Ehe& Steuer.Was ändert sich für uns?

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5 Antworten

Hallo, die Steuerklassen sind nur für die monatliche Vorauszahlung wichtig. ( Steuerklasse V und III) Die endgültige Steuer wird nach der Steuerklärung festgelegt. Vom Bruttolohn gibt es Abzüge die ich nicht kenne. Nehmen wir zu einer sehr groben Schätzung eure Nettolöhne her, dann kann man ungefähr die Steuer annehmen. 1. Möglichkeit beide Single (Grundtabelle): Sie zahlt dann im Jahr 2013 für etwa € 13920.- € 1122.- Steuer, Er zahlt für etwa € 19800.- etwa 2623.- Steuer. Möglichkeit 2, ihr seit verheiratet und zusammen veranlagt. Dann gilt die Spittingtabelle. Ihr habt dann zusammen ein Einkommen von € 33720.- und zahlt dafür € 3706.- Steuer. Das sind nur € 39.- pro Jahr weniger wenn Ihr verheiratet seit. Da euer Bruttoeinkommen höher ist als angenommen wird auch die Steuer höher sein, d.h. dass auch die Ersparnis bei Verheirateten höher sein wird. Die Ersparnis ist um so höher je höher das gemeinsamen Einkommen ist und je größer der Unterschied der beiden einzelnen Einkommen ist. Vorteile gibt es auch z.B. bei der Krankenversicherung.

Mich würde mal interessieren ob so eine Ehe nun Vor oder Nachteile hat?

Steuerlich hat sie meist Vorteile und nie Nachteile - weil Du bei der Abgabe der Steuererklärung jedes Jahr auf die gemeinsame Veranlagung verzichten kannst, wenn einer jener Ausnahmefälle vorliegt, in denen getrennte Veranlagung (die ist identisch mit Eurer jetzigen) günstiger ist.

Sie verdient 1160 Euro Netto

Das Netto-Gehalt ist für steuerliche Zwecke sowas von unnütz... Woran ich sehe, dass Du Dich bisher nicht sehr um Steuerfragen gekümmert hast. Wenn Du da nicht viel Zeit investieren willst, solltest Du zumindest für die erste Steuererklärung Hilfe (Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein) in Anspruch nehmen, sonst zahlst Du wahrscheinlich dem Finanzamt mehr als ihm zusteht.

Wer muss nun in welche Steuerklasse?

Steuerlich ist das relativ egal, weil Ihr nach Abgabe einer Einkommensteuererklärung eventuell zuviel abgezogene Lohnsteuer wiederbekommt. Dass die Lohnsteuer nahezu der endgültigen Steuerschuld entspricht ist am ehesten durch Steuerklasse "4 mit Faktor" zu erreichen, die Faktoren im Verhältnis Eurer Bruttogehälter wählen.

Viel wichtiger ist aber: Wer von Euch wird mit einiger Wahrscheinlichkeit in nächster Zeit Lohnersatzleistungen beziehen, deren Höhe von Nettoeinkommen abhängt? Wenn das halbwegs sicher ist (geplante Schwangerschaft, drohende Arbeitslosigkeit), dann muss derjenige Klasse 3 nehmen, der andere somit 5. Denn die zuviel bezahlte Lohnsteuer gibt es nachträglich wieder zurück, die Lohnersatzleistung nicht.

Was ändert sich noch?

Ihr seid Euch gegenseitig zum Unterhalt verpflichtet.

Lasst euch das beim StB oder direkt beim FA ausrechnen.

3/5 führt regelmäßig am Jahresende zu Nachzahlungen.

4/4 (Faktorverfahren) kann u. U. am Ende vorteilhafter sein, auch wenn monatlich ein paar Euro netto weniger raus kommen.

du 3 sie 5

du sparst, sie zahlt mehr, aber in der summe, spart ihr

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