Ein Kind, 10 Jahre alt, trifft gewisse Aussagen. Wie kann kann die Glaubhaftigheit dieser aussagen festgestellt werden, möglichst rechtssicher?

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9 Antworten

Wenn die Aussage des Kindes nicht geklärt werden kann, wird meist vom Gericht ein psych. Gutachten angeordnet.

Kinder lügen nicht, aber sie werden leider sehr, sehr oft von einem Elternteil beeinflusst. Das heißt nicht mal, dass das bewusst geschieht, aber Kinder sind so sensibel - sensibler als jeder Erwachsene - dass sie sehr wohl spüren, was der entziehende Elternteil eigentlich will. Da reicht schon eine betrübte oder besorgte Miene, ein Seufzer zur rechten Zeit.  Und so gestalten sie dann auch ihre Aussage. Sie lügen damit nicht, aber sie sind leider das Sprachrohr des beeinflussenden Elternteils.
Ich habe schon (meist) Mütter erlebt, die ganz treuherzig - und das selbst durchaus glauben - erklären, dass sie nichts dagegen hätten, wenn das Kind den Vater sieht. Obwohl sie den Vater am liebsten vom Planeten schubsen würden. Und genau das spürt das Kind, auch wenn die Mutter dies niemals bewusst äußert. Kinder sitzen im Trennungskrieg leider oft zwischen zwei Stühlen.

Es kommt also nicht darauf an, den Wahrheitsgehalt der kindlichen Aussage zu prüfen. Das Kind sagt die Wahrheit. Es kommt darauf an, herauszuschälen, was davon Beeinflussung ist.

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Kommentar von jenshiller
10.08.2016, 12:30

Ja, da ssprichst du große Worte gelassen aus:-(

Klar, ein Seufzer hier, ein kleiner Schnaufer dort und schon geht es los.

Ich denke da mal in Ruihe drüber nach und würde dann gern nochmal auf dich zukommen, wenn das okay für dich ist.

Ich danke dir....

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Allein so eine Aussage reicht natürlich nicht.

Genau wie die Eltern auch hat ein Kind ein Besuchsrecht aber auch eine Besuchspflicht.

Ein Kind muss klare Aussagen machen können, warum es nicht zum einen Elternteil will. Dass man da mehr gehorchen muss, es da andere Regeln gibt etc. reicht nicht aus.

Vom Wahrheitsgehalt  und eigener Meinung kann man ausgehen, wenn ein Kind die unmittelbaren Folgen oder Konsequenzen  der Ursachen benennen kann.

 Zum Beispiel: Ein Kind das mit einem Gürtel in die Hand geschlagen wird, weiss, dass es vor Schmerz die Hand nicht mehr öffnen kann, es weiss auch wie lange und kann den Schmerz beschreiben. Das erzählt es auch, wenn man nicht versucht dem Kind Sachverhalte in den Mund zu legen.

Am besten kann man sich auf Aussagen verlassen, wenn man das Kind nicht versucht zu beeinflussen.

Kinderzeichnungen sind oft sehr aufschlussreich.

Kinder geraten mitunter so stark unter Druck, dass sie das erzählen, was sie glauben, das der Frager hören möchte.

Oder sie wurden so eingeschüchtert, dass sie sich zum Übeltäter stellen.

Eine andere Möglichkeit kann sein, dass das Kind glaubt es verletze einen Elternteil, wenn es sich nicht hinter den vermeintlich Schwächeren stellt.

Ich war etwas jünger als dein Kind und wollte meinen Vater nicht mehr sehen weil er für uns nicht bezahlt hat. Wir hatten nicht mal genug zu essen. Diese Aussage von mir hat dem Jugendamt gereicht. Ich wurde dazu im Jugendamt allein befragt, kann mich noch gut erinnern wie konsequent ich in meiner Aussage war, umstimmen konnte die Mitarbeiterin mich nicht.

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Kommentar von jenshiller
10.08.2016, 18:21

*puh*

Ich lese deine antwort später nochmal. In der steckt eine Menge Pfeffer.

Würdest du jetzt immer noch sagen, dass ihr nicht genug zu essen hattest oder das es ev. etwas aufgebaut wurde?

Denn, mal ehrlich, in Deutschland muss niemand hungern, der es nicht möchte und der Sozialstaat baut ja eher ab, denn auf.

Bildung hast du genossen, interessiert bist du...darf ich fragen wie alt du bist und wie du die Zeit (insbesondere den Streit zwischen deinen Eltern) damals erlebt hast. Hast du heute Kontakt zu deinen Eltern?

Danke schön.

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Hallo,

ich würd mich z.B. ans Jugendamt wenden. Dort gitb es kompetente Menschen die die Aussagen des Kindes besser beurteilen können.

Und letztendlich hat der andere Elternteil ja ein Umgangsrecht - jedenfalls im Normalfall

Viel Glück!

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Eine neutrale kompetente Person spricht alleine mit dem Kind, jemand vom Jugendamt z.B. oder ein Psychologe. Da kann man auch raushören, ob dem Kind der Wunsch eher eingeimpft wurde (weil es denkt, die betreuende Person möchte den Besuch nicht oder weil die betreuende Person negative Sachen über die andere Person erzählt) oder ob die Ablehnung aus eigenem Erleben kommt. 

Wenn das Ablehnen "echt" ist, dann kann das Kind auch beschreiben, welche Situationen, die sie mit ihrem Elternteil erlebt hat, sie gestört haben und warum genau. Wenn dann aber nur kommt, ich will nicht dort hin, weil der böse ist oder pauschale Aussagen, dann ist es wohl eher eingeimpft. 

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Kommentar von petrapetra64
10.08.2016, 11:42

Zudem kann die neutrale Person dem Kind zureden, dem anderen Elternteil noch mal eine Chance zu geben und dem Kind erklären, dass es das Recht hat, auch Spass mit dem anderen Elternteil zu haben und kein schlechtes Gewissen haben muss.

Kinder sind halt sehr sensibel und sie identifizieren sich leicht mit dem Elternteil, bei dem sie leben, sie sehen den Schmerz der Person und oft redet der Elternteil aus diesem Schmerz heraus aus negativ über den anderen Elternteil (selbst wenn man es vielleicht gar nicht will) und das Kind denkt dann, sie darf nicht gerne bei jemanden sein, der Schuld am Schmerz des anderen ist. 

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Ein 10-jähriges Kind hat noch nicht die "Entscheidungsfreiheit", den Umgang abzulehnen...

Sein betreuender Elternteil ist im Rahmen seiner "Wohlverhaltenspflicht" gehalten, auf den Umgang mit dem anderen Elternteil positiv einzuwirken.

Würde dem umgangsberechtigten Elternteil der Umgang mit dem Kind vom betreuenden Elternteil verwehrt (aufgrund von Aussagen, Behauptungen o.ä....) könnte er sich Hilfe suchend an das Jugendamt wenden (...) oder den Umgang beim Familiengericht einfordern.

Das Familiengericht würde ggf. einen Gutachter ("Kinder-Psychiater" o.ä.)   beauftragen, die "Aussagen" des Kindes entsprechend zu beurteilen.....

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Kommentar von jenshiller
10.08.2016, 12:35

Hallo DFgen,

ich versuche das möglichst neutral zu formulieren und dennoch auf deine Zeilen einzugehen.

Laut des betreuenden Elternteils wir das Kind ermutigt, dass andere Elternteil zu besuchen. 

Laut des nicht betreuenden Elternteils, findest das nicht statt.

Beide Elternteil haben ein Interesse / Anspruch...nur wie umsetzen?

Sind es die "Verfahrensbeistände", die beim Kind nach der Wahrheit suchen?

Hier im konkreten Fall ist das Jugendamt eingeschaltet, jedoch recht zurückhaltend.

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garnicht. der umgang wird durchgesetzt von beiden eltern. über das für und wieder der meinung des kindes gibt es eine ebene in der die eltern eine front zeigen und hand in hand arbeiten. 10 jährige kinder haben solche meinungen nicht, es sei denn sie sind vom betreuenden elternteil eingeredet.

in einer juristischen auseinandersetzung vor gericht, würde der umgangselternteil seinen umgang weiter bekommen und der betreuende elternteil könnte beschwert werden mit ordnungsgeld ersatzweise haft, androhung auf entzug des sorgerechtes bei weiterer manipulation.

ein kind welches einen elternteil ablehnt, sagt auch genau warum. ich will nicht zu xy, weil er die ganze zeit auf mich einprügelt, schlecht über mutti redet und mich zwingt sachen zu tun, die ich nicht will. wenn ein kind keine meinung erfassen kann dazu, dann ist es manipuliert vom anderen elternteil und wird gerade in einen loyalitätskonflikt gestürzt.

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Kommentar von jenshiller
10.08.2016, 18:26

hm....mein Problem hier ist, dass ich es werteneutral halten möchte.

Das Kind hat schon ahndfeste Argumente, die es anführt. Die Frage ist doch aber, sind diese Argumente ernsthaft die Argumente des Kindes oder sind es Argumente, die das betreuende Elternteil (nebst Familie) dem Kind einimpfen?

Völlig unbefangen werden Ex-Partner wohl selten miteinander umgehen können und für Streit reicht eine Seite.

Schwierig, schwierig....

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Erst einmal fände ich es wichtig, dem Kind zu glauben. Was soll ein Kind sonst lernen, wenn das andere Elternteil behauptet es würde Lügen?

In einer echten Familie, würde man sich nun zu dritt zusammensetzten, mit dem Kind reden und versuchen dem Problem auf den Grund zu gehen. so etwas ist leider nicht möglich, wenn die Eltern ihren Beziehungskrieg auf dem Rücken des Kindes austragen.

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Kommentar von jenshiller
10.08.2016, 12:39

Hallo Serena,

ich danke f.d. Antwort.

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Sehr häufig, aber leider wird meistens der Mutter Recht gegeben, da die Aussage des Kindes nicht erkennen lassen, ob es die Wahrheit ist oder das Produkt einer Gehirnwäsche. Ein Lügendetektortest wird wohl nicht gemacht werden können. 

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Ich denke ,da gibt es Leute mit der richtigen Ausbildung,die dies beurteilen können.

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Kommentar von gottesanbeterin
20.12.2016, 17:34

Nun, da haben sich schon viele getäuscht! Da wurden Kinder, die vom Vater missbraucht wurden und versucht haben sich zu wehren der Phantastereien bezichtigt und in die Psychiatrie gesteckt, da wurden Kinder, die den Missbrauch durch den Großvater an der Schwester gemeldet haben in ein Heim gesteckt und der  alte Perversling hatte freie Bahn....usw.usf.......

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