Ehemaliger Kunde hat komplette Webseite kopiert?

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8 Antworten

Hallo pepsicolalight...,
wie die anderen: Ich bin auch kein Rechtsanwalt und 'darf' dir (gesetzlich) ebenso wie die anderen hier keine "rechtliche Beratung" geben. Ganz allgemein kann ich dir aber ja mal sagen, welche ganz grundsätzlichen Ideen mir bei deinem Text so kamen:

- Alles, was im Gestaltunggeschäft juristisch wird, würde ich ganz pauschal immer mit nem Fachanwalt für Medienrecht (keinem anderen!) besprechen. Diese andere Agentur würde mich (erstmal) gar nicht interessieren.

- Ein Kunde/Vertragspartner der nach deinen Worten vertragsbrüchig geworden ist, der also meine Gestaltungsleistung entgegen der vertraglichen Einschränkungen nutzte und sogar über die vereinarte und ihm übertragenen Nutzungsrechte hinaus noch nutzt... (von allem hast du dir sicher Kopien gemacht mit allen Daten (Termine/Verbreitung und so?) handelt zweimal vertragsbrüchig. *zweiFingerzeig*.

- Ich würde dem Kunden also erfreut schreiben, dass man meine Gestaltungsarbeit offenbar doch gerne noch über die bezahlte Nutzung hinaus länger nutzen wolle und ich möchte daher nun ...um Honorarabsprache bitten. Dazu fällt mir ein, dass die Nutzung meiner Arbeit durch den Kunden -ohne Nennung meiner Urheberschaft- das üblich angefallene Honorar ...sogar noch verdoppeln würde. *wiederzweiFingerzeig*

- Dieser anderen Agentur müsste ich beweisen(!) können, dass sie meine Arbeit  -und zwar unzweifelhaft meine Arbeit- abgekupfert hat und nicht nur 'zufällig' ähnlichen Seitenaufbau hat. Dazu käme dann auch noch die Frage der durchaus legitim "beibehaltenen Firmenbildgestaltung". Dazu brauchte es meist einen Gutachter. Ich würde jenem Fachanwalt also nur nach genauuuester Einschätzung freie Leine lassen. Denn, wenn dem so wäre, wäre es meines Erachtens dann nur bei der Polizei anzuzeigen. "Urheberrechtsverletzungen" sind nach dem Strafrecht zu verfolgen und bedeuten für den Urheberechtsverletzer immer richtig Aua! Zumal, wenn es sich hier um bezahlte, also 'gewerbliche' Urheberverletzung handelte...!
Bei der Gelegenheit: Über mögliche Termine, bis wann sowas nach Kenntninahme angezeigt werden muss und bis wann Der Kunde in Rechenschaft gezogen werden kann, sagt euch auch der Rechtsanwalt.

Wie gesagt, das sind hier nur meine laienhaften Gedanken, die mir so, ganz ohne nähere Kenntnis der Sachlage, kamen.
Also gilt für dich jetzt:
Alles mit dem richtigen Anwalt besprechen, das könnte dicken Schadenersatz bedeuten!

P.S.: "Copyright" gibt es im deutschen Recht nicht! Hier gilt nur das Urheberrecht


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Kommentar von Naiver
25.01.2017, 22:18

Danke für deinen Stern, pepsicolalight! :- )

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Zunächst einmal:

Der Quellcode und das Design haben natürlich urheberrechtlichen Schutz gemäß § 2 UrhG. Es ist pauschal schwierig zu beantworten, ob eine Verletzung vorliegt, da ich nicht weiß, wie der Vertrag vorher ausgestaltet war. Hier steht zwar eingeschränktes Nutzungsrecht, hier lese ich jedoch, dass der Quellcode herausgegeben wurde.

Der Quellcode wird eigentlich nur bei Individualsoftware herausgegeben. Es fehlen demzufolge weitere Informationen: War der Vertrag darauf gerichtet eine Webseite zu erstellen, oder wurde ein Design nur gemietet inkl. Wartung der Webseite?

Grundsätzlich sind eine Vielzahl von Ansprüchen möglich, daher sollte auch die Frage geklärt werden:

Möchtest du Schadensersatz, Löschung der Webseite oder Unterlassung? Nach § 97 UrhG ist grundsätzlich alles möglich. Gemäß § 97 Abs. 2 UrhG schließt der Schadensersatz auch den entgangene Gewinn ein. Der Schaden berechnet sich danach, was der Schädiger hätte bezahlen müssen, wenn er sich die Rechte eingeräumt lassen hätte, daher im Zweifel den Preis den er bei euch bezahlt hat.

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Wenn das Copyright weiterhin bei eurer Firma liegt, darf er die Seite natürlich nicht einfach 1 : 1 übernehmen.

Er müsste dieses Recht erst einmal abkaufen.

Scheinbar ist das vertraglich nicht richtig abgesichert gewesen.

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Nein, dies ist nicht zulässig. Als erstes würde ich den Kunden bzw. die neue Agentur freundlich anschreiben. Sollten diese nicht reagieren, könnte man rechtliche Schritte einleiten. Ob sich dies lohnt (Kosten im Verlgleich zum Nutzen) ist deine Entscheidung. Sonst könntest du auch die andere Agentur genauer unter die Luppe nehmen und diese bei der Polizei ggf. melden.

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Du brauchst dafür eh einen Anwalt.

Nimm den damaligen Vertrag mit, oder gib den hier komplett wieder.

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Hallo pesicolalight,

für mich ist es unverständlich wie dies überhaupt möglich sein kann.

Man stellt doch einem Nutzer nicht den Quell-Code für eine Internetseite zur Verfügung.

Wie soll er denn da überhaupt dran kommen?

Gruß N.U.

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Ohne den Vertrag der das "eingeschränkte Nutzungsrecht" beschreibt, kann dir hier keiner helfen.

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greetz

da es sich hier um hunderte von kollegen für medienrecht handeln wird, nur meine unbedeutende anmerkung:

die 1:1-kopie fremden geistigen eigentums

nannte man früher sog. skalvische nachahmung

ist

m.e.

(!!)

nicht erlaubt. mal sehen, was die hablitierten kollegen von clifford chance usw. dazu meinen, die sicher hier zu hauf unterwegs sind.

man müsste sich auch vll mal über das sof eingeschränkte nutzungsrecht, das ich niemals in einen vertrag eingebaut hätte, unterhalten.

greetz

der alte sack 

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Kommentar von martinunfall
15.11.2016, 21:10

ich bin seit dem 12.8. eine verkrüppelte alte sau mit (im moment) noch zeit, kanst mich gerne per pn kontaktieren und den vertragsmüll seden.

greetz

der

stinkende alte sack

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