungen machen musst. Also sogenannte EB Firmen (d.h. Kamera-Teams die zu Ereignissen hinfahren und Bilder und O-Töne sammeln) aber auch SNG Firmen, die mit ihren kleinen Übertragungswagen irgendwo hin fahren und live berichten. Wenn Du in einer Firma arbeitest, die nur Nachbearbeitung macht, dann sitzt Du viel am Schreibtisch vor'm Computer. Das ist auch anstrengend, aber es geht weniger in die Muskeln. Wenn überhaupt in die Augen-Muskeln :-) Geistig ist der Job Mediengestalter im Grunde schon recht vielseitig. Du musst immer Ahnung von dem haben was Du machst, da es schnell Ärger geben kann, wenn etwas nicht so richtig abgeliefert wird. Aber das ist wirklich in jeder Firma anders.

Zu 4.) in der Regel wirst Du damit keine Freude haben. Nur in ganz seltenen Fällen, hat man einen geregelten 8 Std Tag. Aber das auch nur bei den Öffentlich rechtlichen Anstalten. Und selbst da ist der 8 Std Tag nicht jeden Tag von 9-17 Uhr. Sondern richtet sich nach der Produktion. Auf gut Deutsch heißt das: Jeder Tag als Mediengestalter ist anders. Und vor allem in der Regel lang, ca 10-12 Std Tage sind keine Seltenheit. Wochenenden sind fast immer ganz normale Arbeitstage (ausgenommen sind Postproduktionsfirmen, die arbeiten meist Mo-Fr, aber dafür auch gern mal 10 Std pro Tag) . Gerade in kleineren Firmen wird da auch gerne mal nicht so drauf geachtet. Da heißt es dann: "Sorry, aber es geht nicht anders, Du musst leider die nächsten 3 Tage jeden Tag 14 Std arbeiten" oder so ähnlich..

Fazit: Ein Job, der in der Regel viel Abwechslung bietet und bei dem man viel erlebt. Aber auch gleichzeitig viel von deiner Freizeit fordert und dein Privatleben einschränkt. Aber das ist abhängig von der jeweiligen Firma. Ich kenne viele die Spaß daran haben, aber auch welche, die ziemlich "abkotzen". Ist halt subjektiv. Mach ein Praktikum in der Firma bevor Du dich für eine Ausbildung entscheidest. Das ist sowieso meistens verlangt oder zumindest gerne gesehn. Und dann entscheidest Du dich.

Viel Glück :-)

Benny1104 25.09.2011, 09:42

Vielen Dank für die ausführlichen Antworten ;)

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