Gibt es einen Beweis für die Nicht-Existenz Gottes?

35 Antworten

Beweise und Gegenbeweise sind bis Kant und danach vorgelegt worden mit dem Effekt, dass man sich weiter streitet und an kein Ende kommt. Das hat damit zu tun, dass wir über unsere Erfahrung hinaus nur spekulieren aber nichts beweisen können. Das ist meiner Meinung nach auch überhaupt nicht wichtig. Wichtig ist, dass wir als Menschen in dieser Welt möglichst friedlich und vernünftig miteinander umgehen. Und wenn es Menschen gibt, deren Gottesvorstellungen nur eine versteckte Selbstüberhöhung darstellen, wonach sie sich selbst wie ein göttlicher Elefant im Porzellanladen benehmen können, dann müssen wir ihnen auf die Finger hauen.

Ich halte mich an Epikur. Für ihn war das Sein ewig ohne irgendeinen Schöpfer. Interessanterweise hat er die Existenz von Göttern anerkannt. Wie das, fragt man sich. Seine Auffassung, die übrigens von den US-Pragmatikern wieder aufgenommen wurde: Alles, was wirkt, existiert. Epikur war zu seiner Zeit umgeben von Menschen, die an allerlei Götter glaubten, ihre Feste feierten, ihnen opferten. Realer als in den Vorstellungen dieser Menschen, die ihr Leben danach ausgerichtet haben, können Götter nicht existieren. Ein mathematisch bewiesener Gott bewirkt gar nichts und ist nur Teil einer leeren und nutzlosen Formel. Ein mit Hoffnungen, Ängsten, Trost, Erwartungen, Vorschriften zu Lebensverhaltensweisen angefüllter Gott allerdings begegnet mir im Verhalten jedes Nachbarn, der ihm Lenkungsrechte eingeräumt hat.

Epikur war natürlich auch ein Schlawiner. An und für sich sind Götter, oder Gottesvorstellungen, die Menschen nur zu guten und nicht zu schlechten Taten antreiben, ein guter Ansatz. Bevor man mit nichtsnutzigen Beweisen gegen Phantome antritt, versuchen wir doch, die Götter- oder Gottesvorstellungen zu verändern, von denen Menschen drangsaliert und zu eher unglücklicher Lebenseinstellung geführt werden. Besetzen wir also die Götter ihrem eigenen Anspruch des Höheren nach mit guten Eigenschaften, zu denen zu streben auch uns Menschen zu Gutem motiviert. Dann sei jedem sein eigenes Gottesbild gegönnt, wenn es ihn zu besserem Verhalten antreibt.

Was aber ist mit seelisch Kranken, Menschen mit extremem Minderwertigkeitsgefühl, die wie die IS-Leute einen Allah brauchen, der größte und gemeinste Bestialitäten überhöht? Auch im Christentum und anderen Religionen hat man schon erlebt, dass das Ausleben niedrigster Triebe mit einem göttlichen Willen getarnt wurde. Das Problem eines "göttlichen Willens" ist dabei, dass er nur in interpretierter Form vorliegt. Zum Glück beanspruchen so viele unterschiedliche Interpretationen Glaubwürdigkeit und Autorität, dass sie sich gegenseitig ausschließen. Doch wehe, ein kranker Geist kann als Guru Interpretationsführerschaft an sich reißen, was z.B. zur Aum-Sekte führen kann oder zum IS. Am zerstörerischen Terrorismus wird dann deutlich, dass solche Vorstellungen alles andere als harmlos sind.

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Zu Deinen Erklärungen lasse ich einfach Charles Darwin zu Wort kommen:

  • "Ich kann das Universum nicht als Resultat blinden Zufalls ansehen." (F.Darwin & Seward 1903,I,321)
  • "Ich neige dazu, alles so zu betrachten, als folge es den Gesetzen des Schöpfungsplanes, während die Details dem überlassen bleiben, was wir Zufall nennen." (F.Darwin 1887, II, 105)
  • "Denke ich darüber nach, dann fühle ich mich gezwungen, mich nach einer ersten Ursache umzusehen, die im Besitz eines dem des Menschen im gewissen Grad analogen Intellekt ist, und ich verdiene Theist geannt zu werden." (F. Darwin 1887, I, 282f)
  • "In meinen extremsten Gedanken war ich nie ein Atheist, in dem Sinne, dass ich die Existenz Gottes verneint hätte." (F. Darwin 1887, I, 274)
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@Christian3684

Und was sollen diese herausgerissenen Zitate jetzt beweisen? Dass der Pfarrer und Theologe Darwin letzte Reste seiner Religiosität nicht aufzugeben bereit war. Das ist sein gutes Recht. Das sagt nichts über die Schlussfolgerungen seiner Forschungen aus. Darwins Theorien als Anti-Gottesbeweis zu interpretieren ist eh überzogen. Seine Theorien gehören in den Bereich der Wissenschaften. Seine innere Einstellung in den Bereich des Glaubens. Beides ist getrennt zu respektieren.

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@Christian3684

Das sind Darwins Einlassungen. Das aber muss nicht heissen, dass er damit Recht hat. Er kann sich das eben nicht anders erklären, wie er die Welt und die Schöpfung sieht. Man kann sich dieser Sichtweise anschliessen, muss es aber nicht.

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Naturwissenschaft ist nicht zuständig ,für das Thema Gott .

Sie macht dazu keine Aussagen sofern diese seriös ist ,denn Gott ist Transzendent also übernatürlich .Ist daher also nicht messbar  mit dem Massbecher ,daher  die Naturwissenschaft ist immer methodisch atheistisch . Da sie keine Instrumente und Methoden dazu hat .

Es gibt keine Beweise für Gottes Existenz  auch in der Theologie und Philosophie nicht .die hier auf dem Gebiet forschen und bestimmte Aussagen machen können .Da sie Methoden und Instrumente dazu hat .

Dort spricht man aber eher von Erkenntnis und die muss  in der Natur der Sache logischerweise immer subjektiv bleiben .

Mir persönlich  als Christin macht das keine Schwierigkeiten ,denn meine Leben ist voller Erkenntnis darüber wie,wo  und dass Gott wirkt in meinem Leben .

Das ist eben dann  der Glaube !

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Naturwissenschaft ist nicht zuständig

Richtig. Ebenso wie sie nicht zuständig ist für Rumpelstielzchen, die Zahnfee und Kobolde. Sprich, für die Dinge, die menschlicher Phantasie entsprungen sind.

Für alles andere ist sie aber die einzige Quelle von Erkenntnis.

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@realsausi2

Schade dass du versuchst, den Gottesglauben ins Lächerliche zu ziehen. Als Atheist könntest du aber wenigstens nicht den Geisteswissenschaften nicht die Erkenntnisfähigkeit absprechen. - "Rumpelstilzchen" schreibt man übrigens ohne "ie."

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@Eselspur

Schade dass du versuchst, den Gottesglauben ins Lächerliche zu ziehen

Ich wüßte nicht, warum die Lächerlichkeit von Gottesvorstellungen von mir abhängig sein sollte. Ich habe gar keine.

Als Atheist könntest du aber wenigstens nicht den Geisteswissenschaften nicht die Erkenntnisfähigkeit absprechen.

Nun, Geistes"wissenschaften" sind so ein flatt´rig Ding. Das hat mit Naturerkenntnis nun mal gar nichts zu tun. Alles ist Physik. Gewisse Foci im Speziellen sind Chemie und Biologie. Nichts ist nicht Physik.

Daher sind Geistes"wissenschaften" reine Muße ohne tatsächlichen Erkenntnisgehalt was die Realität angeht.

"Rumpelstilzchen" schreibt man übrigens ohne "ie."

Danke dafür. Wieder was gelernt.

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@realsausi2

@Sausie ...du alter Zausel 

Diesen  kampf meine ich haben wir doch schon vor langer Zeit ausgefochten....ich gebe die Hoffnung Trotz allem nicht auf ...für dich  ;  )

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1. Davon ausgehend, dass Gott Allwissend und Allmächtig sein soll. Müsste er bei der Schöpfung jede folge seiner Schöpfung vorausgesehen haben, weil er Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wusste. Als er also die Welt geschaffen hat, wusste er bereits um jede einzige Folge seines Handelns, er kannte die Zukunft und wusste um sein zukünftiges Handeln, er wusste wie sich jede einzige Spezies entwickelt und jedes einzelne Individuum in jeder gegebenen Situation entscheidet. Des weiteren wusste er bereits um jede Situation in der er eingreifen würde bescheid, was ihm also jegliche Handlungsfreiheit nimmt und somit einer göttlichen Allmacht widerspricht. Das heißt Gott ist ein Widerspruch in sich und somit nicht möglich.

2. Man kann keinen Beweis für eine "Nicht-Existenz" bringen. 

(bei klar definierten Sachen kann man eine nicht-Existenz beweisen, zB in der Mathematik, aber das greift für Gott leider nicht)

Alle Polarbären sind weiß stimmt auch nur solange bis ein Schwarzer-Eisbär geboren wird. Solange ist die Aussage, dass alle Eisbären weiß sind aber wahr, weil noch kein andersfarbiger entdeckt wurde.

Wenn also behauptet wird, dass, dass eine Allmächtige Teekanne um den Mars kreist. und niemand in der Lage ist das Gegenteil zu beweisen, dann macht es diese Aussage nicht wahr, sondern bestenfalls "möglich". 

Das gleiche geht mit Zombies, Feen, Einhörnern, fliegenden Spaghetti-Monstern usw.

Wenn man jedoch eine Wahrscheinlichkeitsaussage zu all den oben genannten "Möglichkeiten" treffen müsste (inklusive Gott), so tendiert die Wahrscheinlichkeit bei jedem gegen Null.

3. Gott soll angeblich vor dem Urknall existiert haben, weil er ihn ausgelöst haben müsste. Das heißt, dass Gott ohne Zeit und Raum existiert haben müsste. Ein weiterer gravierender Widerspruch in sich, Nichts kann ohne Zeit und Raum existieren. 

Wenn er es jedoch tatsächlich täte, dann könnte er nicht in unsere Materielle Welt eingreifen, durch brennende Büsche, Verwandlungen von Wasser zu Wein, Kindszeugungen etc.

4. Wird das moralisch Gute von Gott befohlen, weil es moralisch gut ist. Oder ist es moralisch gut, weil es von Gott befohlen wird?

4.1. Wenn etwas gut ist, weil es dem göttlichen Willen entspricht dann ist Gott die Richtlinie jeder moralischen Entscheidung.

Das heißt:  Gut ist was Gott will.

Wenn man jetzt davon ausgeht, dass Gott Gutes will heißt das nur, dass Gott will was er will.
Das heißt aber auch dass Gott keinen Unterschied zwischen gut und schlecht macht, da alles was passiert zu Gottes Plan gehört, der per Definition gut ist.

Das heißt wiederum dass ein Mörder gut ist, weil er getan hat was Gott will, da der Mord zu Gottes Plan gehört hat, was Moral irrelevant macht da alles was je passiert gut ist.

Also wenn Gott befiehlt alle Homosexuellen zu töten oder deine Kinder zu ermorden wäre das moralisch gut, da es Gottes Wille ist.

4.2. Wenn aber Gott befiehlt moralisch Gutes zu tun weil es moralisch gut ist, dann hat Gottes Wort keinen Einfluss auf Moral

Gott erkennt lediglich das Gute der Moral legt diese aber nicht fest, da sie schon vor Gottes Wort als gut galt. Was Gottes Wort komplett von jeglicher Moral löst da man diese Moral auch ohne einen Gott beurteilen kann.

Fazit: Wenn Gott Moral festlegt, dann können wir morden so viel wir wollen da es zu Gottes Plan gehört
Wenn Gott Moral befiehlt weil sie richtig ist braucht man keinen Gott für moralische Werte.....

Fazit: Theismus ist für mich Unfug und mir reichen diese Erklärungen von oben aus um nicht an einen Gott zu glauben und seine Existenz zumindest anzuzweifeln. Ich kann nicht beweisen, dass es ihn  nicht gibt, aber ich entscheide mich nicht an ihn zu glauben und ihn somit nicht in mein Leben einzubeziehen. Indem ich keine Entscheidung von ihm abhängig mache noch sonst irgendetwas von ihm will, wie Gnade, Vergebung etcpp.

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Sorry fürs copy & pasten, aber irgendwann ist man müde jeden Tag die gleiche Frage zu beantworten. 

Benutz mal die Suchfunktion, oder klick zB auf den Link von Hummel unten, der is zwar nicht meiner Meinung, aber wir sind uns einig, dass wir uns nicht einig sein können.

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@Diimiitrii

Das es aber das Geheimnis des Seins gibt, also den Urgrund, ist sicher klar. Es existiert also etwas, nämlich dieses Geheimnis. Gäbe es die Existenz eines Geheimnisses nicht, dann wäre uns auch die Möglichkeit aus der Hand geschlagen, es als solches zu bezeichnen. Doch: was nicht ist, kann auch nicht benannt werden.

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Grüß Dich Diimiitrii!

Nachtrag:

Gott soll angeblich vor dem Urknall existiert haben, weil er ihn ausgelöst haben müsste. Das heißt, dass Gott ohne Zeit und Raum existiert haben müsste. Ein weiterer gravierender Widerspruch in sich, Nichts kann ohne Zeit und Raum existieren. 

Wenn Du Dir Gott als Person denkst, dann hast du Recht.

Aber und so muss ich sagen: das es etwas ist, ist völlig klar. Dann jeder sehen und erleben. Also muss es auch einen Grund dafür geben. Der Urknall wäre da kurz gegriffen, denn dafür müsste es auch einen Grund geben.

Der Urgrund aber, der den Urknall auslöste, ist eigentlich nur durch die Definition von Aristoteles zu lösen, wobei er jedoch sich nur auf einen absoluten Anfang bezieht. 

Ich zitiere das
Internetlexikon Wikipedia:

Nach der aristotelischen Bewegungslehre, in der die Bewe­gung eines Körpers immer nur durch die Bewegung eines anderen Körpers ver­ursacht sein soll, so ergäbe sich ein unendlicher Rückgriff, wenn man nicht die Bewegung sozu­sagen "am Anfang von allem" aus einer unbe­wegten Quelle hervorgehen lässt; diese Quelle ist der allein aus lo­gischen Gründen postulierte unbewegte Beweger. Mit der christlichen "ontologischen" Vorstellung eines real existierenden Geistwe­sens na­mens Gott, der zugleich der
Schöpfer aller Dinge ist, hat das nichts zu tun.“

(ontologisch meint Annahmen über
Grund­strukturen der Wirklichkeit)

Kurz gesagt, wenn jedes einen Grund hat zu sein und dieses wieder einen Grund usw.- usw., ensteht eine endlose Ursachen-Anstosskette zurück, die aber so gesehen keinen Anfang hat und damit wäre auch die Welt und das Universum nicht möglich.

Infolgedessen muss es einen Anfang geben. Gott wäre demnach lediglich Nichtsein als nur einem Potential, aus dem etwas werden kann, im Gegensatz zum Nichts, wo es nichts gibt und aus dem auch nichts werden kann.

Nach dieser Logikkette wäre Nichtsein Gott. Das schöpferische Potential (ES) wirkte dann aber nicht allein am Absoluten Anfang als Urgrund, sondern wirkt auch im Jetzt, dem Ende der Zeit. Anfang und Ende fielen so gedacht da zusammen und Gott (als ES wohlgemerkt) ist das einzig Ewige, weil ES zeitlos und raumlos ist. Wenn das so ist, gibt es keinen Anfang und kein Ende.

Die weitere Schlussfolgerung: Gott wäre ungeschaffen, unzerstörbar und ewig, weil zeitlos und raumlos). 

Die Folge: 

Gott als Nichtsein wäre dann nur im Zusammenhang mit Sein zu verstehen und nicht voneinander trennbar, denn ohne Sein kein Gott. Oder als Extrakt: Es gibt nur Gott und sich mit allem was ist und denkbar wäre in der Natur (Universum), offenbart. Die Welt wäre somit nicht Gott allein, aber Gott ist in der Welt. Dieser Gedankengang ist aber völlig unchristlich!

Alles aus Einem

Eines in Allem!

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@vonGizycki

Das ist nur zirkuläre Logik, klingt gut geht aber immer nur von der Existenz Gottes aus. Ist es eine Beweisführung wenn ich immer in der Quintessenz benenne "Gott ist"?

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