Ebay Kleinanzeigen: Darf der Verkäufer nach dem Verkauf den Preis erhöhen?

... komplette Frage anzeigen

9 Antworten

Offenbar ist dein abgeschlossener Vertrag schwebend unwirksam. Es wäre durchaus möglich, die Zustimmung zum Vertrag durch den Erziehungsberechtigten vom höheren Preis abhängig zu machen. 

Was du machen könntest: den kompletten Vorgang rückabwickeln, d.h. du bekommst den Kaufpreis wieder und gibst den erworbenen Gegenstand ab. Allerdings forderst du Schadensersatz für die dir entstandenen Aufwendungen wie Fahrtkosten Zeit usw. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

kommt drauf an wie alt, ich denke mal zwischen 14 und 17, dann gilt folgendes:

Mündige Minderjährige können aber zudem über Einkommen aus eigenem Erwerbs (zB Lehrlingsentschädigung) und Sachen, die ihnen zur freien Verfügung überlassen worden sind, so weit frei verfügen und sich verpflichten, als dadurch nicht die Befriedigung ihrer Lebensbedürfnisse gefährdet wird. Zur freien Verfügung überlassen sind zB das Taschengeld oder übliche Geldgeschenke. Bei der Beurteilung der Gefährdung der Lebensbedürfnisse ist bei mündigen Minderjährigen darauf abzustellen, dass sie so weit als möglich selbst für ihren Unterhalt aufkommen sollen. Dass im Notfall allenfalls die Eltern aushelfen, hat dabei außer Betracht zu bleiben.

also solange es ihre sache ist, ist der kaufvertrag rechtsgültig.

(Ist zwar österreichisches recht, aber das unterscheidet sich wohl kaum vom deutschen in diesem fall)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Also rechtlich kommt es hier tatsächlich darauf an, um was für einen Gegenstand es sich handelt und wie alt das Mädel ist.

Unterstellen wir einmal die Verkäuferin ist älter als sieben (sonst wäre der KV ohnehin nichtig! (104, 105 BGB))  und der Gegenstand wurde ihr zur freien Verfügung überlassen (110 BGB), dann hat sie keinen Anspruch auf weiter 20 € da der vereinbarte Kaufpreis ja schon gezahlt wurde (362 BGB)!

Hier stellen sich aber für mich zwei andere Fragen: 

1) Was will Sie machen? Herausgabeklage?

2) Wieviel ist der Gegenstand denn wert, vielleicht hat Mutti ja recht und du hast das Mädel über den Tisch gezogen, dann kannst du doch vong Charma wegen noch 20 € drauflegen.  

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Minderjährige sind nur bedingt geschäftsfähig.

Dadurch k a n n es in diesem Fall Probleme geben. Das hängt eben sehr von den Eltern der VK ab.

Ggf. könntest Du die Sache- natürlich nur gegen Bargeld- zurückgeben.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Du kannst den Artikel für 30 Euro behalten, oder ihn zurückgeben und deine 30 Euro wiederbekommen, falls die Mutter den Deal persönlich reklamiert. Den Aufpreis mußt du natürlich nicht bezahlen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das ist kompliziert. Die Frage ist, wem es gehört hat. Minderjährige dürfen Geschäfte in Taschengeldhöhe abschliessen, aber beim Verkauf ist dies problematischer als beim Kauf.

Kurz gesagt: Im Zweifel dürfen die Eltern das Geschäft widerrufen. Dann musst du allerdings nicht mehr bezahlen, sondern darfst es zurückgeben, ausserdem müssen sie dir den Schaden aus dem Dahinfallen des Vertrages ersetzen, dir also alle Kosten erstatten, die du durch das Zurückschicken etc. hast.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Amtsschimmel25
01.09.2016, 14:12

Sehr gute Antwort. Im Zweifel ist bei einem beschränkt Geschäftsfähigen Vertragspartner immer davon auszugehen, dass für alle Rechtsgeschäfte die nicht der Regelunge des sog. Taschengeldparagraphen unterliegen, schwebend unwirksam sind und damit zur endgültigen Wirksamkeit der Zustimmung der erziehungsberechtigten Eltern bedürfen.

Hier würde ich allerdings unterstellen, dass der Vertrag wirksam zustande gekommen ist, da die Mutter ja nicht des Geschäft selbst als Problem ansieht, sondern die Höhe des Kaufpreises. Da ihr bei einem Onlinegeschäft über E-Bay Kleinanzeigen unterstellt werden muss dass sie über das Angebot ihrer Tochter bescheid wusste, weil sie sonst evtl. eine Aufsichtspflichtverletzung vorliegen könnte, würde ich die Einwilligung der Mutter als gegeben ansehen.

0

Du bist nicht in der Pflicht, die familieninterne "Richtigkeit" dieses Geschäfts zu durchleuchten!

Der Artikel ist für 30,- Euro eingestellt gewesen, Du hast eben diesen Betrag bezahlt, abgeholt, fertig.

Wenn die Mutter damit nicht einverstanden ist, dann hätte sie vielleicht Ihrer Tochter beim Einstellen des Artikels über die Schulter schauen sollen und sie bereits DANN korrigieren sollen!

Die internen Streitigkeiten der Verkäufer gehen Dich nichts an.

Finde ich ehrlich gesagt auch ganz schön peinlich, wegen 20 Euro im Nachhinein so einen Hermann zu machen...

Nein, da brauchst Du nicht drauf zu reagieren.
Da hat Mutti Pech gehabt.

Grüße, ----->

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von uni1234
01.09.2016, 14:11

Sorry, aber die Antwort ist einfach nur falsch.

0
Kommentar von alarm67
01.09.2016, 14:15

Ich verstehe Deine Argumente/Meinung, jedoch ist die Schlussfolgerung falsch! Minderjährige sind nicht bzw. bedingt geschäftsfähig! Wird der Verkauf im Nachhinein von den Eltern nicht genehmigt, MUSS der Verkauf der Sache rückgängig gemacht werden!

Hier wird die Mutter es wohl genehmigen, wenn 20 Euro mehr bezahlt werden!

Die Käuferin hat nun zwei Möglichkeiten: Kauf rückabwickeln oder 20 Euro drauflegen! Eine andere Option gibt es nicht!

0

Bei Minderjährigen hängt die Wirksamkeit des Vertrages von der Genehmigung der Eltern ab.

Die wurde hier anscheinend nicht erteilt. Du hast jetzt die Möglichkeit die 20 € mehr zu zahlen (ich würde mir vorher von den Eltern schriftlich die Genehmigung geben lassen) oder den Vertrag zu widerrufen. Das Angebot eines höheren Preises selber ist natürlich keine Genehmigung, denn das ist ja ein völlig anderer Vertrag als der, den du eigentlich schließen wolltest.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Bitterkraut
01.09.2016, 14:12

Die Mutter hat die Möglichkeit, den Vertrag zu widerrufen, warum sollt das der Käufer tun? Der ist ja zufrieden mit dem Deal. Der Käufer muß nur reagieren, wennn sich die Erziehungsberechtigten persönlich an ihn wenden,was die Verkäuferin da rumjammert, hat für den Käufer erst mal keine Bedeutung.

3

Witzig.

Dann kommt nächste Woche der Bäcker und verlangt für die Brötchen des letzten Jahres eine Nachforderung.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von SiViHa72
01.09.2016, 14:05

Achtung. Minderjährige sind nur bedingt geschäftsfähig. Darüber kann es hier zu Problemen kommen.

1
Kommentar von Schnoofy
01.09.2016, 14:38

Vorausgesetzt der Bäcker ist minderjährig und damit nur beschränkt geschäftsfähig und der Verkaufspreis der Brötchen übersteigen die Höhe des üblichen Taschengeldes eines Minderjährigen in diesem Alter könnte das aber tatsächlich so sein.

0

Was möchtest Du wissen?