E Fahrzeuge, sind die wirklich sooo umweltfreundlich?

Das Ergebnis basiert auf 22 Abstimmungen

E Fahrzeuge sind nicht umweltfreundlicher 54%
E Fahrzeuge sind umweltfreundlich 31%
E Fahrzeuge sind leise deshalb sehr gefährlich 9%
E Fahrzeuge sind gefährlich 4%

11 Antworten

E Fahrzeuge sind nicht umweltfreundlicher

Die Ökobilanz von Elektroautos zeigt, dass die E-Autos in Sachen Nachhaltigkeit noch Entwicklungsbedarf haben. Zwar stoßen sie keine Abgase aus und brauchen kein Benzin, trotzdem ist die Umweltbelastung größer, als viele gerne wahrhätten.

Elektroautos haben ein grünes Image und stehen sinnbildlich für die Verkehrswende in Deutschland. Kein Wunder, haben sie doch nicht einmal einen Auspuff. E-Autos tanken Strom statt Benzin oder Diesel und stoßen auch keine schädlichen Abgase aus. Allerdings sind sie nur lokal emissionsfrei, das heißt, dass sie nur dort kein CO2 produzieren, wo sie fahren.

Bei der Stromerzeugung dagegen, ohne die kein E-Auto fährt, gelangen oft noch viele schadstoffhaltige (Ab-)Gase in die Luft. Wie viel genau, hängt vom Strommix in dem Land ab, in dem ein E-Auto tankt. In Deutschland ist der Anteil an Strom aus Kohlekraftwerken beispielsweise noch sehr hoch und damit auch der CO2-Ausstoß, der mit der Nutzung von Elektrizität verbunden ist.

Ökobilanz von Elektroautos – der Strommix

Es könnte so einfach sein: Zu Ökostrom wechseln, das Auto immer zu Hause aufladen und sich keine Sorgen um die Herkunft des Stroms machen. Doch auch wer auf Ökostrom setzt, lädt sein Auto immer noch mit dem deutschen Strommix auf – etwas anderes ist physikalisch auch gar nicht möglich.

Das Problem: Der Strommix in Deutschland enthält mehr als ein Drittel Strom aus Braun- und Steinkohlekraftwerken (PDF). Bei der Verstromung von Kohle wird so viel CO2 freigesetzt wie bei keinem anderen Rohstoff. Im Vergleich zur Stromerzeugung durch Wind und Wasserkraft fallen über hundertmal so viele Kohlendioxid-Äquivalente an (Studie).

Der ADAC kommt daher in einer Studie zu dem Ergebnis: „Erst mit der Nutzung von 100 Prozent regenerativem Strom zeigt sich eine deutliche Verbesserung der CO2-Bilanz von Elektrofahrzeugen.“ Wissenschaftler der University of Minnesota zogen 2014 eine ähnliche Schlussfolgerung: Je grüner der Strom, desto mehr spricht für die Elektromobilität.

Damit ist nicht gesagt, dass Ökostrom-Nutzer nicht maßgeblich dazu beitragen, dass die Energiewende gelingt – das tun sie durchaus! Nur wird dadurch der Strom aus heimische Steckdose nicht sofort zu 100 % erneuerbar. Der Kohleanteil im Strommix sinkt mit jedem neuen Ökostrom-Nutzer nur langsam. Genauso langsam bessert sich auch die Ökobilanz von Elektroautos.

Schnellere Fortschritte hin zu einem grüneren Strommix bringen vor allem die Umstellung auf erneuerbare Energie in der Industrie und die Stilllegung der Kohlekraftwerke.

Seltene Rohstoffe schmälern die Ökobilanz der E-Autos

Auch E-Autos müssen hergestellt werden. In die Ökobilanz von Elektroautos fließen neben dem Strommix deshalb auch die Rohstoffe ein, die für die Produktion benötigt werden. Aber gilt hier nicht „Auto ist Auto“ – egal ob Diesel oder Stromer?

Nicht ganz, denn für den Elektromotor sowie den Akku eines E-Autos sind viele spezielle Rohstoffe nötig (siehe auch: Problematische Elektroauto-Batterien). Die meisten E-Motoren benötigen Seltene Erden, die sich nur schwierig gewinnen und verarbeiten lassen und die Umwelt massiv schädigen.

Seltene Erden lassen sich nur unter einem hohen Energieaufwand abbauen. Dabei fallen große Mengen an giftigen und radioaktiven Rückstände an. „Für einen Hybridmotor wird beispielsweise je nach Leistung rund ein halbes Kilo an Seltenen Erden aufgewendet“, so Jörg Grotendorst, Geschäftsführer von Siemens eCar Powertrain.

Ein großer Teil der Ökobilanz von Elektroautos entfällt auch auf die Batterien: Sie machen etwa ein Drittel des Umwelt-Impacts von E-Autos aus, weil die Herstellung der Akkus so energieintensiv ist. Zudem müssen die Batterien im Laufe eines Autolebens normalerweise ausgetauscht werden, da die Akkukapazität mit der Zeit abnimmt. Auch dies belastet die Ökobilanz.

Elektroautos sind oft nur Zweitfahrzeuge

„Bei Kompakt- und Kleinwagen gewinnt das Elektroauto“, so das Fazit einer Ökobilanz-Studie des ADAC. Allerdings stimmt das Fazit nur, wenn E-Autos auch weite Strecken zurücklegen. Das ist aber häufig nicht der Fall – das Elektroauto wird in vielen Fällen nur als Zweitwagen angeschafft. „Wird ein Kleinwagen mit wenig Laufleistung als Zweitwagen genutzt (Lebenszyklus: 50.000 km), lohnt sich die E-Variante aktuell in der Ökobilanz nie“, erklärt der ADAC. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam 2015 auch schon das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (siehe: Wer fährt Elektroautos?).

Der ADAC weist außerdem darauf hin, dass große E-Autos mit besonders schwerer Batterie und hohem Stromverbrauch auch eine schlechtere CO2-Bilanz aufweisen als kleinere Stromer. Mitunter schneiden sogar Diesel besser ab als die schweren E-Autos; allerdings nur, wenn E-Auto-Besitzer keinen Ökostrom tanken. Nutzt ein Fahrer dagegen ausschließlich regenerative Energien, sind die Werte von Elektroautos in allen Wagenklassen deutlich besser als die von Diesel, Plug-in-Hybriden und Benzinern. Und zwar schon ab 20.000 bis 30.000 km Laufleistung.

Die Berechnungen des ADAC beziehen sich allerdings nur auf die CO2-Bilanz und nicht auf andere (Luft-)Schadstoffe. Auch der Ressourcenbedarf (z.B. an Seltenen Erden) wurde nicht einberechnet.

Ökobilanz von Elektroautos in verschiedenen Studien

Es gibt nur wenig Studien, die eine Ökobilanz von Elektroautos, Benzinern und Diesel-Autos berechnet haben. Auch eine einheitliche Berechnung existiert (noch) nicht. Alle Studien verwenden unterschiedliche Methoden und Faktoren. Besonders detailliert ist eine Studie im Auftrag des Schweizer Bundesamts für Umwelt von 2018 (PDF).

Sie basiert auf der Methode der ökologischen Knappheit aus dem Jahr 2013, die sich in der Schweiz durchgesetzt hat. Das Ergebnis bescheinigt E-Autos eine weitgehend positive Ökobilanz. „Im Vergleich zum heute meist verkauften VW Golf Modell (1.4 TSI DSG) können die Treibhausgas-Emissionen durch die Benutzung eines Elektroautos sogar 11-mal stärker gesenkt werden“, schreiben die Autoren im Fazit.

Weitere Ergebnisse der Studie lauten:

  • Der Vergleich mit Benziner- und Diesel-Autos zeigt, dass „die Treibhausgas-Emissionen des heute durchschnittlichen in Betrieb stehenden fossil betriebenen Fahrzeugs deutlich höher liegen als diejenigen eines Elektroautos der Golf-Klasse“.
  • Der meist verkaufte Golf (ein Benziner) verursacht knapp 80 Prozent höhere Treibhausgas-Emissionen als das Elektroauto und benötigt rund 16 Prozent mehr Energie.
  • Aber: Die Gesamtumweltbelastung der E-Autos ist etwas höher als bei Autos mit Erdgas- und Benzinantrieb, jedoch deutlich geringer als bei Diesel-Fahrzeugen.
  • Einer der Gründe: Die Erzeugung radioaktiver Abfälle ist bei Elektroautos am höchsten. Dies liegt aber vor allem an der Kernenergie im Strommix und hat mit den E-Autos selbst wenig zu tun.

Auch das Bundesumweltministerium hat 2017 eine Studie veröffentlicht, in der eine Prognose zur Ökobilanz von Fahrzeugen im Jahr 2025 entworfen wird. Dieser Studie zufolge sind die CO2-Emissionen bei einem E-Auto schon heute mindestens 16 Prozent geringer als bei Fahrzeugen mit anderen Antrieben. Bis 2025 sollen die Emissionen sogar mindestens 32 Prozent niedriger ausfallen – obwohl auch Verbrenner effizienter werden (siehe: Synthetische Kraftstoffe).

Noch Luft nach oben bei Elektroautos

Die Autoren der Studie machen gleichzeitig deutlich, dass die Ökobilanz von Elektroautos deutlich verbessert werden kann. Mehr Energie aus erneuerbaren Energien, ein geringer Stromverbrauch sowie eine längere Lebensdauer und effizientere Herstellung der Batterien führten zu einer besseren Ökobilanz. An diesen Stellschrauben forschen Wissenschaftler auf der ganzen Welt. Der japanische Konzern Sekisui Chemical entwickelt beispielsweise eine Batterie, deren Energieaufwand bei der Produktion um 60 Prozent geringer ausfallen soll als bisher üblich.

Gleichzeitig entwickelt sich auch die Infrastruktur für E-Mobilität weiter: Ein flächendeckendes Netz aus Ladesäulen, intelligente Stromnetze (Smart Grids) und Solar-Straßen und -Teppiche entstehen. Außerdem kommen immer mehr E-Autos mit größeren Reichweiten auf den Markt.

Und dass Elektroautos die Zukunft gehört, bezweifeln inzwischen nicht mal mehr die Autokonzerne.

Gabs hier

https://utopia.de/ratgeber/oekobilanz-elektroauto-nachhaltigkeit-umweltbilanz-e-autos/

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E Fahrzeuge sind umweltfreundlich

Ich bewerte hier grundsätzlich die Idee des E-Autos. Natürlich sind E-Autos noch nicht ausgereift. Natürlich ist die Reichweite noch nicht ausreichend hoch. Natürlich gibt es noch nicht genug Ladestationen. Und natürlich ist vor allem die Herstellung und Entsorgung von E-Autos noch (zu) umweltschädlich.

Und dennoch: E-Autos sind die zu mindest die Zukunft im Personen-Nahverkehr und auf Perspektive auch im -Fernverkehr. Technologien werden weiterentwickelt, die Reichweite wird sich erhöhen, die Anzahl der Ladestationen steigen und sie werden umweltfreundlicher sein, als Autos herkömmlicher Antriebsarten.

Was ich davon jedoch trennen möchte: E-Scooter/Roller. Die sind unnütz.

sie wären umweltfreundlicher wenn sie nur mit regenerativen strom betrieben würden.aber wie sieht die praxis aus,tagsüber unterwegs und nachts an der steckdose.von photovoltaik her ist um die zeit nichts geboten.bei windstrom schreit auch jeder die bösen windräder und was bleibt kohle oder atom wie bisher

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