Eigentumswohnung kaufen eine gute Idee?

...komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Also mal was zu meiner eigenen Erfahrung: wir haben eine Eigentumswohnung, soweit alles ok. Die Wohnung wurde in einer Zeit der Hochkonjunktur gekauft und ist heute sooo teuer, dass wir bei einem Verkauf nicht mal mehr den Preis erreichen könnten, zu dem die Wohnung gekauft wurde. Miete können wir nur soviel verlangen, wie eine gleichwertige Wohnung in dem Gebiet kostet, und das ist nicht allzuviel, wenn man bedenkt, wieviel wir sonst noch in die Wohnung gesteckt haben. Ich persönlich würde an Deiner Stelle noch warten, mir Kapital ansparen und dann lieber gleich ein Haus kaufen. Und das ist meine ganz ehrliche Meinung.

Ich würde die Finanzierung für etwas knapp halten. Eigenkapital ist wohl weiter nicht vorhanden? Zinsen sind grundsätzlich recht niedrig. Es müssen ja nicht nur Zinsen gezahlt werden, der Betrag muß auch getilgt werden.

Mal das Finanzielle außer acht gelassen, kauf Dir für das Geld lieber ein Haus (kein Reihenhaus oder eine Doppelhaushälfte) oder bleib Mieter.

Kristall08 bringt es auf den Punkt.

  • Wo liegt denn die Wohnung? Es gibt drei Gründe, eine Immobilie zu kaufen: Lage, Lage, Lage! Also sollte die Wohnung nicht ländlich liegen, gute Anbindung zum öffentlichen Personennahverkehr, Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants, Ärzten, Kindergärten, Schulen etc. haben. Zudem sollte die Wohnung möglichst in einer ruhigen Anliegerstraße liegen: also weder Bundesstraße noch Autobahn, weder Bahnschienen noch Einflugschneise in unmittelbarer (hörbarer) Entfernung!

  • Kleines Beispiel: Ich lebe in einem kleinen Mittelreihenhaus am Hamburger Stadtrand, Baujahr 1954, Wohnfläche etwa 80 qm, Grundstücksgröße etwa 130 qm, gut gepflegt und ausgestattet (also mit ziemlich neuen Fenstern, Wärmedämmung etc.), oben genannte Aspekte treffen auch zu: laufende Kosten mit allen Versicherungen, Telefon etc. keine € 400,--, Instandhaltungskosten (hochgerechnet) incl. neuen Fernseher, Waschmaschine etc. maximal (!) € 400,--, alles zusammen also höchstens € 800,--. Als Warmmiete für dieses Häuschen könnte ich mindestens (!) 800,-- verlangen, zusätzlich müssten die Mieter aber noch Strom, Telefon / Internet, Hausratversicherung, GEZ zahlen ... und so ganz nebenbei auch noch für neue Waschmaschinen, Fernseher, Tapizieren etc. aufkommen ... wären also ganz bestimmt weit über € 1.000,--!

Also, du musst Dir auch das Haus genau ansehen, denn es könnte sein das sonst unerwartete Instandhaltungskosten auf dich zukommen die Du als Miteigentümer auch trägst. Als ehemalige Hausbesitzer kann ich nur sagen, Eigentum zu haben ist auf der einen Seite gut, denn das was du in die Wohnung investierst ist für dich und geht dir nicht verloren. Da kann man auch schon mal für Dinge mehr anlegen wie man es in einer Mietwohnung machen würde. Die Sicherheit, das Du keinen Ärger mit Vermieter hast ist auch nicht schlecht, aber dafür musst Du eben darauf achten das Deine Finanzierung auch stabil ist. Durch Eigentum ist man meist Ortsgebunden, denn man muss sich ja um das Objekt auch kümmern selbst wenn man später mal Vermietet. Als Hausbesitzer hast Du mehr Freiheit wie als Eigentumswohnungsbesitzer. Deine Kosten sind insgesamt transparenter als Eigentümer. Nachteil: wenn Du mal nicht mehr alleine Wohnen willst ist noch die Frage ob Sie da auch bei Dir einziehen will. Und Jobmässig kannst Du auch nicht einfach überall hin , denn Du hast ja auch noch die Verpflichtungen für die Wohnung.

Meine Frage zielt ein wenig in eine andere Richtung:

Was willst Du in ein paar Jahren mit einer Eigentumswohnung?

Im Moment sind die Immobilienpreise exorbitant hoch, auf der anderen Seite sind hier auf dem Land etliche Immobilien absolut unverkäuflich trotz Superausstattung. Für 150.000 Euro bekommt man hier ein Haus mit Garten. Eigentumswohnungen finde ich schwierig, weil man nie weiß, wen man als Nachbarn bekommt. Solltest Du in ein paar Jahren eine Familie gründen und ausziehen wollen, könntest Du ein Problem bekommen, sowohl mit dem Verkaufen als auch dem Vermieten. Meine Mutter hat dreißig Jahre lang Wohnungen vermietet, im Moment steht das Haus leer, weil sie nur noch verkaufen will nach den Erfahrungen der letzten Jahre.

Überleg Dir auch gut was geschieht, wenn Du arbeitslos wirst. Ohne Eigenkapital wäre mir der Schritt zu riskant, denn auch in einer Eigentumswohnung kommst Du nicht ohne Nebenkosten davon. Das vergessen die meisten.

Die Idee ist gut. Was du unbedingt machen solltest:

Schliess Versicherungen ab, die es abdecken, wenn du, aus welchem Grund auch immer, die Raten nicht mehr bedienen kannst.

Rede auch mit deiner Hausbank, dass du den Restkredit fürs Auto und den Kredit für die Wohnung in einem kredit zusammenführst udn so nur noch eine rate zu tragen hast.

Was möchtest Du wissen?