Eigentumswohnung: Keine Schutzleiter an den Steckdosen. Sicherheit gegeben durch Personenschutz-Adapter bzw. FI-Schukomat / -Steckdose?

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5 Antworten

halten wirs mal fest... in den zimmern müsstest du so wie so alles neu machen. dann gibst du 150 € je zimmer für den schukomaten aus.  was spricht dann dagegen, auch gleich tabula rasa zu machen, und durch den flur neue Leitungen bis zum Sicherungskasten zu verlegen.

das bringt gleich mehrere vorteile mit sich:

  • du kannst die stromkreise weiter aufteilen, also für jedes Zimmer, so wie großverbraucher je eine eigene Zuleitung legen
  • Großverbraucher wie Backofen, Kochfeld, Mikrowelle, Waschmaschine, Wäschetrockner etc. können mit 2,5 mm² statt 1,5 mm² angeschlossen werden. das sorgt für mehr spannungsstabilität und weniger verlustleistung

lg, Anna

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Kommentar von labcdl
22.12.2015, 12:18

Der Punkt ist, dass "tabula rasa" mit einem hohem Kostenaufwand verbunden ist. Es sind keine Rohe hinter den Wänden verlegt. Also müsste man alle Wände in der ganzen Wohnung aufreisen. 

Viele Gerätestecker besitzen gar keine Schutzkontakte. Bei Geräten mit Schutzkontakten (z.B. PC) würde ich dann über den FI-Schuko, oder den dahinterliegenden Steckdosen, anschließen. 

Wenn man pro Zimmer eine FI-Schuko wenigstens ein Teil der Steckdosen absicheren würde, würde ich nicht auf eine riesen € Summe kommen wie es bei einer kompletten Erneuerung der Leitungen wäre?

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Einen FI-Steckmat macht vlt im Bad Sinn,ansonsten ist Deine elektr.Anlage sicher.Früher verwendete man die klassische Nullung,d.h. es wurde eine Brücke zwischen grau und Schutzleiteranluß der Steckdose gelegt.Somit ist eine Schutzleiter gegeben und die Steckdosen sind genauso sicher,wie die heutigen,nur einen FI kann man nicht stetzen.

Wenn Dich das stört,solltest Du nicht zig Steckmaten kaufen,sondern Deine elektrische Anlage in der Wohnung von einer seriösen Elektrofirma sanieren lassen.Gelbe Seiten sind Dir dabei behilflich,achte auf Firmen,die einen E-Check anbieten.Kostet ein paar tausend Euro,aber dann bist Du absolut sicher.

PS:Laß auch gleich einen Blitzschutz mit in die Unterverteilung einsetzen,dann sind auch sämtliche Geräte für Überspannungen im Netz geschützt.


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So einen Vorschlag statt neue 3-adrige Zuleitungen zu verlegen in jedem Raum zur Erhöhung der el. Sicherheit einen FI bzw. Personenschutzautomat oder für die jüngeren Elektriker RCD davorzuschalten, habe ich auch noch nicht gehört.

Zur normalen Funktion eines FIs: Soll automatisch die Stromzufuhr auf einem Stromkreis, z.B. Steckdosenstromkreis, bei einem Isolationsfehler und Körperschluss unterbrechen. Der Fehlerstrom soll möglichst durch eine niederohmige Erdverbindung sprich Schutzleiter-Verteilung-Potentialausgleichsschiene abgeleitet werden. Der seit 2009 durch den VDE bei Neuinstallationen verbindlich vorgeschriebene FI30mA muss bei einem Fehlerstrom von <30mA und <0,4s abschalten.

Wenn die Steckdose keinen gelb-grünen Schutzleiter hat wegen der alten 2-adrigen Originalinstallation und zusätzlich keine klassische Nullung vorliegt - FI muss übrigens hinter der Nullungsbrücke sein, sonst fliegt er häufig gleich raus bei Erdkontakt mit eingesteckten Geräten -, dann löst er nur bei einem Körperschluss aus. D.h. die Stehlampe steht auf einem isolierendem Boden und hat einen "satten" Körperschluss. Das Gehäuse steht unter Spannung. Berühre ich das Gehäuse mit der einen Hand und der anderen Hand z.B. ein gut geerdeter Heizkörper, dann fließt kurzzeitig bis zur Auslösung der Fehlerstrom über meinen Körper. Genau das gleiche wird erreicht bei Schutzklasse II - Geräten mit integriertem PRCD. 30mA sind sicher nicht tödlich - 30mA Körperdurchströmung bedeuten aber einen unerträglich starken Stromschlag!

Lange Rede kurzer Sinn: Nachträglich Steckdosen zu nullen ist nicht mehr zulässig. Bei einer Neuinstallation in einem Raum muss die Zuleitung ebenfalls erneuert werden und über einen 30mA FI abgesichert werden - jedenfalls müssen seriöse Elektrobetriebe so vorgehen.

Last but not least: Das Wort Bestandsschutz = Nichtnachrüstpflicht gilt nur für private Bauherren und ist eine Ausrede nichts machen zu müssen!

ps: Übrigens habe ich selber ein EFH Bj.1964. Als ich einzog habe ich sofort den vorgeschriebenen Bad-FI und einen weiteren für Außensteckdosen nachgezogen. Der gesamte Keller ist auf FI abgesichert und die übrigen Etagen auf Nullung wegen 2-adr. Stegleitung. Über die Jahre wird Raum für Raum im Rahmen der Sanierung mit einer neuen Zuleitung versehen und dann über FI abgesichert.

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Kommentar von germi031982
23.12.2015, 18:55

FI ist erst seit 1984 Vorschrift, hätte also nicht nachgerüstet werden müssen, es sei denn du widmest einen Raum zum Bad um wie das bei mir der Fall war. Ist aber besser wenn man einen hat, ich habe zusätzlich zum Bad auch einen fürs Gästeklo.

Stegleitung gibts auch heute noch, ist auch noch zulässig. Nimmt aber keiner mehr, denn die Leitung ist nicht so universell einsetzbar wie eine NYM-Leitung. Man braucht spezielle Nägel mit denen die Leitungen aufs Mauerwerk genagelt werden und darf nicht auf brennbaren Oberflächen wie Holz verlegen. Allerdings haben die Stegleitungen einen Vorteil: Wenn man sie aus der Wand reißt hat man direkt einen schönen Schlitz für die Verlegung der neuen Leitung.

Ich hatte in einer Hinsicht Glück, in meinem EFH Bj. 1952 wurden Leerrohre verlegt (Bergmannrohr) in das dann einzelne Adern eingezogen wurden. Alte Adern raus und mit der Spirale neue Adern (H07V-U) eingezogen. Ging bei einem guten Teil, bei manchen Sachen musste konventionell mit NYM gearbeitet werden da ich die Stromkreise von damals auch aufgeteilt habe auf mehrere Stromkreise. Aber das hielt sich in Grenzen. Bisschen Stegleitung war auch drin im alten Schlafzimmer als Leitung vom Zugschalter überm Bett zur Verteilerdose und von dort zur Zimmerlampe. Das war dann aber dreiadrig (Wechselschaltung).

Also lange Rede kurzer Sinn:

Wenn man die Installation neu macht, oder auch neu baut, am besten immer Leerrohre einbauen, dann klappt eine spätere Nachrüstung schneller und ohne oder mit weitaus weniger Dreck.

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Kommentar von acoincidence
24.12.2015, 13:37

Schöne Antwort die alle Fakten enthält welche ich dem Fragesteller zwei Tage lang aus der Nase gezogen habe. Lass dich aber nicht von einem Steigleitung Wiki Leser mit off Topic  Beiträgen beirren. Was viele nicht wissen die RCD Vorschrift gibt es sogar schon seit 2005 mit Übergangszeit und seit 2009 verbindlich. Es regt mich immer wieder auf wenn ich neuere Anlagen von 2006 oder so sehe ohne RCD obwohl es doch da schon stand der Technik war.  

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Bestandsschutz gibt es nicht. Entweder ist die Anlage nachrüstpflichtig oder nicht. Sind deine Steckdosen jetzt wirklich ohne Schutzkontakt abgeschlossen oder ist der neutralleiter per Brücke auf den Schutzkontakt geklemmt ? Das heißt dann klassische nullung. Nullung ist nicht zwingend nachrüstpflichtig. Zweipolige Steckdosen jedoch sehr wohl.

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Kommentar von labcdl
23.12.2015, 01:55

Zu dem Zeitpunkt als die Anlage errichtet wurde, war es anscheinend gesetzlich vorgesehen nur zwei Kabel zu haben und die Null eben nicht an die Schutzkontakte zu brücken. Diese Brücke wurde doch damals schon recht schnell verworfen? Danke für die Info mit dem "Bestandsschutz". Ich wollte ursprünglich damit ausdrücken, dass eine elektrische Installation geduldet wird wenn sie problemlos funktioniert und zum damaligen Baujahr gültig war. Legt man keine neuen Dosen und es ist alles fehlerfrei nach dem Stand des Baujahres, dann muss sie nicht erneuert werden.

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Kommentar von acoincidence
23.12.2015, 02:26

Ohne irgendwas am Schutzkontakt oder Steckdosen ohne schutzleiter ist deine Anlage absolut nicht in irgendeiner Form unter bestandsschutz zu dulden. Deine Anlage ist in jedem Fall nachrüstpflichtig und somit hat sich dein personenschutzschalter Steckdosen in Rauch aufgelöst. Du bist leider falsch informiert worden.  Sorry.  Nullung währe schön gefährlicher Mist und bei Eigentum echt fragwürdig. Aber noch nichtmals ne nullung geht gar nicht.

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Kommentar von acoincidence
23.12.2015, 02:48

Moment nie was geändert kann ich ja nicht so einfach Wiederlegen aber damals gab es sowas wie Schutz durch nicht leitende Räume. Wenn der Boden wirklich noch so gelegt ist wie damals und keine Zentralheizung nachgerüstet wurde und auch ansonsten keine neue Gefährdung dazugekommen ist dann und nur dann ist es noch zulässig.

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Kommentar von acoincidence
23.12.2015, 02:57

In de Hammer ist das du eigentlich Schutzkontaktsteckdosen in den Wänden ist. Wann hast du die Hütte denn gekauft ? Rede mal mit einem Anwalt ob das arglistige Täuschung ist. Meiner Meinung ist es noch nie erlaubt gewesen Schutzkontaktsteckdosen nur mit zwei adern anzuschließen. Das ist doch für einen Laien gar nicht zu erkennen das der Schutzkontakt nur zur Zierde ist. Und klassische nullung nachzurüsten ist grenzwertig.  Die Anlage hätte so nie in Betrieb genommen werden dürfen. Oder jemand anderes hat die zweipoligen Steckdosen ausgetauscht. Dann ist dieser in der Verantwortung und somit nach Rücksprache mit einem Anwalt derjenige welcher der dich betrogen hat.  

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Kommentar von acoincidence
23.12.2015, 12:12

Tja viel Glück vielleicht ist beim Verkäufer was zu holen. Verstecke Mängel oder so. Im besten Fall ein Vergleich oder außergerichtlich. Oder die Rechtsschutzversicherung gebrauchen.

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Kommentar von acoincidence
23.12.2015, 19:07

Nein. Lese den gesamten Text. Der Fragesteller ist nichtmals in Besitz einer Anlage mit klassischer nullung und somit Schutz durch isolierte räume. Was jedoch warscheinlich nicht mehr gegeben ist. Zusätzlich wurden die zweipoligen Steckdosen offensichtlich irgendwann gegen Schutzkontakt Steckdosen ersetzt und kein ! Klassische nullung nachgerüstet. Somit ist die Anlage nicht stand der Technik zu keiner Zeit.

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Hallo labcdl

ich würde dir von einer kompletten Umrüstung auf Schuko-Schutzkontaktsteckdosen abraten, da bei den einzelnen Komponenten die "richtige" Erdung fehlt (siehe Funtionsweise FI)

Eine Neuinstallation auf 3-Leiter wär wahrscheinlich sogar kostengünstiger. (so ca. 1 Woche Arbeitsaufwand)

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