EBay-Verkäufer zahlt mir nicht mein gesamtes Geld zurück. Liegt er im Recht?

4 Antworten

Naja. Eigentlich würde man sagen, dass der Verkäufer mit der Übergabe des Tablets an die Post alles seinerseits erforderliche getan hat und dein Anspruch aus dem Kaufvertrag erfüllt wurde. Beim Privatkauf trägt der Käufer das Verlustrisiko beim Versand. Demzufolge hättest du keinen Anspruch auf Rückzahlung, weil der Kaufvertrag erfüllt wurde.

Dass dieses Ergebnis so nicht richtig sein kann, liegt aber auf der Hand. Man wird daher ähnlich wie bei Rücklastschriften einen sog. Entfall der Erfüllungswirkung oder zumindest die Verletzung einer vertraglichen Leistungstreuepflicht anzunehmen haben. Im Ergebnis wirst du noch einen Anspruch auf Zahlung von 400 Euro haben.

Dass ich das Risiko trage, war mir durchaus bewusst. Das Tablett tauchte allerdings wieder auf und wurde ihm von Hermes wieder zugesendet.

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@Sakyant

Eben. Die Gefahrtragung beim Versendungskauf bezieht sich ja aber nur auf den (endgültigen) Untergang, die Zerstörung oder Verlust, der Sache bzw. die Beschädigung. Deswegen meine ich auch, dass du deinen restlichen Kaufpreis wieder zurückbekommst. In der Regel bleiben die versendeten Sachen ja verloren. Dann würdest du auf den 400 Euro sitzen bleiben. Hier konnte der Verkäufer das vermeintlich verlorene Tablet aber nochmals verkaufen und liefern.

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@Sakyant

Warum hast das Tablet nicht genommen? Wäre dann ja 400€ gewesen... die du schon bezahlt hast. Mit der Weigerung hast das nur verkompliziert. Das Teil ist ja deins gewesen. Sofern man den Eigentumsübertrag mit Versand ansieht.

Und wenn du schon so auf Recht pochst... dann gib mal Hermes die 500€ zurück.

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Bei Privatverkauf hast Du Pech gehabt

Nach der allgemeinen Regelung des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) trägt grundsätzlich der Käufer das Risiko des Verlusts und der Beschädigung der Ware auf dem Transportweg (§ 447 Abs.1 BGB).

Geht der Artikel bei einem Kauf von einem privaten Verkäufer verloren oder wird er beschädigt, können Sie den Kaufpreis nicht zurückverlangen. Sie haben auch keinen Anspruch auf eine erneute Lieferung. Der Versand der Ware geschieht also auf Ihr Risiko.

Etwas anderes gilt nur dann, wenn Sie nachweisen können, dass die Ware nicht ordnungsgemäß verpackt und dadurch beschädigt wurde.

Beim Kauf von einem privaten Verkäufer bietet es sich daher gerade bei höherpreisigen Artikeln an, eine versicherte Versandart zu wählen. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob der Verkäufer eine solche Versandart anbietet oder fragen sie vor dem Kauf direkt beim Verkäufer nach. Klären Sie mit dem Verkäufer unbedingt, um welche Art des versicherten Versands es sich handeln soll.

Bei teuren Artikeln empfiehlt sich der Abschluss einer gesonderten Transportversicherung, da die normalen Deckungssummen (z.B. 500,00 EUR bei DHL) nicht ausreichen.

Wurde eine bestimmte Versendungsart vereinbart und weicht der Verkäufer von dieser Vereinbarung ohne dringenden Grund ab, steht Ihnen im Schadensfalle unter Umständen ein Schadensersatzanspruch gegen den Verkäufer zu (§ 447 Abs. 2 BGB). Dieser umfasst den gesamten Schaden, der durch die abweichende Versendungsart entstanden ist (z.B. Kosten einer Ersatzbeschaffung).

Unabhängig von der gewählten Versandart stehen Ihnen unter Umständen (Schadensersatz-)Ansprüche gegen das Transportunternehmen zu (§§ 421, 425 HGB), wenn die Ware auf dem Transportweg verloren geht oder beschädigt wird. Dies gilt in der Regel nur dann, wenn dem Transporteur ein Verschulden nachzuweisen ist. Dies wird in der Praxis allerdings häufig nicht möglich sein.

https://pages.ebay.de/rechtsportal/kaeufer_5.html

Beim Privatverkauf geht das Risiko auf den Käufer über, sobald der Verkäufer das Paket verschickt hat. Der käufer hätte hier erstmal nur das Recht auf die 500 Euro.

Für wieviel hat er das Tablet den verkauft ?

Dass ich das Risiko trage, war mir durchaus bewusst. Das Tablett tauchte allerdings wieder auf und wurde ihm von Hermes wieder zugesendet. Da ich mir allerdings bereits ein anderes Tablett zugelegt habe, wollte ich seins natürlich nicht mehr haben. Er hat es für 810€ verkauft und war dann der Meinung, er müsse mir nicht die gesamte Restsumme zurückzahlen.

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@Sakyant

Was ist denn mit den 500 Euro? Wo sind die denn geblieben ?

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Er muss das sogar der Versicherung melden, sonst ist es Versicherungsbetrug. Diese hat das schließlich ersetzt...

Und nein, was er da macht ist nicht rechtens.

Welcher Versicherung muss er das melden?

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@andie61

Die, welche das Gerät ersetzt hat. Ich würde ihm einen Anwalt auf den Hals hetzen.

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@grisu2101

Das ist die Versicherungssumme für die Hermes haftet,da die das ja wiedergefunden haben wissen die das natürlich auch,der Verkäufer muss Hermes nun die 500 Euro erstatten.Der Käufer sieht da leider in die Röhre wenn nicht der volle Preis erstatet werden kann

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@andie61

Wobei der Verkäufer auch höher versichert hätte können.....

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@grisu2101

Das stimmt, und wäre nicht so viel teurer geworden.

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