Eigene OS-Oberfläche, oder habt ihr eine andere Idee?

5 Antworten

Also: verworfen

Wenn es dir auf die grafische Oberfläche ankommt, war es die richtige Entscheidung, Punkt 1 zu verwerfen.

Wieso du überhaupt auf Punkt 2 kommst, weiß ich nicht. Wahrscheinlich weil du dich mit X11 nicht so gut auskennst. Alle Linux-Distributionen haben prinzipiell die Möglichkeit, den Fenstermanager auszutauschen!

Ich mache einen eigenen Fenstermanager.

Das wäre der richtige Weg. Einen einfachen Fenstermanager bekommt man auch alleine hin (so wurde die erste Version von FVWM meines Wissens von nur einer Person entwickelt); wenn du eine gute Grafik, Taskleisten usw. haben willst, wird es aber extrem kompliziert.

Ich habe einen Link gefunden, in dem auf das Thema Fenstermanager eingegangen wird:

http://seasonofcode.com/posts/how-x-window-managers-work-and-how-to-write-one-part-i.html (bzw. ...-part-ii.html)

Du wirst dich allerdings extrem gut mit der X11-Lowlevel-API auskennen müssen, um auch nur eine geringe Chance zu haben, das zu bewerkstelligen.

Im X11-System hat der Fenstermanager übrigens keinerlei Einfluss auf den Inhalt der Fenster. Wenn man ein Programm, das mit Gnome geschrieben wurde, eines, das mit KDE geschrieben wurde und eines, das auf Xaw basiert gleichzeitig startet, dann haben alle drei Programme ein komplett anderes "Look & Feel" - im Gegensatz zu Windows, wo das Aussehen von Steuerelementen bei allen Programmen gleich ist und sich von Windows-Version zu Windows-Version ändern kann.

Wenn du willst, dass deine Programme alle das passende "Look & Feel" haben, dann müsstest du diese Programme auch noch alle selbst schreiben.

Vielen Dank für diese umfangreiche Antwort. Ich werde mir die Seite mal anschauen. Tatsächlich habe ich gar keine Ahnung vom "X11-Lowlevel-API". Kennst du Seiten, wo man das lernen kann, oder kannst du Bücher empfehlen?

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Ich kann dir FVWM empfehlen, aber ich kenne nicht, ob das auch für deine Lieblingsdistrubution ist.

@kordely

Ich kann dir FVWM empfehlen, aber ich kenne nicht, ob das auch für deine Lieblingsdistrubution ist.

Auch wenn Dein Beitrag die Frage überhaupt nicht beantwortet:

**Jede Software die für GNU/Linux gemacht ist kann selbstverständlich auf jeder beliebigen Distribution verwendet werden

Es gibt also keine Distri auf der man FVWM nicht installieren könnte.

Linuxhase

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Damit meine ich, dass ich Sachen wie Task-Leiste und Desktop-Icons verschwinden lassen kann und sie durch ein effizienteres System ersetzen.

Was verstehst du unter "effizienteres System" ?

An dem, was man in und mit Linux installieren und konfigurieren kann, haben sehr viele Leute seit 1992 gearbeitet. Das, was die alle getan haben, willst du als einzelner effizienter machen?

Richtig, viele Dinge sind Spielereien, für 99% der Benutzer unnötig und sie verbrauchen auch noch die Hälfte der Rechenzeit. Beim Raspberry zeigt sich das dann schon durch das Zeitlupen-Tempo vieler Anwendungen.

Universalität und Effizienz stehen sich da gegenüber. Es war offensichtlich schon immer so, dass jeder bei seiner Entwicklung die "WollMilchSau" anstrebt.

Leider haben sich viele Linux-Anwendungen auch so entwickelt. Man ist weg vom Bausteinsystem. Suche mal ein Frontend für nur eine einzige Web-Seite, also ohne Navigationszeile, ohne Lesenzeichen-Funktion, ohne Cronik ..

Das was du vielleicht willst, musst ich mal realisieren, einfach nur HTML-Seiten auf dem Monitor anzeigen, ohne dass der Benutzer die Möglichkeit hatte, den Browser zu beenden, eine andere Seite aufzurufen, die nicht als Link eingetragen war.

Gelöst habe ich es so, dass das Linux-System ohne Window-Manager aber mit den X-Windows-System ( X-Server) startete und eine in Tcl/Tk geschriebene Anwendung dort im Vollbildmodus platziert wurde. Daraus wurde dann eine genau für meine Zwecke angepasste Anwendung.

Das würde dann dem entsprechen was du geschrieben hast, wobei das "überdeckt" nicht notwendig ist, weil keine andere Oberfläche ( außer grauer Bildschirm) existiert.

Es würde mir auch reichen, wenn man ein Programm schreiben kann, das (wie auch immer das gehen soll) noch während der Boot-Zeit gestartet wird und so nur die eigentliche Oberfläche "überdeckt".
An dem, was man in und mit Linux installieren und konfigurieren kann, haben sehr viele Leute seit 1992 gearbeitet. Das, was die alle getan haben, willst du als einzelner effizienter machen?

Ich glaube, dass der Fragesteller das, was du zwei Sätze später gesagt hast, bereits erkannt hat:

Universalität und Effizienz stehen sich ... gegenüber.

Unter Effizienz versteht der Fragesteller (er hat einen Kommentar dazu gemacht) die Arbeitseffizienz (also möglichst wenige Mausbewegungen und Tastenklicks, um seine Aufgaben zu erledigen) und nicht die Rechenleistung.

Wenn man sich die Elemente auf dem Bildschirm so hinlegen kann, wie man es für seine Arbeit am besten brauchen kann, ist das bei dieser Definition des Wortes "Effizienz" prinzipiell effizienter als wenn man eine fertige Konfiguration nimmt.

Bei den neusten mir bekannten Linux-Distributionen war eine Gnome-Version dabei, bei der man fast nichts mehr konfigurieren konnte. Das macht die neuen Linux-Distributionen zwar sehr schick (wenn man denn auf diese unsinnige Mobile-Grafik steht), jedoch auch ineffizient.

Bei den alten Gnome-Versionen konnte man noch wesentlich mehr konfigurieren.

Vielleicht der Tipp an den Fragesteller, es mit einer alten Gnome-Version anstatt eines eigenen Fenstermanagers zu versuchen.

Wenn man sich eigene Programme schreibt, wäre es auch möglich, zum Beispiel die "Taskleiste" in die Mitte vom Bildschirm zu legen oder ähnliches zu machen, wenn das denn für die eigene Arbeit am effizientesten wäre.

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@martin7812

@martin7812

Unter Effizienz versteht der Fragesteller (er hat einen Kommentar dazu gemacht) die Arbeitseffizienz (also möglichst wenige Mausbewegungen und Tastenklicks, um seine Aufgaben zu erledigen) und nicht die Rechenleistung.

Und glaubst Du anhand der Fragen und der Art wie er sie gestellt hat, das er wirklich alle Fenstermanager und Desktops in allen Kombinationen kennt und nichts gefunden hat geworden ist?

ist das bei dieser Definition des Wortes "Effizienz" prinzipiell effizienter als wenn man eine fertige Konfiguration nimmt.

Die man aber noch verändern kann ohne gleich alles neu zu machen.

jedoch auch ineffizient.

Was wie effizient ist liegt leider auch immer im Auge des Betrachters

Für mich ist die Nutzung einer Shell auch effizienter als die einer GUI, liegt aber auch daran welche Dinge ich effizient haben möchte.

zum Beispiel die "Taskleiste" in die Mitte vom Bildschirm zu legen

Der Netbook-Modus von KDE bietet etwas in der Art und auch bei Ubuntu-Netbook-Remix oder Ubuntu Netbook Edition oder auch EasyPeasy gibt es solche Ansätze.

Ich habe eher den Eindruck das der Fragesteller keine Ahnung von dem hat was er da schreibt und nichts annähern kann was er dafür benötigt.

Linuxhase

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Vielen Dank für die Antwort. Das mit der HTML-Lösung klingt nach einem heißen Tipp, das ist wahrscheinlich bei weitem nicht so aufwendig wie eine eigene Distribution/einen Fenstermanager zu schreiben. Und von dieser TCL/Tk-Geschichte habe ich schon gehört, bin da aber noch nicht weiter durchgestiegen.

Und noch als Frage an Martin: Was wären das denn für Gnome-Versionen, und wie weit kann man sich da die Oberfläche "zurechtschieben"?

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@BinZocker

bei dem, was ich da mit Tcl/Tk gemacht habe, ging es um eine einzelne Anwendung. Wenn man nur den X-Server, nicht aber einen Windowmanager benutzt, dann lassen sich grafische Anwendungen zwar starten, nicht aber verschieben oder zum Icon verkleinern. Das war auch nur ein Sonderfall für eine Informationstafel. Der Kunde durfte da nichts weiter machen, als Texte lesen und Bilder und Lagepläne ansehen. Es war ein geschlossenes System.

Auf meinem PC mit KDE habe ich trotzdem eine Tcl/Tk Anwendung aus der ich andere Programme starten kann, nicht über die üblichen Menüs, weil's schneller geht und auch ganze Sequenzen ausführbar sind.

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