EigenesPferd?

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9 Antworten

Hab meine eigene jetzt seit knapp 6 Wochen, also noch keine zwei Monate. 

Was sich geändert hat? Ich habe weniger Zeit, wesentlich weniger Zeit. Ich fahre 30min mit dem Rad zum Stall, also geht eine Stunde für die Fahrerei drauf. Im Stall bin ich minimum 2 Stunden, aber eher mehr. D.h. 3 Stunden bin ich immer weg unter der Woche, manchmal auch 4 oder 5 oder 7. Bin in der 11. Klasse Gymi und habe immer lang Schule, komme erst um 16 Uhr heim. Das heißt, ich kann nur schnell Mittagessen und dann zum Stall radeln. Ich komme dann erst so um sieben oder acht Uhr heim und hab dann noch nichts zu Abend gegessen und nicht gelernt. Der Tag endet also nicht vor 23 Uhr. Ich bin in der Schule eig immer müde und wenn Klausuren anstehen lerne ich auch bis zwölf oder ein Uhr nachts. Dazu arbeite ich 1-2x die Woche um einen Teil des Pferdes selbst zu finanzieren. Mein Pferd steht auch 2 Tage die Woche weil ich es zeitlich nicht in den Stall schaffe. Da sie aber draußen steht ist das nicht weiter schlimm 

Finanziell? Ich habe das Glück, dass mich meine Eltern unterstützen, jetzt und auch in Zukunft. Beim Pferd, in der Schule, beim Führerschein und Auto, beim Studium. Das kann sich auch nicht jeder leisten und ich bin sehr dankbar, dass meine Eltern das machen. Mein Vater zahlt die Stallmiete für mich, das sind knapp 300€. Alles weitere zahle ich, Mineralfutter, Karotten, evtl bald auch noch Heucobs (-.-), Ausrüstung, Hufschuhe, Tierarzt, Chiro, Huforthopäde usw usf. Glücklicherweise ist mein Vater Kleintierarz und impfen können wir selbst, ebenso Medi zum Netto-Einkaufspreis bekommen. Daher haben uns Tetanus- und Influenzaimpfung kaum was gekostet. Für die Hufbearbeitung lege ich z.Z. monatlich 45€ hin, Hufschuhe gibts auch in ein paar Tagen. 500€ Spaß. Chiro muss auch noch kommen, wieder 60-100€. Papa liebt Pferdi auch, daher gibts einen neuen Sattel geschenkt als Vorschuss zum 19. Bday und Weihnachten 2016. Dafür gibts sonst nix anderes. Monatlich habe ich 20-50€ über, im Normalfall und wenn keine überraschenden Kosten auftreten. Zur Seite wird naürlich auch etwas gelegt. Hätte ich andere Hobbys ginge das alles nicht so auf. Und ich muss im Monat 18 Stunden arbeiten, sonst wirds knapp. Kino, feiern usw sind echt Luxusausgaben die ich mir mehrmals überlege. Ich war auch nicht auf Studienfahrt weil ich so schnell keinen fürs Pferd gefunden habe. Stattdessen Praktikum bei Papa und ein paar Kröten verdient. 

Freunde, Familie und Verwandte sind so und so. Meine Eltern stehen hinter mir, die kennen mich und wissen, ich schaffe das alles (Pferd + Abi + Arbeit). Meine Freunde kenne ich noch nicht soo lange, sie sind skeptisch und meinen ich versau mir das Abi. Mag auch sein, das Pferd zieht meinen Schnitt bestimmt runter. Aber es sollte auch so gehen, ein 1,-Abi schaff ich eh nicht. Meine Verwandtschaft freut sich für mich. Meine Freunde fands schade dass ich nicht mit nach Paris kam und dass ich bei Kino und Co oft absage. Naja, es geht halt nicht alles im Leben.... Trotzdem sollte man aufpassen dass man seine Sozialkontakte mit Menschen nicht zu sehr schleifen lässt. Keine Freunde ist nämlich auch nix ;) 

Und es ist nicht immer alles Sonnenschein. Heute hätte ich meine erschlagen können. Weil plötzlich alles ganz gruselig war. Dramaqueen und Showpferd... Es ist nicht immer alles toll. Das stellt man sich so vor, aber das ist romantisiert. Wenn das Pferd testet, spontan alle Gräser und Zäune gruselig findet oder meint, es könne doch mal rückwärts ins Feld rennen weil es nicht vom Stall weg will. Die Diskussionen sind nicht immer so schön. Nervig ist es auch, wenn man im Winter zusehen kann wie sich der Matsch über den Schuhen schließt. Und anschließend die Füße abfrieren. Oder wenn man einfach nur Stress hat und trotzdem zum Stall muss. Oder wenn das Pferd krank ist und iwas hat. Oder wenn irgendwas nicht passt und neu her muss, wenn die Hufe abgelaufen sind und man auf die Schnelle Hufschuhe braucht oder wenn Püpi spontan mal rossig wird und den Wallach bedrängt und man Angst um ihren Rücken hat. Manchmal könnte man sein Pferd erschlagen. Im Internet liest man das natürlich NIE, es ist immer alles toll! Schau hinter die Fassade, manchmal nerven die Gäule auch. aber halt auch nicht immer ;) 

Toll am eigenen Pferd ist aber auch die Unabhängigkeit. Rausgehen wenn man will, wann man will, wie weit man will und wie man will. Spontan ne Schrittrunde drehen oder mal flott ein paar Stunden raus. Springen wenn man mag, Zirkustricks usw. Wie man es eben für richtig hält :) Kein RB-Besitzer der dich zamscheißt wenn man mal nicht reitet oder wenn man im Gelände springt oder mal Gas gibt. Aber es ist auch eine Menge Verantwortung. Macht man das richtige? Man muss selbst entscheiden und hat keinen der das übernimmt. War für mich - zugegebenermaßen - anfangs doch komisch. Obwohl ich wirklich schon lang mit Pferden zu tun hab. Für mich war es eines der wichtigsten Argumente, dass ich für ein gesundes Pferd sorgen kann. Dass mein Pferd nicht mit unpassendem Sattel läuft, dass das Gebiss passt und dass es geimpft und entwurmt wird. Dass es behandelt wird wenn etwas nicht stimmt. Das ist mir sehr, sehr wichtig. Und dass man sich aussuchen kann wer an dem Pferd dran ist. Musste mir oft genug Pferde mit Leuten teilen, denen ich nicht mal ne Mistgabel in die Hand geben würde. 

Pferd ist schön und toll, Pferd ist anstrengend und nervig. Kommt immer drauf an wann und wie ;) 

wie es so ist ein eigenes Pferd zu haben😊

Teuer, zeitintensiv, anstrengend, nervig, schön, problematisch, toll, angenehm, mühsam, beängstigend, dramatisch, nett.

Was hat sich für euch geändert? Wie schauts aus mit der Zeit? Geld?

Kein Urlaub weil die Zeit brauch ich fürs Pferd, das Geld auch. Freizeit habe ich sonst keine mehr. Also Arbeit, Pferd, Haushalt, Bett. Geld hab ich auch so gut wie keines mehr.

Ein eigenes Pferd ist meiner Meinung nach erst wirklich sinnvoll, wenn man schon ganz gut fest im Leben steht. Ich hab meine erste Stute bekommen, als ich 27 Jahre alt war, 2 Kinder hatte, Ausbildung sowieso schon hinter mir und gut Geld verdient hab.

Ein eigenes Pferd zu haben, ist eine Lebensentscheidung. Das Leben ändert sich, weil man einfach täglich  Verpflichtungen hat. Natürlich auch viel Freude, aber es ist auch eine Riesenverpflichtung. Viel mehr als bei einem Hund.

Ich  werde niemals vergessen, wie ich Abends im "kleinen Schwarzen" da saß und dabei war, mich zu schminken, weil ich in ein Sternelokal eingeladen war. Dann klingelte das Telefon. "Du, dein Pferd hat Koliksymptome."
Ich riss mir das Kleid vom Leib, zog mir Jeans und Pullover an, und fuhr zu meinem Pferd. Unterwegs habe ich die Verabredung noch abgesagt.

So ist es halt. WEr das nicht will, sollte sich kein Pferd halten. Man hat sehr viel Freude am Pferd, aber, ehrlich gesagt, für jede Minute Freude vergießt du auch die gleiche Anzahl an Tränen.

Ja, eine Umstellung ist es auf alle Fälle und so sehr ich jetzt der Meinung bin, ohne eigenes wird es nie mehr wieder gehen, so froh bin ich, dass es mich erst mit 33 Jahren "heimgesucht" hat, denn jetzt bin ich fest im Beruf und sesshaft. Pferde vertragen Umzüge ja doch nicht so gut und wenn man beruflich noch nicht abgesichert ist, ist das Risiko ja doch hässlich. Einen Job verlieren ist schlimm genug, sich dann auch noch vom lieben Vierbeiner trennen zu müssen, kann einen da endgültig aus der Bahn werfen. Und dadurch hatte ich auch 27 Jahre Erfahrung mit Pferden und ein breites Wissen, als mein eigenes einzog. War schon genug, was ich noch dazu lernen musste, was eben vorher andere entschieden hatten.

Geld ... ist knapp, man überlegt gut, ob man eine neue Jeans braucht / will oder es die alte vielleicht doch noch ein Jahr tut. Gut, es kommt auch auf das eigene Gehalt an, aber auch Gutverdiener möchten Geld für die Altersvorsorge sparen und entsprechend nicht immer alles ausgeben und merken tun auch Gutverdiener, dass sie ein Pferd haben. Denen klaut es halt nicht gleich einen Großteil des Einkommens.

Zeit ... ja, ich mag die Zeit bei den Pferden. Auch wenn es im Durchschnitt 3 Stunden pro Tag sind, es ist Erholungszeit, es ist Zeit, in der man den Alltag abstreift und genießt und Kraft für die Arbeitszeit sammelt. Urlaub? Wegfahren? Ach nein, endlich mal richtig Zeit für die Pferde haben! Nicht nur nach der Arbeit "schnell mal" = 2 Stunden, sondern einfach den ganzen Tag im Stall verbringen können, seinen Spind aufräumen, am anderen Tag mal das Sattelzeug auf Vordermann bringen, mal einen langen Ritt ... Außerdem kostet Urlaub ja auch schon wieder Geld und über so lange Zeit muss man dann halt doch dafür sorgen dass sie ihr Mineralfutter bekommen (Herde und Grundfutter haben sie ja im Stall).

Und gut, wenn der Partner die Leidenschaft teilt, weil aus einer Beziehung die Zeit und das Geld rauben für die Pferde, strapaziert arg.

Im Allgemeinen? Ist es schon ein teurer Spaß. Allein das Pferd kostet ein paar tausend Euro, dann die Tierarztkosten (vor Allem sollte dein Pferd langzeitig krank werden), dann den Stall, wo du es untervbringen möchtest, die Ausstattung zum Reiten, Zaumzeug, Sattel, ...., dann muss das Tier aber auch noch fressen.

Aber an sich ist ein eigenen Pferd schon was feines, bedarf aber an viel Zeit. Du müsstest schon mindesten alle 2 Tage einmal vorbei schauen, oder ebend welche bezahlen, die sich um dein Pferd sorgen.

horselove777 21.03.2016, 19:11

Danke für die Antwort 😁 Habe schon 2 rbs bei denen ich seit fast 3 Monaten jeden Tag bin(sie bewege+ställe misten) weil die Besitzerin eine Weiterbildung machen muss😉

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horselove777 21.03.2016, 19:12

ou sry falsch kommentiert danke trotzdem für die antwort 👍

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Aus eigener Erfahrung: weniger Zeit, Diskussionen mit Freunden und Familie, weil oft Pferd Vorrang hat vor Unternehmungen mit anderen. Alles viel teurer als gedacht, weil mit dem eigenen Pferd auch der Qualitätsanspruch gestiegen ist.... 

Aus der Beobachtung anderer: Probleme mit dem Pferd, weil teilweise möglichst günstig angeschafft - gilt fürs Tier wie auch für Ausrüstung. Pferde, die in Eigenregie gehalten werden, hatten oft noch teure Umbauten an Stall und Hof zur folge.

Ich bin auch der Meinung, dass man sich nur dann ein Pferd anschaffen sollte, wenn man finanziell unabhängig ist.

Hey für mich hat sich eigentlich nicht wirklich viel geändert. Der größte Punkt sind wohl die Verantwortung und das Geld. Ich hatte viele Jahre Tolle Reitbeteiligungen. Und konnte sehr frei über die Pferde verfügen. Hatte da wohl auch immer Glück. Die meisten Pferde konnte ich 7 tage die Woche besuchen, reiten, Spazieren gehen usw. Hab aber auch schon immer viel für meine RBs gemacht. Und war immer da. Ich hab mich dann mit 23 dazu entschlossen ein eigenes Pferd zu kaufen. Aber geändert hat sich eigentlich nix....

Also ich hab 3 rbs und es ist viel stress und viel arbeit -ich würde dir empfehlen dich umzuhören und dir auch erstmal eine rb (Reitbeteiligung) suchen um dich im Alltag mit dem Pferd reinzufinden es ist nämlich nicht nur Regenbogen Ponyhof sondern box ausmisten sauber machen und intensives Training mit dem Tier

horselove777 21.03.2016, 19:14

Habe schon längere 2 rbs die ich seit fast 3 Monaten jeden Tag besuche (sprich beide bewege,Ställe/paddock misten und füttern) da die Besitzerin eine Weiterbildung macht😉

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Teuer, wenig Zeit, Streit mit allen, Anstrengung, Tunierstress, Spaß, Freiheit, Neuer Freund, Schabrackensucht😂, Jeden Tag im Stall, Pferdeduft, alles Toll sehen...

Mehr fällt mir nicht ein aber einfach Wunderbar.

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