Ein gutes Portfolio, aber wie?

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1 Antwort

Hallo, nun am besten fängst Du mit den Informationen an. Woher bekommst Du sie? Nicht hier bei Gute Frage, sondern z. B. beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA).

http://www.lba.de

Dort unter "Luftfahrtpersonal/ Rechtsgrundlagen". Da gibt es folgende Rechtsvorschriften über die Ausbildung, das weiterführende Training etc. Es handelt sich um die "Joint Aviation Regulations - Flight Crew Licensing" (JAR-FCL)

FCL1 (Pilot von Flächenflugzeugen):

lba.de/SharedDocs/download/L/L1_JAR-FCL1.pdf?__blob=publicationFile

FCL2 (Pilot von Hubschraubern):

lba.de/SharedDocs/download/L/L1_JAR-FCL2.pdf?__blob=publicationFile

FCL3 (Flugmedizin) - Klasse 2 für Privatpiloten, Klasse 1 für Berufs- und Verkehrspiloten:

lba.de/SharedDocs/download/L/L5/L5_JAR-FCL3.pdf?__blob=publicationFile


Du kannst Piloten unterteilen in Militärpiloten und Zivilpiloten.

Militärpiloten fliegen

Kampfflugzeuge, z. B. Eurofighter, Tornado, Phantom Transportflugzeuge z.B. Transall, P3 Orion (bei der Marine), Airbus und Challenger bei der Flugbereitschaft Hubschrauber a)Transport-, b) Kampf-

Zivilpiloten fliegen als (mit folgenden Lizenzen)

Privatpiloten mit einem PPL, bis 5,7 t Abfluggewicht, sog. Single Engine Piston oder Segelflugzeuge (Glider) oder Motorsegler (TMG, Touring Motor Glider)

Berufspiloten mit einem CPL, für Flugzeuge, die mit einem Piloten kommerziell geflogen werden dürfen, sog. Single Pilot Airplanes

Verkehrspiloten mit einem ATPL, für Flugzeuge, die mit zwei Piloten geflogen werden müssen, über 14 t Abfluggewicht und beliebiger Motorenzahl, sog. Multi Pilot Airplanes

Für Hubschrauber gelten die Lizenzen PPL, CPL, ATPL analog.


Bei der Bundeswehr schaust Du hier(Jet):

https://mil.bundeswehr-karriere.de/portal/a/milkarriere/!ut/p/c4/04SB8K8xLLM9MSSzPy8xBz9CP3I5EyrpHK93Myc7MSioszUolS9zIyiVDgnMSmzpLRILy0nMzU9NU-INtREQCrJPxz/

Bundeswehr (Hubschrauber): Hubschrauberpilot bei der Bundeswehr - auch mit Mittlerer Reife + Beruf als Offizier des militärfachlichen Dienstes:

ausbildungsplatz-aktuell.de/uploads/tx_ttnewsextended/bundeswehr.pdf

Marineflieger (P3 Orion):

marine.de/portal/a/marine/!ut/p/c4/NYtNC8JADETUbKFSsGbIoIg9qCg7S22sQT3o8SoIP54dwOwDvMY7DH3EgvmcgkRfJ4wW6Q5fUNgRTupCqsDI-ZP8Lel1Ui3zyey3NkGFJkKzSOJpmTkiWFOan5Yp6q2YCM2Llqs3aN-6f6NnW_Px1dvdgdti3OIax-ohR4zw!!/


Ein paar Dinge zur Ausbildung, die oft hier falsch dargestellt werden:

Ein Pilot darf eine Brille tragen! Er muss nur die Anforderungen der Flugmedizin erfüllen. Für Kampfpiloten der Bundeswehr und bei manchen zivilen Luftfahrtunternehmen dürfen die Augen sogar gelasert worden sein (min. 6 MOnate zurück). Lufthansa akzeptiert wegen fehlender Langzeitstudien KEINE LASER-OP!

Ein Pilot muss / sollte Abitur oder mind. Fachhochschulreife haben, als Hubschrauberpilot bei der BW reicht auch Mittlere Reife und Berufsausbildung.

Der Anwärter benötigt sehr gute Englischkenntnisse, gute Kenntnisse in Physik, Mathe, Technik. Er darf nicht drogen- oder medikamentenabhängig sein, muss über gutes Nachtsehen und räumliches Sehen verfügen (ist laut DLR-Test bei vielen Jugendlichen nicht mehr vorhanden, weil sie zu lange vor dem Computer sitzen). Weiterhin nicht vorbestraft, keine Punkte in Flensburg, sehr gute Gesundheit, schnelle Reaktion und gute Auffassungsgabe. Mehrfachbelastungfähig.

Beim Militär kommen für Piloten von Kampfjets noch Tests in der Unterdruckkammer und der Humanzentrifuge hinzu (Belastungstest mit 9 g für 15 sec.).

Die Airlines haben alle eigene Eignungstests. Der Grundtest wird beim DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) in Hamburg durchgeführt, der Firmeneignungstest z. B. bei Lufthansa auch in Hamburg. Er kann nur einmal absolviert und nicht wiederholt werden.

Beispiel Lufthansa: Dauer der zivilen Ausbildung ca. 2 Jahre. Eigenanteil an den Kosten ca. 60000 Euro, die als Kredit zur Verfügung gestellt und bei Übernahme mit ca. 300 Euro/Monat zurückgezahlt werden müssen. Bei Nichtübernahme fallen auch keine Kosten an.

Infos unter

lh-pilot.de

Allgemeine Jobs unter

be-lufthansa.com

Ach so: Lufthansa übernimmt KEINE FIGHTERPILOTS, weil die Ausbildungen viel zu unterschiedlich sind.

Hoffe, ich konnte helfen. Falls noch Fragen sind, melde Dich.

ja, danke hast mir auf jeden fall sehr weiter geholfen :)

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also ich habe da noch so eine Frage... Wie sehen die Berufsaussichten aus? Ich habe schonmal mich erkundigt, finde aber leider nur Angaben von 2005 und viele die nicht gerade was positives aussagen.

MfG

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@96Marco96

Hi, LH wollte (Stand 2011) noch ca. 350 Piloten einstellen. Dabei geht man von Nachrückern für die älteren Kollegen aus und natürlich von der Lieferung der A380. Da muss Nachwuchs für die anderen Flieger geschult werden.

Man rechnet zwischen 10 und 13 Crews pro Flugzeug. Macht bei 15 A380 und einem Zwei-Mann-Cockpit schon 30 Piloten mal 10 Crews: da sind wir schon bei 300.

Alle Experten sagen ja dem Luftverkehr ein konstantes Wachstum voraus, wenn auch nicht mehr so stark wie in den letzten Jahren. Sicher sein kann man natürlich nicht; ein großer Absturz oder ein neuer Terroranschlag würde alles über den Haufen werfen. Da Du aber noch zur Schule gehst, wird es noch ein paar Tage dauern, bis Du dran bist. Also streng Dich an.

Gutes Abi machen, dann bewerben und wenn Du den Einstellungstest bestehst, garantiert Dir LH ja einen Arbeitsplatz, auch wenn die Wartezeit vom Ende der Ausbildung bis zum Beginn des LH-eigenen Typeratings vielleicht bei TUI-Fly oder Germanwings verbracht werden muss. Aber das war 2007 mit den NFFs (Nachwuchsflugzeugführern) auch so. Also viel Erfolg! Wenn noch Fragen sind, einfach melden.

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