Ein Graffiti, welches nicht mehr existiert, wurde fotografiert. Wer hat die Rechte?

5 Antworten

Für die gewerbeliche Vermarktung benötigt man ein Property Release vom Künstler, d.h. eine schriftliche Einverständniserklärung, daß man das Foto mit dem Grafiti gewerblich vermarkten darf.

Die Aufnahmen von einem öffentlichen Standpunkt = Panoramafreiheit ist nicht in jedem Land üblich! Selbst in Deutschland gibt es Gebäude, wo der Eigentümer sich die Vermarktungsrechte exklusiv vorbehält.

Das Urheberrecht auf ein Graffiti hat der Urheber des selbigen. Also derjenige, der es geschaffen hat.

Braucht der Ersteller des Fotos die Rechte oder hat er diese schon, da es das Kunstwerk nicht mehr gibt?

Das Problem liegt genau im Gegenteil begründet. Gerade WEIL das Graffiti nicht mehr existiert braucht man eine Genehmigung des Urhebers, wenn man ein Foto davon veröffentlichen will! Wäre das Graffiti bleibend und dauerhaft an einer Hauswand, zum Beispiel weil es ein Auftrag des Eigentümers war, der damit die graue Wand verschönern wollte, dann wäre dies (wenn das Bild von öffentlich zugänglichem Grund aufgenommen ist) unter der Panoramafreiheit abgedeckt und man könnte das Graffiti auch veröffentlichen. Wenn dies aber nun an einer extra "Graffiti Wand" entstanden ist, dort nur temporär zu sehen war und dann wieder von jemand anderen übersprüht worden ist, dann kann man sich natürlich nicht auf die Panoramafreiheit berufen

Im Klartext: ja, er braucht die Genehmigung des Urhebers wenn er Abbildungen des Graffitis veröffentlichen und/oder nutzen will

"Das Urheberrecht auf ein Graffiti hat der Urheber des selbigen."

Das ist sogar einem Idioten klar.

"Also derjenige, der es geschaffen hat."

Das sehe ich anders.

Wer ein Bild unerlaubt auf meiner Leinwand malt bekommt nicht die Rechte über diese. Die Leinwand bleibt weiterhin mein Eigentum und ich alleine entscheide was damit geschieht. Auch über das Abfitografieren.

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@sumi79

Da liegst Du halt ziemlich falsch. Die Leinwand mag Dir gehören, Urheber- oder Verwertungsrechte an dem Bild hast Du keine.

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@tinalisatina

Was mir gehört ist meins. Mit allen daraus resultierenden Rechten. Das betrifft auch das Bild.

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@sumi79
Das ist sogar einem Idioten klar.

Eben nicht. Du brauchst dir nur die falschen Antworten ansehen... Zudem: Wenn es klar wäre, dann wäre auch die Frage hier unnötig

Das sehe ich anders.

Wie du das siehst ist vollkommen egal, deine Meinung ist irrelevant. Entscheidend ist, wie das Gesetz das sieht.

Wer ein Bild unerlaubt auf meiner Leinwand malt bekommt nicht die Rechte über diese. Die Leinwand bleibt weiterhin mein Eigentum und ich alleine entscheide was damit geschieht. Auch über das Abfitografieren.

Damit liegst du auch falsch. Die Leinwand mag dir gehören. Da ist dann aber auch alles. du hast das Eigentumsrecht an einer Materiellen Sache, aber kein Urheberrecht am geistigen Eigentum des geschaffenen Werkes. Das liegt einzig und alleine beim Urheber. Du kannst mit der Leinwand verfahren wie du willst, aber eben nicht mit dem Bild darauf

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@sumi79
Was mir gehört ist meins

Dir gehört aber nur die Leinwand. Nicht das darauf befindliche Werk

Mit allen daraus resultierenden Rechten. Das betrifft auch das Bild.

Nein. Das betrifft nur den Gegenstand. Die Rechte am Bild gehören dem Urheber. Du darfst mit deinem materiellen Eigentum im Rahmen der daraus resultierenden Rechte machen was du willst, du kannst es verkaufen, zerstören oder sonst was. Das sind deine Eigentumsrechte. Aber du darfst nicht in die Urheberrechte des Schöpfest des Werkes eingreifen, das sich darauf befindet.

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@GammaFoto

Das bedeutet, ich darf das Bild schreddern aber ich darf es nicht abmalen?

Ich dürfte es aber konservieren, dann von meinem Hof auf die Straßenseite verlegen - damit ist es dann öffentlich - und dann darf ich es abmalen und veröffentlichen.

Wenn nun aber bei einem Tornado meine Wand zerlegt wird - darf ich das abgemalte nicht mehr veröffentlichen

Ja klingt alles sehr plausibel.

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@Jackie251
Das bedeutet, ich darf das Bild schreddern aber ich darf es nicht abmalen?

richtig

Ich dürfte es aber konservieren, dann von meinem Hof auf die Straßenseite verlegen - damit ist es dann öffentlich - und dann darf ich es abmalen und veröffentlichen.

Nicht ganz... denn wenn das Bild vom Urheber nicht für die Öffentlichkeit freigegeben wurde, dann darfst du das auch nicht. Der Urheber hat das ausschliessliche Recht zur Veröffentlichung

§ 12 UrhG Veröffentlichungsrecht

(1) Der Urheber hat das Recht zu bestimmen, ob und wie sein Werk zu veröffentlichen ist.

Ebenso hat der Urheber das ausschliessliche Recht sein Werk zu verwerten

§ 15 Allgemeines

(1) Der Urheber hat das ausschließliche Recht, sein Werk in körperlicher Form zu verwerten; das Recht umfaßt insbesondere 

  1. das Vervielfältigungsrecht (§ 16),
  2. das Verbreitungsrecht (§ 17),
  3. das Ausstellungsrecht (§ 18).

(2) Der Urheber hat ferner das ausschließliche Recht, sein Werk in unkörperlicher Form öffentlich wiederzugeben (Recht der öffentlichen Wiedergabe). Das Recht der öffentlichen Wiedergabe umfasst insbesondere 

  1. das Vortrags-, Aufführungs- und Vorführungsrecht (§ 19),
  2. das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung (§ 19a),
  3. das Senderecht (§ 20),
  4. das Recht der Wiedergabe durch Bild- oder Tonträger (§ 21),
  5. das Recht der Wiedergabe von Funksendungen und von öffentlicher Zugänglichmachung (§ 22).

(3) Die Wiedergabe ist öffentlich, wenn sie für eine Mehrzahl von Mitgliedern der Öffentlichkeit bestimmt ist. Zur Öffentlichkeit gehört jeder, der nicht mit demjenigen, der das Werk verwertet, oder mit den anderen Personen, denen das Werk in unkörperlicher Form wahrnehmbar oder zugänglich gemacht wird, durch persönliche Beziehungen verbunden ist.

Du darfst dir das Bild also in's Wohnzimmer hängen, aber nicht einfach auf die Straße

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@sumi79

Nein, lieber sumi79, das getrifft das eben deshalb nicht, weil es Dir nicht gehört. Dir gehört die Leinwand. Dass es da ein "Problem" gibt, ist schon klar, weil die Leinwand unerlaubt genutzt wird. Aber das ist eine andere Sache. Am Bild selbst erwirbt der Leinwandinhaber keinerlei Rechte. Und Urheberrechte schon gar nicht, die kann man gar nicht erwerben.

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@DerJoergi

auch für dich hier nochmal: zur Panoramafreiheit muss sich ein Werk DAUERHAFT (!) an einem öffentlichen Platz befinden. Immer erst einmal den Gesetzestext ganz lesen und verstehen! Bei einem Graffiti ist das in über 99,9% der Fälle wohl nicht der Fall

Ebenfalls darf ein Werk nicht einfach so und ohne Einverständnis des Urhebers von einem nicht öffentlichen Ort an einen öffentlichen Ort verbracht werden um in den "Genuss" des §59 UrhG zu kommen

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@GammaFoto

@GammaFoto

JETZT verstehe ich warum die deutsche Bahn soo viel Verspätung hat.

Jemand dringt in ein Bahnbetriebswerk ein und bespüht die Wagons (sieht man ja öfter mal). Dann darf die Bahn diesen Wagon nicht mehr benutzen, denn sobald der Wagon herumfährt, würde die Bahn ja einfach das Graffitti veröffentlichen.

Statt dessen muss Sie nun den Täter, ähhh ich meine Urheber finden und diesem die Zustimmung zur Veröffentlichung entlocken.

Oder wollen wir nochmal darüber nachdenken?

Sollte es wirklich möglich sein, durch eine Vogelscheuche (= ein von mir geschaffenes Kunstobjekt) den Bau einer neuen Straße zu verhindern? Die Straßennutzer (=Öffentlichkeit) könnte ja meine Vogelscheuche nun sehen. Ich brauche also nur die Veröffentlichung untersagen und schon kann der Staat diese Streckenführung knicken.

Der Vorteil:

Ich kann die Vogelscheuche sogar aufstellen, wenn die Baumaschinen schon angerückt sind.. Das da noch kein Umweltschützer drauf bekommen ist.

Soweit ist weiß gibt ja vom Staat nur die Zwangsräumung, nicht aber die Zwangsveröffentlichung! Folglich könnte mich niemand zwingen einer Veröffentlichung zuzustimmen! Klasse oder?

Würde das nicht dem Missbrauch doch ein wenig zu sehr Tür und Tor öffnen? Könnte man zu soetwas noch Rechtssicherheit sagen, wenn ich meinem Nachbarn das Auto dadurch lahmlegen kann, dass ich ein "Kunstobjekt" darauf sichtbar mache?

Wenn ich auf fremdem Eigentum meine Kunst erschaffe, dann ist das immer eine Veröffentlichung. Weil ich offensichtlich gar nicht die Möglichkeit habe über die Verwendung des Eigentums zu befinden. Als Schaffender muss ich also davon ausgehen, dass es zu einer Veröffentlichung kommen kann. Wenn ich das nicht will, sollte ich lieber meine eigenen Kellerwände ansprühen.

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@Jackie251

jetzt hast du dir so viel Mühe gemacht so viel zu schreiben, aber am Ende ist nur Unsinn raus gekommen...

Da hast du jetzt entweder gedacht, du seist witzig, oder du wolltest sarkastisch sein. In beiden Fällen stand dir deine Unwissenheit leider ein wenig im Weg. Oder soll ich dir einfach mal Absicht zugestehen, das alles so uz schreiben...?

Für den urheberrechtlichen Schutz eines Werkes bedarf es einer gewissen Schöpfungshöhe. Eine Schmiererei an einem Wagon der Bahn erfüllt das wohl in den meisten Fällen nicht und man muss da durchaus auch berücksichtigen was da "besprüht" wurde.

Aber es ist nun mal was anderes, wenn es ein Werk nur zum Zwecke der Umgehung des Urheberrechts durch Nutzung des §59 an einen öffentlichen Ort "verbracht" wird. Man kann nicht einfach eine Skulptur, ein Gemälde oder was auch immer einfach an einen öffentlichen Ort aufstellen. Man darf auch Bilder nicht einfach Drucken und irgendwo öffentlich aufhängen. Man braucht die Erlaubnis des Urhebers.

Deinen Vogelscheuchen Unsinn kommentier ich gar nicht erst weiter, der ist so weit neben de Spur, dass man gar nicht weiter drüber nachzudenken braucht

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Der Fotograf das Urheberrecht an seinen Fotos. Das Recht ein Gemelde abzufotografieren muss er sich jedoch von dem Eigentümer des Gemeldes einholen. In dem Fall ist das der Eigentümer der Hauswand.

Das ist meine Vermutung. Ob das stimmt weiss ich allerdings nicht. .

Ob das stimmt weiss ich allerdings nicht. .

Nein, stimmt nicht. "Vermutungen" sind eben so eine Sache.

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Da hast Du vollkommen recht. Es stimmt nicht.

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