Berichterstattung der Medien über einen Todesfall in der Familie verbieten - Möglich + Wer zuständig?

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5 Antworten

Zunächst einmal mein aufrichtiges Beileid.

Im österreichischen Recht kenne ich mich leider nicht aus - gehe aber mal davon aus, dass es sich nicht allzu sehr vom deutschen Recht unterscheidet...

Die Frage ist, ob der Tod des Elternteils oder die Umstände des Todes von öffentlichem Interesse ist.
Ein öffentliches Interesse kann zum Beispiel dann vorliegen, wenn es sich bei dem Verstorbenen um eine Person des öffentlichen Lebens (Politiker, Sportler, Schauspieler, Musiker, (Vereins-)Funktionär etc.) gehandelt hat. Oder auch dann, wenn es sich nicht um einen natürlichen Tod gehandelt hat, sondern dieser durch Fremdeinwirkung (Mord, Unfall) bzw. in der Öffentlichkeit eingetreten ist. Dann hat die Presse durchaus das Recht der Pressefreiheit und kann/darf/muss darüber berichten.
Ggfs. natürlich anonymisiert, wenn es sich bei dem Verstorbenen um keine Person des öffentlichen Lebens gehandelt hat (bspw. jemand kommt bei einem Verkehrsunfall oder einem Überfall ums Leben). Dann würde in der Presse ein Satz ähnlich diesem stehen: "Die 73-jährige Erna M. aus Musterstadt starb an einem Herzinfarkt infolge des Stresses bei dem Überfall auf Juwelier xy, dessen Augenzeuge sie wurde...".
Ähnlich dürfte das bei der Tochter Deiner Freundin gewesen sein. Ein durch Selbstmord der Mutter verhungertes Baby ist natürlich schon von öffentlichem Interesse geprägt.

Verstirbt eine Person (keine Person des öffentl. Lebens) an einem Herzinfarkt zu Hause, dann hat die Presse nicht nur kein Recht, darüber zu berichten, sondern in aller Regel auch gar kein Interesse daran.


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Hallo!

Ich entbiete mein Beileid & kann dir vllt. auch fachlich helfen, da ich bei einer Tageszeitung arbeite und erst vor zwei Wochen wieder einen Nachruf zu schreiben hatte. War ein bekannter Unternehmer aus unserem Stadtteil, der mit knapp 90 Jahren von uns gegangen ist. 

Bei solchen Fällen rufen wir immer bei den Hinterbliebenen an, wenn ein Verstorbener eine Würdigung bzw. letzte Ehrerbietung verdient hätte - etwa aufgrund hoher Bekanntheit, langjährigem Wirken im Bereich Kommunalpoltitik, Unternehmertätigkeit, Ehrenamt, Kirche usw. - und sprechen unser Beileid aus um zu fragen, ob überhaupt etwas gewünscht sei. Wenn ja, schreiben wir etwas & wenn nein, dann eben nicht. So einfach ist das.

Verbieten kann man die Berichterstattung eigentlich nicht & ich gebe zu, dass die meisten Todesfälle hier im Stadtteil sowieso ohne Nachruf bleiben. Bei 100 Todesfällen beispielsweise passiert es vielleicht bei höchstens fünf, dass ein Bericht über Leben und Wirken des Verstorbenen erscheint. Denke ich nur mal beispielsweise an die letzten beiden Jahre, habe ich in diesen höchstens zehn Nachrufe geschrieben, allerdings für mehrere Stadtteile mit jeweile locker 10000 Einwohnern. 

Da muss man sich keine Sorgen machen & auch den Polizeibericht kann man - wenn jemand keines natürlichen Todes starb und etwa durch einen Unfall usw. - nicht unterbinden. Aber in diesem werden sowieso allein aus Datenschutzgründen keinerlei Namen genannt. 

Ich würde nicht bei der Redaktion anrufen. Mein berufliches und privates Motto ist "weniger ist mehr", damit fährt man am besten wie ich finde.

Für die kommende Zeit wünsche ich euch alles Gute!

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Es ist halt Pressefreiheit wie überall, vielleicht hast Du Erfolg, wenn Du Dir einen Anwalt nimmst und der das für Dich regelt.

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Bei natürlichem Tot dürften die sich ja gar nicht dafür interessieren. Außer es handelt sich um einen Promi.

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Kommentar von Himbeeerli
25.02.2017, 07:35

Danke für die rasche Rückmeldung. Leider habe ich die Erfahrung gemacht dass eine "Heute" Zeitung noch wochenlang über der Tocher einer Freundin berichtet hatte.. (Selbstmord in der Wohnung, Baby verhungerte)

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Warum befürchtest du, dass eine Berichterstattung erfolgt?

Eine Todesanzeige erscheint nur dann, wenn die Angehörigen des Verstorbenen der Zeitung den Auftrag für eine solche geben.


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Kommentar von Himbeeerli
25.02.2017, 07:39

Die Tageszeitung "Heute" hat wochenlang über der Tocher einer Freundin berichtet.. (Selbstmord in der Wohnung, Baby verhungerte). Ich möchte nicht die selbe Erfahrung machen.

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