Ebay Käufer droht mit Anzeige,was tun wie reagieren?

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11 Antworten

Hallo HarakiriFrosch,

es gab hier ja nun schon eifrig Antworten auf Deine Frage, nur ist keiner auf die Anzeige eingegangen.

Die Anzeige hat mit dem Zivilrecht recht wenig zu tun.

Wenn der Verkäufer der Ansicht ist, dass Du hast eine strafbare Handlung begangen, kann er Dich selbstverständlich diesbezüglich anzeigen.

In Frage würde folgender Straftatbestand kommen:

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§ 263 StGB - Betrug

(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

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Diesbezüglich würde die Polizei dann gegen Dich ein Strafverfahren einleiten.

Im Strafrecht musst Du nicht Deine Unschuld beweisen, sondern Dir muss Deine Schuld bewiesen werden.

Ein Tatbestandsmerkmal des Betruges ist, dass Du in Absicht gehandelt hast, Dir einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu schaffen.  

Im Bezug auf Deine Frage, müsste man Dir also beweisen, dass Du den Artikel absichtlich nicht versendet hast. Dir wird aber Niemand nachweisen können, dass Du den Artikel nicht (wie von Dir angeführt) versendet hast.

Ohne konkrete Hinweise, dass Du die Ware wirklich nicht versendet hast, bleiben starke Zweifel an der Tatbegehung bestehen und aller Wahrscheinlichkeit würde die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen Dich nach folgender Rechtsgrundlage einstellen:

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§ 170 StPO - Entscheidung über eine Anklageerhebung

(1) Bieten die Ermittlungen genügenden Anlaß zur Erhebung der öffentlichen Klage, so erhebt die Staatsanwaltschaft sie durch Einreichung einer Anklageschrift bei dem zuständigen Gericht.

(2) Andernfalls stellt die Staatsanwaltschaft das Verfahren ein. Hiervon setzt sie den Beschuldigten in Kenntnis, wenn er als solcher vernommen worden ist oder ein Haftbefehl gegen ihn erlassen war; dasselbe gilt, wenn er um einen Bescheid gebeten hat oder wenn ein besonderes Interesse an der Bekanntgabe ersichtlich ist.

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Damit hätte sich für Dich die Strafrechtliche Seite erledigt.

Zivilrechtlich sieht die Angelegenheit so aus.

Das Bürgerliche Gesetzbuch, kurz BGB sagt folgendes:

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§ 447 BGB - Gefahrübergang beim Versendungskauf

(1) Versendet der Verkäufer auf Verlangen des Käufers die verkaufte Sache nach einem anderen Ort als dem Erfüllungsort, so geht die Gefahr auf den Käufer über, sobald der Verkäufer die Sache dem Spediteur, dem Frachtführer oder der sonst zur Ausführung der Versendung bestimmten Person oder Anstalt ausgeliefert hat.

(2) Hat der Käufer eine besondere Anweisung über die Art der Versendung erteilt und weicht der Verkäufer ohne dringenden Grund von der Anweisung ab, so ist der Verkäufer dem Käufer für den daraus entstehenden Schaden verantwortlich.

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Das bedeutet, dass wenn die Ware auf dem Versandweg verloren geht, musst Du weder die Ware nachliefern, noch den Kaufpreis erstatten.

Aber die Nachweispflicht, dass Du die Sache an das Versandunternehmen übergeben hast, liegt bei Dir.

Da Du diesen Nachweis weder durch Quittungen, noch durch eine Sendungsnummer und auch nicht auf andere Art und Weise erbringen kannst bist Du zur Nachlieferung oder zur Erstattung des Kaufpreises verpflichtet.

Kommst Du dieser Verpflichtung nicht nach, könnte Dich der Käufer verklagen.

Im Bezug auf Deine Frage:

Was haltet ihr davon und wie soll ich vorgehen ?

Ich glaube zwar nicht, dass Dich der Käufer strafrechtlich anzeigt und noch weniger, dass er Dich zivilrechtlich wegen 30,00 Euro verklagt, aber da zumindest nicht auszuschließen, dass er das doch macht, würde ich an Deiner Stelle eine Einigung mit den Käufer herbeiführen, sprich ich würde ihm anbieten, den Kaufpreis wieder zu erstatten.

Erwähnen sollte man an dieser Stelle nur noch, dass wenn sich herausstellt, dass der Käufer die Ware erhalten hat und trotzdem versucht hat sein Geld von Dir zurück zu bekommen, würde auf ihn ein Strafverfahren wegen

  • Betruges gem. § 263 StGB
  • Vortäuschen einer Straftat gem. § 145d StGB
  • Falsche Verdächtigung gem. § 164 StGB

zukommen und er müsste mit einer nicht unerheblichen Strafe rechnen.

Schöne Grüße    
TheGrow

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Nun hast du ein Problem! Selbst wenn ihr unversicherten Versand vereinbart habt, müsstest du im Streitfall beweisen, dass du das Spiel ordnungsgemäß verschickt hast. Das wirst du nicht können. Die Zahlung ist unstrittig und auch nachweisbar. 

Es ist zwar richtig, dass das Transportrisiko bei vereinbartem, versichertem Versand mit der Übergabe an den Transporteur auf den Empfänger übergeht, aber die Übergabe ist Voraussetzung. Eben diese kannst du, wie schon erwähnt nicht beweisen. 

Wenn nun also der Käufer Ernst macht, wirst du verlieren. 

Ich sehe hier, auch wenn es schwerfällt, nur den Ausweg, das Geld zurückzuerstatten. 

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In der Regel gilt folgendes:

Bei einem Verkauf von einem Privaten an einen Privaten geht das Risiko vom Verkäufer auf den Käufer mit Übergabe der Sache an den Transporteur über oder anders, ab dem Zeitpunkt wo der Transporteur die Kaufsache übernommen hat, trägt der Käufer das Risiko. 

Allerdings kannst du ja auch den Versand nicht mehr beweisen, da du die Quittung entsorgt hast. Oder war jemand dabei, als du die Sendung abgegeben hast?

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Kommentar von HarakiriFrosch
09.05.2016, 22:00

Nein dabei war niemand leider. Ich gehe jedoch meine Sachen immer bei der selben Filiale abgeben und es ist immer die selbe nette Dame an der Kasse und ich denke vom sehen kennt sie mich demnach auch.

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Dann stelle mal einen Nachforschungsantrag:

https://www.deutschepost.de/de/toolbar/suchergebnisse.html?_charset_=UTF-8&q=Nachforschungsantrag

Wie stelle ich einen Nachforschungsantrag für eine verlorene Sendung?

Und teile dies mit Kopie des Antrags dem Käufer mit. Vielleicht trifft die Sendung ganz plötzlich ein.

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Kommentar von HarakiriFrosch
09.05.2016, 22:03

Mit ganz plötzlich meinst du das er zugibt sie erhalten zu haben ?

Also quasi den Schwanz einzieht ?

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Kommentar von Interesierter
09.05.2016, 23:37

Und wenn die Sendung nicht eintrifft?

Das Problem des Verkäufers ist, dass er den Versand nicht beweisen kann und deswegen im Streitfall unterliegen würde. 

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Man muss doch mit dem Käufer absprechen, ob man den Brief normal schicken soll( du wirst entweder 1,45 oder 2,60 gezahlt haben, je nachdem wie dick der Umschlag war) oder - was jeder normale Mensch tun würde - versichert bis 25€ per Einschreiben versendet wird (das sind dann zusätzlich 2,15 für Einwurf oder 2,50 Übergabe-Einschreiben).

Also was habt ihr da vereinbart? 


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Kommentar von HarakiriFrosch
09.05.2016, 21:56

Abgemacht war nichts. Ich habe bei Versandkosten 0,01 angegeben und normaler Versand. Also nichts mit Tracking

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"in diesem Fall nun keine Sicherheit habe ob es vllt bei ihm ankam er aber einfach nur sein Geld zurück will um quasi ein Spiel für lau zu bekommen."

Genauso gut könnt er von dir das gleiche behaupten, dass du es nie abgeschickt hast, gerade weil du behaupten kannst, dass es "verloren ging" und es kein Tracking gibt 

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wenn der käufer keinen versicherten versand haben wollte, diesen nicht gefordert und nicht verlangt hat das du ihm diesen anbietest, dann haftet der käufer.

voraussetzung ist das du garantie u. gewährleistung aufgrund privater auktion ausgeschlossen hast.

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Kommentar von Interesierter
09.05.2016, 23:18

Du hast eine Kleinigkeit übersehen. Im Streitfall müsste der Verkäufer die Übergabe an den Transporteur beweisen. Das kann er nicht und würde daher letztlich vor Gericht verlieren. 

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Wenn es einer ernst meint, macht er es und droht nicht damit. 

Brich die Kommunikation mit ihm ab und warte ab. Bewahre aber alle Unterlagen, Mails usw. auf. 

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erstmal locker bleiben. der blufft. wenn ihr nichts ausgemacht habt, dann kannst du verschicken wie du willst. die nette dame kann sich bestimmt erinnern, dass du da zu dem zeitpunkt was geschickt hast. stelle den nachforschungsantrag und lass es drauf ankommen...

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Kommentar von HarakiriFrosch
09.05.2016, 22:18

Danke für deine Worte.

Ich habe gerade auch mal nach ihm gegoogled und ich finde nur eine Person unter diesem Namen in ganz Stuttgart.

Er scheint ein gerade 18 gewordener pupertärer Bub zu sein.

Daher denke ich auch gerade das er nur was für Lau abstauben will.

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Nach aktueller Gesetzeslage endet die Haftung eines Privatverkäufers mit dem Einwurf der Sendung in den Briefkasten.
Hier gilt § 447 Abs.1 BGB.
http://www.ebay.de/gds/Haftung-bei-Verlust-auf-dem-Postweg-Gefahruebergang-/10000000177201111/g.html?clk\_rvr\_id=750528983763

Obwohl, bei einem so schwierigen Käufer, der schon im Vorfeld Ärger macht, hätte ich garantiert mit Sendungsnachweis versendet.

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Kommentar von Interesierter
09.05.2016, 23:19

Vollkommen korrekt! Nur hast du übersehen, dass der Verkäufer im Streitfall den Gefahrübergang beweisen müsste, was er nicht kann. 

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Welcher Versand war ausgemacht?


Unversichert? Dann Pech für den Käufer ...

Versichert? und unversichert verschickt? Dann Pech für dich ...


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Kommentar von HarakiriFrosch
09.05.2016, 21:54

normales DHL Päckchen

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Kommentar von HarakiriFrosch
09.05.2016, 22:01

Ich meine Päckchen normal also ein normaler Versand ..weiß nicht ob man das Maxi Brief oder so nennt. Es hat jedenfalls nicht mehr als 2 euro gekostet.

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Kommentar von Interesierter
09.05.2016, 23:21

In jedem Fall Pech für den Verkäufer, da er die Übergabe an den Transporteur nicht beweisen kann. Die Beweislast hierfür liegt beim Verkäufer. 

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