Ein Ehepaar hat in Ihrem Testament einen Sohn enterbt. Er hat sein Pflichtteil bekommen. Der Vater ist verstorben.. Kann er beim Tod der Mutter erben oder ist ?

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2 Antworten

Ein Ehepaar besteht aus 2 Personen, so das es auch 2 Erbfälle gibt. Bei jeder der beiden Erbfälle haben leibliche oder adoptierte Kinder, sofern sie enterbt wurden Anspruch auf den Pflichtteil. Der Pflichtteil berechnet sich dabei nach den jeweiligen Nachlasswert zum Todeszeitpunkt abzüglich der Erbfallkosten.

Dazu gehört beim 2. Erbfall auch das was beim 1. Erbfall geerbt wurde und noch vorhanden ist.

Ob der Sohn auch für den 2. Erbfall enterbt ist, hängt davon ab, ob es sich bei den Testament um ein gemeinsames Testament handelt und falls ja, was für den 2. Erbfall festgelegt wurde.

Wenn die Enterbung des Sohnes in einem sogen. Berliner Testament erfolgt ist (also ein Test., in dem sich Eheleute gegenseitig zu Erben einsetzen und ferner bestimmen, wer dann Erbe des Letztversterbenden von ihnen werden soll), konnte der Sohn schon beim ersten Erbfall (Vater) seinen Pflichtteil am Nachlass des Vaters geltend machen (in Geld die Hälfte des Wertes seines gesetzlichen Erbteils).Wenn dieser Sohn dann nicht als Erbe des Letztversterbenden (Mutter) eingesetzt wurde und auch mit keinem Vermächtnis bedacht ist, kann er auch beim Tod  Mutter seinen Pflichtteil verlangen, und zwar am ganzen Nachlass der Mutter einschließlich des noch vorhandenen an sie beim Tod des Vaters übergegangenen Nachlasses

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