Ehe zwischen Katholisch und Evangelisch

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Hallo - du musst nicht katholisch werden, um in einer katholischen Kirche zu heiraten.

Zwei Dinge sind dabei zu beachten: Eine "ökumenische Trauung" gibt es genau genommen nicht. Sondern ihr müsst euch letztlich entscheiden, ob ihr in der katholischen oder in der evangelischen Form heiraten wollt. Eigentlich genügt ein Pfarrer (egal ob kath. oder evang., beides wird von beiden Konfessionen anerkannt), schön ist es natürlich, wenn Pfarrer/in von beiden Seiten beteiligt sind.

Da ihr in einer katholischen Kirche heiraten wollt, liegt ein katholischer Gottesdienst nahe (ohne Eucharistie, das geht eben nicht). D. h. der Priester hält den Gottesdienst, der evangelische Geistliche ist als Gast mit dabei. (In einer evangelischen Kirche wäre es umgekehrt).

Damit das geht, muss dein zukünftiger Mann über den Priester die "Befreiung von der Formpflicht" beantragen.

Das zweite:

Die katholischen Geistlichen sind dazu angehalten, die künftigen Ehepaare zu verpflichten, die Kinder katholisch zu erziehen. Das muss in der Regel unterschrieben werden - wer das ernst nimmt, kann da schon in die Klemme geraten. Wenn du dir so gar nicht vorstellen kannst, dass deine Kinder später mal den katholischen Religionsunterricht besuchen, naja, dann gibt es zwei Möglichkeiten: Unterschreiben und dann doch machen was du willst (auf den Scheiterhaufen kommt ihr deswegen trotzdem nicht). Oder dich auf deine Gewissensqualen berufen (das ist das offizielle katholische Schlupfloch), dass du es vor dir selbst nicht vertreten kannst, die Kinder katholisch ... usw. Die steinerne Miene des Priesters ist dir dann sicher, was er dann macht, ist individuell von Priester zu Priester sehr verschieden. Wenn du es als Frau ganz hinterlistig angehen willst, kannst du ja damit argumentieren, dass auch die religiöse Erziehung vorwiegend Sache der Mutter sei und deswegen nur in Übereinstimmung mit deiner eigenen Konfession ginge. (... das ist gar nicht meine Einstellung als Vater, aber ein guter Teil katholischer Priester ist der traditionellen Rollenverteilung nicht abgeneigt).

So, genug geschrieben, wenn ihr es (auch rechtlich) genau wissen wollt, werdet ihr hier fündig:

http://www.ack-bw.de/dateien/Auf_dem_Weg_zur_Ehe_Herbst_2008.pdf

Wünsche euch eine gesegnete "konfessionsverbindende Ehe" (... hübsche Bezeichnung, nicht wahr?)

Ich denke, ein offenes Gespräch mit Vertretern beider Kirchen wäre ehrlicher als diese Trickserei!

Ohne jegliche Gewissensbisse könnte man heiraten, indem man dies vor dem staatlichen Standesamt tut und auf die kirchliche Trauung, wie schön und festlich sie auch aufgezogen wird, verzichtet. Es gibt reichlich glückliche Ehepaare, die nicht kirchlich getraut wurden.

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Ich war bei meiner Hochzeit katholisch, meine Verlobte (jetzt Frau) evangelisch. Wir haben mit beiden Pfarrern gesprochen und hatten eine ökumenische Hochzeit. Das war sehr schön. Die Katholiken legen großen Wert darauf, dass die Kinder katholisch erzogen werden. Ich habe damals signalisiert, dass wir das tun, wie wir das für verantwortlich und richtig halten. Und siehe da, es ging. Es hängt also alles davon ab, wie sich Dein Verlobter einsetzt und was er Dir zumuten oder Dich entlasten will. Das mit der Erziehung kann man auch davon abhängig machen, wo man wohnt und ob da die Leute rundum eher katholisch sind oder evangelisch, sprich, wo für die Kinder die beste "Versorgung" ist. Aber das ist Eure Sache.

Das ist ebenso Kokolores wie die Frage der späteren Erziehung evtl. sich einstellender Kinder. Für die Eheschießung verlangt die katholische Kirche nicht, dass sie Ihren Glauben ändern. Die katholische Kirche wünscht tatsächlich, dass die gemeinsamen Kinder, die aus einer solchen Mischehe hervorgehen, katholisch erzogen werden. Wohl dem der es macht, wenn er es denn für richtig hält. Aus diesem Grunde wurde noch nie eine Ehe für nichtig erklärt. Im Übrigen sollten Sie dies alles etwas lockerer sehen - eine "Operettenhochzeit " halt! Schöner festlicher Rahmen - ansonsten zählt nur Ihr Gefühl füreinander und kein religiös verbrämter Anspruch irgend eines Popen!

Wenn dein Zukünftiger meint, dass du die Religion ändern müsstest um ihn kirchlich heiraten zu können, dann sollte das für dich ein Alarmsignal sein. Wer weiß, was der meint, was du noch alles für ihn ändern musst. "Drum prüfe wer sich ewig bindet, ob sich nicht do was Besseres findet."

Du musst dein Bekenntnis (nicht deine Religion) sicher nicht ändern!

Als meine (evangelische) Schwester ihren (katholischen) Verlobten heiraten wollte, erkundigten sich beide ausführlich bei Pfarrern beider Bekenntnisse danach,wie eine ökumenische Hochzeitszeremonie ihrer Meinung nach möglich wäre.Dabei bemerkten sie beide( besonders aber er) dass der römisch katholische Pfarrer für eine ökumenische Feier für seinen evangelischen Kollegen nur eine kleine, unbedeutende "Assistentenrolle" vorsah. Auf die Frage,ob er sich diese Feier mit Rollentausch der beiden Pfarrer vorstellen könnte reagierte er empört.

Mein Schwager, der katholische Part der beiden war daraufhin nur bereit, evangelisch zu heiraten, denn er hielt und hält halt viel von Ehrlichkeit und Fairness.

Die Kinder der beiden wuchsen übrigens in römisch katholischer Tradition auf.

Es ist ja logisch und verständlich, das der Katholische Priester dem Evangelischen Pfarrrer nicht das Feiern der Messe überlassen kann . Ich kann deine Empörung nicht verstehen ....

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