Durchs Genick?

3 Antworten

Vielleicht helfen dir diese Tipps:

Es ist völlig egal, ob das Pferd die Rübe oben hat oder nicht - solange die Hinterhand aktiv ist. Also: kümmere dich darum, dass das Pferd fleissig untertritt, dann regelt sich das mit dem Kopf meist von selbst - ohne, dass man viel mit der Hand machen muss. Nicht permanent treiben. Das strengt dich viel zu sehr an und du wirst unaufmerksam. Du musst es hinkriegen, das Bein ständig "auf Tuchfühlung" halten zu können und nur dann zu drücken, wenn das Pferd zu langsam wird. Ansonsten hast du es nur begleitend am Pferd. Deine Beine rahmen das Pferd ein, begrenzen es nach links und rechts, so dass es wie eine Eisenbahn zwischen deinen Beinen hergeht. Stelle mit den Zügeln eine "Gummibandverbindung" her. Beide Zügel stehen an, aber weich, als wären sie aus Gummi, folgen der Maulbewegung. Aber sie hängen niemals durch! Jedesmal, wenn ein Zügel durchhängt, gibt es eine Irritation am Gebiss, das Pferd könnte den Kopf wieder hoch nehmen. Während du reitest und die Gummibandverbindung hältst, spielst du ein wenig mit den Fingern des inneren Zügels. Nur ganz wenig. Die Finger bewegen sich leicht aber mehr oder weniger dauernd. Achte darauf, dass sich nur die Finger bewegen, nicht die Hand! Die äußere Hand ist weich, der Zügel liegt am Hals an. Die äußere Hand ist immer unten. Wenn du mit dem Reiten beginnst, fange mit hingegebenem Zügel an und reite sofort große Bögen (Zirkel, Schlangenlinien, sehr große Volten) auf beiden Händen. Wenn es dir gelingt, ohne Zügeleinwirkung. Wenn du musst, zupfst du ganz zart und kaum merklich am inneren Zügel, damit das Pferd in die neue Richtung guckt und abwendet. Setze dabei auch deinen Körper ein, d.h. sitze schwer nach rechts, wenn du rechts abwenden willst (achtung: Nicht in der Hüfte einknicken!). Verlange dabei einen fleißigen Schritt. Das Pferd wird dabei beginnen, auf den gebogenen Linien, weit unterzutreten, aktiv mit der Hinterhand zu werden, ohne dass es mit den Zügeln gestört oder gar gebremst wird.

Für dich gilt: sitzt du bequem? Versuche mal, wie ein "nasser Mehlsack" auf dem Pferd zu sitzen, wie eine "alte Oma" und atme dabei häufig aus. Wenn du dich so entspannt auf dem Pferd "räkelst", wird sich dein Pferd ebenfalls sehr entspannen. Den geraden Sitz findest du von selbst wieder, wenn dein Pferd den Rücken aufwölbt.

Wichtig auch: du musst dich NUR auf dein Pferd konzentrieren. Stell dir in Gedanken vor, wie es aussehen soll, welche Körperhaltung es für diesen Moment einnehmen soll. Das hilft auch sehr.

Wenn deine Konzentration nachlässt (das ist oft schon nach wenigen Minuten der Fall!), dann halte an, atme durch, mache eine kleine Pause und beginne von vorn.

Nach 15-20 Minuten sollte dein Pferd in einem ruhigen Schritt gelassen aber fleißig durch die Bahn schreiten.

Jetzt kannst du die Zügel weiter aufnehmen, Zentimeter für Zentimeter - behutsam. Jetzt reitest du dein Pferd am Zügel immer noch im Schritt auf den gebogenen Linien. Achte sehr darauf, dass du am inneren Zügel leicht spielst, der äußere Zügel relativ "unbeteiligt" am Hals liegt. Das innere Bein kann das Spielen etwas unterstützen. Achte sehr darauf, dass das Pferd korrekt gestellt ist - vor allem beim Richtungswechsel. Stell dir vor, dass du dich mit deinem Pferd wie ein Grashalm im Wind wiegst - nach rechts und links, je nachdem in welche Richtung es geht. Diese lösende Biegearbeit ist wie ein gemeinsamer Tanz.

Verstehe das "durchs Genick reiten" so: Du lockst dein Pferd nach unten. Du machst deinem Pferd das Angebot, weil es für das Pferd angenehm ist, mit rundem Hals zu gehen. Dein Pferd wird dir willig folgen, wenn deine Hand für ihn auch wirklich verlockend ist, weil sie fürs Pferd angenehm ist und nicht stört. Man sagt ja auch: Das Pferd geht in "Anlehnung". Gemeint ist die Anlehnung an die Hand. Mache es deinem Pferd also so angenehmm wie möglich.

Ich würde mit dem Pferd mal zwei, drei Tage NUR diese Schrittarbeit machen, nicht traben, bis ihr zwei Sicherheit gewonnen habt. Danach legst du eine Trabphase ein - von Anfang an nur auf gebogenen Linien. Und nur kurze Reprisen und nur so lange, wie du dich konzentrieren kannst. Wenn du dein Pferd für einige Minuten gut "am Zügel" hattest, schmeiß die Zügel hin und mache für ein paar Meter Pause (am Hals loben!), und mache dann wieder sofort weiter.

Die häufigen, sehr kurzen Pausen, entspannen euch beide auch. Das Pferd lernt: Wenn es sich anstrengt kommt rasch eine Pause, es darf entspannen. Umso konzentrierter ist es in den Minuten dazwischen.

Sei dir sicher, dass du es mit dieser Methode bestimmt bald schaffen wirst. Schon alleine deshalb, weil du dir darüber Gedanken machst, was du verbessern kannst.

schön geschrieben! ich werde es auch mal versuchen :)

daumen hoch!

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@Moooh

Danke ;) wenn du noch fragen hast, stell ruhig ;))

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hoi,

ich wiederhole hier noch einmal mein schlusswort des kommentars zu der antwort mit den schönen fotos zu dieser frage:

der einzige weg, um beim an-die-hilfen-stellen des pferdes zum ziel zu gelangen, ist ein guter sitz, den man immer wieder korrigieren lässt. wer gut sitzt, kann klare und eindeutige hilfen allein aus seiner eigenen körperspannung und -entspannung geben. eigentlich ist das das ganze geheimnis... :-)

wenn du niemanden hast, der von unten korrigieren würde: eine grosse spiegelfolie besorgen und an adäquater stelle anbringen, so dass man selbst schauen kann.

und ganz, ganz, ganz viel schritt reiten - nur dabei lernt man wirklich. - jedenfalls, wenn man den schritt auch REITET.

Nicht dirkekt den Kopf runter nehmen, sondern so wie auf dem Bild. Das Pferd knickt sozusagen im Genick etwas ab und wölbt den Rücken etwas auf. Dabei muss das Genick der höchste Punkt sein und der Kopf senkrecht ist (niemals hinter der Senkrechten! Dann rollt sich das Pferd ein! Damit das funktioniert musst du viele Übergänge und gebogene Linien reiten. Auch Seitengänge sind gut. Der äussere Zügel hat konstant verbindung zum Pferdemaul, der innere nimmt an und gibt nach (etwa so wie wenn du nen Schwamm ausdrückst) Der innere Schenkel treibt, damit das Pferd sich darum biegt, der äussere Schenkel begrenzt das Pferd. Das Pferd muss damit es funktioniert auch gut mit der Hinterhand untertreten. Auch gewichtshilfen musst du noch mit einsetzen. Wenn du das alles korrekt ausführst, dann geht dein Pferd am Zügel. Die Bilder zeigen einmal wie das Pferd "normal geht" also wenn man nichts macht, es nicht gesund reitet. das zweite ist die Richtige stellung, das dritte ist Rollkur, das Pferd kommt viel zu tief (Rollkur ist sehr schlecht fürs Pferd!).

so geht es wenn man nicht durchs genick reitet - (Pferde, reiten, Genick) Durchs Genick - (Pferde, reiten, Genick) Rollkur - (Pferde, reiten, Genick)

Das 3. Bild ist keine Rollkur. Rollkur ist wenn der Reiter das Pferd svorne nicht mehr hoch lässt und es hinter die Senkrechte zwingt. Dieses Pferd jier versucht sich der Zügeleinwirkung zu entziehen, indem es Hinter der Senkrechten läuft. Das ist vom Reiter nicht erzwungen und somit keine Rollkur. Um das hinter der Senkrechten laufen zu verhindern muss der Reier mehr mit treibenden Hilfen und einer Nachgebenden Hand arbeiten.

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@Horsefan99

bild drei ist noch viel schlimmer als eine rollkur...

die unterlegtrense ist zu kurz, klemmt daher die maulwinkel - und die kandare hat, deutlich zu sehen, hölle-lange anzüge... wieviel ist erlaubt? früher waren es sieben cm - diese anzüge sind wesentlich länger. ausserdem sind die kandarenringe so nach innen umgebogen, dass dem pferd die luftgänge an der nasenseite abgedrückt werden und es nicht mehr frei atmen kann. ein reiter, der so auf einem turnier antritt, sollte lebenslang gesperrt werden. davon mal abgesehen ist die haltung der rechten hand absolut schauderhaft...

am besten sieht man das durchs genick reiten auf dem ersten bild - nämlich zum einen das bestens ausgebildete pony, das aufmerksam an den hilfen steht. das zweite was man sieht, ist der direkte weg von ursache und wirkung. würde das kind den kopf hochnehmen und frei zwischen den ponyohren hindurchsehen, anstatt auf die hände zu schauen, käme das kreuz noch mehr heran, das pony würde sich noch ein wenig aufrichten (die pferd-reiter-aufrichtung ist idealerweise parallel) und damit direkt an den zügel herantreten. übrigens habe ich schon lange auf keinem foto mehr einen so gut sitzenden reiter gesehen, wie das hier dargestellte kind. da muss lediglich der reiterkopf etwas aufgerichtet werden und der hinweis folgen, die zügel etwas mehr aufzunehmen. die aufmerksamkeit des ponies gilt allein dem, was der reiter oben drauf tut.

übrigens zeigt bild zwei ebenfalls, wie man es nicht machen soll. die reiterin sitzt sehr angestrengt. da ist nichts locker, nichts schwingt, - das reiterknie liegt angestrengt am pferd, anstatt dass das reiterbein seine natürliche länge erreicht. die reiterin drückt den knöchel weg, wodurch der absatz zu tief kommt und sie auf ihren oberschenkeln, anstatt der beckenknochen zu sitzen kommt. deutlich zu erkennen ist die antwort des pferdes auf diesen sitz: die hinterhand fusst nicht über den abdruck der vorderhand, sondern bleibt eine halbe hufbreite dahinter. der pferdehals ist zwar schön gewölbt, aber sehr erkennbar ist, dass nicht die oberhalsmuskeln und der rücken das pferd trägt, sondern kruppe und seitenhalsmuskulatur. die ellbogen des reiters sind nach aussen gedreht, die fäuste stehen nicht aufrecht - da wird gerade ein wenig geriegelt...

damit widerspreche ich zwar ein wenig den foto-unterschriften, jedoch sollte daraus eindeutig folgendes zu entnehmen sein:

der einzige weg, um beim an-die-hilfen-stellen des pferdes zum ziel zu gelangen, ist ein guter sitz, den man immer wieder korrigieren lässt. wer gut sitzt, kann klare und eindeutige hilfen allein aus seiner eigenen körperspannung und -entspannung geben. eigentlich ist das das ganze geheimnis... :-)

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