Eigenbrödler oder Spinner? Muss ich mir Sorgen machen?

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15 Antworten

Bedenklich ist relativ.
Das könnten Anzeichen für zum Beispiel Asperger-Autismus sein. Da aber Ferndiagnosen nicht sonderlich sinnvoll sind, sollte das ein Psychiater ansehen.
Wenn du das wirklich wissen willst, solltest du dir einen auf Autismus spezialisierten Psychiater suchen, andere kennen sich dahingehend zumeist nicht aus.

Zunächst kann es dir aber ggf. helfen, dich dahingehend einfach mal selbst zu informieren, im Austausch mit Autisten in Boards oder Chats zum Beispiel.

Wenn es dir dabei gut geht und du nichts an deiner Situation ändern möchtest, dann ist es in Ordnung. Es ist ja nicht verboten, ein "moderner Einsiedler" zu sein. Nur wenn du wegen deiner Seltsamkeit berufliche Probleme bekommst oder auf Dauer unglücklich wirst, hat eine ärztliche Abklärung Sinn.

Wenn du tatsächlich zum Psychiater gehst, wird man dir nach einigen Gesprächen und dicken Fragebogenstapeln eventuell eine Diagnose aus dem Autismus-Spektrum geben. Das ist quasi dein Schlüssel zu einem Platz in der Verhaltenstherapie bzw. dem "Training sozialer Kompetenzen". Das Ziel davon ist aber niemals, dich "normal" zu machen. Du lernst dort, mit dir selbst zurecht zu kommen und auf andere Menschen einen positiven Eindruck zu machen. Falls das Training in eine andere Richtung als diese geht, kannst du es jederzeit abbrechen. Dann bleibst du wie du bist und es ist okay so.

Ich kann vieles Nachvollziehen, was du beschreibst. Es scheinen einige Wahrnehmungsstörungen zu sein, die sich behandeln lassen. Ich denke, dass eher die Gesellschaft mit dir ein Problem hat, als du. Aber du wirst Probleme bekommen und in einen Teufelskreis geraten. Schade, dass Individualität in unserer Gesellschaft nur wenig Spielraum lässt. Ich habe nur einen Rat für dich, auch wenn es eventuell ein weiter Weg für dich sein könnte. Nimm bitte Kontakt auf mit Frau Kesper in Olpe auf. Sie ist höchstwahrscheinlich die kompetenteste Ansprechpartnerin für dich. Ich habe erst mal nur den Link für dich: http://www.sim-kurse.de - mach einen Termin für eine Therapie - eh du dich in die Ecke der psychisch Gestörten pressen lässt. Dein Leben wird sich verändern!!!

Bislang war vorwiegend die Rede von eventuell möglichem Autismus. Was daran so schlimm ist, dass man es so bezeichnen muss, würde ich gerne mal wissen:

eh du dich in die Ecke der psychisch Gestörten pressen lässt.

Sollte der Fragesteller Autist sein, ist er das bereits sein ganzes Leben lang. Das ist auch kein Todesurteil oder sowas, auch nichts weiter Schlimmes.
Solche Antworten wie deine zeigen mir deutlich, wie wenig Akzeptanz es bislang gibt!

So, nun zu der vorgeschlagenen Therapie:
Es fallen da Worte wie "sensorische Integration". Ja, auch für Autisten gibt es Therapien mit diesem Ansatz.
Ob nun diese verlinkte gerade gut ist, kann ich nicht beurteilen. Ich bin mir bislang nicht mal schlüssig, ob der Ansatz an sich sinnvoll ist, habe mich damit bislang nur kurz theoretisch befasst.

Was auf der Website auch steht, ist, dass eine Diagnostik vorangehen sollte. Und genau das ist es, was ich ohnehin anrate!
Erst Diagnostik, dann die individuellen Probleme ansehen und dann erst gucken, ob und wenn welche Therapie man für sich als nützlich betrachten kann.

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@Rechercheur

Ich habe auf der Website mal noch weitergeschaut.
Autismus wird dort ja auch erwähnt, wie ich es mir schon dachte.
Von Erwachsenen ist nirgends die Rede. Kinder von 2 - 14 Jahren werden dort therapiert.

Die Frage ist: Werden die Kosten von der Kasse getragen, das ist nämlich nicht ganz preiswert:
http://www.sim-kurse.de/praxis.php

Möglicherweise, wenn da keine Kassenzulassung besteht, werden Kosten für so eine Therapie aus bestimmten Fördertöpfen getragen - wenn eine Diagnose vorliegt!
Leider steht dazu, ob das die Kasse trägt oder ob und wenn wo man Gelder dafür beantragen kann, nichts auf der Website. Das macht mich nicht weniger skeptisch.

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Ich denke, daß Du mit derart klar definierten Selbsterkenntnissen absolut kein Spinner bist, eher ein scharfsinniger und sicherlich auch in der Partnerschaft sehr zuverlässiger Mensch.

Introvertierte Charakteren werden insbesondere von V-Individuen (= Siegertypen) unterschätzt und nicht selten stigmatisiert. Gegen emotionale Defizite lässt sich durchaus gegensteuern, lassen sich mit professioneller Hilfe u. a. in Form von Gesprächen sowie unterschiedlicher Interaktionen verbessern und manchmal auch beheben, sofern Betroffene willig sind bzw. kein tatsächliches Krankheitsbild ursächlich vorliegt.

Ich musste, so wie einige andere hier auch, auch direkt an Autismus denken, hüte mich aber, wie hier auch schon erwähnt wurde, vor einer Laien-Ferndiagnose. Was mir auch noch in den Sinn kommt, wenn ich deinen Text lese, ist das Stichwort "Hochsensibilität", wobei dazu deine Beschreibung der Reizüberflutung, nicht aber die der Deutung emotionaler Regungen deiner Mitmenschen passt.

Bedenklich finde ich das erstmal nicht, solange es dir dabei gut geht. Anders würde ich das sehen, wenn du dich einsam fühlen würdest und unglücklich wärst. Solange du aber so lebst, wie du es möchtest, sehe ich kein Problem. Leute tendieren dazu, Verhaltens- oder Sichtweisen und Gefühle, die sie nicht nachvollziehen können und die nicht unbedingt der "breiten Masse" entsprechen, als "krank" und "unnormal" zu empfinden, also Zustand, der dringend geändert werden muss. Das sehe ich nicht so. Unnormal ist das sicherlich, im Sinne von "nicht der Norm", also nicht der breiten Masse entsprechend. Aber nur, weil etwas unnormal ist, ist es noch lange nicht krankhaft, gestört oder behandlungsbedürftig.

Alles Gute und viele Grüße! curium

Ich denke nicht, dass Du psychisch gestört bist! Solche Menschen gibt es viele, ich selber gehöre auch etwas dazu, bin auch lieber alleine und gehe nicht gerne aus dem Haus, einfach weil ich mich da sehr wohl fühle, ich habe zwar sehr viele Kontakte, aber trotzdem gehe ich nicht gerne aus, aber alle meine Mitmenschen wissen das und akzeptieren es auch, ich telefoniere zum Beispiel gar nicht gerne, tu es nur mit Widerwillen, damit ich mich mal wieder gemeldet habe, bei gewissen Personen!

Ich habe auch sehr liebe, nette Menschen um mich, aber dann, wann ich es will und nicht, weil sie es wollen!

Deshalb sind wir keine Eigenbrödler, wir haben nur nicht gerne massenhaft Menschen um uns, weil wir uns denen widmen, die grad da sind, mehr möchten wir nicht, so kann sich auch niemand beschweren, man habe ihn nicht ernst genommen oder nicht beachtet, bei mir ist es jedenfalls auch ein Grund, warum ich gerne alleine bin, ich mache aber tzrotzdem sehr viel, ich kann mich alleine sehr gut beschäftigen, also bin ich auch nicht einsam und das ist bei Dir wahrscheinlich genau so nur die Menschen verstehen nicht, dass sowas auch geht, alle möchten so viele Freund, wie möglich, können sich aber nicht wirklich um sie alle kümmern, da sind wir eben anders, wir haben lieber weniger GFreund, die wir aber auch pflegen können, kann man nicht, wenn zuviele Freund hat!

SWie Du siehst, bist Du nicht alleine, der so ein Leben vorzieht, es gibt noch mehr von unserer Branche!

Mach Dir nichts draus, wenn es für Dich stimmt, dann lass es so und lass Dich nicht in ein Schema rein drücken, da bist Du nicht glücklich!

Ich wünsch Dir alles Liebe! L.G.Elizza

Hallo,

ich denke nicht, dass das schlimm ist. Es gibt eben Menschen, die lieber alleine sind. War bei mir früher auch so. Das muss aber nicht gleich heißen, dass man zum Mörder wird oder so, nur, weil man andere nicht so gut leiden kann.

Was sind denn Deine "Fachgebiete"? Es wäre sicherlich hilfreich das zu wissen.

Wegen dem Deuten: Es kann nie schaden, wenn man andere "deuten" kann, auch dann nicht, wenn man eher keine Menschen mag. Mir haben die Bücher von Bram Stoker (z.B. "Dracula") geholfen das zu lernen; Stoker wusste es wirklich Gesten, Gesichtsausdrücke, Tonfälle etc. zu beschreiben und zu deuten.

Was sind denn Deine "Fachgebiete"? Es wäre sicherlich hilfreich das zu wissen.

Um nicht zu sehr ins Detail zu gehen sage ich mal Biologie, Chemie und Mathematik. Aber auch da habe ich mich auf spezielle Unterthemen fixiert.

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Das muss aber nicht gleich heißen, dass man zum Mörder wird oder so, nur, weil man andere nicht so gut leiden kann.

Ich bin gerade erstaunt. Das ist eine ernstgemeinte Frage:
Wie kommst du von des Fragestellers Text darauf, in diese Richtung zu denken?

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@Rechercheur

Weil ich von einigen Mördern, die auch keine Menschen leiden können/konnten, gehört habe. Außerdem habe ich gesagt, dass man dann aber trotzdem nicht gleich zum Mörder wird. Die Fragestellung war ja sogar, ob das in eine "gefährliche Richtung" geht.

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@CountDracula

"Bedenkliche Richtung" steht in der Frage, ja. Das hätte mich das nicht so assoziieren lassen. Ich dachte eher an bedenklich für den Fragesteller selbst.
Ja, du schreibst, dass es nicht das bedeuten muss. Aber den Gedankengang in diese Richtung hattest du, sonst hättest du es gar nicht erwähnt.
Danke für deine Erklärung, wie du darauf kamst.

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Naja, es sieht schon etwas aus als würde es in die Asperger-Richtung deuten, aber zwischen "deutet in irgendeine Richtung" und "ist es wirklich" liegen Welten. Ich glaube das hätte man schon als Kind gemerkt, da gehört ja mehr dazu als nur die soziale Komponente. Um jetzt zu sagen ob's sogar in die Richtung von antisozialer Persönlichkeitsstörung geht müsstest du genauer über dein Verhalten gegenüber anderen schildern, aber eigentlich glaub ich da nicht dran.

Du müsstest schon zu nem Psychiater gehen um wirklich herauszufinden ob da was zu diagnostizieren ist.

Ich bin im Übrigen auch so, denke mir aber, dass das ganz einfach meine Charakterzüge sind, ohne, dass da mehr dahinter steckt. Es darf eben auch Einzelgänger geben die gerne für sich sind und sich einfach ein Wenig nach "Wrong Planet Syndrome" fühlen und verhalten, spricht ja nichts dagegen. Ich bin gerne so und könnte es mir anders auch nicht vorstellen.. Will ich auch gar nicht.

Ich glaube das hätte man schon als Kind gemerkt, da gehört ja mehr dazu als nur die soziale Komponente.

Schon gehört da mehr zu als nur die soziale Komponente. Das hindert jedoch die Welt nicht daran, dass viele Asperger-Autisten erst im (fortgeschrittenen) Erwachsenenalter als solche erkannt werden.

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Hallo,

ich denke du gehörst zu den Introvertierten Menschen. Ich selbst bin auch einer und kann dich nur zu gut verstehen. Wenn dich das Thema interessiert und du mehr über "unsere" Eigenarten wissen willst, wieso und weshalb, dann empfehle ich dir ein Buch von Dr. Sylvia Löhken. Dieses Buch hat bei mir so manche Fragen beantwortet.

http://www.amazon.de/Leise-Menschen-starke-Wirkung-Pr%C3%A4senz/dp/3869363274/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1365595004&sr=1-1&keywords=introvertiert

Schöne Grüße hupfnudl

Ach. So schlimm ist es nicht. Ein Bisschen mehr Autismus und Xenophobie als üblich. Jeder hat es prozentuell unterschiedlich verteilt.

Mein Spitzname in der Jugend war "Einsame Wolf". :-)

Also ich sehe kein Gefährdung wenn Du Dich so wohl fühlt.

Ich weiss natürlich nicht wie alt Du bist. Aber ab ein gewisse Alter mag man eben seine Ruhe und Rituale.

Sonst manche mögen es Hektisch und Laut, Andere eben nicht.

Ein Bisschen mehr Autismus

Autismus hat man oder hat man nicht.
Das so zu schreiben, schmälert die Probleme, die Autismus mit sich bringt, und zeugt von Nichtverständnis.

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@Rechercheur

Das ist doch Schwarzweiß-Denken. Nicht umsonst spricht man von einem Autismusspektrum. Es gibt vielerlei Abstufungen, und die Diagnosen sind alles andere als einfach und eindeutig.

Die Beschreibung des Fragestellers hört sich zumindest ein wenig nach Asperger an. Aber auch bei Asperger ist man sich uneins, ob das eine handfeste "Krankheit" oder nur eine seltenere, unüblichere Ausprägung "normalen" Verhaltens ist.

Zumal die Diagnose Asperger genau nichts bringt. Die Ursachen liegen im Dunkeln, eine Behandlung gibt es nicht. Was nützt es also, jemanden als "Asperger-krank" abzustempeln? Wieso nicht einfach als Eigenbrötler?

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@ArchEnema

Schwarz-Weiß-Denken wäre es nur dann, wenn ich INNERHALB des Spektrums nicht differenzieren würde. Das mache ich aber.

Spektrum, ja, das bezieht sich auf die Ausprägung jedes einzelnen Symptoms des Syndroms, die bei jedem Autisten unterschiedlich ist.
Autismus an sich ist aber Autismus. Wenn nicht min. X Symptome aus Y Bereichen vorliegen, dann ist es kein Autismus, auch nicht nur ein bisschen Autismus.

Mit deinem zweiten Absatz erzählst du mir nichts Neues. Diese Diskussion gibt es vermutlich in jedem Autismusboard immer wieder.
Ich sehe Autismus nicht als Krankheit, sehr wohl aber als Behinderung.

Die Diagnose kann durchaus etwas bringen.
Mir zum Beispiel brachte sie die Möglichkeit einer viel besseren Selbstreflexion und auch einer neuen Beurteilung diverser Situationen meines Lebens.
Je nach Ausprägung der Schwierigkeiten, die man hat, kann man einen Schwerbehindertenausweis bekommen, Nachteilsausgleiche in Schule, Studium, Arbeit, und auch Therapien.
Wobei Therapien sehr unterschiedlich ausgelegt sein können. Ich persönlich halte nichts von jenen Therapien, die versuchen, Autismus wie eine Persönlichkeitsstörung zu behandeln und den Autisten zu "normalisieren". Das funktioniert nicht wirklich und führt am ehesten noch in einen frühen Burnout.
Ein gutes Coaching hingegen, bei dem einem mit der Reflexion geholfen wird und wo man lernt, mit seinem Autismus in einer Welt voller Nicht-Autisten zurechtzukommen, das kann durchaus sinnvoll sein.

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@ArchEnema

Was mir gerade noch so auffällt:

Was nützt es also, jemanden als "Asperger-krank" abzustempeln?

Das zeigt doch eine negative Einstellung gegenüber dem Asperger-Syndrom.
Das Wort "krank" gehört da ja schon gar nicht hin, da es sich nicht um eine Krankheit handelt.
Die Diagnose muss nicht als "Abstempeln" empfunden werden. Sie kann auch als hilfreich empfunden werden. Zudem muss man sie niemandem zeigen, wenn man das nicht möchte. Wem gegenüber ist man damit also "abgestempelt".
Da schwingt so viel Negativität gegenüber dem Asperger-Syndrom mit. Das ist wirklich enorm bedauerlich.

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@Rechercheur

Versteh mich bitte nicht falsch. Weder fernandoHuart (glaube ich zumindest) noch ich wollen Autismus verniedlichen oder Autisten ausgrenzen. Genau das Gegenteil ist der Fall, eben drum argumentieren wir nunmal hin zur Normalität, weg von der Krankheit.

Du möchtest Asperger nicht als "noch normal" ansehen, aber auch nicht als "Krankheit". Und auch nicht als dehnbaren Begriff. OK. Als was dann? Als abnorme Gesundheit, die haufenweise Probleme mit sich bringt? Der Begriff "Behinderung" hat m.E. eine viel negativere Konnotation als "Krankheit", aber sei's drum.

Asperger-behinderten (was für ein Wort) sagt man ja nach, sie könnten nicht gut zwischen den Zeilen lesen. Vielleicht reden wir deswegen aneinander vorbei. Bitte selbstreflektiere das mal. Und irgendwie komme ich mir schmutzig vor, dir das gesagt zu haben. Also nein... ich, als nicht Asperger-geplagter (zumindest nicht so diagnostiziert), finde die "noch normal"-Sichtweise besser...

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@ArchEnema

Du möchtest Asperger nicht als "noch normal" ansehen, aber auch nicht als "Krankheit". Und auch nicht als dehnbaren Begriff. OK. Als was dann? Als abnorme Gesundheit, die haufenweise Probleme mit sich bringt?

Als Behinderung, das schrieb ich bereits. Auch, dass innerhalb des Spektrums sich Autismus durchaus verschieden äußert und nicht alle Autisten gleich sind, schrieb ich, so viel zum "dehnbaren Begriff".
Probleme ja, aber nicht nur. Schlicht eine andere Wahrnehmung, die verschiedene Symptome mit sich bringt, wie mit dieser Wahrnehmung sozusagen umgegangen wird. Mitunter ist das auch positiv, was sich ja auch ein paar wenige Firmen inzwischen zunutze machen und sich im Gegenzug bemühen, für Autisten brauchbare Arbeitsbedingungen zu schaffen.

Der Begriff "Behinderung" hat m.E. eine viel negativere Konnotation als "Krankheit", aber sei's drum.

Ist das so? Für mein Empfinden nicht. Ich finde es immer sehr bedauerlich, wenn ich lese, dass es Menschen gibt, die den Begriff "Behinderung" als negativ empfinden.
Zudem ist Krankheit doch schlicht falsch. Eine Krankheit ist üblicherweise etwas, woran man im Laufe seines Lebens erkrankt und das dann einem Verlauf folgt, sich verschlechtert und, wenn es gut läuft, auch wieder verbessert und verschwindet oder geheilt wird. All das trifft auf Autismus nicht zu.

Asperger-behinderten (was für ein Wort)

Ja, das benutze ich so auch nicht. Ich schreibe einfach Asperger-Autisten. Es einfach beim Namen nennen, kein Problem.

Asperger-behinderten (was für ein Wort) sagt man ja nach, sie könnten nicht gut zwischen den Zeilen lesen. Vielleicht reden wir deswegen aneinander vorbei. Bitte selbstreflektiere das mal.

Das kann sein. Selbstreflexion wird in dem Fall ggf. dazu führen, dass ich sehe, dass du ggf. etwas zwischen die Zeilen schriebst, nicht aber, was du zwischen deine Zeilen schriebst. Wenn du es konkret ausschriebest, könnte ich es lesen.

Und irgendwie komme ich mir schmutzig vor, dir das gesagt zu haben.

Warum?

Also nein... ich, als nicht Asperger-geplagter (zumindest nicht so diagnostiziert), finde die "noch normal"-Sichtweise besser...

Ja, es wäre schön, wenn ich Autismus einfach als Normvariante betrachten könnte. Doch wenn ich das mache, dann erschwere ich im Laufe der Zeit jenen (Asperger-)Autisten, die dringend einen Schwerbehindertenausweis und Hilfe brauchen - und ja, die gibt es - den Zugang dazu. Unser Gesundheitssystem freut sich, wenn immer mehr Autisten schreien, dass Autismus ja nur eine Normvariante sei und keine Behinderung. Das bauen sie dann gleich in ihre Argumentation für die nächste Erschwerung, an Hilfen zu kommen, ein.
Den SBA bekommen zu können, wurde gerade erst Ende 2010 für Autisten erschwert.
Vielleicht ist es eine Option - ich folge ihr schon lange - jede Behinderung als eine Variante der Norm zu betrachten, und eben dennoch nicht den ggf. vorhandenen Hilfebedarf dabei aus den Augen zu verlieren.
Das klappt natürlich nicht, wenn man den Begriff "Behinderung" negativ konnotiert empfindet.

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@Rechercheur

Zum "schmutzig vorkommen": Weil ich damit deine Behinderung als Argument zur Untermauerung meines Standpunkts verwende. Das ist vielleicht logisch einwandfrei, aber Nichtautisten würden sich bei sowas tendentiell auf den Schlips getreten fühlen. Die Argumentation wird zu persönlich. Wohl einer der Fälle, wo Asperger Vorteile mit sich bringt. ;-)

Mit dieser Krankenkassen- und SBA-Geschichte hast du vermutlich einfach nur recht.

Wenn wir uns nichts vormachen hat doch jeder, auch der Norm-normalste, auf irgendwelchen Gebieten seine Schwächen. Hilfsbedarf ist also nicht auf Fälle außerhalb der Norm beschränkt. Ich nehme aber an, Autisten fällt es i.Allg. leichter, um Hilfe zu bitten...

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@ArchEnema

Wenn wir uns nichts vormachen hat doch jeder, auch der Norm-normalste, auf irgendwelchen Gebieten seine Schwächen. Hilfsbedarf ist also nicht auf Fälle außerhalb der Norm beschränkt.

Ja. Generell sollte einfach individueller geschaut werden, wer was braucht. Es wäre zum Beispiel nicht nur für die Angestellten schöner, sondern würde auch die Produktivität steigern, meiner Ansicht nach, wenn sich jeder bei der Arbeit wohl fühlte. Um das mal aufs Beispiel Arbeit zu beschränken. Das ist auf andere Lebensbereiche auch anwendbar.

Ich nehme aber an, Autisten fällt es i.Allg. leichter, um Hilfe zu bitten...

Nein, gar nicht. Die meisten Autisten bitten meiner Erfahrung nach erst um Hilfe, wenn ihnen kaum etwas anderes übrig bleibt.
Und dann welche zu bekommen, ist leider enorm schwierig. Vor allem passende Hilfe.

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Du bist ein Individualist und das ist völlig ok. Das sind meistens hoch interessante, begabte Menschen mit Eigeninteressen, die sich selbst genügen.

Du beschreibst gerade wunderbar was Vermeidung ist ;-)

-- kein Interesse an meinen Mitmenschen

Da stelle ich mir einen traurigen Menschen vor. Wie geht es Dir denn damit?

Wieso traurig? Ich denke aus dem Text geht klar hervor, dass ich selbst damit glücklich bin und das "allein sein" absichtlich herbeiführe.

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@BionicC10H15N

Mag sein. Die Tatsache, daß Du das so klar siehst, macht mich stutzig. Ich verbinde diese Art von Vermeidung, mit einer Sozialphobie. Normal sind Deine Symptome nicht.

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@retroblau225

Warum ist es für viele Menschen so schwierig zu akzeptieren, dass es auch Menschen gibt, die schlicht nicht so einen starken Herdentrieb haben?
Zu einer Sozialphobie würden Ängste gehören, die schildert der Fragesteller nicht.

Nicht jeder Mensch, der gern allein ist, leidet an irgendwelchen Ängsten und ist in Wirklichkeit einsam.

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@Rechercheur

Hat Dir BionicC10H15N Geld geboten, damit Du jede Vermutung mit Deinem Pseudo-Halbwissen widerlegst? Er selbst vermutet eine psychische Störung und ich vermute eine Sozialphobie hinter seine charakteristischen Erscheinung, was nicht unbedingt Ängste mit einschließt, da er alle Bedingungen der Vermeidung erfüllt. Ein Mann oder Frau von Welt wie Du, sollte das wissen.

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@retroblau225

Das Wort Sozialphobie beinhaltet das Wort Phobie. Phobie ist griechisch und bedeutet Angst. Eine Phobie ohne Angst ergibt keinen Sinn. Vermeidung findet in dem Fall dann auf Grund von Ängsten statt.
Das Hauptsymptom der Sozialen Phobie ist laut ICD10 die Angst vor prüfender Betrachtung seitens anderer Menschen.

Zudem schildert der Fragesteller weitere Symptome, die sich nicht einer Sozialen Phobie zuordnen lassen. Reizüberflutungen, Probleme mit dem Lesen der Gefühle anderer Menschen, ritualisierter Tagesablauf. Sehr wohl aber passen diese zum Beispiel zum Asperger-Syndrom.

Anschauen sollte sich das halt ein Psychiater. Ferndiagnosen auf Grund eines kurzen Textes sind einfach nicht zu stellen.

Was ich gerade besonders schade finde, ist, dass du meine Frage mit keinem Wort beantwortest. Ich stelle Fragen, weil ich gerne Antworten haben möchte.

Mich interessiert wirklich, warum es offenbar so schwierig ist, anzunehmen, dass es auch Menschen geben kann, die keinen so starken Herdentrieb haben.

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@Rechercheur

Du hast Recht. Ich fühle mich seit letzter Zeit immer häufiger angegriffen, tut mir leid zuletzt so einen Stuß geschrieben zu haben. Das war einfach unüberlegt und dumm von mir. Mich interessieren diese Symptome und wie sie zu Stande kommen aber auch. Asperger kenne ich in dieser Form nämlich nicht.

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@retroblau225

Kommt vor.
Dann wünsche ich dir, dass du bald weniger Stress hast. :-)
Ich kenne mich mit Asperger-Autismus zwangsläufig recht gut aus. Und durch die Beschäftigung damit auch ein bisschen mit diversen Differentialdiagnosen.

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es wirkt etwas, als wolltest du, dass wir jetzt Autismus sagen. gib zu,du beschäftigst damit schon länger , das sieht man, wenn man sich deinen expertenthemen ansieht :D . das sag ich jetzt nicht,weil es mir spaß macht, dich zu ärgern, sondern , weil es mir genauso geht. geh mal zum Psychologen , der sagt es dir dann. :)

das sieht man, wenn man sich deinen expertenthemen ansieht :D

Mein Expertenthema ist Heparin, verstehe den Zusammenhang nicht.

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@BionicC10H15N

uuups das wollte ich eig. noch löschen... nein ich meinte die Themen zu der frage

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@Xainon

Die Tags Asperger und Autismus wurden später von anderen Usern hinzugefügt.
Hätte sie der Fragesteller direkt bei seiner Frage eingegeben, wäre ich über die Frage per Mail informiert worden, dem war aber nicht so, also kamen sie später dazu.

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Du bist männlich? Fachgebiet: Naturwissenschaft/Chemie? Gehst gern zur Schule aber fühlst dich von Gruppenarbeit/vollen Kaufhäusern/Menschenmengen bedroht/überfordert...bekommst Angst/Panik/Migräne?

Das kann natürlich eine Form von Autismus sein.

Ich habe ähnliche Symptome erfahren als meine Thyroxintabletten reduziert worden sind. Das dumme war..ich war Lehrerin..hatte ein super Verhältnis zu meinen Schülern und Kollegen ZUVOR. Plötzlich bekam ich Angst der Klasse gegenüber oder im vollen Lehrerzimmer ...ich separierte mich, zog mich zurück in den Chemie/Bio-Vorbereitungssaaal..auch war mein Erinnerungsvermögen (Namensgedächtnis) und die Sinnesleistung immer stärker eingeschränkt.

Diese Angst verschwand wieder mit besserer Einstellung mit Schilddrüsenhormonen. Da ein Drittel der Bevölkerung an Schilddrüsenunterfunktion leidet..ist das keine besorgniserreigende Krankheit...eher schon normal...nur wenn es nicht erkannt und therapiert wird müssen die Erkrankten sehr darunter leiden, bekommen nach und nach bis 30-40 verschiedene psychische und körperliche Symptome. leider finden sich die meisten mit vielen dieser Symptome ab, sodaß es erst entdeckt wird wenn der Leidensdruck übergroß ist...oder der Erkrankte landet in der Psychiatrie...wo zwar nach der Schilddrüse auch geschaut werden muss, doch veraltete Normwerte verhindern den Erfolg.

Ließ mal das Buch "die Entdeckung der Langsamkeit!" von Sten Nadolny...über den Entdecker der Nordwestpassage Franklin.

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Da ein Drittel der Bevölkerung an Schilddrüsenunterfunktion leidet

Hallo, hallo!! Wo willst Du diese Zahl denn herhaben??

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@Auskunft

Von SD-Fachärzten, aus den meisten Schilddrüsenpraxen-riesige Plakate klären darüber auf. Leider ist bis heute der TSH kein fester Bestandteil eines Blutbildes. Jeder Arzt muss also extra dran denken ihn zu messen. In Deutschland sind seit 10 Jahren die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zum TSH-Wert nicht in die Normwerte eingeflossen (siehe Thyreotropin) . Und so ist es zu erklären, dass die meisten Schilddrüsenkranken falsch oder gar nicht therapiert werden heute immer noch. Neue USamerikanische Studie hat letzteres herausgefunden.

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@Schnabelwal

Meine Werte werden häufig kontrolliert da ich seit einigen jahren nur noch eine halbe Schilddrüse habe. Somit bin ich auch schon seit Jahren eingestellt. Dennoch, ich war auch schon so als ich noch "gesund" war.

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@BionicC10H15N

Richtig, BionicC10H15N, nicht alles und jedes lässt sich auf die Schilddrüse zurückführen.
Die Ärzte wissen schon, wie sie Schilddrüsen-Erkrankungen richtig beurteilen können.
Dein Kommentar ist Balsam für die Seele!

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@BionicC10H15N

Die Schilddrüse macht schon 10-20 Jahre vorher Symptome bevor ihre Schieflage mit den heutigen medizinischen Methoden entdeckt wird. Als deine Schilddrüse operert worden ist, hattest du also schon vielleicht 10 Jahre zuvor Probleme deswegen. Die jahrelange Schieflage hat sich dann vielleicht in Knoten niedergeschlagen, die dir dann entfernt worden sind, oder? Oder war Morbus Basedow die Diagnose? Früher oder später (durch die Therapie oder auch teils von alleine) geht das in eine UNTERfunktion über, deren Symptome ich hier wahrgenommen habe.

Es bleibt zu empfehlen selber deine Schilddrüsensituation kritisch zu hinterfragen, TSH, fT3 und fT4 zu monitoren. Laß dir deine Blutwerte immer ausdrucken. Der TSH sollte unter Thyroxin zwischen 0,3-1,2 liegen. Insbesondere wenn die jahrelange SD-Kontrolle nur beim Hausarzt durchgeführt wurde würde ich auf jeden Fall JETZT mal wieder zum SD-Facharzt gehen. Leider bekommen fast alle Patienten immer wieder zu hören: Alles ok mit der Schilddrüse, gute eingestellt, an der Schilddrüse kanns nicht liegen. Eine neue usamerikanische Studie hat aber nun aufgezeigt, dass die meisten Schilddrüsenpatienten nicht oder falsch eingestellt sind.

Wenn ein neuauftretendes Symptom oder eines mit den du Dich mittlerweile abgefunden hast zum Symptomenbild der SD-UF paßt dann lohnt sich die Hinterfragung der aktuellen Einstellung.

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@Schnabelwal

Eine neue usamerikanische Studie

Diese Studie, die Du so oft erwähnst, hätte ich mir gerne angesehen.

Wo wurde sie denn veröffentlicht?

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@Auskunft

Erkundige Dich doch selber mal ausführlicher. Du scheinst mehr wissen zu wollen. Ich hatte die Information unter ht-mb.de bekommen. Stell doch einfach deine Frage da nochmal rein.

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@Schnabelwal

in Knoten niedergeschlagen, die dir dann entfernt worden sind, oder?

Nein. Wäre schön gewesen wenns so einfach gewesen wäre.

war Morbus Basedow die Diagnose?

Nein.

Ich bin in den Jahren mehrfach umgezogen und war somit bei etlichen Ärzten. Die sind alle unfähig? Selbst in der Charite ist man zu "unfähig" meine Werte richtig zu beurteilen?

Zumal meine Nuklearmedizinerin total auf dem SD Trip war.

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@BionicC10H15N

Dann trifft das möglicherweise auf Dich NICHT zu. Unfähig ist kein Wort aus meinem Vokabular. Als SD-Patient sollte man immer wach das Thema mitverfolgen. Die Einstellung ist alles andere als trivial. So viele Faktoren spielen mit rein. Es sollte engmaschig kontrolliert werden. Ein TSH kann täuschen und doch wird er standardmäßig immer zur Beurteilung der SD-Situation herangezogen. DU kannst mit kontrollieren ob dein fT3 und fT4 Wert gut in der Norm sich befinden. Die Normen sind sehr weit, und das individuelle Wohlbefinden ist oft erst dann zu haben, wenn fT3 und fT4 im oberen Drittel der Norm liegen. fT3 ist das eigentlich stoffwechselaktive Schilddrüsenhormon. Das sollte generell stärker mitbetrachtet werden, wie auch der TPO. In der Charitee kannst du auch an einen guten oder shclechten Arzt geraten.

Ich habe meine Meinung kommuniziert. Du kannst es nutze oder lassen. Mittlerweile wird ja auch die Gesellschaft darauf aufmerksam, dass es eine Volkskrankheit ist. Und als SD-Patient kann man VÖLLIG symptomfrei werden mit der richtigen Einstellung mit SD-Hormonen. Selbst wenn du dir den Fuß´umknickst udn das ewig nicht heilt, kann das an deienr Schilddrüseneinstellung liegen. Die Verstauchung würde schneller heilen und du möglicherweise gar nicht erst umgeknackst sein, wenn die Schilddrüse oprimal eingestellt wäre. Bei Männern ist das auch gerne das Knie was auffällig wird.

Da du leider nicht kommunizieren willst weshalb deine SD rausoperiert worden ist, kann ich dazu nicht sagen. Alles Gute für Dich.

Ach ja, du substituierst Vitamin D?

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@Schnabelwal

Wenn Du Dich laufend auf diese Studie beziehst, solltest Du auch die Quelle nennen können!

Oder verläßt Du Dich blind auf irgendwelche Aussagen/Behauptungen im Internet?

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@Auskunft

Kennst du das, wenn eine Studie deine persönliche Erfahrung, Forschung, Wahrnehmung und Einschätzung bestätigt, da glaubst du so fest daran, dass es dann mal passieren kann, dass du die Details nicht mehr genau hinterfragst, wenn du bestätigt bekommst was du selbst schon weißt.. Genauso erging es mir als meine selber erarbeiteten Erkenntnisse und Zusammenhänge offensichtlich schon einmal von einem Prof. Hotze postuliert worden ist. Dieser Arzt hat sich der Syssiphus Arbeit verschwirben seine Kollegen auf die Mißstände in der Schilddrüsendiagnostik aufmerksam zu machen...er wurde überstimmt, nicht erhört..und so dürfen wir Deutschen wohl noch weitere 10 Jahre warten bis wir einen TSH-Standard einführen, den die restliche Welt schon seit 2003 benutzt. Und selbst wenn die neuen TSH-Nor,men zugrunde gelegt werden...dann sit 2,5 noch soweit von eigentlich normalen TSH von 1 entfernt dass es doch offensichtlich ist dass diese Studie RECHT hat, haben muss. Wenn du unter ht-mb.de die Quelle gefunden hast, freue ich mich wenn du es mit mir teilst.

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@Schnabelwal

Wenn du unter ht-mb.de die Quelle gefunden hast, freue ich mich wenn du es mit mir teilst.

Es ist nicht meine Aufgabe, nach einer Quelle zu suchen, die Du laufend erwähnst.

Wenn Du nichts Näheres dazu sagen kannst, wo diese "Studie" veröffentlicht wurde, wäre es angebracht, darauf zu verzichten.

Eine Quelle zu nennen, deren Existenz man nicht überprüfen kann, ist nicht seriös.

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du bist nun mal der typische Einzelgänger...

das bin ich auch und mich stört das nicht :)

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