Durften Frauen im 19. Jahrhundert Hosen tragen?

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3 Antworten

Du kannst schlecht eine Handlung in ein Zeitalter verlegen, von dem du wenig oder gar nichts weißt. Damit machst du jede Geschichte komplett unglaubwürdig und schlecht zu lesen. Es sollte außerdem einen Grund geben, warum die Geschichte in der Viktorianischen Zeit spielt - und nicht nur weil dir gerade mal der Einfall kam, dass es ganz nett wäre. 

In einer anderen Zeit geht es auch nicht nur um die Klamotten. Die Menschen haben auch anders gedacht und gehandelt als wir das heute tun - und auch das müsste sich in deinen Figuren widerspiegeln, wenn du ernsthaft eine Geschichte in dieser Zeit spielen lässt. Du müsstest also deinen Figuren alle umschreiben.

Und beschweren würde sich deine Heldin nicht, denn sie ist an Kleider gewöhnt und weiß genau, wie sich bewegen muss, damit es passt.

Lass sie besser da, wo du dich auskennst: im Hier und Jetzt. Ansonsten kommt haufenweise Recherche auf dich zu, wenn du dich nicht Gefahr laufen willst, dich lächerlich zu machen.

Anders ist es, wenn du nur so zum Spaß und für dich selber schreibst und es niemand sonst liest. Dann kannst du schreiben, was immer du willst.

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Ich weiß dass ich da noch einiges dran arbeiten muss, bei der Geschichte hab ich ja nur ein paar Ideen. Ich steh noch ganz am Anfang, hab aber eben schon die Designs und ungefähre Vorstellungen von den Charakteren. Sonst würde ich's ja nicht verlegen.

Was ich aber nicht ganz verstehe an der Antwort: Warum sollte man sich lächerlich machen wenn man nicht alle historischen Fakten miteinbezieht? Ich muss ja nicht sagen dass es das viktorianische Zeitalter ist (in der Geschichte selbst). Ich glaube kaum dass sich jeder der lesen kann total gut mit dem viktorianischen Zeitalter auskennt. Ich kann die Aussage teilweise nachvollziehen, aber nicht ganz.

Ist vielleicht etwas falsch formuliert, denn es gibt genug Bücher in denen nicht alles berücksichtigt wurde, die aber trotzdem sehr beliebt sind. Bestes Beispielm Science Fiction. Man merkt zwar dass es nicht realistisch ist und sehr übertrieben ist, jedoch macht es trotzdem Spaß sowas zu lesen. Es ist wie wenn man überlegen würde "Was wäre wenn...?", nur so geschildert als wäre es echt.

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@L1saa

Du hast recht L1saa, bei Büchern im SF Genre (was deine Geschichte dann ja auch beträfe, denn wenn ich das richtig verstehe, schreibst du keinen Historienroman) geht es um mehr oder minder ausgedachte Welten. Ein gutes Beispiel wäre z.B. der Steampunk.

Egal welche Welt du baust, sie sollte in sich immer logisch und erklärbar sein. Wenn z.B. jemand über Aliens schreibt, dann muss der Autor wissen woher sie kommen, welche Gesellschaftsstruktur sie haben (wenn überhaupt), wovon sie sich ernähren, warum sie überhaupt Raumfahrt betreiben usw. Das landet nicht alles im Roman, bildet aber den schlüssigen - und deshalb unterhaltsamen und gut leserlichen - Hintergrund.

In deinem Fall müsstest du als Autorin z.B. wissen, wie die Beleuchtung funktioniert (damit deine Heldin nicht etwas liest, was im funzeligen Gaslicht dieser Zeit quasi unsichtbar wäre), oder aber wie ein Pferd geritten wird (z.B. dass die Tiere nachts und mit wenig Licht die Nase praktisch am Boden haben und nur Schritt gehen, aber keinesfalls durch einen Wald galoppieren), was gab es zu essen (gab es schon Mangos und wo kamen die her, was ist mit Kartoffeln, yep, die gab es schon seit Friedrich dem Großen). Auch wenn davon wenig in deiner Geschichte vorkommt, alles WAS vorkommt darf sich nicht mit anderen Details widersprechen oder einfach nur unerklärbar unrealistisch sein.

Welche Bücher du genau meinst, die beliebt sind, ohne diese Details zu beschreiben weiß ich natürlich nicht. Autoren wissen, dass gute Recherche und eine ausgefeilte Welt den LeserInnen nicht auffällt, soll ja auch nicht, das ist der Hintergrund. Sie wissen aber auch, dass eine unzureichende und nicht ausgefeilte Welt sofort auffällt. Du brauchst genug logischen Hintergrund, damit deine Figuren sich entsprechend logisch verhalten. Dabei geht es um eine innere Logik. Je mehr Widersprüche es in deiner Geschichte gibt, desto eher werden deine LeserInnen 'aussteigen' und zu einer anderen Geschichte greifen.

Es gibt beim Schreiben von Geschichten oder sogar ganzen Romanen so einiges, dass für LeserInnen einfach nicht funktioniert.   Es ist wie bei jeder anderen Kunst auch, es gibt Handwerkszeug, dass sich zu lernen lohnt.

Du kannst gern mal etwas von deiner Geschichte anhängen - oder wenn das hier gegen die Regeln verstösst mir persönlich schicken. Ich arbeite professionell mit Manuskripten und geb dir gern ein paar Tipps wenn du das möchtest.

Hier vielleicht schon mal ein kleiner, der richtig Spaß macht. Deine Figuren brauchen eine Geschichte, sie sind wie deine Freunde, haben unterschiedliche Eltern, Erfahrungen und Erlebnisse. Ihre Eigenschaften macht sie besonders. Es gibt im Internet ganze Fragebogen zu deinen Figuren, die du dir kopieren und ausfüllen kannst. Das macht richtig Spaß, da ganze Leben zu bauen :)

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Nein, das war absolut nicht üblich. Auch nicht bei Prostituierten. Die Dichterin George Sand trug Herrenkleidung, aber die war auch berühmt und ziemlich einzigartigfür ihre Zeit. Aber die normale Frau wäre nie auf die Idee gekommen.


Ich würde keine Hose empfehlen, weil das dann nicht mehr authenthisch wäre.. und gerade Jeans gab es damals wenn überhaupt nur für Goldgräber, bei Frauen setzten sie sich erst ab ca. den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts durch.

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