Ein Lebenlang dafür büßen das andere verantwortet haben (Missbrauch)?

...komplette Frage anzeigen

9 Antworten

Im Moment recht stabil schreibst du mit der Magersucht. Schau dass es doch so bleibt. An Magersucht zu sterben ist kein schöner Tod. Es ist sehr schlimm was du erdulden musstest. Ich kann dir das nachfühlen weil ich das Gleiche erdulden musste, allerdings war der Übeltäter nur mein Erzeuger. 

Warum kommt eine Therapie nicht in Frage? Gerade mit einer Therapie könnte dir unter Umständen geholfen werden dass du das Trauma verarbeiten kannst und dass dann auch für dich das Leben wieder einen Sinn hat. 

Eine Therapie kann das Erlebte nicht ungeschehen machen, ABER sie kann helfen dass du es verarbeiten kannst. Das heisst das Erlebte rückt mit der Zeit in den Hintergrund und du hast Platz DEIN LEBEN ZU GESTALTEN. 

Ich hatte damals auch absolut kein Selbstvertrauen, ich fand mich beschmutzt und absolut nutzlos. Ich wurde dann auch magersüchtig. 

Überlege dir, ob nicht doch eine Therapie dein Leben wieder lebenswert machen könnte. Ich könnte mir wirklich denken dass es auch dir gut tun würde. Alles Gute und viel viel Kraft. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

"Eine Therapie kommt sicherlich nicht in Frage"

Das habe ich auch gedacht, als meine Missbräuche vorbei waren. Ich bin stark ich schaffe das allein, ich kann selber etwas ändern, dass es mir wieder besser geht. Ich habe alles versucht, doch geschafft habe ich es dann doch nicht. Und so musste ich mir eingestehen, dass ich ohne fremde Hilfe an einem Punkt stehen bleibe und einfach nicht mehr weiter komme. Mal gab es gute Zeiten, es gab aber auch Momente da holte es mich einfach wieder ein, ohne das ich es wollte.

Ich wollte nicht mit einer fremden Person darüber reden was die mit mir gemacht haben, das war mir peinlich. Doch Fakt ist, ich wollte keinen Sex mit denen, ich musste da einfach mitmachen und so haben sie mich zu dem gemacht was ich heute bin. Ich habe mich dann doch zu einer Therapie entschieden und kann dir sagen, es hat mir sehr geholfen. Mein Therapeut hat mir Wege aufgezeigt, wie ich mit dem Ganzen besser umgehen kann, wie ich damit leben kann. Wegmachen kann es auch ein Therapeut nicht, aber mit seiner Hilfe kann so einiges einfacher werden.

Ich will dich hier keinesfalls zu einer Therapie überreden, aber vielleicht solltest du dir doch einmal Gedanken darüber machen, weil...

...so gern wie dir eine andere Antwort geben würde, aber es ist und bleibt leider so, du und ich und noch sehr viele Andere müssen ein Leben lang dafür büssen, was andere zu verantworten haben. Sie haben uns verändert, sie haben uns das Leben schwer gemacht. Ändern können wir das nicht mehr, nur noch das Beste daraus machen.

Mein Therapeut hat zu mir gesagt, mein erstes sexuelles Erlebnis hatte ich mit einem erwachsenen Mann als ich noch Kind war und nicht als Jugendlicher mit einer gleichaltrigen. Das sei von Kind zu Kind verschieden, aber es könne verehrende Folgen haben für den Betroffenen und man kann das nie mehr wieder gut machen, aber einen Weg finden, damit es nicht mehr so schlimm ist.   

 

 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ok, die Frage ist wie lang oder ob man es verarbeitet, stattdessen lieber 'Sterbehilfe beantragt' oder ob man sich selber zusätzlich noch körperlich zugrunde richten sollte.

Also erstmal, deine 'Peiniger' haben 'DICH' doch garnicht gesehen! Ich glaube nicht, dass die deinen Charakter, Identität und was dich ausmacht überhaupt gesehen haben. Und was auch immer da noch in dir leuchtet.

Ok, es schwankt.
In dieser Phase bist du aufgelöst, verunsichert was und warum mit dir ist. Du greifts dich psychisch an (bewertest Gewicht, Aussehen und reduzierst dich auf 'fipuppe'). Überlegst, wie du dich körperlich zusätzlich angreifen kannst (Gewichtsreduktion bis zum Tod).

(Du sehnst dich auch nicht nach dem Ende des Lebens, sondern nach dem Ende dieser Spirale aus Bewertungen und persönlichen (selbst-)Angriffen.)

Wenn man sich auf das Äußerliche, irgendeine Eigenschaft, ein Ereignis reduziert, landet man wieder dort. Man ist eben nicht der Einfluss oder das Äußerliche.

Danach kommt ein Punkt wo es einem zu bunt wird und man sich wieder vom Boden auf sammelt, die Scherben zusammen setzt und dann diese ganzen Dinge wieder abstreift um leben zu können, Charakter und Selbstsicherheit bauen sich wieder auf.

So, diese Phasen werden auch stärker solange man sich immerwieder versucht an solchen Dingen zu identifizieren. Das sind dann schwankende Phasen, die hat jeder mehr oder weniger.

Das sind auch Werte, die von sich alleine sowieso nicht existieren. Der Körper und die Welt um dich herum brauchen dich und deinen Charakter usw.

(In dieser Argumentation gibt es keine Welt, wenn du sie nicht erfährst. Aber bitte keine Diskussion ob z.B. ein fallender Baum ein Geräusch macht, wenn niemand da ist der es hört.)

Oder nochmal anders gesagt,
wenn ich einen Zustand wünsche/verabscheue, der weit zurück liegt, dann rede ich mir das was jetzt ist so lange schlecht, bis ich handlungsunfähig bin und alles mies ist, weil nichts mehr ist wie es sein sollte. (habe mir aber eingeredet, dass jetzt alles anders *sei.)

Dann bewerte ich bis das Schema so klein geworden ist dass garnichts mehr einen Sinn macht. Ich bin in einem Wertesystem gelandet, das eigentlich garnichts mehr mit mir selbst (und der jetzigen Situation) zu tun hat. Das hat die Einstellung zu mir und jetzt geändert.

Dann kommt ein Tag wo alles mist ist und man fängt an das zu ändern. (Zum Teil in der Frage angedeutet. Also ist *heute nicht der Tag zu entscheiden deswegen zum Psychodoc zu gehen oder nicht. Man soll ja keine lebensverändernden Entscheidungen treffen wenn es einem zu gut oder zu schlecht geht!)

Punkt zwei, ändere ich alles weil ja nichts einen Sinn macht: Das macht ja noch weniger Sinn. Damit schaffe ich Neues, das mir immer wieder bestätigt dass ich das was jetzt ist nicht will, unzufrieden bin und bestärke das eigentlich nur. Also keine Veränderungen erzwingen.

So. Und du bist wahscheinlich 'seit eben' wieder dabei, dich zusammen zu setzen und nicht mehr so objektiv zu bewerten. Deine Identität und Charakter wieder als ganzes zu sehen. Trennungen zwischen dir und dem was dich ausmacht, deinem Körper und dem was du im Leben gemacht hast aufzulösen.

So ich schreib jetz aber keine Abhandlung, ob oder wie man psychischen Schmerz mit physischem Schmerz überspielt. Und auch nicht wie man die Vergangenheit am besten bewältigt.

Der einfachste Weg wäre, nach vorne sehen und was man nicht selber ist einfach links liegen lassen.

So, hoffe das hilft. Sorry, wenns zu lang ist. Kürzer geht net ;P

Besten Gruß.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
musenkumpel 26.04.2016, 17:05

Das waren die Tipps in denen sich Seelsorge und Psychologie überschneiden. Allerdings ist verzeihen des Unverzeihbaren dann Vergebung. Alles Gute.

0

Das was dir angetan wurde war grauenhaft! Solche Wesen sind es nicht wert Menschen genannt zu werden!

Es muss jetzt was passieren, oder du gehst zugrunde daran, verstehst du? Deswegen: Mach deinen Mund auf und schreie alles heraus, das jeder es hört, durch diesen Hilfeschrei holt man dich aus diesen Strudel heraus der kurz davor ist dich zu verschlingen, für immer!

Du brauchst Hilfe, auch psychologische! Auch wenn du gesagt hast das eine Therapie nicht in Frage kommt, ein Experte kann dir wirklich helfen, das ist kein Status Quo, auch wenn du denkst es ist einer! Durch Veränderungen kann was passieren, es liegt an dir!

LG

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
slaughter996 24.04.2016, 16:14

Und was genau bringt das..? Also wem soll ich denn was sagen
Wie soll ich das anstellen..

0
Rocker73 24.04.2016, 16:14
@slaughter996

Personen denen du vertraust und sag es ihnen einfach wie es ist, wie du dich fühlst, das es dir schwerfällt drüber zu sprechen du dich aber dazu entschieden hast deinen Mund aufzumachen!

0
Ender2 24.04.2016, 16:17
@slaughter996

Es hilft dir darüber hinweg zu kommen um Kraft zu schöpfen. Die Schulsozialarbeit oder deine Eltern werden dir dabei sicher helfen :)

1
slaughter996 24.04.2016, 16:31

Meine Eltern haben ja mitgemacht bzw. ist mein Vater Gesteinen und zu meiner Mutter hab ich keinen Kontakt mehr

0
Rocker73 24.04.2016, 16:33
@slaughter996

Was ist mit Freunden oder anderen Verwandten? Du kannst auch bei der Nummer gegen Kummer morgen anrufen, dort können dir kostenlos Menschen helfen!

LG

0

eine Therapie kommt sicherlich nicht in frage

Warum die Leute schon wieder diesen Wunsch nicht respektieren ist mir schleierhaft.

(Teil 2, zur anderen Antwort:)
Man hat die Phasen vielleicht auch, um zu sehen wo man ist und wo man hin möchte. Damit man weiter gehen kann.

Wenn man sich ablenkt um zu sehen wo man hingeht und wo man gerade ist (nach einer Veränderung), ist der erste Schritt immer wieder der schwierigste. Noch schlimmer, sich dadurch in die Vergangenheit zu schleudern. Seltener orientieren?, Abstand schaffen?, geradeaus gehen..

Natürlich formt uns auch die Vergangenheit in dem Moment wenn sie passiert. Nur lass sie nicht deine Zukunft verändern. Ich meine es ist einfach so. Ja, die schlechten Dinge gehören genauso zum Leben. Die kann man nicht wieder heraus schneiden. Aber sie sind vorbei.

(sorry, wenn das irgendwie schnulzig rüberkommt)

Ich versuchs meistens so: Mich so verhalten, mich nur mit Dingen beschäftigen, dass es nicht schlimmer wird. Weil zuviel ist ja nie gut.

Um es zu vergessen, solltest du den Vorfällen nicht die Schuld am Jetzt geben.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Du bist nicht wertlos. Du bist von Natur aus einzigartig. Wenn eine Therapie für dich nicht in Frage kommt, kannst du ja immer noch mit deinen Eltern reden. Wissen sie überhaupt was sie dir getan haben, ... weiss die Polizei davon? Wahrscheinlich wäre es eine gute Idee dich mehr mit deinen Hobbys zu beschäftigen. Es hilft dir vielleicht dich abzulenken. LG

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
slaughter996 24.04.2016, 16:17

Meine Eltern haben mitgemacht
Waren ja sie und ihre  Freunde

Mein Vater ist gestorben vor 4 Jahren mit meiner Mutter hab ich keinen Kontakt

1

Mach eine Therapie! Was anderes wird nicht helfen! Hast du die Täter angezeigt?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
slaughter996 24.04.2016, 16:11

Nein hab ich nicht

0

Wenn eine Therapie nicht infrage kommt, sind deine Schmerz- und Leidensgrenze nicht erreicht. Eine Therapie könnte dir beispielsweise andere Sichtweisen vermitteln. Es bringt dir nichts, in Selbstmitleid zu zerfließen und dich in eine Opferrolle hineinzusteigern, wie du es gerade tust. Wofür solltest du büßen???? Du bist nicht Täter!!!

Begib dich ganz schnell in psychologische Behandlung. Alleine bekommst du deine psychischen Probleme nicht in den Griff.

Du mußt es wollen, dir helfen zu lassen. Wenn du es nichts willst, ist jede Therapie umsonst. Das wäre sehr schade für dich!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wenn Therapie nicht in Frage kommt, ist der Leidensdruck offenbar noch nicht groß genug.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
slaughter996 24.04.2016, 16:30

Ich halte nichts davon weder bei der Magersucht und schon gar nicht bei dem wie soll ich überhaupt drüber reden

0
Seanna 24.04.2016, 17:09

Traumatherapie bietet gute Möglichkeiten und Erfolgsaussichten. Dieses ewige Jammern "aber keine Therapie" dagegen nicht.

0

Was möchtest Du wissen?