Ein kleines Gedankenspiel über Religionen?

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8 Antworten

Ich finde die Vorstellung interessant. 

Ich würde erstmal jede Religion in ihre Einzelteile zerlegen, also in alle ihre einzelnen ethischen und Glaubensgrundsätze und mir dann einfach das Beste jeder Religion rauspicken und daraus eine neue Religion gründen. 

Die neue Religion sollte dann folgende Fragen kohärent beantworten können:

Was kann ich wissen?

Was soll ich tun?

Was darf ich hoffen?

Das Problem werden die Widersprüche sein. Bei den Gemeinsamkeiten spräche nichts dagegen, an einer Mischreligion zu glauben. Es ist möglich, dass während in China ein Sack Reis umfällt, zur gleichen Zeit in Amerika eine Dose Mehl umfällt. Es ist aber nicht möglich, dass zur gleichen Zeit am selben Ort sowohl ein Sack Reis als auch eine Dose Mehl umfällt. Entweder wird der Raum vom Sack Reis oder von der Dose Mehl ausgefüllt (bitte erspart mir Fehlersuchkommentare wie "In dem Sack Reis könnte eine Dose Mehl sein").

Wenn der eine Gott sagte, dass alle Menschen mit einem Ohr böse wären und ein anderer Gott, dass genau diese Menschen gut wären, so muss man sich entscheiden. Man kann nicht beides für wahr erachten.

Die Frage ist nur, ob man wirklich sich das selber abnehmen würde, dass man sich selbst einen Religionscocktail mixt, der dann auch  noch wahr sein soll. Dann kann man doch gleich Atheist bleiben.

MegaAlchemist 26.11.2016, 11:53

Dieses Gedankenexperiment ist mehr oder weniger eine hausaufgabe über Synkretismus und der versuch daraus etwas vernünftiges zusammenzuwurschteln.

beim Voodoo welche eine mischung aus dem christentum und den Naturreligionen der Afrikaner ist, hat es doch auch trotz der unglaublichen unterschiede geklappt.

im übrigen glaubt keine der genannten religion an einen übermächtigen gott, ausser dem Satanismus!

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Suboptimierer 26.11.2016, 12:05
@MegaAlchemist

Dann gibt es bezüglich der Macht Gottes schon einmal keinen Widerspruch.

Wir brauchen jetzt aber nicht alle möglichen Kriterien durchgehen, bei denen es keinen Widerspruch gibt. ^^

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Paydayzocker 27.11.2016, 17:02
@MegaAlchemist

Satanisten (jedenfalls die im beispiel genannte church of satan) glauben an keinen Gott und sind um einiges atheistischer(falls das geht, ich meine damit das sie nicht an irgentwelche wiedergeburten oder leben nach dem tot  etc. wie andere oben genante religionen glauben) als die anderen oben genannten religionen

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In Japan zum Beispiel wird das ja seit ca. 2 Jahrhunderten fleißig betrieben (Stichwort Neureligionen) und ich persönlich halte davon so mittelviel. 

Die Frage ist, worauf es für dich ankommt. Gerade am japanischen Beispiel sieht man, dass solche Religionen meist im Wandel der Zeit extrem ambivalent sind im Bezug auf Glaubensgrundsätze und politische Haltung. Einerseits kann man das als lobenswerte Flexibilität und Anpassung an den Zeitgeist und die Bedürfnisse der Leute ansehen. Andererseits könnte man argumentieren, dass das als Untreue gegenüber der eigenen Identität oder gar Identitätslosigkeit bezeichnet werden muss, dass man dieses ständige Angleichen als einen Indikator dafür werten muss, dass es sich tatsächlich nur um Psychologie, Gruppengefühl und so weiter handelt, alles Dinge, für die man nicht religiös sein muss. Ich persönlich muss sagen, dass ich eher letztere Haltung einnehme.

MegaAlchemist 26.11.2016, 00:12

mir persönlich wäre die Reinkarnation, die Philosophie mit dem Eins mit der Natur und die Satanischen sünden:

Dummheit
Anmaßung
Solipsismus
Selbsttäuschung
Zugehörigkeit zur Herde
Mangel an Perspektiven
Vergesslichkeit gegenüber früheren Grundsätzen
Kontraproduktiver Stolz
Mangel an Ästhetik

mehr oder weniger wichtig. wenn du so fragst. auch wäre eine offene haltung gegenüber anderen religionen wie es beim Buddhismus und dem Agnosismus der fall wäre mir persönlich wichtig.

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Andracus 26.11.2016, 00:15
@MegaAlchemist

Ohne das jetzt sicher sagen zu können: Die ein oder andere Sache in der Art würdest du in Japan bestimmt finden. Die schiere Zahl an eingetragenen Religionen dort ist einfach abartig. 

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Du hast den schnellsten Weg zur Befreiung nicht genannt, das waere Zen, wenn man dann annehmen wuerde, es gaebe einen Weg, dem man folgen koennte.

Religionen sind Institutionen, wie die Steuerbehoerde oder das Arbeitsamt, nichts, wo man Befreiung erlangt. sondern eher im Dickicht umhersucht.

Wenn du irgendetwas dort draussen suchst, was dich befreien koennte, dann hast du es gerade verpasst,, der Weg geht direkt durch dich selbst, dort wo du nicht hinschauen willst, dort ist die Freiheit versteckt, wonach du so sehr suchst.

Alles Erdachte  und Konzeptionelle kann deine Fesseln nicht loesen, im Gegenteil, sie fesseln dich mehr an die Nicht-Wahrheit und lassen dich leiden.

Wie User suboptimierer  schon geschrieben hat, es würde Widersprüche geben.

Für mich wäre es, als würde jemand Spaghetti mit Marmelade, Nutella und Kartoffeln essen. Weil man mal gehört hat, dass die jeweiligen Nahrungsmittel ganz gut schmecken sollen, kombiniert man einfach alles zusammen.

Ich denke du verstehst was ich meine ;-)

Das ist genau das Schema des "Gottes dieser Welt" (Offb.12,9).

Den einen gibt er diese Gedanken ein (Ps.53,1-2), den anderen andere (2.Kor.4,4; 11,14; Eph.2,2).

Sein Ende wird in Bälde kommen, wenn er zum vorletzten Mal die Menschheit in die Irre führt (Offb.17,1-14).

Dann wird unser Erlöser regieren (Offb.14,1).

MegaAlchemist 26.11.2016, 20:28

Soll das bedeuten du Vergleichst mich gerade mit dem Antichrist? 

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Das nennt sich, glaube ich, "Relativismus" (oder kommt diesem sehr nahe).

Dann bleibt der Buddhist übrig.

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