ebay käufer will kauf nicht zahlen?

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10 Antworten

Wenn der Käufer tatsächlich sechs Jahre alt ist, dann hängt es vom Einzelfall ab, ob ein Kaufvertrag zustande gekommen ist. Wenn die Eltern dafür gesorgt haben, dass das Kind den Ebay Account nutzen kann, dann könnte man von einem wirksamen Vertragsschluss mit den Eltern ausgehen; es läge dann eine sog. Rechtscheinvollmacht vor.

Das steht allerdings auf wackeligen Beinen. Ich würde Dir daher empfehlen die Sache eBay zu melden. In jedem Fall liegt nämlich ein Verstoß gegen die eBay AGB durch die Eltern vor, da sie nicht auf ihre Zugangsdaten geachtet haben.

PS: Weder die hier in anderen Antworten zitierte BGH-Entscheidung zur Haftung der Eltern, noch die verschiedenen Ausführungen zur "schwebenden Unwirksamkeit" sind im vorliegenden Fall zutreffend:

- Die BGH-Entscheidung betrifft Fälle in denen das Kind mind. 7 Jahre alt ist. Nur dann kann es eine Erklärung in Namen der Eltern abgeben (§ 165 BGB).

- Die Ausführungen zur "schwebenden Unwirksamkeit" sind unzutreffend, weil das Kind keinen eigenen Vertrag abschließt, sondern im Namen der Eltern handelt.

Ist es hierbei nicht irrelevant wie alt das Kind ist, dass den Kaufvertrag über eBay abgeschlossen hat? Allein die Tatsache das das Kind den eBay Account der Eltern nutzen konnte um den Kauf zu tätigen stellt doch bereits einen Verstoß gegen die Sorgfaltspflicht im Umgang mit den Zugangsdaten da. Im Umkehrschluss kann doch der Verkäufer nicht derjenige sein, der das durch Rücknahme des Artikels zu verantworten hat. Der Verkäufer hat sich ja zu keiner Zeit falsch verhalten und muss doch davon ausgehen, das der Bieter/Käufer die Richtlinien von eBay erfüllt und voll geschäftsfähig ist. Sicherlich kommt es auf den Artikel und den dafür gebotenen Betrag an, aber bei höheren Beträgen würde ich durchaus auf Schadensersatz klagen. Und das bestimmt auch erfolgreich... Ja, muss man nicht. Geht ja auch nur ums Prinzip.

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@bobcar

Das was Du ansprichst ist eine sog. Rechtscheinvollmacht. Auch hierüber kann man einen Vertragsschluss mit den Eltern konstruieren, das stimmt. Ich halte es auch nicht für ausgeschlossen, dass ein Gericht von einem Vertragsschluss mit den Eltern in diesem Fall ausgehen würde.

Im übrigen würde man nicht auf Schadensersatz, sondern einfach auf Erfüllung klagen, also auf Zahlung des Kaufpreises.

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Es ist schon fahrlässig, wenn sich ein 6-Jähriger bei Ebay anmeldet. Dieser sollte auch später nach dem 18. Lebensjahr gesperrt bleiben.

So gaukelt er über den Account der Eltern dann die Volljährigkeit vor. Können diese dann eine Aufsichtspflichtverletzung nicht nachweisen, bleibt der Kaufvertrag bestehen.

Oder die senden nur den Sohn vor, wollen den Kauf doch nicht & plädieren auf Geschäftsunfähigkeit < 7 Jahren. im BGB gilt Jemand unter 7 Jahren als nicht geschäftsfähig, später kommen mit dem § 110 BGB auch nur Geschäfte zustande, wenn die Eltern dem Vertrag nicht widersprechen

https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__104.html

Bei Ebay den Fall schildern. 

Beides dürfte für die Käufer trotzdem nicht gut ausgehen. Entweder Anmeldung mit dem Elternaccount oder Geschäftsunfähigkeit & Vertrag über § 104 BGB geschlossen mit Nichtigkeit.

Du hast zwar Recht, das nützt Dir aber wenig.

Eröffne einen Fall bei ebay, den Du nach vier Tagen mit einer Verwarnung an den Käufer schliesst.

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