Ein Exoplanet mit einer Million Monde?

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6 Antworten

Zwar gibt es noch kein "Schubfach", ab wann ein Brocken als Mond bezeichnet wird, aber beim Saturn mit Mio. von Brocken werden laut 

http://home.dtm.ciw.edu/users/sheppard/satellites/satsatdata.html

nur 62 als Mond anerkannt. Die kleinsten haben 300...600 m Durchm.

Von https://de.wikipedia.org/wiki/Aegaeon_(Mond)

mit 600 m hat man eine Masse von 1e11 kg -> und 1 Mio. davon hätten

1e17 kg -> das wäre immer noch 800000 mal leichter als unser Erdmond und 50000000 mal leichter als unsere Erde.

Ein Planet, etwas größer als Jupiter mit 1e28 kg wäre also 1e11 mal schwerer als alle Monde zusammen -> das sollte bei genügend Abstand für genug Stabilität reichen. (Erde ist nicht mal 100 mal schwerer als Mond)

Was oft vergessen wird, ist die Zeit. Systeme mit vielen verteilten Massepunkten sind relativ instabil. Bei genügend Abstand wie

https://de.wikipedia.org/wiki/Asteroideng%C3%BCrtel

wissen wir aber, dass 600000 Stück kein Problem für 500000 Mio. Jahre sind.

Antwort lautet also: Ja, theoretisch möglich, ABER die Wahrscheinlichkeit, dass genau so viele so kleine so schön gleichverteilt im Idealabstand herumfliegen ist so extrem klein! Die Wahrscheinlichkeit für Asteroideneinschläge ist dagegen sehr groß -> nicht gut für mögliches Leben!

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Kommentar von Sassyfox
04.02.2017, 19:47

Vielen lieben Dank!

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Kommt darauf an wie du Mond definierst von der Größe her. Die Saturnringe bestehen zu über 90 % aus unzähligen Eistrümmern, jeder dieser Teile ist im Prinzip ein Mond. Wenn du aber z.B. Monde meinst mit z.B. einem Durchmesser von 1000 Km oder mehr, dann könnten 1 Million Monde nicht einen Planeten stabil umkreisen, weil sie sich einfach viel zu stark gravitativ beinflüssen würden. Sie würden sich dann teilweise entweder gegenseitig ins All kicken, zusammenstoßen oder auf ihren Planeten stürzen. Dadurch würde sich die Zahl der Monde mehr und mehr reduzieren bis sie soweit runtergegangen ist, dass stabile Zustände herrschen würden im Planetenorbit. Natürlich beeinflussen (große) Monde einen Planeten mit ihren Gezeitenkräften, was aber von vielen Faktoren abhängig ist wie der Masse des Planeten / der Monde, die Entfernungen der Monde, Zusammensetzung des Planeten usw. usw. Würde die Erde z.B. von vielen großen Monden umkreist werden, dann wäre das für Leben eher nachteilig, denn die Monde würden die Erde durch ihre Gezeitenwirkung stark ausbremsen in ihrer Rotation. Das hätte z.B. zur Folge, dass die Eigendynamik des Erdkerns stark abnimmt und damit das Magnetfeld stark abgeschwächt würde. Die energiereiche Teilchenstrahlung der Sonne könnte dann quasi die Atmosphäre ins All abtragen. Auch die Erdachse würde bei vielen großen Monden wohl ins taumeln geraten, mit gravierenden Folgen für das Klima. Große Monde sind gut für erdähnliche Planeten und für die Entwicklung von Leben, aber zuviele schlecht.

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Kommentar von Sassyfox
04.02.2017, 19:48

Vielen herzlichen Dank!

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Das kommt ganz auf die Größe der Monde an ... Nehmen wir z.B. nur mal den Saturn mit seinen Ring , was gewissermaßen als Prinzip für eine Mondumlaufbahn darstellt, dann wären es sogar noch weit mehr,  nur das die Brocken eben nicht die Größe unseres Erdtrabanten hat...


Würden die vielen Monde den Planeten so sehr beeinflussen,

Kommt darauf an wie sie verteilt sind , ob gleichmäßig oder dicht bei einander , aber in der Regel wohl gleichmäßig und dann gleichen sich die kräfte wohl eher  aus...

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Theorie und Praxis.

In der Theorie kann das schon passieren. Aber du musst "mond" auch definieren. Ab welcher Größe ist ein Objekt ein Mond ? Zählen kleine Steine ? Denn dann haben wir ja den Saturn der wahrscheinlich ziemlich leicht über eine Million Monde kommt. 

Oder muss der Mond so groß sein wie unserer ? Denn dann wiederum brauchst du einen riesigen Planeten. Und die Umlaufbahnen müssen perfekt sein. Ansonsten kollidieren die Monde und sehr bald sind nur noch ein paar da.

Also in der Theorie könnte das schon passieren. In der Praxis wirst du wohl nie auf so einen Planeten stoßen.

Leben wäre wohl nicht möglich.

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Meines Erachtens nach würde sich ein Planet mit solch einer Masse nicht bilden; in der Entstehungsphase des Sternsystems würde er zu einem Stern werden, nicht zu einem Planeten. Natürlich vorausgesetzt, du definierst "Monde" als Himmelskörper, die unserem Mond ähnlich sind.

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Kant würde sagen: "Meine Probleme möchte ich haben" ;-)

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