EEG-Umlage bei Eigenversorgung?

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2 Antworten

Hallo,

nach dem EEG 2014 ist auf jede Kilowattstunde Strom, die an Letztverbraucher geliefert wird, die volle EEG-Umlage zu zahlen, soweit nicht eine ausdrückliche gesetzliche Sonderregelung die Umlagepflicht vollständig oder anteilig entfallen lässt. 

Sonderregelungen gibt es zahlreiche.
So zahlen Betreiber von KWK- und Erneuerbare-Energien-Anlagen, die ab dem 1.8.2014 errichtet wurden, für den selbstgenutzten Strom eine anteilige EEG-Umlage, die maximal 40% der vollen EEG-Umlage beträgt.

Wenn Strom aus Erzeugungsanlagen mit einer installierten Leistung bis 10 kW erzeugt wird, entfällt die EEG-Umlagepflicht für höchstens 10 MWh selbst verbrauchten Strom pro Kalenderjahr vollständig.

Deine Aussage, dass die volle EEG-Umlage auf eigenverbrauchten Strom zu entrichten sei, kann ich daher keinesfalls nachvollziehen.

Wenn nicht 100% des selbsterzeugten Stroms eigenverbraucht sondern z. B. an Dritte geliefert oder ins Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist wird, gelten die jeweiligen spezifischen Regelungen.
Bei Einspeisung in das Netz der allgemeinen Versorgung fällt beim Einspeiser, der den Strom auch erzeugt, keine EEG-Umlage an.
Wird der Strom über das Netz der allgemeinen Versorgung, einem geschlossenen Verteilnetz oder einer Kundenanlage (z. B. Mehrfamilienhaus) an Dritte verkauft, wird die volle EEG-Umlage für diesen Strom fällig.

Weitere Informationen entnimmst Du am besten dem Leitfaden zur EEG-Umlage in der Eigenversorgung, der das Grundverständnis der Bundesnetzagentur zur Anwendung der Regelungen der Eigenversorgung nach dem EEG 2014 wieder gibt und die Einschätzungen der Bundesnetzagentur zu wesentlichen Praxisfragen darstellt.

Die finale Version des 135 Seiten umfassenden Leitfadens (Juli 2016) findest Du unter https://www.bhkw-infozentrum.de/wp-content/uploads/downloads/2016/07/leitfaden-bundesnetzagentur-eeg-umlage-eigenversorgung-juli-2016.pdf. 

Auf der zwölften Seite des Leitfadens findest Du zwei Grafiken, welche die grundsätzlichen Regelungen zur EEG-Umlage bei der Eigenversorgung erläutern.

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Üblicherweise wird die Umlage bei Kleinanlagen generell berechnet. Für den verkauften Strom erhalten die meisten ca. 18 ct/kWh vom Netzbetreiber, müssen dann aber wieder rd. 6 ct EEG abführen, was unterm Strich einen "Gewinn" von 12 ct/kWh für den ins Netz eingespeisten Strom ergibt. 

Wenn die nächste Reform durchkommt, sollen Vermieter von der EEG befreit werden können. 

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/immobilien/eeg-umlage-oekostromreform-macht-vermieter-froh-14334111.html 
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