Duzen fremder Leute okay?

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So verschieden sind halt die Länder. In England wird ja nur gedutzt, da gibt es das "Sie" ja nicht, aber dafür gehen die im Allgemeinem auch respektvoll mit dem Gegenüber um.

Hier bei uns habe ich auch gemerkt, dass immer mehr geduzt wird, ich persönlich finde das allerdings nicht grundsätzlich in Ordnung. Ich möchte definitiv nicht von fremden Leuten oder Leuten die mir unsympathisch sind, geduzt werden. Und im Allgemeinen merkt man erst mit der Zeit, ob man mit jemandem öfter zu tun hat, mit dem gut auskommt oder nicht.

Außerdem ist es für mich immer noch eine Frage des Respekts. Ich wurde in der Schule geduzt als Kind, kein Problem, ich wurde auch als Azubi in der Lehre vom Chef geduzt, aber von Klienten gesiezt. Und so empfand ich das immer für in Ordnung.

Heute arbeite ich im Krankenhaus als Angestellte. Die deutschen Ärzte siezen mich und sind sehr resepektvoll, genauso respektvoll bin ich ihnen gegenüber.

Von den ausländischen Ärzten gibt es viele, die mich duzen, weil das bei ihnen selbstverständlich so ist und trotzdem sieze ich sie, weil sie meine Vorgesetzten sind und das halt wie gesagt einfach was mit Respekt zu tun hat.

Es gibt aber auch ausländische Ärzte, die siezen mich und meine Kolleginnen, weil sie halt gelernt haben, dass es in Deutschland oft so ist und weil sie es im Allgemeinen mitbekommen.

Für mich ist das in Ordnung. Wenn mir jemand das Du anbietet, dann nehme ich das an und ich bin auch schnell bereit, mich duzen zu lassen. Aber eben nur wenn ich mit diesen Personen auch zu tun habe.

Wenn da ein Teenie oder ein junger Erwachsener daher kommt und mich einfach duzt, finde ich das respektlos und unhöflich.

Naja, es muss halt noch die mit dem Stock im Arsch geben, nich wahr?

Gut und nachvollziehbar beschrieben :)

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Wenn du in England jemanden mit "you" und dem Nachnamen ansprichst, so entspricht das nicht dem deutschen duzen sondern dem siezen. Es klingt genauso distanziert.

Das "you" war übrigens früher die Anrede für hochgestellte Persönlichkeiten. Weggefallen ist im Grunde die "du"-Anrede (thou).

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An meiner Arbeitsstelle duzen wir uns alle ( einschließlich Chefin). In kleineren Betrieben geht das meist etwas schneller als in großen.

Auch auf dem Land duzt man sich meist schneller als in Städten.

Dass sich junge Leute etwa im Studentenalter untereinander duzen, versteht sich von selbst.

Fremde Menschen spreche ich normalerweise mit 'Sie' an.

Das englische 'you', das ein paar Mal erwähnt wurde, ist übrigens nicht mit dem deutschen 'du' zu vergleichen.

Wenn man im Englischen jemand mit dem Nachnamen anspricht, klingt es genauso distanziert wie das deutsche 'Sie'. Selbst wenn der englische oder amerikanische Chef oft mit Vornamen angesprochen wird, so klingt das nicht so vertraut wie wenn du deinen deutschen Chef mit 'du' ansprichst.

Dass es im Englischen nur noch eine Anredeform gibt, rührt übrigens daher, dass die 'du-Form' weggefallen ist.

Bei Shakespeare gab es noch ein 'thou' (=du). Das 'you' war die Form der höflichen Anrede.

Jeder Fremde wird gesiezt. Das ist eine Respekts- und Höflichkeitsbezeugung.

Man duzt sich nur dann, wenn man es explizit vereinbart hat. Meistens geschieht es, wenn man sich etwas besser kennengelernt hat.

Es ist richtig, dass sich insbesondere junge Leute schneller duzen, was aber die allgemeingültige Regel, dass Fremde gesiezt werdern, nicht aushebelt.

Es ist nicht nur ein No-Go, dass der Vorgesetzte geduzt wird. Der Chef darf seine Mitarbeiter auch nicht ohne vorheriges Einverständnis duzen.

Wer andere Menschen ohne vorherige Vereinbarung duzt, hat ein sehr schlechte Erziehung genossen.

Ja, ich bemerke auch das diese mehr und mehr um sich greift.

Ich Sieze im Allgemeinen mir unbekannte Erwachsene, hier oben im Norden da ich heute lebe werde ich aber recht häufig zurück geduzt. Dann entscheide ich nach Sympathie, ist mir mein Gegenüber unsymphatisch bleibe ich bei einem eisigen "Sie".

In meinem Berufsleben auf dem Bau wurde JEDER geduzt - so er damit begann. In meinen Arbeitsjahren in der Schweiz wurde mir spätestens am zweiten Arbeitstag von den Chef's das Du angeboten, von bekannten Mitarbeitern von Banken, Supermärkten, Vermietern, Nachbarn spätestens nach einer Woche. Man gewöht sich daran und - man sollte es NICHT mit einem Freundschaftsangebot verwechseln !

Fremde Menschen würde ich nie mit "du" ansprechen, auch ich schätze es nicht sehr wenn ich einfach geduzt werden.

Andererseits sieht man dieses Thema heute schon lockerer als früher. Es gibt Betriebe so das "du" heute allgemein unter allen Mitarbeitern üblich ist, zum Beispiel bei den Schweizerischen Bundesbahnen.

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