Eigenbedarfskündigung rechtswidrig?

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Wenn Euer Vertragspartner die Hausverwaltung ist, kann nicht der eigentliche Eigentümer kündigen.

Die anderen beiden Wohnungen gehören vermutlich auch anderen Eigentümern.

"Besitzer" seid ihr. Es geht darum, wer Eigentümer ist und letztlich bei Euch vor allem, wer Vermieter ist, ist entscheidend.

Was nützt es dem jetztigen Eigentümer, wenn Wohnungen frei sind, die anderen Eigentümern gehören. Er kann darüber nicht verfügen und wußte vielleicht noch nicht einmal davon, dass andere Wohnungen frei sind.

Aber nochmal zu dem seltsamen Mietverhältnis:

Man muss nicht unbedingt Eigentümer einer Wohnung sein, um sie vermieten zu können. Es reicht aus, wenn man die Erlaubnis des Eigentümers dazu hat.

Bspw. könnte der Eigentümer der Hausverwaltung gegen Zahlung eines festen monatlichen Betrags die Wohnung zur Vermietung überlassen.

Der Eigentümer kassiert vielleicht 500 € pro Monat und die Hausverwaltung vermietet sie zwischenzeitlich für 600 € pro Monat zzgl. Betriebskosten. Eine entsprechende schriftliche Vereinbarung müßte dazu dann vorliegen. In einer solchen könnte auch festgelegt sein, dass diese Abmachung unter bestimmten Voraussetzungen endet und ab da wieder an den eigentlichen Eigentümer zurück fällt, sodass dieser jetzt der Vermieter ist (wie bei einem Verkauf, wo plötzlich auch ein anderer als Vermieter in den Mietvertrag eintritt). So etwas müßte aber allein schon deswegen den Mietern mitgeteilt werden, dass diese nicht weiter an die Hausverwaltung überweisen.

Ob das bei Euch der Fall ist, ist die Frage, die natürlich von hier aus nicht beantwortet werden kann.

Ihr solltet unbedingt einen Rechtsanwalt aufsuchen, der die vertragliche Situation klärt. Womöglich ist genau deshalb keine Eigenbedarfskündigung möglich, weil Euer Vertragspartner die Hausverwaltung ist und diese ganz bestimmt keine Tochter hat, die die Wohnung jetzt braucht.

Unser "Vermieter" ist uns bekannt, ihm gehört das gesamte Haus mit 4 großen und 4 kleinen Wohnungen. Die oberen 3 großen Wohnungen sind fast identisch geschnitten, die untere eher loftähnlich.

Die neuen Mieter (ab 1.4.2017, erste Möbel wurden Mitte März in der Wohnung aufgebaut) der beiden großen Wohnungen unter uns zahlen eine deutlich höhere Kaltmiete. Wir bewohnen das Dachgeschoss.

Meine Rechtschutzversicherung möchte zunächst die telefonische Beratung (gelaufen ohne wirklichen Informationsgewinn) sowie die online-Beratung (ebenfalls eher unspezifisch). Kommenden Mi haben wir einen Termin bei einem Mietrechtler, aber da wir heute den Mietvertrag an diesen schicken sollten, ist uns dies aufgefallen.

Der Vermieter hat uns mitgeteilt, dass er in 15-20 Jahren wenn die Denkmalabschreibung durch ist und er und seine Frau nicht mehr fit genug für das große Einfamilienhaus sind einen Fahrstuhl im Innenhof anbauen lassen wollen und einen zusätzlichen Balkon, diese Wohnung als Altersruhesitz nutzen möchte.

Wir suchen seit 2 Jahren aufgrund der zweiten SS eine größere Wohnung oder ein Haus, aber finden nichts Bezahlbares.

Vielen Dank schon einmal für die ersten Kommentare!!!

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@juleaushalle

Wenn es also so war, dass der Eigentümer des Hauses doch von Anfang an der Vermieter war (genau prüfen lassen!) und nur vertreten durch die Hausverwaltung, so hätte dieser aber wirklich genug Gelegenheit gehabt, eine der anderen beiden Wohnungen seiner Tochter zu geben oder aber Euch eine der anderen Wohnungen als Ersatz anzubieten.

Das Kind kam im Dezember auf die Welt und noch mal bis zu 7-9 Monate vorher wußte man also, dass bald größerer Platzbedarf besteht. Dass man im März zwei lange leer stehende Wohnungen noch mal eben teuer vermietet, um dann Euch wegen Eigenbedarf zu kündigen, riecht doch ganz streng.

Die Gerichte ziehen aktuell die Schrauben gerade an, was Eigenbedarfskündigungen anbelangt. Eure Chancen, die Wohnung doch behalten zu können, steigen gerade steil an.

Aber um künftig so etwas zu vermeiden, könnte man doch überlegen, selbst eine Wohnung zu kaufen. Die Zinsen sind (noch) niedrig und mit der gesparten Miete könnte man schon allerhand finanzieren. Fehlt noch was zum Eigenkapital, könnte man vielleicht mal mit dem jetzigen Vermieter reden und fragen, wieviel er bereit wäre, Euch gewissermaßen als Entschädigung zu geben, wenn ihr ohne langen und teuren Gerichtsprozess zu einem bestimmten Zeitpunkt auszieht.

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@bwhoch2

Wir würden gerne ein Eigenheim kaufen, das Finanzielle ist gut machbar, nur gibt es in Halle gerade nichts Bezahlbares was gefällt.... Aber danke für die echt aufbauenden Worte!!! Danke

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@juleaushalle

Gerne geholfen. Freut mich, wenn meine Antworten nützlich waren.

Danke für die Auszeichnung.

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Laut Mietvertrag ist eine Hausverwaltung als Vermieter eingetragen.

 

Das ist dann die klassische Sondereigentumsverwaltung. Der Eigentümer zahlt monatlich die Summe X und die Verwaltung kümmert sich um alle Belange des Mietverhältnisses.

Der Eigentümer kann hier aber dennoch eine Kündigung erklären.

Ob diese in diesem Fall ausreichend begründet und somit wirksam ist, steht auf einem anderen Blatt.

Desweiteren gibt es in unserem Haus drei identisch geschnittene Wohnungen, die beiden unter uns standen für 5 bzw 7 Monate leer und wurden zum 1.4. neu vermietet.

 

Wenn Du laut Mietvertrag nicht einmal weißt, wie der Eigentümer deiner Wohnung heißt, woher willst Du dann wissen, ob ihm auch die anderen Wohnungen im Haus gehören?

Selbst wenn, ist ja gar nicht klar, wann der Mietvertrag für diese Wohnungen unterzeichnet wurde, bzw. wann der Grund für den Eigenbedarf entstanden ist.

Der Eigentümer des Hauses arbeitet im selben "Unternehmen" wie ich, wir kannten uns bereits vor dem Abschluß des Mietvertrages.

Er hat das gesamte Einzeldenkmal gekauft und 2 Jahre sanieren lassen, dann sind wir als Erstbezug nach Sanierung zu günstigen Konditionen (Denkmalschutzförderung) eingezogen.

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Der Vermieter kann seinen Mietverwalter oder wie in Ihrem Falle geschehen, einen  Anwalt mit der Durchführung einer formal rechtssicheren Eigenbedarfskündigung für eine von ihm bestimmte Wohnung beauftragen.

Der Bedarf für die eigene Tochter, die ein Kind erwartet, wäre ein solcher Grund.

Jetzt sollten Seis ich rechtzeitig nach einer neuen Wohnung umschauen.

Zum Schutz vor einer neuerlichen überraschenden Kündigung könnten Sie mit dem neuen Vermieter z.B. den Ausschluß auf das gegenssetige ordentliche Kündigungsrecht für die Dauer von max. 4 Jahren vereinbaren.


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