Durften sie das überhaupt machen? (Liebe, Lager)

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7 Antworten

Es ging da, glaube ich, nicht darum "Liebe zu verbieten". Da die Jugendleiter nicht die Verantwortung übernehmen können für Jugendliche, die vielleicht auch mehr tun als küssen (mit 15-16 nicht gerade unmöglich, oder?), kann es gut sein dass sie die zwei heim geschickt haben um rechtliche Probleme zu vermeiden. Stichwort "ungewollte Schwangerschaft".

Deswegen sind sie "keine Schweine" sondern haben vielleicht genau das richtige getan. Sie konnten die Verantwortung nicht übernehmen und haben sie deswegen zurück an die Eltern übertragen. Der Junge wurde wahrscheinlich kurzerhand zurück geschickt und als sie merkten dass diese Miriam wohl kaum alleine das Ferienlager noch hätte geniesen können haben sie sie auch heim geschickt. Vielleicht können die zwei (wenn die Eltern das erlauben und einrichten können) jetzt noch zu zweit einen Urlaub verbringen.

Generell haben Jugendleiter das Recht auch ohne Rückgabe des Beitrages Kinder und Jugendliche zurück nach Hause zu schicken, wenn sie die Verantwortung für diese nicht übernehmen können (oder sogar dürfen, siehe Jugendschutzgesetz). Das ganze ist in der Anmeldung schon vermerkt. Wer sich also auf einem Sommerlager wiederholt "in flagranti" erwischen lässt und trotz Ankündigung weiter macht muss damit rechnen heim zu fahren. Natürlich gibt es auch Betreuer die da offener sind, aber eben auch strenge.

Ich hoffe das hat dir geholfen, bis denn,

Harle :)

Hallo zusammen, den letzten Beitrag "es geht dich nichts an" hacke ich mal unter "immer die einfachste Lösung" ab. So, egal, welcher Verein der Träger eines Camps ist sind die Mitarbeiter dem Gesetz verpflichtet. Das "nach Hause schicken" ist ein probates Mittel um sich mit Problemen "NICHT" außeinander zu setzen und schaden vom Verein/Träger fern zu halten (Schadensersatz, Unterhalt u.s.w.). Das es in dieser Altersklasse, und noch viel früher, zu "Hormonproblemen" kommt ist normal und nicht der Sonderfall. Da die Betreuer wohlmöglich die Teilnehmer nicht einschätzen können bezüglich Verantwortlichkeit, wissen um Schwangerschaftsverhütung, ist der Junge (oder das Mädchen) ein Aufreisser der Strichliste seiner Eroberungen führt und so weiter kann man natürlich so handeln, muss man aber nicht. Richtig ist, das die Betreuer allen schaden von den Teilnehmern fernhalten müssen, ob Sex nun schädlich ist weiß ich nicht. Küssen, oder eher Knutschen, kann mitunter schon Körperverletzung sein(Krankheiten werden übertragen, Zungenpiercings verhacken sich...) oder als sexuelle Handlung gewertet werden. Bei 15/16 jahrigen wird aber kein Gericht eine Klage zulassen. . Aus 40 Jahren Jugendcamperfahrung weiß ich jedoch, das Verbote Garnichts bringen den: "wo ein Wille ist ist auch ein Gebüsch". Die Eltern zu kontaktieren und deren Einstellung und Meinung zu erfragen wäre die Richtige Möglichkeit. Wir haben es immer vorgezogen mit den Jugendlichen zu sprechen, nicht "Bienchen und Blume" sondern wie es wirklich ist. Auch nicht nach Lehrermanier sondern als erfahrener Freund/Freundin. Genau so reden wir mit Eltern oder Gleichgestellten, da sind mir die Profis aus Heimen oder Wohnfamilien am Liebsten den die haben eine professionelle Sicht der Dinge. Die Eltern können dann entscheiden: schicke meinen Sohn/Tochter heim oder aber wir wissen was los ist und vertrauen auf die Erfahrung der Betreuer wissentliche, das ihre Kinder wohlmöglich Sex haben werden so die Betreuer das nicht verhindern können. Letzten Endes eine Betreuer oder Leiter Entscheidung, menschlich nicht gut, rechtlich höchst wahrscheinlich in Ordnung. Das hilft dir, Marylin, wohl wenig, ist aber so. Grundsätzlich, gerade in der Jugendarbeit, ist reden immer gut, reden auf gleicher Augenhöhe, mit den Kids, mit den Eltern und Betreuer untereinander. Auch weniger erfeuliche Entscheidungen sollte man den Zurückgebliebenen erklären, etwas zu wissen ist immer gut und die Vorgehensweise könnte zumindest verstanden werden, auch wenn man sie nicht toll findet.

LG www.ferienfuerkinder.de

Sehr schöne Antwort, ich glaube um Welten besser als meine! :)

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Mag sein, dass das blöd für euch ist. Für die Personen, die die Verantwortung für fremde Kinder übernehmen, wird es aber auch nicht viel angenehmer gewesen sein. Kein Betreuer, der diesen Job halbwegs mit Herz macht, schickt gerne Kinder/Jugendliche nach Hause.

Es wird höchstwahrscheinlich auch rechtens gewesen sein - das hängt von den Bedingungen ab, über die Eltern und Teilnehmer vor der Fahrt informiert wurden und die die Eltern akzeptiert und unterschrieben haben. Diese Regelungen enthalten eigentlich immer eine Klausel, in der sich die Verantwortlichen das Recht vorbehalten, Teilnehmer auf Kosten der Eltern nach Hause zu schicken, wenn sie sich nicht an die mehr oder weniger strengen Regeln oder die Anweisungen der Betreuer (!) halten.

Bei dem jungen Pärchen ist genau dieser Fall eingetreten - da mangelte es noch an etwas Weitsicht. Nach der ersten Verwarnung hätte man sich ja vielleicht mal noch ´ne Woche zusammenreißen können. Ich hab bereits einige Erfahrung mit derlei Ferienlagern und muss dir leider sagen, dass es tatsächlich nicht alle beim Küssen belassen. Solche Aussetzer kann man nicht gebrauchen.

Sexuelle Handlungen (dazu gehört nunmal auch das Küssen) sind bei solchen Freizeiten oft verboten. Insofern ist die Reaktion der Betreuer auch absolut in Ordnung. Aus einem Kuß kann auch mehr werden und dann müssen sich die Betreuer eventuell für eine schwangere 16-Jährige rechtfertigen. Das muß niemand haben ! Ihre Liebe können die Betroffenen auch nach der Freizeit ausleben, dann sind wieder die Eltern in der Verantwortung !

Küssen ist eine sexuelle Handlung? Dann wird Frau wohl doch schwanger dadurch...

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@Toraka

Wenn du meinen Kommentar nicht verstehen willst, dann werden Frauen, oder in diesem Fall "Mädchen", auch durchs Küssen schwanger - um das allerdings so zu sehen, muß man relativ hohl im Kopf sein !!!

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Das kommt darauf an, was im Vertrag stand den die Eltern unterschrieben hatten. Letztendlich musst du dich damit abfinden, dass es nicht deine Angelegenheit ist.

Ich würde das Geld zurück verlangen, notfalls über Anwalt.

Was war das, ein Sommerlager sponsored von Feministinnen?

Die beiden sollten ihren Eltern die Wahrheit berichten, ist immerhin nichts schlimmes. Damit diese wissen, was geschehen ist und warum so viel Geld einfach einbehalten wird. Klar, sie tragen Verantwortung. Es ging aber nur um einen Kuss, nichts weiter.

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Ein WWF Lager... -.-

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@Marylin1684

Du meinst genau den WWF, der angebliche Natur- und Tierschützer? Der sich von Großkonzernen kaufen lässt, und die Orang-Utans bereitwillig der Vernichtung preis gibt für Palmöl-Plantagen? So zumindest alles in Dokus berichtet, und zwar sehr glaubwürdig. Die würden von mir keinen Cent gespendet bekommen.

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Mit welcher rechtlicher Grundlage? Normal steht in jeder Anmeldung was geht und was nicht geht, die zwei hatten eine Verwarnung, scheinbar einen etwas unerfahrenen Leiter (oder einen mit schlechten Erfahrungen) und sind wiederholt erwischt worden.

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@Harleakin

Eben das wäre zu prüfen. Wenn es solche Küssverbote nicht gibt in den "Geschäftsbedingungen", besteht auch die Möglichkeit der Rückerstattung.

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@Toraka

Na dann schaun wir doch mal genauer hin, interessiert mich als Sozialpädagoge jetzt auch was da genau drin steht! :) So, google spuckt mir diese Seite aus wenn ich suche: https://www.wwf-jugend.de/camps/

Da schaue ich dann in die AGB der Seite (ich gehe davon aus dass bei der Anmeldung Ähnliche unterschrieben gehören, vielleicht sogar mit passenderem Wortlaut. Ich habe aber kein Kind dass ich auf ein Lager schicken möchte, also klick ich da mal nicht wild rum ;) ) und finde folgende Absätze:

  1. Der Vertrag kann zudem vom WWF außerordentlich fristlos gekündigt werden, falls ein Teilnehmender das Camp trotz Abmahnung anhaltend stört oder eine andere, schwerwiegende Vertragsverletzung begeht; dann sind Eltern bzw. Erziehungsberechtigte verpflichtet, den Teilnehmenden sofort abzuholen. In diesem Fall findet keine anteilige Erstattung des Camp-Beitrages statt.

Ob "Küssen" trotz Abmahnung jetzt eine anhaltende Störung des Camps bedeutet kann ich nicht beurteilen, ich tippe mal "nein". Anders sieht es aus wenn der/die Jugendliche so ausser Rand und Band ist, dass die Betreuer die Aufsicht nicht mehr bereit sind zu übernehmen. Dazu aber gleich mehr, erst mal den nächsten Absatz anschauen:

  1. Haftung: Bei allen Jugend-Camps sind die Camp-Leiter und -Betreuer verpflichtet, im Rahmen der ihnen obliegenden Aufsichtspflicht alle erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um Schaden von den Camp-Teilnehmenden abzuhalten.

Und ich denke hier liegt der Hund begraben: Die Betreuer wollten/konnten nicht die Aufsichtspflicht übernehmen für 2 Teenager im Hormonrausch. Deswegen haben sie den oberen Absatz darum bemüht die Aufsicht wieder an die Eltern zurück zu übertragen. In wie weit das professionell ist kann ich nicht sagen, da ich nicht dabei war. Aber wenn die Betreuer wirklich Angst haben mussten, dass eine ihnen anvertraute Jugendliche mehr macht als nur küssen und dabei eine ungewollte Schwangerschaft entstehen könnte. Da kommt im Team schon mal Panik auf. Und da die zwei Jugendlichen sich das küssen nicht verbieten lassen (verständlicherweise), werden sie auch andere Verbote wahrscheinlich nicht so ernst nehmen bzw. befolgen. Aus meiner (beruflichen) Sicht hätte der Konflikt schon viel früher in der Entstehung bearbeitet gehört, damit es gar nicht so weit eskalieren kann. Da dieses Verbot aber (ich schätze mal im Eifer des Gefechts) ausgesprochen wurde (wahrscheinlich ohne wirklich mit den zwei zu "reden"), das Verbot gebrochen wurde (ebenfalls im Eifer des Gefechts, schätze ich mal ^^) ist der obere Absatz meiner Meinung nach anwendbar. Zwar mit sehr unguten Gefühlen und starkem Zweifel wie gut das Betreuerteam mit der Gruppe harmoniert hat, aber eben doch anwendbar. Ein Recht auf "Sommercampliebe" wird vor Gericht, glaube ich zumindest, wenig Bestand haben. Dies ist nur meine persönliche Meinung, ich beanspruche nicht das vorrecht auf Richtigkeit, denke aber dass es so gelaufen sein wird. Beantworten könnte das wohl nur der Verantworltiche von damals, bzw die Teamprotokole oder Dienstbücher, wahrscheinlich auch der Vorgesetzte des Lagerleiters (der in solchen Fällen natürlich kontaktiert werden müsste).

Bis denn, Harle :)

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@Harleakin

Gerade noch was rechtliches zu dem Thema gefunden:

"Es wird zuweilen gewarnt, dass der Veranstalter sich in solchen Fällen wegen "Kuppelei" strafbar mache und wegen der juristischen Unmündigkeit des 16jährigen gar den Unterhalt für das gezeugte Kind zahlen dürfe. Ein "Verschaffen von Gelegenheit" im Sinne des Kuppeleiparagraphen ist nicht allein das Veranstalten eines Camps, auf dem sich eine 15-jährige von einem über 16-jährigen schwängern läßt. Nur wenn der Veranstalter weiß (oder wissen müßte) und es billigend in Kauf nimmt, daß es zu solchen sexuellen Handlungen kommen wird, hat er den notwendigen Vorsatz, etwa, wenn er die beiden im selben Zimmer unterbringt."

Da der Veranstalter wusste, dass die zwei Gefühle füreinander entwickelt haben...war er scheinbar verpflichtet das zu unterbinden...ich glaube rechtlich ist da nichts zu machen. Wo sind Anwälte wenn man sie braucht? ^^

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@Harleakin

Unabhängig davon, was ein Anwalt (Finanzen nicht an oberster Priorität) sagen und ein Richter (kein Arbeitsscheuer Alles-Einstell-Richter) bewerten würde, dieser WWF (WeltWeiteFinanzberge?) würde eine seitenlange Beschwerde von mir als betroffenes Elternteil erhalten, über die Betreuer wie auch insgesamt. Meine Kinder würde ich ohnehin niemals zu etwas schicken, womit der WWF Geld verdient.

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Das hat nichts mit ihrer Liebe zu tun, ich nehme mal an es gibt dort Regeln und da sie wohl schon verwarnt wurden können die leiter sie wohl wegschicken.

Regel nummer eins: Liebe ist VERBOTEN!!!! ... WTF???

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