Eigene und fremde Gedankenstimmen?

9 Antworten

Ich denke, solange du das Gefühl hast, die Stimmen sind irgendwie deine Gedanken, selbst wenn sie anders klingen als sonst, oder sind Anteile oder Aspekte von dir selber, die du mit deiner normalen Gedankenstimme nicht ausdrücken kannst, ist das nix komisches. Selbst wenn du das nicht bewusst steuerst.

Wenn du aber das Gefühl hast, es sind andere, fremde Personen, wie ein lautes Radio, dass im Hintergrund läuft, die Sachen quatschen die du nicht hören oder glauben willst, und kommt das öfter vor, dann deutet das auf ein psychisches Problem hin.

Leute, die, wie man so sagt "Stimmen hören", leiden meist sehr darunter und wissen auch ganz klar und sicher, dass diese Stimmen von "jemand anderem" kommen.

Aufkommende Gedanken werden durch das geformt, was man schon in sich hat, und das sind Lebenserfahrungen und Erinnerungen aller Art. Diese sind ihrerseits an Emotionale Konstellationen gekoppelt, die zum Zeitpunkt der jeweiligen Ereignisse vorlagen.

Alles zusammen wirkt auf die Persönlichkeit eines Menschen zurück, auf den Charakter und die Denkweise.

Denkweisen und Emotionen sind aber zu einem nicht unerheblichen Teil auch etwas, das man von anderen Menschen übernommen hat, speziell von solchen, die man geliebt und/oder bewundert hat oder die eine Rolle als Autoritätsperson eingenommen hatten.

Greifen die Gedanken auf Erinnerungsbereiche zurück, dann erinnert man sich zwar bewußt an das, was man gesucht hat, aber unbewußt erinnert man sich gleichzeitig auch an alles andere, was mit diesen Erinnerungen verknüpft ist.

Gelegentlich kommt es dabei auch schon mal vor, daß man sich auch an die Stimme anderer Menschen erinnert, und das kann sich manchmal auch so auswirken, als würde man diese im Hintergrund (im eigenen Kopf) hören.

Wer sich mit solchen Zusammenhängen auskennt, kann auch gezielt in sich selbst hineinhorchen und nach etwas Übung herausfinden, welche Gedankengänge zum erheblichen Teil in ihrem Ursprung die Gedankengänger anderer sind, die lediglich übernommen wurden.

Doch ganz allgemein ist es besser, sich nicht zu sehr in solche Überlegungen zu verlieren, weil man dabei auch eine Menge falsch machen kann. Wer obendrein vielleicht noch durch heftige innere Konflikte belastet ist, läuft möglicherweise Gefahr, mit einem Psychiater darüber sprechen zu müssen, warum er plötzlich dauernd Stimmen hört, die ihn zu irgend etwas auffordern.

Okay, vielleicht hast du recht.

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@LunaNightingale

Ich bestehe nicht darauf, recht zu haben. Was ich schreibe, ist nur ein Denkanstoß. Antworten anderer können ebenfalls hilfreich sein. Entscheiden mußt du letztendlich selbst.

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Ich bin mir halt nicht sicher, was Sache ist. Will nicht unbedingt der Psychiaterin was erzählen, das am Ende falsch ankommt. Und vielleicht ist es ja tatsächlich nichts weiter.

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@LunaNightingale

Es scheint dich erst einmal arg zu belasten, also ist es auch etwas. Du suchst nach einer Erklärung, weil das für dich wichtig ist, und es ist u. a. deshalb für dich wichtig, weil du nicht plötzlich von irgendwelchen Stimmen gesteuert werden willst, sondern die Herrschaft über dich selbst behalten möchtest.

Du hast hier einige Informationen erhalten, und charmpagner hat noch Nützliches ergänzt. Damit solltest du zumindest so viel anfangen können, daß du mit deiner Psychiaterin darüber sprechen kannst, ohne befürchten zu müssen, daß es falsch ankommt.

Manchmal kommt es auch vor, daß eine bislang unbeachtet gebliebene Störung im Stoffwechsel merkwürdige Erscheinungen hervorruft, und manche Erscheinungen deuten mitunter auch auf organische Ursachen hin.

Vorsorglich auch solchen Möglichkeiten nachzugehen, um sie auszuschließen oder zu bestätigen, ist ebenfalls die Aufgabe einer Psychiaterin. So besehen macht es sehr viel Sinn, daß du mit ihr darüber sprichst, damit nicht ergebnislos an den falschen Enden gesucht wird.

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Die wesentlichen Aspekte hat dir Dxmklvw schon genannt. Ich möchte nur ergänzen, dass es sich lohnt, dann hinzuhören, wenn diese (unbewusst übernommenen) Gedanken dir immer negative Inhalte mitteilen. Auf Dauer könnten sie dir nämlich schaden, weil du ihnen möglicherweise folgst, ohne es zu bemerken. Du bekommst dann eine negative Lebenseinstellung, die du eigentlich nur unbewusst von anderen übernommen hast. Obwohl deine eigene "Natur"  eigentlich eine ganz andere ist.

Wenn es keine negativen Gedanken sind, versuche einfach, sie wie andere Gedanken auch, weiterziehen zu lassen.

Negative Gedanken kannst du aufschreiben. Am besten in eine Spalte auf der linken Seite. Dann formulierst du auf der rechten Spalte jeweils einen positiven Ersatz. Und immer wenn wieder dieser negative Gedanke kommt, ersetzt du ihn sofort gegen deinen positiven. So kannst du diese Gedanken nach und nach auslöschen.

Negativ sind sie zum Glück nicht, nur manchmal etwas beleidigend (andere, nicht mich). Also sollte ich es einfach dabei belassen oder? Ich hab manchmal Angst, an einer Art Dissoziationsstörung zu leiden, weil ich mich auch manchmal wie ein kleines Kind fühle und verhalte oder auch mal wie ein Mann. Ich frag mich, ob ich es meiner Psychiaterin sagen sollte

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@LunaNightingale

Ich weiß natürlich viel zu wenig von dir, als dass eine kluge Einschätzung und gezielte Beratung möglich wäre. Abgesehen davon: Keiner fühlt sich immer gleich. Die meisten bemerken es nur nicht so bewusst. Du bist halt ein sehr sensibler Mensch, deshalb nimmst du das so stark wahr. Aber Frauen fühlen und verhalten sich auch mal männlich, Männer weiblich und die ersehnte Geborgenheit oder Albernheit und Unbekümmertheit eines Kindes haben wir auch alle mal. Ganz normal. :-)

Wenn die Gedanken nicht negativ und daraus belastend sind, würde ich versuchen, ihnen einfach weniger Aufmerksamkeit zu schenken. Lass sie einfach durch dich hindurchfließen, damit sie sich einen neuen Ort suchen.

Aber wenn du bereits eine Psychiaterin hast, solltest du es ihr erzählen. Auch von deiner Furcht, von ihr eine belastende Diagnose zu bekommen.

Wenn du dich zu sehr davor sträubst, solltest du einmal überlegen, ob du ein sicheres Vertrauensverhältnis zu ihr hast. Das sollte unbedingt gegeben sein.

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