Ebay Verkäufe und Steuern?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo,

also jetzt erst einmal der Reihe nach. Ich gehe mal davon aus, dass es sich hier um fiktive Zahlen handelt - richtig?

Nach den gesetzlichen Bestimmungen ist nicht ausschlaggebend, ob du überhaupt etwas verkaufst oder sogar Verluste machst.

Um als Unternehmer eingestuft zu werden reicht alleine die Absicht. 

Bevor du also etwas kaufst um es dann mit Gewinn zu verkaufen musst du ein Gewerbe anmelden. Das ist einfach und kostet je nach Region zwischen 20,- und 50,- EUR.

Du bekommst vom Finanzamt, der Berufsgenossenschaft, der IHK usw. Post und eine Aufforderung deine Mitgliedsbeiträge zu bezahlen. Das sind Zwangsmitgliedschaften, wogegen du dich auch nicht wehren kannst.

Du kannst das Gewerbe nach der sog. Kleinunternehmerregelung anmelden. Das halte ich jedoch aus verschiedenen Gründen für Quatsch.

In diesem Fall brauchst bis zu einem bestimmten Jahresumsatz / Gewinn, keine Mehrwertsteuer abführen. Kannst im Gegenzug aber auch keine geltend machen.

Deine Frage zu den Steuern an das Finanzamt:

Auf alle Waren, die gehandelt werden liegt eine Mehrwertsteuer.

Üblicherweise 19 %. Bei Büchern und Lebensmittel beträgt die MwSt. 7 %

Also: Bücher 7 % MwSt. Hörbücher oder e-books aber 19 % MwSt.

Wenn du auf deine Verkäufe MwSt. zahlen musst, kannst du im Gegenzug natürlich auch Steuern geltend machen.

Beispiel:

Du kaufst Ware beim Großhändler für :

100,- EUR (Netto) zzgl. 19 % Mwst. (19,- EUR) = 119,- EUR (Brutto).

Du verkaufst die Ware für:

150,- EUR (Netto) zzgl. 19 % MwSt. (28,50 EUR) = 178,50 EUR (Brutto).

Deine Steuerlast beträgt also 28,50 EUR. Der kannst du eine Forderung von 19,00 EUR entgegensetzen. 

Die Differenz von 9.50 EUR musst du als Vorsteuer an das Finanzamt abführen.

In der Einkommenserklärung gibst du dann alle Einkommen an. Minijobs z.B.

Ist deine Frage damit beantwortet?

Allerdings musst du noch ganz andere Sachen beachten. Tust du es nicht wird das Ganze sehr schnell sehr teuer!

Als Händler hast du dem Verbraucher gegenüber Pflichten. Die bekanteste ist wohl die Gewährleistungspflicht von 2 Jahren, die du bei Gebrauchtware auf 1 Jahr reduzieren kannst.

Große Unterschiede gibt es auch beim Versandrisiko. Im gewerblichen Bereich trägt das Versandrisiko IMMER der Händler. Egal ob der Verbraucher mit oder ohne Sendungsnachweis kauft. Das Anbieten von versichertem und unversichertem Versand, ist z.B. unzulässig und führt nicht selten zu teuren Abmahnungen.

Sollten noch Fragen offen sein, kannst du dich gerne noch einmal melden.

Hallo,

danke für deine tolle Antwort.

Ich habe nun verstanden, das ich bereits vor dem ersten Verkauf ein Gewerbe anmelden muss. 

Danke für die Erklärung mit der Mehrwertsteuer, aber das kommt bei mir gerade noch nicht in Frage, da ich ggf. mit gebrauchter Ware ohne Mehrwertsteuer Handel.

Frage 1: Wenn ich im Jahr unter dem Freibetrag 8 tausend und ein paar gequetschte bleibe, dann muss ich keine Steuern zahlen, ja? (Einkommensteuer etc.) Eine Steuererklärung muss ich ab sofort immer abgeben, da ich ein Gewerbe angemeldet habe, aber wegen unterschreiten der Grenze keine Steuern, ja?

Frage 2: "Das Anbieten von versichertem und unversichertem Versand, ist z.B. unzulässig und führt nicht selten zu teuren Abmahnungen." Was genau ist da unzulässig? Meinst du ein gewerblicher Anbieter ist dazu verpflichtet nur versichert anzubieten?

Lieben Gruß

gmat2016

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@gmat2016

KEINE FREIBETRÄGE FÜR UNTERNEHMER

30 % seiner Steuereinnahmen nimmt der Staat alleine über die Umsatzsteuer ein. FREI oder WILLIG gibt es nicht vom Finanzamt.

Hallo,

ich glaube, du verwechselst da ein paar Dinge. Für Unternehmer gibt es keine Freibeträge! 

Anhand einer sog. GVR (Gewinn-Verlust-Rechnung) kann einfach berechnet werden ob dein Betrieb Gewinn oder Verlust gemacht hat. 

Um so höher dein Gewinn ist, desto höher ist deine Steuerschuld.

Umso kleiner dein Gewinn ist, desto kleiner ist deine Steuerschuld.

Gut zu wissen: Rechne NUR mit der Umsatzsteuer (MwSt.) Das erleichtert das Verstehen von Zusammenhängen im Bezug auf das Finanzamt. 

Wichtig ist letztendlich nur der zugrunde liegende Steuersatz. 

Nehmen wir mal an, du kauft 2 Posten Ware. Zum Beispiel Bücher für 1000,- EUR und Hörbücher für 1000,- EUR. zzgl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer.

Dann ergibt sich folgende Rechnung für den Einkauf:

Bücher: 

1000,- EUR zzgl. 7 % MwSt. (70,- EUR) = 1070,- EUR 

Hörbücher:

1000,- EUR zzgl. 19 % MwSt. (190,- EUR) = 1190 EUR

Wie du gut erkennen kannst sind die Netto-Preise mit je 1000,-  identisch. Nicht jedoch die Brutto-Preise. 

Die Rechnung deines Großhändlers würde am Ende dann in etwa so aussehen:

RECHNUNGSBETRAG: 2260,- EUR inkl. MwSt. (260,- EUR)

Als Unternehmer musst du monatlich eine sog. Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt abgeben. Vollkommen unabhängig ob du etwas verkauft hast oder nicht.

In der werden alle Einnahmen und Ausgaben aufgeführt. Um es einfach darzustellen beschränke ich das Beispiel auf die Mehrwertsteuer. Um die geht es ja letztendlich auch nur.

UMSATZSTEUERVORANMELDUNG 

Ausgaben: 260,- EUR

Einnahmen aus Verkauf: 100,- EUR

Wie man gut sieht hast du weniger eingenommen als ausgegeben.

In diesem Fall würde dir das Finanzamt den Differenzbetrag von 160,- EUR erstatten!

UMSATZSTEUERVORANMELDUNG

Ausgaben: 260,- EUR

Einnahmen: aus Verkauf 500,- EUR

Zu versteuerndes Einkommen: 240,- EUR

Bei einem Steuersatz von 19 % müsstest du nun von den        240,- EUR  Umsatzsteuer von 45,60 EUR (19%) an das Finanzamt abführen.

Im Prinzip kannst du dir vorstellen:

Für jede Ausgabe, die zur Führung deines Betriebes erforderlich sind, bekommst du in Höhe der MwSt. eine GUTSCHRIFT vom Finanzamt.

Für jeden Verkauf bekommt das Finanzamt eine GUTSCHRIFT von dir. Ebenfalls die Mehrwertsteuer.

Am Monatsende werden die Gutschriften gegeneinander aufgerechnet.

Ein Steuerberater macht sich als eigentlich nur Gedanken darüber wie sein Auftraggeber möglichst viel GUTSCHRIFTEN zusammen bekommt, die er von der Forderung des Finanzamts abziehen kann.

Gerade Jungunternehmer verschenken aus Unwissenheit bares Geld.

Denn nicht nur der Wareneinkauf zählt als Betriebsausgabe, sonder alles was zur Führung eines Unternehmens notwendig ist.

Auch die Kosten für den Versand oder die Gebühren die an eBay gezahlt werden. Büromaterial oder auch ein angemieteter Lagerraum. Büroeinrichtungen und selbst den Internetanschluss kannst du anteilig steuerlich geltend machen.

Wichtig zu wissen: KEINE BUCHUNG OHNE BELEG

Auch wenn du dir Büromaterial im Aldi kaufst, musst du den Kassenbon aufheben. Alles was du steuerlich geltend machen willst, muss auch belegt werden.

Hört sich alles komplizierter an als es tatsächlich ist. Das A & O ist einfach nur, dass man sich von Anfang an angewöhnt, die Dinge ordentlich zu machen und die erforderliche Zeit investiert.

Ähnlich wie beim Berichtsheft schreiben, dauert es wesentlich länger sich später erinnern zu müssen, als es sofort zu erledigen.

Selbst wenn man einen Steuerberater hat, ist es günstiger dem geordnete Geschäftsvorfälle vorzulegen, anstatt ihm einen Schuhkarton mit Quittungen auf den Schreibtisch zu stellen.

Tipp: Volkshochschulen bieten oft für kleines Geld Kurse an.

Der Dozent kommt oft vom Finanzamt und erklärt die grundlegenden Dinge gut verständlich. Wer die Möglichkeit hat, sollte auf diese Möglichkeit nicht verzichten.

HINWEIS:

Hier soll es nur um das Prinzip gehen. Selbstverständlich sind in Rechnungen und Formulare nicht nur die Umsatzsteuerbeträge aufgeführt, sonder auch Mengen und Preisangaben, sowie eine Artikelbezeichnung. Leider gibt es auch immer ein paar Leute die auf sowas hinweisen. 

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1. Du musst dein Gewerbe beim Gewerbeamt anmelden.

2. Jeder Gewerbetreibende muss eine Steuererklärung abgeben.

3. Wenn das deine ganzen Einkünfte sind, werden wohl keine Steuern zu zalen sein, weil der Minijob pauschal abgegolten ist und deine Gewerbeeinkünfte unter dem Freibetrag liegen.

Das musst du auf dem Finanzamt nachfragen.

Du musst dann vielleicht eine Einkommenssteuererklärung abgeben, wo du alle Ein- und Ausgaben angeben musst. Wenn du Steuern bezahlen musst, bekommst du dann vom Finanzamt einen Steuerbescheid.

Deine Antwort ist leider völlig unzureichend.. Zum Finanzamt kann ich selber gehen.. das ist mir klar.. aus diesem Grund frage ich nicht hier. Ich frage weil ich dachte es kennt sich hier schon jemand aus..

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(Habe unten einen Text kopiert)

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