Effiziente Elektroheizung: Splitgeräte, Inverter, Heizlüfter etc. - wer kann helfen?

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3 Antworten

Hallo,

als Energieeffizienzexperte, TGA Planer und Gutachter verwende ich bei meinen Planungen und Dimensionierungen für Neubauten mit zunehmendender Tendenz vollmodulierende LWP (Splitt-Geräte) mit wassergeführter Wärmeverteilung.
Das allerdings nur, wenn die Randbedingungen nach der Grundlagenermittlung hierfür auch tatsächlich geeignet sind.

Klimageräte dienen allerdings vorrangig der Kühlung, die Heizfunktion steht dabei im Nachrrang und ist meist wenig energieeffizient (Verbrauchskosten Heizbetrieb).
Für ein EFH-PH ist die Heizlast von 5 kW ungewöhnlich hoch, es sei denn, das Gebäude steht auf der Zugspitze oder hat 1000 m² zu beheizende Fläche.
Woher stammt diese Angabe?
Bei luftgeführter Wärmeübertragung an die einzelnen Räume dürften hier erhebliche Probleme auftreten, denn Luft ist ein denkbar schlechter "Wärmebevorrater" und Transporteur. Zudem ist die WW-Bereitung energetisch ja auch nicht unbedeutend.
Sinnvoll sind solche Systeme mit Abwärmenutzung (WRG) über die KWL nur dann, wenn tatsächlich ein echtes PH vorliegt, was ich hier überhaupt nicht vermute.

Als Gutachter begegnen mir derartige Fragestellungen mit zunehmender Tendenz leider häufig, wo ahnungslose Bauherren von den Anbietern gnadenlos über den Tisch gezogen werden.
In den meisten Fällen kann man den Verursacher nachträglich am wirtschaftlichen Mißerfolg "beteiligen".

v.G.

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Kommentar von Ralsch
22.11.2016, 13:56

Hallo Simko,

Deine Annahmen sind soweit korrekt, ausgelegt war das Haus komplett auf Luft/Luft mit einer zentralen Wärmepumpe die neben dem WW auch die Zuluft erwärmt hat - bzw. das eigentlich tun sollte. Wasserführende Heizung haben wir nicht, von der Auslegung sollte die Luftheizung bis auf die kältesten Tage ausreichen. Das WW wird mit einer WW-Wärmepumpe (Ochsner 250DK)  erhitzt die ich kurzfristig montieren musste als die andere Anlage den Geist aufgab.

Jetzt stellt sich nur die Frage wie ich möglichst effizient die restlichen kW Wärme in das Haus bekommen kann ohne gleich zigtausend Euro in die Hand zu nehmen (die sich nie amortisieren).

Nach Deiner Aussage liest es sich so als wäre aufgrund der fehlender Wasserspeicherung- und Heizung ein anderes System als direktelektrisch nicht sinnvoll. Auch mit der unten genannten Anlage, plus ca. 2.000-3.000 für Material und Montage liegt man wirtschaftlich mit >>10.000€ und aufgrund der primäre Ausrichtung auf Heizung auch beim Wirkungsgrad im roten Bereich.

Bleiben also nur schöne E-Heizkörper, und vermutlich ist es dabei nahezu egal ob das ein Konvektor oder ein Radiator oder ein Nachtspeichersystem ist!?

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Wenn ich das richtig verstanden habe, hast Du eine solche Anlage: http://www.waermepumpen.info/luft-luft in der der Wärmepumpenteil defekt ist, und durch eine reine E-Zusatzheizung bzw. das integrierte Heizregister ersetzt wurde.

Rein von der aufgewendeten Energie her ist das natürlich blöd; da ist jede andere Lösung besser als reine E-Heizung.

Diese Luft/Luft Wärmepumpe zu ersetzen ist natürlich speziell; da wird es nicht soo viele Hersteller geben und damit erklären sich dann auch schnell die 10.000€.

Die Alternative wäre eine separate Wärmepumpe bzw. ein Split-Klimagerät mit Heizfunktion http://www.energie-experten.org/heizung/waermepumpe/luftwaermepumpe/split.html
Das sollte deutlich günstiger sein, ist allerdings kein Verbund mehr mit der Lüftungsanlage/Wärmetauscher, was Effizienz und damit Kostenersparnis verschenkt.

Die einzelnen Varianten muss Dir ein Fachmann durchrechnen und  anbieten.

Bei der Finanzierung bzw.Amortisationsrechung bitte nicht vergessen, dass die Energiekosten auch jährlich steigen - wenn man von nur 4% jährlich ausgeht hat man nach 10 Jahren statt 500€ dann 500*1,48=740€ stehen. Wenn Du das Kapital selber hast bzw. einen guten Kredit bekommst, rentiert sich das also schneller.

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Kommentar von Ralsch
22.11.2016, 18:53

Hallo,

ja - der oben genannte Link beschreibt das Konzept. Nachdem die Wärmepumpe und der WW-Speicher hinüber waren habe ich die Lüftung mit dem Kreuzstrom-WT "durchgeschaltet". So wird zwar noch ein kleiner Rest der Abluftwärme an die angesaugte Luft übertragen, der Nachheizteil via Wärmepumpe und Heizregister sind aber weg. Im Nachhinein denke ich aber nicht dass das wirklich etwas im messbaren Bereich gebracht hat.

Das mit den Splitgeräten war meine Ursprungsidee wobei ich eine Kanallüftung in den Lüftungsteil der bestehenden Anlage einphasen wollte.

Zuzüglich der anderen Split-Geräte in den Räumen und der Außeneinheit wären das aber die genannten +13.000€ geworden - das kommt nie wieder rein.

Deshalb hier die Frage nach Alternativen.

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Wenn Du eine kontr. Wohnraumlüftung mit Heizregister (gewöhnlich ca. 1 kW) hast, dann ist das bei Passivhäusern ausreichend, bis es "Winter" wird.

Es sei denn, es greift jemand in das System ein und öffnet z.B. die Fenster.

Wenn Du sagst, "die Anlage" ist jetzt hinüber - meinst Du die Luft-WP?

Ihr heizt jetzt rein elektrisch: womit? Heizlüfter?

Luft/Luft-WP bedeutet: Ihr habt keine Heizkörper / FBH, richtig?

Wie funktioniert die Wärmeverteilung im Haus, habt ihr neben der KWL extra Kanäle für die Zu-/Abfuhr der Luft-WP?

Falls das so ist, sind die Alternativen vermutlich eng und gerade mal zwischen verschiedenen Herstellern zu finden.

Nur mit Strom zu heizen ist im Fall von Niedr.-Energiehäusern alles andere als "sowieso teurer". Ein Neubau hat eine Wasser-WP bekommen, bei ca. 180 qm hat der Eigentümer im Schnitt 20 Euro Stromkosten / Monat. Das krieg mal mit Gas oder Öl hin...

Das einzig "teure" an den reinen Luft-Geschichten ist der Energie-Aufwand, der bei sehr niedrigen Temperaturen notwendig ist, um Wärme aus der Luft rauszuholen.

Deshalb bin ich mehr ein Verfechter eines geteilten Systems, welches ab einer bestimmten Temp. umschaltet - dann, wenn es uneffizient wird.

Falls Dein Haus nicht auf "Wärme mit Wasser" eingerichtet ist, und Du keinen Heizkreis hast, ist die Überlegung natürlich überflüssig.

In Sachen Kühlen + Heizen elektrisch (Split) ist die Anschaffung ganz sicher nicht billig.

Empfehlungen dazu kann ich nicht viele geben.

Eventuell von Remko, die MVV 1200 DC als Außengerät, Listenpreis ca. 4.650,- Euro + MWST, dazu in entsprechender Anzahl die Deckenkassetten MVD 220 (1.150,- Euro + MWST) oder Wandgeräte MVW 220 (ab 710,- Euro +).

zuzügl. Regelung und Zubehör eine ECHTE Nummer...

Klar, dass diese Geräte mehr Energie verbrauchen, schließlich sind sie auf Komfort ausgerichtet. Haben dennoch eff.-Klasse A.

Grüße, ------>

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Kommentar von Ralsch
22.11.2016, 13:58

Hallo PA,

danke für die Antwort, das Wesentliche habe ich in der Antwort von Simko kommentiert.

Bleibt mir wohl nur die Suche nach etwas besser regelnden E-Heizkörpern. 

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